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Erfolg für Blindenverbände: Elektroautos müssen künftig wie Benziner und Diesel kling
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Fußgänger bemerken Elektroautos oft spät - es kommt häufig zu Unfällen. Blindenverbände haben durchgesetzt, dass die lautlosen Zeiten bald vorbei sind.

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touri 31.10.2018, 08:43
100.

Zitat von Havel Pavel
Nun das verstehe ich nicht so recht, die allermeisten mit Ampel ausgerüsteten Füssgängerüberwege sind doch mit einem akustischen Geräuschsignalgeber für die Grünphase ausgerüstet, an sonstigen Fussgängerüberwegen sind doch mittlerweile ebenfalls blindengechte Einrichtungen in Form spezieller gerillter Pflastersteine installiert worden und somit kenntlich! Hier ist doch der Autofahrer derjenige der auf Fussgänger achten muss und nicht umgekehrt. Ihre Erfahrungen als Fussgänger in Fussgängerzonen kann ich allerdings in vollem Umfang bestätigen, hier wurde auch ich schon sehr oft zum Beinaheopfer rücksichtsloser wohl jungenlicher Radfahrer die mit hoher Geschwindigkeit durch Fussgängerzonen rasten. Eigentlich gehörte Radfahren dort verboten oder es müsste sichergestellt werden, dass wirklich alle Radfahrer dort nur mit sehr mässiger Geschwindigkeit und grösster Vorsicht fahren, um jegliche Gefährdung für Fussgänger auszuschliessen. Denn gerade für ältere oder eingeschränkte Personen sollte doch gerade dort ein ungestörter gefahrloser Aufenthalt möglich sein. Zudem sollte eine Fussgängerzone vorrangig auch eine solche bleiben!
Also in dem Neubaugebiet wo meine Eltern wohnen gibt es z.B. keine einzige Ampel oder Fußgängerüberweg. Größtenteils nicht einmal Gehwege. Tempo ist 30. Ich selbst wurde an einer Kurve schon einmal fast von einem Getränkelaster weggestanzt, als ich mit meinem Hund unterwegs war. Nur weil ich die Kiste rechtzeitig gehört habe konnte ich mich und meinen Hund in Sicherheit bringen. Und solche Situationen sind gerade auf Dörfern normal. Da finden sie an der Hauptstraße vielleicht mal eine Ampel.

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touri 31.10.2018, 08:49
101.

Zitat von apfelmännchen
Ich fahre selbst einen Hybrid - ich WEISS, dass mein Auto bei geringen Geschwindigkeiten kaum hörbar ist. Es ist also in MEINER Verantwortung, bremsbereit zu sein, wenn jemand mein Auto nicht wahrnimmt. Die andere Lösung "eine Geräuschquelle anbauen" und rücksichtslos fahren, ist lebensgefährlich - es gibt nämlich nicht nur blinde, sondern auch taube Menschen. Lärmquellen helfen übrigens nichts bei der Generation Facebook, die mit lauter Musik in den Kopfhörern aufs Handy starrend, ohne auf den Verkehr zu achten über die Straße stolpert.
Wie wäre es damit rücksichtsvoll zu fahren UND einem Fußgänger eine Chance zu geben Ihr Auto zu hören? Manchmal pennt man doch mal als Autofahrer oder man fährt an einer Reihe parkender Autos vorbei und übersieht dadurch das kleine Kind das auf die Straße rennt, weil es das Auto nicht gehört hat.

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kulturnase 31.10.2018, 09:03
102. aus eigener Erfahrung

Ich fahre jetzt seit 4 Jahren den BMW i3, aktuell den neuen i3s. Immer mit Soundgenerator. Hört sich zwar ein wenig nach „Straßenbahn“ an, ist aber insgesamt immer noch sehr leise und eher wohlklingend. Kein Vergleich mit den Verbrennern.

Vermeidet definitiv Unfälle, manchmal muß ich trotzdem das Fenster öffnen und unachtsame Fußgänger bitten, mich vorbeizulassen. Gerne mit der Aussage: „Nicht erschrecken, hinter ihnen steht jetzt ein Auto“. Mir stellt sich dabei auch niemals die Frage, wer was falsch gemacht hat o.ä. Einfach mal daran denken: Rücksicht nehmen, Partnerschaftlich verhalten und kommunizieren, schon wird das Leben angenehmer. PS. Ich habe bisher ausschließlich positive Reaktionen erlebt, auch das ist ein Mehrwert eines eAutos. Taugt aber nichts für unkommunikative, griesgrämige, lebensunzufriedene Wagenburgbeweger und Poser. Ich bin da lieber auf der fröhlichen Seite eines ausgewogenen Miteinanders :-)

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Pickle__Rick 31.10.2018, 09:06
103.

Zitat von Luke1973
Nach Gehör über die Straße gehen funktioniert auch heute nicht. Wer das macht ist lebensmüde! Niemals würde ich ohne zu gucken auf eine Straße gehen!!! Auch heute rollen Verbrenner fast lautlos über die Straße, wenn sie z. B. Im Rollen sind oder wenn man mit 30 km/h und niedriger Drehzahl durchs Wohngebiet cruist. Niemals könnte man sich da auf sein Gehör verlassen. Mann, Mann, Mann. Die Welt wird immer verrückter! Wenn man sich dann wenigstens seine eigenen Sounds runterladen könnte. Dann könnte aus meiner Elektrokrücke wenigstens Soundtechnisch ein bollender V8 werden!!!
Kein Grund so zu schreien.
Lesen Sie doch mal wer da die Initiative ergriffen und die Warntöne vorangetrieben hat. Steht schon im Vorspann des Artikels. Es sollte 2018 doch mal angenommen werden, dass die Randbedingungen des Alltags nicht von jedem gleich verarbeitet werden können. Mit falscher Rücksichtsnahme hat das nix zu tun.

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Uwe H 31.10.2018, 09:53
104.

Das betrifft nicht nur Blinde, auch als Sehender orientiert man sich im Straßenverkehr oft mit dem Gehör.
Wenn man beispielsweise die Straße zwischen parkenden LKW überqueren will und man hört ni chts, geht man normalerweise los. Vielleicht sieht man sich kurz nach Fahrrädern um, aber ein heranbrausendes Auto erwartet man nicht.

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Max Dralle 31.10.2018, 10:12
105.

Zitat von EhemalsWestBerlinerFossil
Die neueren Fahrräder hört man praktisch nicht mehr. Die inzwischen auch noch schnelleren Elektrofahrräder auch nicht.
Das nehme ich anders wahr. Wie laut ein Fahrrad ist, liegt meines Erachtens generell weniger an dessen Alter, als vielmehr am Wartungszustand. Ein gut gewartetes altes Rad, bei dem alles richtig geschmiert ist, dessen Kette korrekt gespannt, dessen Schrauben fest angezogen sind usw., ist nicht unbedingt lauter als ein neues Rad in nämlichen Zustand. Was sicherlich leiser geworden ist, ist die Fahrt mit aktiviertem Dynamo. Auf der anderen Seite sind aber z.B. moderne Rennräder im Freilauf häufig deutlich lauter als klassische (vielleicht liegt's am Resonanzverhalten von Carbonrahmen, ich weiß es nicht genau). Fahrräder mit Elektrounterstützung sind jedenfalls meiner Beobachtung nach meistens recht gut akustisch wahrnehmbar.

Zum Thema: Ich finde es sehr schade, dass Autofahrer, die nicht von sich aus auf zumeist deutlich als solche erkennbare Sehbehinderte besondere Rücksicht nehmen, offenbar doch eine Größe darstellen, mit der man in solchem Maße rechnen muss, dass man ihretwegen extra Vorschriften erlassen muss. So wird ein klarer Vorteil der Elektromobilität eingeschränkt. Aus welchen Grund aber ein Fahrzeug, wenn auch nur optional, Standgeräusche von sich geben sollte, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Das macht doch auch kein moderner Verbrenner.

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Pickle__Rick 31.10.2018, 10:13
106.

Zitat von apfelmännchen
Ich fahre selbst einen Hybrid - ich WEISS, dass mein Auto bei geringen Geschwindigkeiten kaum hörbar ist. Es ist also in MEINER Verantwortung, bremsbereit zu sein, wenn jemand mein Auto nicht wahrnimmt. Die andere Lösung "eine Geräuschquelle anbauen" und rücksichtslos fahren, ist lebensgefährlich - es gibt nämlich nicht nur blinde, sondern auch taube Menschen. Lärmquellen helfen übrigens nichts bei der Generation Facebook, die mit lauter Musik in den Kopfhörern aufs Handy starrend, ohne auf den Verkehr zu achten über die Straße stolpert.
Diese Lärmhysterie ist einfach maßlos übertrieben.
Es geht doch überhaupt nicht darum eine "Lärmquelle" einzubauen um "rücksichtlos fahren" zu können. Nicht jedes Geräusch wird auch als Lärm empfunden oder verursacht Stress.
Das ist eine komplett verdrehte Darstellung der Sache. Es geht darum, dass Menschen sich in unserem Verkehrsraum daran gewöhnt haben, dass KfZ auch akkustisch wahrnehmbar sind. Mit der dadurch erzeugten Aufmerksamkeit ist man besser in der Lage auf Situationen zu reagieren. Sie und all die anderen Theoretiker hier können ja gerne ausdehnt über Verantwortung etc. diskutieren. Am Ende des Tages sind Menschen einfach Menschen und dabei passieren Fehler. Sollen wir jetzt bewusst ein Gefahrenpotential entstehen lassen, weil irgendwelche Ideen von einem unrealistischen Idealzustand erzwungen werden müssen? Ist ja schön und gut, wenn Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sind. Der Mensch, den Sie evtl. an einem unkonzentrierten Tag anfahren, kann sich davon nix kaufen. Auf den Grabstein kann man gerne "Ich hatte aber Recht!" schreiben, tot ist man trotzdem.

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Simmons 31.10.2018, 10:48
107. Ein Kaufargument weniger

Schade, für mich wäre die weitgehende Geräuschlosigkeit nach innen wie außen ein wichtiges Kaufargument für ein E-Auto gewesen. Sehbehinderte hätte man auch mit Funkwarnsensoren bedienen können, statt ALLE E-Autos mit Motor- und Piep-Geräuschen auszustatten. Wie schön wäre das gewesen, wenn in Wohnstraßen bei geringen Geschwindigkeiten - gerade nachts und morgens - fast nichts mehr zu hören gewesen wäre. Für Fahrräder haben die Sehbehinderten ja auch keine Soundmaschine bekommen (oder kommt das auch noch?). Sorry, dann fahre ich halt erstmal meinen Verbrenner weiter! Blöd gelaufen für Luftqualität und Lärmreduzierung.

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ditler 31.10.2018, 10:53
108. Ball flach halten

Wenn es demnächst (in ein paar Jahren) 2% Elektrofahrzeuge auf den Städten gibt, dann ist das mitnichten eine "Chance, die lärmgeplagten Anrainer von Hauptverkehrsstraßen zu entlasten". Der eine BMW M4 wiegt da alle Elektrofahrzeuge der ganzen Stadt auf. Wenn man die Elektrofahrzeuge nun ein leises und unaufdringliches Geräusch abstrahlen lässt, bringt das schlicht keine Nachteile.

Und wenn dann in 20 Jahren 100% aller Fahrzeuge Elektrofahrzeuge sind, kann man das Gesetzt noch immer ändern und die Lautstärke der Strahler reduzieren (oder abschaffen). Bis dahin wäre das auch das Thema Autonomie fortgeschritten, was hier teilweise als Argument genannt wurde. Und bis dahin sterben ein paar Blinde weniger in der Übergangszeit.

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gangnamstyle 31.10.2018, 11:27
109. Fußgänger sind auch Verkehrsteilnehmer

Erst einmal möchte ich anmerken, dass die meisten E-Autos bereits so ein System haben, mit dem sie künstliche Geräusche bei niedriger Fahrgeschwindigkeit produzieren. Bei Hyundai nennt sich das VESS.
Zum anderen möchte ich hinzufügen, dass auch die Fußgänger als Verkehrsteilnehmer entsprechend zu verhalten haben. Es gibt Leute, die mit Smartphone vor den Augen alles andere ignorieren. Da hilft auch ein Elektroauto mit künstlichen Geräuschen nichts.

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