Forum: Auto
Elektroauto im Alltagstest, Teil 1: Mein Leben als Ladesäulen-Nomade
Christian Frahm

Wie praktisch ist ein E-Mobil, wenn man keine eigene Garage mit Steckdose hat und auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist? SPIEGEL-ONLINE-Autor Christian Frahm wagt den Test.

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upalatus 29.05.2017, 17:50
1.

Wie lange dauerte denn die Vollgassautobahnfahrt? Mit 100kmh kommt man auf der (Stadt)AB gut voran. Wenn nach mehr gelüstet, sollte man sich nach wie vor einen Verbrenner kaufen. Wenn man denn weiß, was man überhaupt will.

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marthaimschnee 29.05.2017, 18:06
2. eine Antwort kann ich geben

Beschleunigen Sie mal einen ähnlichen Verbrenner (zB Clio) auf seine Höchstgeschwindigkeit und halten Sie die auf der Autobahn eine Weile. Da steht der Verbrauch auch locker beim doppelten des NEFZ Wertes, oder mehr - bei richtig großen Motoren auch bei Faktor 3 oder 4, wenngleich man an und über 300km/h selbst im Land fehlender Tempolimits nie lange halten kann. Klar, der NEFZ (und auch der kommende WLTC) ist dabei niemals unter realen Fahrbedingungen erreichbar, aber selbst als realistisch eingeschätzte Verbrauchswerte erreicht man nicht, indem man die Kiste bis zum Anschlag prügelt. Das gilt für jedes Auto und für jede Antriebsart.

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dbeck90 29.05.2017, 18:11
3. so teuer sind die teile???

In allen Ehren. Ich bekomme 8kW Brushless Motoren hinterher geworfen (geht bei 500 los), ein automotor kostet bei E Antrieb nicht mehr als 2.000. Das sind lager, ne kupferwicklug und ein paar Dauermagnete, sogar das Getriebe spart man ein. Damals sagte man, dass die Hälfte des Preises die Batterie ausmacht. Jetzt sind die Preise dort gesunken, aber plötzlich die Preise für Motoren oben? Solange man hier veräppelt wird bis zum geht nicht mehr fahre ich mit meinem eigenbau e-moped für unter 1.000 euro incl. akku rum.

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stevenspielberg 29.05.2017, 18:47
4. Reichweitenanzeige vs. Geschwindigkeit

Mein 120 PS-Astra zeigt mir auch nach dem Volltanken an das er 700km mit der Benzinfüllung fahren kann. Fahre ich dann auf die Autobahn und gebe Vollgas (180 - 200 Kmh) dann sind nach 100km davon auch schnell nur noch 520 übrig, also Sprit für 180 Km weggefahren.
Die Reichweitenanzeige im Auto ist nicht für den Verbrauch unter permanenter Höchstgeschwindkeit berechnet. Kann ich auf der AB nur 100 - 130 fahren, dann erreiche ich die anfangs angezeigte Reichweite manchmal sogar. Der Verbrauch hängt also von der Fahrweise ab, egal ob Benzin oder Elektro. Ein Problem ist das natürlich nur beim Elektroauto aufgrund der schlechteren Lade-Infrastruktur und der längeren Ladezeiten als beim Benziner.

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willi_ac 29.05.2017, 18:49
5. "Kaufprämie des Herstellers" ...

... ist doch Wahrheitsverkleisterung für Käufer und Wähler. Sieht so aus, also würden die Hersteller sich dolle anstrengen und auf die staatliche Prämie noch einen draufgeben, damit es für den Kunden nochmal attraktiver wird. Dabei machen sie doch selbst die Listenpreise und "Kaufprämien" unter den Bezeichungen "Rabatt", "Angebotspreis", "Hauspreis" etc. gibt es für jeden verlogenen Verbrenner doch auch.

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Topf Gun 29.05.2017, 19:09
6. Meine

Meine Frau und ich fahren seit drei Jahren je einen Zoe. Wer kommt, ausser für einen Test, auf die Idee, auf der Autobahn volle Segel Bleifuß zu fahren ? Das habe ich nicht mal mit meinem Diesel gemacht. Wer E-Auto fährt, passt auch über kurz oder lang seine Fahrweise an. Und...im Vertrauen: Auf welcher Autobahn ist denn noch dauerhaft 140 km/h erlaubt ? Ist doch auch viel zu stressig, bei dem Verkehr........... (und wer schneller als 140 km/h fährt, hat m. E. ganz andere Probleme)

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haifischsee2 29.05.2017, 19:23
7. Mitnahmeeffekte....

Bevor die deutsche Kaufprämie beschlossen wurde, hatte der Renault den Käufern bereits aus eigener Tasche einen Rabatt von 5000 Euro auf den Listenpreis gewährt. Renault habe die Subventionierung bisher "selbst in die Hand genommen, solange es sie vom Staat nicht gab", sagt man von Seiten des Herstellers.

Jetzt ist Renault nur noch mit 3000 Euro Eigenanteil dabei (50% der Kaufprämie von 4000 Euro sowie freiwillige Erhöhung um 1000 Euro). Die übrigen 2000 Euro, die Renault bislang selbst finanzierte, zahlt nun der deutsche Steuerzahler.

Man fördert den Verkauf von Elektrofahrzeugen also, indem man die Hersteller subventioniert. Die Logik entzieht sich mir.

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interessierter Laie 29.05.2017, 19:36
8. @dbeck90

Die Akkus sind im Verhältnis zur Kapazität billiger. Früher hätten Sie zu diesem Preis etwa die halbe Reichweite gehabt. Der Rest des Fahrzeugs besteht auch nicht nur aus Motor. Der eines konventionellen Kleinwagens kostet auch nicht mehr. Allerdings sorgt der Leistungszuwachs bei den Akkus auch für einen erheblichen Wertverlust. Besser, komfortabler und nachhaltiger wäre das Wechselakku-System gewesen, aber bei dem Chaos mit den Steckern war nicht zu erwarten, dass sowas funktionieren wird.

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schwaebischehausfrau 29.05.2017, 19:44
9. @marthaimschnee: Nö..

Zitat von marthaimschnee
Beschleunigen Sie mal einen ähnlichen Verbrenner (zB Clio) auf seine Höchstgeschwindigkeit und halten Sie die auf der Autobahn eine Weile. Da steht der Verbrauch auch locker beim doppelten des NEFZ Wertes, oder mehr - bei richtig großen Motoren auch bei Faktor 3 oder 4, wenngleich man an und über 300km/h selbst im Land fehlender Tempolimits nie lange halten kann. Klar, der NEFZ (und auch der kommende WLTC) ist dabei niemals unter realen Fahrbedingungen erreichbar, aber selbst als realistisch eingeschätzte Verbrauchswerte erreicht man nicht, indem man die Kiste bis zum Anschlag prügelt. Das gilt für jedes Auto und für jede Antriebsart.
Sorry, aber leider ein ganz schlechter Vergleich, den sie da anstellen. Denn bei dem E-Auto reden wir von einer "Höchstgeschwindigkeit" von 139 km/h, bei dem die Elektronik schon abriegelte lt. Autor. Und das ist noch nicht mal "flotte" Autobahn-Geschwindigkeit, die man (ohne zu rasen) bei gut ausgebauten Strecken wie auf der A9 zwischen München und Nürnberg eher mit 160 km/h ansetzen würde. Und die Reichweiten-Halbierung hat sich ja bereits ergeben, obwohl lt. Autor nur ca. 60% der gefahrenen 72 KM auf der Autobahn zurücklegt wurden und die 30 KM sogar im energie-sparenden "Eco-Modus". Was vermuten lässt, dass bei längeren Autobahnfahrten mit über 130 km/h die Reichweite sogar noch weit drastischer sinkt als 50 % - und das bestätigen ja auch Testberichte von anderen E-Autos von BMW bis zu Tesla allesamt.
Wenn Sie im Vergleich dazu mit einem "Verbrenner mit 130 km/h lange Strecken auf der Autobahn fahren, dann verbraucht er zwar schon ein wenig mehr als bei wohl idealen 110 km/h, aber die Reichweite wird sich ganz sicher nicht halbieren und noch nicht mal um 30% zurückgehen. Und aufgrund der deutlich größeren Reichweite kommen sie mit ihrem Verbrenner dann immer noch auf locker über 600 Kilometer und haben ihn in 2 Minuten wieder vollgetankt. Während Sie mit ihrem E-Auto höchstens 200 Kilometer schaffen und locker 30-45 Minuten selbst an sog. "Schnell-Ladesäulen" brauchen, um wieder für weitere 200 KM nachzuladen. Dazwischen liegen also nicht nur Welten, sondern immer noch ganze Galaxien.

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