Forum: Auto
Elektroauto im Alltagstest, Teil 4: Parkplatz gratis, Ärger umsonst
Christian Frahm

In Hamburg dürfen E-Mobile auf öffentlichen Stellplätzen kostenlos parken. SPIEGEL-Online-Autor Christian Frahm, für den Alltagstest im Elektroauto Renault Zoe unterwegs, freut sich. Allerdings zu früh.

Seite 1 von 15
vanselow 02.06.2017, 05:55
1. Anfängerprobleme

Ich fahre selbst Elektroauto. Was mich bei solchen Tests immer wieder ärgert, sind diese vielen Anfängerfehler, die gemacht werden und die man dann dem Elektroauto zurechnet, statt einzusehen, dass E-Autofahren einige Übung braucht. So hatte der Tester bei 95 Prozent tatsächlich nochmals eine Stunde im Auto gewartet, bis ganz voll war. Entweder man sagt, ich habe es eilig und verzichtet auf die letzten Prozente, die viel Zeit kosten, oder man holt das Auto gleich später von der Ladestation ab. Dann die Preisberechnung für das Vollladen: Mit Erfahrung weiß man, dass es extreme Preisunterschiede gibt. Von kostenlos bis zu Wucherpreisen. Ich habe bislang noch kein Geld für das Stromtanken bezahlt. Mit einiger Erfahrung kann man das hinbekommen. Und ich habe auch keine Garage und muss öffentlich aufladen. Dann das Problem mit dem Chip, der nicht gleich funktioniert hat. Ein bisschen Geduld muss man schon mitbringen, weil alles sehr neu ist und noch nicht sehr ausgereift. Das gilt auch für das Knöllchen: die Leute müssen alle erst noch lernen. Wem es an solcher Geduld mangelt, Geduld mit sich selbst und dem Erlernen von Neuem und Geduld bei anderen, die auch lernen, sollte mit dem Elektroauto noch etwas warten. Für alle anderen: das Elektroautofahren funktioniert und macht auch viel Spaß.

Beitrag melden
jak01 02.06.2017, 07:08
2. Norwegen als quasi Vorbild in Sachen Elektromobilität....

...zu bezeichnen, ist an Hohn nur schwer zu überbieten! Denn wie kaum ein anderes Land - zumindest in der westlichen Welt - lebt Norwegen von seinen Ölexporten. Damit finanziert der Staat dann die Subventionen für die Elektroautos der Bürger seines dünn besiedelten Landes. Diese können für ihr grünes Image also nur hoffen, dass die anderen Länder noch möglichst lange dem hohen Ölkonsum treu bleiben, d.h. also u.a. noch möglichst lange und zahlreich mit Verbrennungsmotoren fahren. ;-)
Verlogene Ökologie muss man sowas nennen!

Beitrag melden
herbert 02.06.2017, 07:16
3. Warum umsonst parken ?

Wer sich solch ein teures Auto anschafft, der hat auch 2 Euro für die Parkuhr.
Hamburgs Idee ist völlig ungerecht und daneben!

Beitrag melden
Steffen Gerlach 02.06.2017, 07:19
4. Norwegen

Zitat: "Zusammenaddiert machen diese Vergünstigungen in Norwegen ein Elektroauto günstiger als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor."

Letztendlich zahlen aber auch die Norweger für ihre Elektroautos den vollen Preis, der nicht geringer ist als anderswo. Sie haben nur einen Teil der Kosten vergesellschaftet. Das ändert die Anreize, aber nicht die Kosten. Kostenloser Strom? Schwerlich.

There ain’t no such thing as a free lunch.

Beitrag melden
moev 02.06.2017, 07:33
5.

Zitat von
Im skandinavischen Elektroauto-Paradies entfallen nicht nur die Parkgebühren für E-Mobile, sondern unter anderem auch die Mautgebühren sowie die Mehrwertsteuer bei der Anschaffung. In Großstädten wie Oslo ist zudem der Strom an öffentlichen Ladesäulen kostenlos. Zusammenaddiert machen diese Vergünstigungen in Norwegen ein Elektroauto günstiger als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.
Kommt wohl auf die verglichenen Fahrzeuge an.

Selbst wenn all das in D ebenfalls zutreffen würde, so würde ich mit einem Zoe immer noch nicht günstiger fahren können wie mit meinem Corsa.

Beitrag melden
MartinS. 02.06.2017, 07:49
6. ...

das ist nun wirklich eine Frage der Betrachtung - Norwegen ist ganz zweifellos ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität. Dass sie dies durch extensives Wirtschaften mit Öl finanzieren ändert daran ja gar nichts.

Man kann auch Elektromobilität fördern, ohne sich zwangsläufig den Deckmantel der Ökologie umzuhängen. Wer in den Innenstädten saubere Luft haben möchte, muss nicht unbedingt Ökologe sein.... nicht jeder, ders Zuhause gern sauber hat, will gleich die Welt retten.

Beitrag melden
jhea 02.06.2017, 07:49
7.

Zitat von jak01
...zu bezeichnen, ist an Hohn nur schwer zu überbieten! Denn wie kaum ein anderes Land - zumindest in der westlichen Welt - lebt Norwegen von seinen Ölexporten. Damit finanziert der Staat dann die Subventionen für die Elektroautos der Bürger seines dünn besiedelten Landes. Diese können für ihr grünes Image also nur hoffen, dass die anderen Länder noch möglichst lange dem hohen Ölkonsum treu bleiben, d.h. also u.a. noch möglichst lange und zahlreich mit Verbrennungsmotoren fahren. ;-) Verlogene Ökologie muss man sowas nennen!
Weil wie wir ja wissen, aus Öl NUR Benzin gemacht wird.
Keine Kunststoffe aller Art, kein Bitumen, kein Heizöl oder Gas, keine Schmierstoffe :) (ok der Anteil von diesem hier ist bei ca 6 - 7% :P )

Beitrag melden
lupenreinerdemokrat 02.06.2017, 07:55
8.

Zitat von jak01
...zu bezeichnen, ist an Hohn nur schwer zu überbieten! Denn wie kaum ein anderes Land - zumindest in der westlichen Welt - lebt Norwegen von seinen Ölexporten. Damit finanziert der Staat dann die Subventionen für die Elektroautos der Bürger seines dünn besiedelten Landes. Diese können für ihr grünes Image also nur hoffen, dass die anderen Länder noch möglichst lange dem hohen Ölkonsum treu bleiben, d.h. also u.a. noch möglichst lange und zahlreich mit Verbrennungsmotoren fahren. ;-) Verlogene Ökologie muss man sowas nennen!
So siehts aus.
Und Strompreise wie in Norwegen, da kann der deutsche Stromkunde auch nur davon träumen!

PS: heute wird unsere Regierung auch der Privatisierung der deutschen Autobahnen die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen.
Wem haben wir also Autobahnmaut und bald auch private Autobahnen in Deutschland haben - wem haben wir's zu verdanken?
Merkel!

Beitrag melden
freudentanz 02.06.2017, 08:03
9. Gute Serie !

Ich fahre jeden Tag fast 100Km (70Km auf der Bahn) und bin natürlich an Sparmaßnahmen interiessiert obwohl ich meinen 18Jahre alte Euro-3 Benziner nicht als teuer empfinde. Ich muss 24/7 mobil sein (Rufbereitschaft damit die Stadtbewohner friedlich schlummern können, das ist kein Witz). Auf jeden Fall ist der Bericht gut gemacht, einfach die Fakten präsentieren. Was mich bisher überrascht hat: Relativ hoher Stromverbrauch, hätte es niedriger (billiger) vermutet. Wirre Kapazitätsanzeigen des Autos ? Ist das bei allen so ? Was soll der Unsinn? Zuverlässig soweit ich das beurteilen kann. Die so genannten "Anfängerprobleme" die man nachsehen soll sind keine Anfängerprobleme sondern Murks. Diese Magnetchips gibt es seit 40 Jahren also nicht erst seit gestern. Das der Akku nach (zugesicherten) 2 Stunden nicht geladen ist ist auch ein Murks. So einer wie ich der in der Stadt nicht laden kann MUSS sich darauf verlassen können sonst bleibe ich ja mit der Kiste in der Walachei stehen weil mir die letzten 5% fehlen ...
Prinzipiell ist es mir vollkommen egal wie ich auf die Arbeit komme solange ich es finanzieren kann. Warum sind die E-Autos so wahnsinnig teuer? An der Kisten ist doch null und garnix dran. Wenn sowas 10K kostet überlege ich mir das auch

Beitrag melden
Seite 1 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!