Forum: Auto
Elektromobilität: Ministerien beschweren sich über Hybrid-Dienstwagen
Rainer Häckl / BMW

Staatssekretäre im Bundesverkehrs- und Finanzministerium klagen über ihre Plug-In-Hybride von BMW. Die Limousinen mit teilweisem Elektrobetrieb entpuppen sich als Spritfresser.

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Asmodys 11.11.2017, 13:00
220. 100% Zustimmung

Zitat von halbstark
Ein seltsamer Trend: ein Minimum an Fachwissen und Differenzierung trifft auf ein Maximum an Meinung und Behauptung. Da werden Zuwanderer, Flüchtlinge und Asylanten synonym verwendet oder eben Voll- Mild- und Plug-In-Hybrid munter in einen Topf geworfen. Weil nun wenig überraschend der tonnenschwere PS-Bolide kein Verbrauchswunder ist, lästert man erstmal über Toyotas Prius - auch wenn dieser ein Vollhybrid ist (kein Plug-In, den gibt's aber auch) und sowohl die Verbrauchs- als auch Pannenstatistik im positiven Sinn anführt. Die wenigsten Leute wissen überhaupt, dass der Sinn eines Hybrids eben NICHT das elektrische Fahren, sondern die Minimierung des Benzinverbrauchs ist. Bei Autos wäre mir dieses mangelnde Wissen und die unsägliche Ignoranz der Menschen ja relativ egal, bei anderen Themen kann es uns aber unseren Wohlstand und unseren sozialen Frieden kosten.
Mit wenigen Sätzen das immer wiederkehrende Phänomen rund um alle Diskussionen über das Thema Hybrid zielgenau auf den Punkt gebracht. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Daran fleißig beteiligt und mitverantwortlich sind jedoch auch unsere Medien, die traditionell ebenfalls alles in einen Topf werfen, wenig bis kaum vorhandene Aufklärung über technische Unterschiede, Funktionsweisen der verschiedenen Systeme, etc., liefern, das System immer noch missverstehen (in nahezu jedem Test wird noch immer die "zu geringe Reichweite" eines normalen Voll-Hybriden als Minuspunkt "bemängelt"... ) oder gar schlicht falsche Infos verbreiten.

Vielleicht oder gar wahrscheinlich ist aber auch genau das beabsichtigt: die Nachteile anderer, wenig verbreiteter und weltweit kaum nachgefragter Hybrid-Systeme (deutsche Plug-In-Technik) werden zum allgemeinen Stand der Technik erklärt, die selbstverständlich für alle Vertreter der Gattung Hybrid gelten und den Käufer wieder in traditionelle Kaufgewohnheiten lenken und beeinflussen sollen, z.B. mit dem Kauf des gewohnten Diesels.... da die alternative Hybrid-Technik ja "bekanntlich" noch nicht so überzeugend, ausgereift und sparsam sei, um eine echte Alternative darzustellen. Weiterhin werden die vielen technischen Vorteile - abseits des Sparpotentials - der Prius-Technik gar nicht erst erwähnt oder verglichen, sondern dagegen nebensächliche Schwachpunkte als quasi "No-Go" und echtes Kaufhindernis aufgebauscht (wie z.B. das "aufjaulende Getriebe").

Die Intention ist klar: die heimische, verschlafende Autoindustrie soll weiterhin gehätschelt und geschützt werden. Und da die deutschen Hersteller dem simplen Prius-Prinzip noch immer nichts wirklich vergleichbares entgegenzusetzen haben.... und der Konkurrent Toyota mit seiner Hybrid-Technik global immer "gefährlicher" und wachstumsstärker wird, sowie für künftige Emissionsvorgaben deutlich besser aufgestellt ist... müssen die Nachteile der ersten Gehversuche anderer Hybrid-Hersteller auf möglichst alle anderen ebenfalls übertragen werden. Da nicht sein kann, was nicht sein darf.
Wenn eine Technik bei einem heimischen Hersteller nicht überzeugend funktioniert, darf sie das freilich somit auch nicht bei einem ausländischen Konkurrenz-Hersteller...

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Asmodys 11.11.2017, 13:08
221. Weit verbreiteter Irrtum

Zitat von valmel
Ein Auto, welches neben Verbrennermotor und Sprit auch noch einen schweren E-Antrieb mitschleppt, verbraucht mehr? Wer hätte das gedacht? Man weiß schon seit dem ersten Prius, dass Hybride auf Langstrecken deutlich mehr als reine Verbrenner schlucken. Physik ist nun mal nicht verhandelbar.
Nein, genau das "weiß man schon seit dem ersten Prius" nämlich nicht. Es hilft nix, wenn man Vorurteile und ungeprüfte Stammtischweisheiten als Fakten präsentieren will.

Glauben Sie dass, der im Atkinson-Prinzip laufende Motor des Prius mit seinem höheren Wirkungsgrad gegenüber anderen Benzinern, auf Langstrecken plötzlich nicht mehr funktioniert?
Oder dass das stufenlose Planetengetriebe, das durch seine variablen Übersetzungen in der Lage ist, den Motor stets im günstigsten, optimalen Betriebsbereich zu halten, auf Langstrecken plötzlich nicht mehr funktioniert?

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jasper366 11.11.2017, 13:09
222.

Zitat von Meerkönig
Ein Vollhybrid verbraucht nie mehr als ein vergleichbarer Verbrenner. Selbst zig-mal ausprobiert, selbst mit 1,6 Tonnen am Haken verbraucht der Hybrid weniger, nämlich 8,2 Ltr./100km max. 100 km/h als z.B. 200 PS Diesel -PKW ohne Anhänger. (Fast nur ebene Straße, max +/- 1% Steigung) Das sind dann zusammen immerhin 3400 kg + schlechter CW-Wert des fast 2,3 m hohen Anhängers.
Vor einigen Wochen gab es in der Auto Bild einen Bericht über die 'ominösen 200 km/h' und wie das Fahrzeug und Fahrer 'stresst'.

Man fuhr mit diversen Fahrzeugen dieses Tempo, höchster Verbrauch bei abgeregelten 195 km/h hatte der Dodege RAM (35,1 ltr), gefolgt vom Mercedes Vito mit 21,5 ltr (der einzige Diesel) und dann der Lexus IS 300h mit genau 20 litern bei 196 km/h, selbst der Porsche 911 Turbo S (18,3 ltr) und der Audi Q5 (17,1 ltr) waren sparsamer.

http://www.autobild.de/artikel/zehn-autos-im-200-km-h-test-12471365.html

Wenn ein Hybrid nach 'Bauart Toyota' in Bereichen bewegt wird, für die er nicht optimiert ist, fängt er im Verhältnis zu anderen Fahrzeuegen hemmungslos an zu saufen.

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Asmodys 11.11.2017, 13:23
223. Falsche Rechnung

Zitat von uguntde
Allerdings ist der Diesel performanter, und man muss nicht nach einigen Jahren die teure Batterie tauschen.
Dafür tauschen Sie bei Ihrem Diesel bereits nach kürzerer Zeit AGR-Ventil, Hochdruckinjektoren, verstopfte Partikelfilter/Rußfilter, Turbolader, etc.

Alles schweineteuer und in Summe deutlich teurer als der Akku eines Prius. Zudem ist die Austausch-Wahrscheinlichkeit solcher o.g. Komponenten erheblich höher, als der eher unwahrscheinliche, kaum jemals notwendige Austausch eines Toyota-Hybrid-Akkus. Während Sie mit einem Diesel bei längerer Haltedauer um immer mal wiederkehrende Problemchen mit der Abgasreinigung, wahrscheinlich kaum herumkommen werden.
Man "muss" die Batterie also nicht tauschen. In den allermeisten Fällen müssen Sie dies während der Fahrzeuglebensdauer eben gerade nicht.

Viele Taxiunternehmer sattelten in den letzten Jahren auf Toyota-Hybrid-Modelle um und musterten die klassischen Diesel-Flotten nach und nach aus. Diese Unternehmer sind knallharte Rechner. Sie würden niemals auf eine Technik wechseln, die ihnen mehr Reparaturkosten und -aufwand, längere Standzeiten der Autos, usw., einbringen würde, als bei den bisherigen konventionellen Modellen.
Inzwischen kristallisiert sich im täglichen Betrieb das Gegenteil heraus: nahezu übereinstimmend berichten die Taxler darüber, dass sie seit dem Umstieg noch nie so geringe jährliche Unterhalts- und Wartungskosten, sowie Ausfälle zu verzeichnen hatten.

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Scriptmaster 11.11.2017, 13:24
224. Prius-Fahrer

Mein Prius ist 10 Jahre alt, verbraucht mit 5,0 l im Sommer nur 0,3 l mehr als Herstellerangabe, im Winter 5,5 l, weil der Motor länger anbleibt. Der Akku ist noch top und ich bin hoch zufrieden. Stadt, Land, Autobahn ca. 1:1:1.
Ich gewinne den Eindruck, dass deutsche Hersteller nicht mehr forschen und optimieren, sondern lieber direkt bescheißen. Der Zug ist nach der Dieselfehlentwicklung wohl auch abgefahren. Die Politik sollte anfangen, Maßnahmen zu ergreifen, den Niedergang der Autoindustrie abzufedern.

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ganzeinfach 11.11.2017, 13:24
225. BMW habe nie gemogelt?

so ulken ein paar Foristen hier: Fakt ist, dass BMW die 2012 verhängte CHF 157 Millionen Busse nun an die Schweiz endgültig bezahlen muss. Dies hat das Bundesgericht in Lausanne gestern öffentlich gemacht, nachdem sie die Beschwerde von BMW abgewiesen hat. Ausgangslage ist eine illegale Gebietsverteidigung mit Wettbewerbsverzerrung gegen die Schweiz, welche im Jahre 2010 von der Wettbewerbskommission in der Schweiz zur Anklage geführt hatte. Demnach haben Schweizer Kunden für ein Neufahrzeug bis zu 30% mehr bezahlt als in den Nachbarländern. Ein Urteil von 2012 wurde nun gestern - fast 10 Jahre nach der Erkenntnis des Fehlverhaltens endgültig durch das Schweizerische Bundesgericht geklärt. Somit muss BMW 157 Mio CHF an die Schweiz als Busse überweisen. Ist es nicht ein Hohn, dass eine Premiummarke der Automobil-Industrie sich so lange (europäische Absprachen diesbezüglich datieren von 2002) hinter einem Mantel des Schweigens verstecken können? Dazwischen wurde sogar der Dieselskandal öffentlich inkl. entsprechender Bussen und Ahndung. Offenbar haben dies ein paar Foristen hier aus lauter Zeitverzug schon vergessen... Es ist kein deutscher Premium-Hersteller zu finden, welcher nicht in ein bis mehreren Fällen illegal auf dem Markt aufgetreten ist und sich wegen Manipulationen nun mit millionenfachen Forderungen belastet sieht. ganzeinfach unhaltbar!

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lisa_k._marx 11.11.2017, 13:32
226. Selbst ein sparsame Kleinwagen

Zitat von Blind Walker G
Eine Freundin meiner Frau fährt einen Lexus RX450H mit der von Toyota bekannten Hybrid-Technologie, Verbrennungsmotor lädt über Stromgeneratoren den Akku des Elektroantriebs. Die Dame fährt gerne Bleifuß. Bei Vollgasbeschleunigungen und gleichzeitiger Ladung des Akkus geht die Verbrauchsanzeige bis auf 77l/100km Topwert. Bei normaler zügiger Fahrweise 15-20l Anzeige. Nur bei Schleichfahrten unter 60km/h zeigt der Verbrauch mal 3-4l an, das wars dann aber auch. Das konnte ich als Beifahrer schon öfter beobachten, ich kenne auch die äußerst kurzen Tankstellenintervalle der Dame. Werksangabe für dieses Fahrzeug ist kombiniert 6,3l/100km. Na denn Prost.
zeigt schon beim Beschleinigen an Steigungen 16-18l/100km an.
5l/100km erreiche ich auch nur bei weiniger als 120 kmh auf leeren Autobahen oder auf verkehrsarmen Landstraßen.

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Asmodys 11.11.2017, 13:33
227. Größtmögliche Ahnungslosigkeit?

Zitat von rico76
Das ist ja kein Geheimnis. Funktioniert schon nicht im Klein-/Kompaktwagenbereich. Bei 2 Tonnen Gewicht verbraucht man da 9-10 Liter. Da ist man mit einem Benzin-Direkteinspritzer bei um die 6 Liter. Hybridantriebe sind für die Katz. Der Aufwand bei der Herstellung zusammen mit dem Mehrverbrauch belastet die Umwelt mehr, als ein herkömmliches Auto. Augenwischerei und Marketing, sonst nichts. Ein mir bekannter Hochschuldozent für Kfz-Technik sagte mir jüngst erst hinter vorgehaltener Hand, dass der Elektroantrieb sich nicht durchsetzen lässt. Die Forschung hinsichtlich des Akkus ist momentan am Ende. Außerdem haben wir ein Energieproblem - der Wirkungsgrad ist zu niedrig. Das beginnt schon bei der Produktion von Strom, über die Verteilung, der Abnahme, Speicherverlust etc. Das Elektroauto zu nutzen wie ein normales Fahrzeug, wird noch für lange Zeit ein Traum bleiben.
Aha... seltsam für eine Technik, die schon im "Klein-/Kompaktwagenbereich nicht funktioniert"..... :

https://www.spritmonitor.de/de/die_sparsamsten_autos.html

Und dort dann bitte die Plätze 1, 3, 4, 6, 7, 12, 13, 15, 16... usw. betrachten...
"Augenwischerei und Marketing"? "Für die Katz"?

Ach ja, und den Benzin-Direkteinspritzer, der bei 2 t Gewicht nur 6 Liter braucht, möchte ich gerne mal sehen...

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ertz1241 11.11.2017, 13:34
228. diese Luxus-Probleme

sind nur die Spitze des Eisbergs. Licht + Heizung + Scheibenwischer an - und die (ohnehin sehr optimistisch angegebene) Reichweite von E-Autos verringert sich teils dramatisch.

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lisa_k._marx 11.11.2017, 13:34
229. Da rechnet der sich auch nicht

Zitat von byndb
einen Fuhrparkmanager konsultieren sollen. Für Vielfahrer gibt es nach wie vor nur Diesel. Hybrid gibt's nur für Wenigfahrer. Warum wohl?
weil 2l Spritersparnis auf 100 km bei 7000 km p.a. den Aufpreis nie rentabel machen. Ähnliches galt ja laut ADAC für fürhere Golf TDI Modelle, da musste man schon über 50.000 km pro Jahr fahren.

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