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Elterntaxis: Autofahren schadet Kindern doppelt
DPA

Immer mehr Kinder werden mit dem Auto zur Schule oder Kita gebracht. Das schadet Umwelt und Lernverhalten gleichermaßen, kritisiert der Umweltverband BUND. Mit einer Initiative will er die Elterntaxis stoppen.

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wamserjens 09.04.2018, 06:52
1. Schwedens Wissenschaftler...

....haben herausgefunden, dass mit dem Auto gebrachte Kinder müde und passiv sind? Den Zusammenhang verstehen wohl auch nur Schweden. Wer leider nicht zu denjenigen gehört, in fußläufiger Erreichbarkeit einer Schule zu wohnen, weil die Immobilienpreise in diesen Gegenden leider etwas höher sind, muss dann seinen Kindern wohl weiter schaden. Dann schließt sich ja auch der Kreis wieder, dass das Einkommen der Eltern über die Schulnoten vin Kindern bestimmt. Gut dass es Studien gibt....

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Listkaefer 09.04.2018, 06:52
2. Meine Güte, wie kann man ...

... ein so simples Thema auf akademische Weise derart problematisieren?!? Irgendwie typisch deutsch. Vielleicht den Kindern noch rote Westen anziehen und gelbe Helme aufsetzen? Zu meiner Schulzeit hatten meine Eltern andere Sorgen.

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rischti 09.04.2018, 07:07
3. falscher Ansatz

Wann wird endlich aufgehört, auf die Autopendler einzudreschen?
Mitlerweile muß man auch Kinder dazu zählen. Jedenfalls im ländlichen Raum. Warum werden nicht Kommunen, Kreise und öffentliche Unternehmen (Bahn, städtischer Nahverkehr ) gezwungen einen effektive Nahverkehrsversorgung anzubieten.
8 km zu Fuß? Es gibt keine Verbindung ohne 1-2Stunden Wartezeit. Aber 10 Minuten Autofahrt.

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beegee 09.04.2018, 07:13
4. Schultourismus

Der Schultourismus ist ein großes Problem. Damit meine ich die Wahlfreiheit schon für Grundschulen, die es früher nur in Ausnahmefällen gab. Da werden die lieben Kleinen durch die komplette Stadt gefahren, weil eine bestimmte Grundschule gerade in ist, die vermeintlich beste für den hochbegabten Nachwuchs. Ich bin früher zu Fuß zur nächstgelegenen Grundschule gegangen. Kitas sind häufig etwas andesres, da leider Plätze oft noch Mangelware sind - aber auch nicht immer. Auch hier wird die Wunsch-Kita oft kilometerweit entfernt gewählt.

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openda 09.04.2018, 07:17
5. Verkehrserziehung

Meine Kinder haben nur 800 m bis zur Schule, dennoch bringe ich sie mit dem Auto. Auf ihrem Schulweg kreutzt eine uneinsehbare Ouerstraße mit Haltelinie und Stopschild. Doch halten sich über die hälfte der Autofahrer nicht an die Stopregel und fahren ungebremst in den Sichtbereich ohne auf Kinder zu achten die die Straße queren. Dem Risiko setze ich meine Kinder nicht aus. Verkehrserziehung ja, aber bitte erst bei den Autofahrern.

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benchok 09.04.2018, 07:20
6.

Kennt die Frau die Realität?
Was ist wenn die nächste verschissene KiTa ohne Klimbim kilometerweit entfernt ist?
Das Interview endet ja leider ohne Nachfrage dahingehend.
Im neuen KiTa Jahr haben wir nun eine 35 Std. Betreuung um die Ecke.
Aber bei „um die Ecke“ ist die pädagogische Verkehrsteilnehmererfahrung gleich null.

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Kradfahrer 09.04.2018, 07:23
7. Ursache ist

die Angst der Politik vor dem Wähler. Man muss solchen Unfug nämlich nicht zulassen. Ein absolutes Halteverbot im Umkreis von 200 Metern um die Schule herum, das auch konsequent und gnadenlos durch die Polizei durchgesetzt wird, würde dem Spuk binnen kürzester Frist ein Ende setzen.

Und wenn sich die Eltern wirklich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgen würden, dann würden sie sie eben NICHT zur Schule fahren, sondern ihnen das sichere Verhalten im Straßenverkehr beibringen.

Mein Stiefsohn musste mit 5 Jahren vor mir mit dem Rad im Großstadtverkehr fahren. Und wehe, wenn er einmal kein Handzeichen gab oder sich nicht umsah, dann bekam er sofort einen Spruch von mir. Der musste Wettrennen mit mir fahren im Park, wo eine Eisenbahn den Weg kreuzte. Er hatte jeses Mal einen knappen Vorsprung vor mir und musste trotzdem schauen, ob keine Bahn kommt. Die Ausrede, dass nichts zu hören war, ließ ich nicht gelten. Das nennt sich drillmäßiges Üben.

Mit 7 Jahren konnte ich den Bengel alleine quer durch die Stadt zum Sport fahren lassen, ohne mir Sorgen machen zu müssen. Und für alle, die aus reiner Bequemlichkeit meinen, dass das nicht geht: Meine Frau hat auswärts studiert, ich war in der Woche also praktisch alleinerziehend, und ich war in Vollzeit berufstätig. Es geht also, wenn man es will. Man muss es nur machen. Und wenn man dazu nicht willens ist, ist das kein Problem: Es gibt hervorragende Verhütungsmittel.

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wiescheid 09.04.2018, 07:29
8. Zwei Erinnerungen fallen mir dazu ein...

...ich kann mich an fast keine schönere (regelmäßige) Zeit erinnern, als den Schulweg mit meinem damaligen Freund zusammen (vor 25-30 Jahren).

Und ich kann mich an keine gefährlichere (regelmäßige) Situation im Strassenverkehr erinnern, als vor einigen Jahren morgens mit dem Fahrrad an einer Schule vorbei und dort schutzlos den völlig rücksichtslosen und desinteressierten (außer das eigene Kind) Eltern in ihren Autos ausweichen zu müssen. Das ist Krieg auf der Strasse - wer das nicht als unbeteiligter mal erlebt hat, kann sich das vermutlich nicht vorstellen...

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viwaldi 09.04.2018, 07:31
9. Die Diskussion im Heute und nicht im Gestern führen

In größeren Städten kommt es nicht selten vor, dass Schüler in weit entfernten Grundschulen zur Schule gehen. Die Kita-Betreuung und der Arbeitsplatz der Eltern geben dies häufig vor. Die Situation, wo Mutti Mittags fröhlich auf die zu Fuß heimkehrenden Kinder wartet, ist halt nur noch selten der Fall. Das ist Dorfschulromantik. Die Kinder in der ersten und zweiten Klasse mit Bussen und Bahnen (und Umsteigen) in Großstädten zur Schule zu schicken, überfordert diese häufig und verlängert den Schulweg zeitlich enorm. So sehr die Situation vielleicht zu beklagen ist, eine einzelne Studie aus Schweden ist noch kein wirkliches Argument. Solche Ergebnisse mögen ideologisch ins Weltbild passen, bevor sie aber nicht durch weitere unabhängige Studien bestätigt wird, bleibt es eine nachdenkenswerte Einzelbeobachtung - mehr nicht.

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