Forum: Auto
Elektro-SUV Nio ES8: Akku, wechsel' dich!
Tom Grünweg

In China kommt die Elektrorevolution ins Rollen. Nun will der E-SUV Nio ES8 die Kunden mit Wechselakkus und schnellen "Ladezeiten" betören. Die Idee ist smart, aber nicht ohne Risiko.

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Oberleerer 12.02.2019, 09:49
210.

Das ist so bitter.
Nach Agassi setzt die nächste Firma soviel Geld in den Sand. Dabei ist das Prinzip des Wechselakkus das Tankstellennetz der Zukunft, ein milliardenschwerer Markt.

Die Lösung ist, einen STANDARDISIERTEN, KLEINTEILIGEN Akku zu konstruieren. Dann werden die Autos billiger und es gibt einen Insustriezweig, der sich nur mit dem Verleih der Akkus und der billigen Strombeschaffung beschäftigt. Spezialisierung.

So ein Akku sollte zur Not manuell zu tauschen sein, ohne Station, einfach einen Ersatzakku an der Tankstelle mieten und zum Auto auf der Straße bringen. Damit ist klar, daß so ein Akku max. 30kg wiegen darf (vergleichbar 20l-Benzinkanister) und man für einen Tesla 20 Akkus braucht, will man Langstrecke fahren. Pendelt man aber nur kurze Strecken, brauche ich nicht das gesamte Akkupack zu mieten, sondern statt 20 tun es eben auch z.B. 4 Akkus und die Akku-Kosten haben sich mal schnell auf 1/5 reduziert.
Der Bedarf an Akkus sinkt damit und man kann mehr Fahrzeuge mobil halten.

In meinem Fall brauche ich Akkus nur alle 2 Wochenenden. Alleine würde ich einen Akku nie bis ans Lebensende bringen und für mein Langstreckenprofil ist E-Mobilität derzeit völlig ungeeignet.

Je schneller die Akkus verbraucht sind, um so schneller können modernere Versionen eingesetzt werden. Dann kann ich meine 1.500km irgendwann mit dem gleichen Auto, aber mit neuer Akkutechnik mit nur einem Akkusatz abreisen.

Wenn dann extra Firmen für das Akku-Leasing gegründet werden, kann man da viel Geld investieren, was direkt in Akkus investiert wird. Wenn das eine AG ist, können Heerscharen von Anlegern sich beteiligen, z.B. auch der Autofahrer selber.

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ich2010 12.02.2019, 10:03
211.

Ob E-Autos nun wirklich der Heilsbringer sind wage ich zu bezweifeln. Die Rohstoffgewinnung für die Akkus findet unter teils erbärmlichen und menschenunwürdigen Verhältnissen statt. Trotz aller Zertifizierungen lassen sich die Rohstoffe leider nicht zu 100% zurückverfolgen, die hohe Anzahl der Zwischenhändler macht das schlicht unmöglich. Weiterhin wird auch hier Raubbau an der Natur betrieben und Landschaften verwüstet. Die Entsorgung der Batterien ist ebenso höchst umweltgefährdend. Die Stromversorgung selbst kommt aktuell zu 30% aus Kohlekraftwerken. Wie viel wird wohl benötigt, wenn jeder gezwungen wird sich ein E-Auto zuzulegen..? Leider gibt es aktuell keine wirklich realistische Alternative zu den Kohlekraftwerken, bei steigendem Strombedarf dürfte es noch düsterer aussehen. Natürliche Stromlieferanten sind leider sehr wetterabhängig und eine Speicherung um Spitzen ausgleichen zu können ist auch nicht wirklich möglich. Naja und nachdem Atomkraft böse ist kann man das auch vergessen. Man könnte jetzt auf Erdgas setzen, nur woher nehmen? Russland? Wollen wir uns in diese Abhängigkeit begeben...?

Man sollte neben dem E-Auto auch noch andere, bereits existierende alternative Antriebe in Betracht ziehen, evtl. ergibt sich daraus eine praktikablere Lösung als dieser E-Auto Hype.

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Oberleerer 12.02.2019, 10:08
212.

Zitat von Nrob
Alter Hut. Was hier als Sensation verkauft wird, wurde doch schon von Renault mit dem Fluence 2009 vorgestellt und in einigen Ländern sogar erprobt (Dänemark, Israel und Australien). Auf der IAA in Frankfurt wurde das Wechselsystem (praktisch wie in einer Waschstraße ) vorgestellt - Projektpartner war „Better Place“. Ein Unternehmen aus Israel. Mittlerweile pleite. ... Wer sichert mir z.B. zu, dass ich mein immer pfleglich behandelten Akku gegen einen gleichwertigen getauscht bekomme usw.. Also wie immer SPON und Co, erst mal besser recherchieren....
SIE sollten einfach mal besser recherchieren, bzw. den Artikel lesen. Auf das Projekt Betterplace wird im Artikel Bezug genommen, gleich am Anfang.

Und was soll man denn an einem Akku pfleglich behandeln, den man nur für eine Entladung im Fahrzeug hat? Sie sollten mal sehen, wie pfleglich ich meinen Benzin behandle!

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jasper366 12.02.2019, 10:14
213.

Zitat von quark2@mailinator.com
Da sollte ein Umbau keine 120,- EUR kosten. Im Artikel ist von ein paar Minuten Robotik die Rede ...
Tesla wollte das erst in 90 Sekunden lösen, man stellte aber fest das dies nicht zu realisieren sei. Ich denke es lag an der Art und Menge der Befestigungspunkte, man darf ja nicht vergessen, hier müssen 600 kg + absolut fest mit der Karosserie verbunden werden, inkl. Bombensicherer Kontaktverbindung, da fließen ja keine 12 Volt durch die Leitung.

Im Endeffekt war man bei 15 Minuten, also einem Bereich den wir jetzt schon fast erreicht haben in Sachen Ladezeit (Audi bis zu 150 kWh, Porsche will mit bis zu 350 kWh nachladen, Tesla rüstet auch gerade auf).

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slowboarder 12.02.2019, 10:28
214. Mit Wechselakkus würden sich einige Probleme der Batterietechnik

wie z.B. das Recycling von Altbatterien oder deren Weiterverwendung wenn die Kapaziät für eine mobile Anwendung nicht mehr ausreicht wahrscheinlich erheblich leichter lösen lassen.

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Pickle__Rick 12.02.2019, 10:37
215.

Zitat von AGCH
Und damit zeigen Sie schon ein Problem auf: Die Investitionskosten für die Akkuwechselfirma. Nehmen wir mal Deutschland mit ca. 40'000'000 PKW und setzen bescheidene 5'000 Euro/Akku an, dann liegen die Kosten bei 200 Milliarden Euro, nur, um jeden PKW einen Akku zur Verfügung zu stellen. Über die Akkus, die man darüber hinaus braucht, reden wir noch garnicht!
Dazu kommt noch der Aspekt der Umweltbelastung durch die derzeitige Akkutechnologie. Man kann es drehen und wenden und mit Second-Life-Anwendungen optimieren aber es bleibt dabei. Je weniger Akkus wir produzieren, desto besser. Da muss man sich wirklich sehr gut überlegen ob das nötig ist oder ob wir die alternative Technik nicht so optimieren, dass die Ladezeiten reduziert werden. Man kann natürlich mal wieder von der angeblichen Rückständigkeit der europäischen Hersteller gegenüber den Asiaten faseln und als selbsternannter Freidenker irgendwelche Träumereien zusammenfantasieren aber es gibt schön gute Gründe warum die Technologie in der Industrie bisher schlecht ankommt.

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jim.panse 12.02.2019, 11:07
216.

Zitat von ich2010
Ob E-Autos nun wirklich der Heilsbringer sind wage ich zu bezweifeln. Die Rohstoffgewinnung für die Akkus findet unter teils erbärmlichen und menschenunwürdigen Verhältnissen statt. Trotz aller Zertifizierungen lassen sich die Rohstoffe leider nicht zu 100% zurückverfolgen, die hohe Anzahl der Zwischenhändler macht das schlicht unmöglich. Weiterhin wird auch hier Raubbau an der Natur betrieben und Landschaften verwüstet. Die Entsorgung der Batterien ist ebenso höchst umweltgefährdend. Die Stromversorgung selbst kommt aktuell zu 30% aus Kohlekraftwerken. Wie viel wird wohl benötigt, wenn jeder gezwungen wird sich ein E-Auto zuzulegen..? Leider gibt es aktuell keine wirklich realistische Alternative zu den Kohlekraftwerken, bei steigendem Strombedarf dürfte es noch düsterer aussehen. Natürliche Stromlieferanten sind leider sehr wetterabhängig und eine Speicherung um Spitzen ausgleichen zu können ist auch nicht wirklich möglich. Naja und nachdem Atomkraft böse ist kann man das auch vergessen. Man könnte jetzt auf Erdgas setzen, nur woher nehmen? Russland? Wollen wir uns in diese Abhängigkeit begeben...? Man sollte neben dem E-Auto auch noch andere, bereits existierende alternative Antriebe in Betracht ziehen, evtl. ergibt sich daraus eine praktikablere Lösung als dieser E-Auto Hype.
Wir haben aktuell schon einen Überschuss von 55TWh im Jahr. Das alleine würde reichen um 25 Millionen BEV aus dem Stand zu versorgen. Und wenn die bidirektional laden könnten wären das 25 Millionen potenzielle Pufferspeicher. 10kWh pro BEV wäre eine Puffer von 250 Millionen kWh (250GW). Laden kann dann besonders attraktiv sein wenn Überschüsse vorhanden sind und auch ein BEV wird 22-23 Stunden nur stehen. In dieser Zeit kann es in einem smartgrid „mitarbeiten“.
Der Anteil der EE lässt sich noch erhöhen und mit der Leitung nach Norwegen kommen gewaltige Mengen Wasserkraft hinzu. Zudem sollte auch in Zukunft weiter an der Effizienzsteigerung (Stichwort Strom sparen) gearbeitet und geforscht werden.
Das BEV hat lokal die Vorteile leise (auch Lärm macht krank und in der Stadt bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von 15-25km/h sind Verbrenner nun mal laut und BEVs leise) und ohne Emission zu sein.
Das Thema Rohstoffe ist nur ein Strohmann. Kobalt und Haushalts- und Unterhaltungselektronik scheint erst seit dem BEV ein Thema zu sein, obwohl deren Anteil nicht besonders hoch ist. Der Vorteil mit jedem BEV kommen wir außerdem weg vom Öl. Einmal verbranntes Öl kann man niemals mehr recyceln einen Akku hingegen schon was auch 100%ig passieren wird. Es lohnt sich!

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Pickle__Rick 12.02.2019, 11:12
217.

Zitat von Oberleerer
Das ist so bitter. Nach Agassi setzt die nächste Firma soviel Geld in den Sand. Dabei ist das Prinzip des Wechselakkus das Tankstellennetz der Zukunft, ein milliardenschwerer Markt. Die Lösung ist, einen STANDARDISIERTEN, KLEINTEILIGEN Akku zu konstruieren. Dann werden die Autos billiger und es gibt einen Insustriezweig, der sich nur mit dem Verleih der Akkus und der billigen Strombeschaffung beschäftigt. Spezialisierung. So ein Akku sollte zur Not manuell zu tauschen sein, ohne Station, einfach einen Ersatzakku an der Tankstelle mieten und zum Auto auf der Straße bringen. Damit ist klar, daß so ein Akku max. 30kg wiegen darf (vergleichbar 20l-Benzinkanister) und man für einen Tesla 20 Akkus braucht, will man Langstrecke fahren. Pendelt man aber nur kurze Strecken, brauche ich nicht das gesamte Akkupack zu mieten, sondern statt 20 tun es eben auch z.B. 4 Akkus und die Akku-Kosten haben sich mal schnell auf 1/5 reduziert. Der Bedarf an Akkus sinkt damit und man kann mehr Fahrzeuge mobil halten. In meinem Fall brauche ich Akkus nur alle 2 Wochenenden. Alleine würde ich einen Akku nie bis ans Lebensende bringen und für mein Langstreckenprofil ist E-Mobilität derzeit völlig ungeeignet. Je schneller die Akkus verbraucht sind, um so schneller können modernere Versionen eingesetzt werden. Dann kann ich meine 1.500km irgendwann mit dem gleichen Auto, aber mit neuer Akkutechnik mit nur einem Akkusatz abreisen. Wenn dann extra Firmen für das Akku-Leasing gegründet werden, kann man da viel Geld investieren, was direkt in Akkus investiert wird. Wenn das eine AG ist, können Heerscharen von Anlegern sich beteiligen, z.B. auch der Autofahrer selber.
Ja immer kleinere Akkus. Geile Idee.
Der Anzugträger auf Geschäftsreise und die Mutti auf dem Wochenendtrip werden mit Freude diverse 30 kg schwere Objekte über Minuten aus ihrem Auto in die Ladestation räumen und volle Akkus in die Karre packen. Die vielen wettergeschützten Ladesockel und ein entsprechendes Rotationssystem (riesige Regale sind eher nix) bedeuten nur einen unwesentlich höheren Aufwand. Das kommt gut an. Investoren suchen und los.

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schwarzeruhu 12.02.2019, 12:32
218. staatliche Lösung

Einen Wechselakkustandard könnten die EU und China gemeinsam vereinbaren und dann vorschreiben - vielleicht noch mit Japan.
Dann wäre die Marktwucht wohl heftig genug.
Angenehmer Nebeneffekt: ein Stromnetz, das Schwankungen ausgleichen und erneuerbare Energieen jederzeit aufnehmen kann, wäre nicht mehr so fern.

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Indiana.Jones 12.02.2019, 13:32
219. Standards

Zitat von schwarzeruhu
Einen Wechselakkustandard könnten die EU und China gemeinsam vereinbaren und dann vorschreiben - vielleicht noch mit Japan. Dann wäre die Marktwucht wohl heftig genug.
Sie meinen, Wechselakkus, die dann sowohl in ein Auto der Klasse Audi A6/BMW 5er/MB E-Klasse/... passen, als auch in Fahrzeuge vom Typ Citroen C1/Toyota Aygo/... ?

Durchdachte Idee.

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