Forum: Auto
Erfolg für Blindenverbände: Elektroautos müssen künftig wie Benziner und Diesel kling
imago

Fußgänger bemerken Elektroautos oft spät - es kommt häufig zu Unfällen. Blindenverbände haben durchgesetzt, dass die lautlosen Zeiten bald vorbei sind.

Seite 6 von 13
pom_muc 30.10.2018, 16:53
50.

Zitat von peschinho
Ich bin selbst stark sehbehindert und gesetzlich blind. Für mich sind Geräusche unverzichtbare Orientierungshilfen im Straßenverkehr. Natürlich habe ich auch mit Fahrrädern Unfälle und beinahe Unfälle hinter mir. Die Tatsache, dass die Lösung für Pkws bei Fahrrädern nicht hilft , entwertet die Lösung aber nicht. Eine Kollision mit einem Auto endet nämlich eher nicht glimpflich. Ich freue mich über das Gesetz! Ein anderer Punkt: der Lärm wird nicht von Motoren langsam fahrender Autos erzeugt, sondern von Protzkarren. Hochtourigem Fahrstil, Motorrädern und Abrollgeräuschen schneller Autos.
Wir reden hier über die Zukunft in der ja mittelfristig angeblich alle mit dem Elektroantrieb fahren.

Genau die Leute die das in den Autos sehen wollen werden in ein paar Jahren "Lärmerzeuger" für Zweiräder fordern.

Beitrag melden
bafibo 30.10.2018, 16:54
51. Macht jedes Geräusch krank?

Einige Foristen tun hier geradeso, als würden die E-Autos in Zukunft mit der Geräuschkulisse eines Preßlufthammers ausgestattet. Das ist mit Sicherheit nicht der Fall. Geräusche in mäßiger Lautstärke schaden niemandem, selbst eine ganze Horde E-Autos würde nicht den Schalldruck eines aufgemotzten Motorrads erzeugen, dafür aber selbst ein einzelnes genug Geräusch erzeugen, um Sehbehinderte aufmerksam zu machen. Der Vergleich mit dem lautlosen Fahrrad zieht nicht: Radfahrer und Fußgänger spielen in derselben Gewichtsklasse, E-Autos nicht. Ggf. wäre aber eine Geräuschvorschrift für die deutlich schwereren Pedelecs zu überlegen.

Beitrag melden
Marut 30.10.2018, 16:58
52. Welche Ignoranz

Zitat von ratingia1275
Völliger Unsinn...etwas extra laut zu machen. Man gewöhnt sich an alles..
Ein Blinder gewöhnt sich nicht an etwas, was er nicht sieht. Hallo, Blind heißt nicht sehen können - da ist nix mit sich gewöhnen. Da sollte schon ein bißchen mehr Rücksicht möglich sein. Ist wohl ein falsches Feld um seiner Egozentrik zu frönen.

Beitrag melden
NauMax 30.10.2018, 16:58
53.

Schön wie die ganzen Berufsempörten hier wieder Schnappatmung bekommen, weil ihnen angeblich niemand ihr Recht auf Friedhofsstille in bester Innenstadtlage gönnt... Wer das unbedingt will, kann in ein Dorf oder eine Sackgasse ziehen. 56dB entspricht direkt an der Geräuschquelle übrigens einem Fernsehgerät bei mittlerer Zimmerlautstärke oder einem durchschnittlichen Regenfall. 75dB Ist das untere Ende der Betriebslautstärke eines herkömmlichen Verbrennungsmotors. Die werden in Innenräumen und selbst auf der Straßenseite zugewandten Balkonen kaum bis gar nicht hörbar aber der Sicherheit im Straßenverkehr auch im Zeitalter nach dem Verbrennungsmotor dienlich sein. Im Straßenverkehr verlässt man sich nun einmal auch auf sein Gehör als zusätzliche Absicherung. Und ganz ohne Geräuschkulisse kommt eine Stadt ohnehin definitiv nicht aus.

Beitrag melden
Pickle__Rick 30.10.2018, 16:59
54.

Zitat von Havel Pavel
(...)Ihre Erfahrungen als Fussgänger in Fussgängerzonen kann ich allerdings in vollem Umfang bestätigen, hier wurde auch ich schon sehr oft zum Beinaheopfer rücksichtsloser wohl jungenlicher Radfahrer die mit hoher Geschwindigkeit durch Fussgängerzonen rasten. Eigentlich gehörte Radfahren dort verboten(...)
Radfahren ist in Fußgängerzonen bereits seit vielen Jahren verboten. Das Verkehrszeichen 242.1 enthält auch ein Verbot zum Befahren der Zone. Es kann Ausnahmen geben aber die sind dann zu kennzeichnen. Wenn dieses Schild nicht vorhanden ist, ist der betroffenen Raum auch keine Fußgängerzone.

Beitrag melden
Pickle__Rick 30.10.2018, 17:00
55.

Zitat von ratingia1275
Völliger Unsinn...etwas extra laut zu machen. Man gewöhnt sich an alles..
Ja und die Leute, die in der Übergangszeit draufgehen oder schwer verletzt werden sind eben Verschnitt. Bissken Schwund ist immer, sagt man bei uns.

Mal im Ernst, das ist doch Quark. Hier zeigt sich eben ein Problem in der Interaktion von Mensch und Maschine. Es ist wichtig, dass Menschen als Verkehrsteilnehmer ein KfZ wahrnehmen können. Je mehr Möglichkeiten es dafür gibt, desto besser. Bisher war das akustische Signal ein Nebenprodukt. Es war immer da und so hat sich auch unsere Interaktion mit dem KfZ entwickelt. Wer weiß, hätten wir von Anfang an Elektroautos gebaut, wäre eventuell irgendjemand mal darauf gekommen die mit Warnsignalen auszustatten. Alternativ würden wir uns einfach mehr umsehen. HätteWeil sich unsere Gesellschaft und der Verkehr mit dem Umstand entwickelt haben, dass man KfZ sehen und(!) hören kann, ist ein Verschwinden des Geräusch gefährlich. Millionen von Menschen sind daran gewöhnt und man kann nicht so tun als wäre die Umgewöhnung vollkommen ohne Risiken.
Außerdem geht es in dem Artikel um Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Deren Bedürfnisse sind hier einigermaßen ausschlaggebend. Wie sollen die sich daran gewöhnen? Ein Blinder kann sich nicht umstellen und sich einfach besser umsehen. Haben Sie den Text eigentlich gelesen?

Beitrag melden
Pickle__Rick 30.10.2018, 17:04
56.

Zitat von noalk
Blinde begegnen Autos hauptsächlich in bebauten Gebieten. Dort dürfen Autos im "Kontakt" mit Blinden in der Regel bis zu 50 km/h schnell sein.
Weil je nach Reifen im Bereich von 20 bis 30 km/h das Abrollgeräusch laut genug ist. Es übertönt bei den meisten Verbrennern schon seit Jahren das Motorengeräusch. Daher hat man ab dieser Geschwindigkeit so oder so ein akustisches Signal. Auch im Stromer.

Beitrag melden
NauMax 30.10.2018, 17:05
57.

Zitat von grossmutter
Die Diskussion um die Geräuschgeneratoren zeigt, wie sehr wir uns daran gewöhnt haben, dass der Statt sein Gewaltmonopol bei der Durchsetzung der Einhaltung der StVO an die Autofahrer abgetreten hat: wer als Fußgänger oder Radfahrer nicht pariert, der "darf" vom Kraftfahrer kurzerhand standrechtlich überfahren werden.
Bitte? Ein Bekannter hat vor Jahren einmal einen freihändig fahrenden, Zeitung lesenden Radfahrer auf die Hörner genommen, der ohne links und rechts zu schauen oder Signal zu geben über einen abgesenkten Bordstein auf die Fahrbahn fuhr. Ergebnis: Mehrere Knochenbrüche und Berufsunfähigkeit beim Radfahrer - und mein Bekannter bekam natürlich vor Gericht die Alleinschuld und darf bis heute für alle Behandlungskosten aufkommen. Autofahrern wird viel Freiraum eingeräumt, das stimmt. Aber im Falle eines Unfalls sind sie rechtlich immer die Verlierer - völlig egal wie sehr sich ein Radfahrer oder Fußgänger daneben benommen hat.

Beitrag melden
upalatus 30.10.2018, 17:06
58.

Wär ich blind, würde ich auch auf Geräusch durch Fahrzeuge bestehen, um mich weiterhin orientieren/schützen zu können.

An dem Beispiel nun zeigt sich recht klar, dass es wie bei allen Themen viele Interessensgruppen gibt, die verständliche/nachvollziehbare Rechte haben, und die es für die Entscheider zu respektieren gilt. Leider mindert sich eine Ideallösung dadurch oftmals merklich ins kaum verstehbare Widersinnige.

Ich denke, dass der Erfolg für die Blindenverbände nur ein Zwischenziel ist, und natürlich andere technische Lösungen gefunden werden, bevor man den sehr erheblichen Lärmvorteil eines EAutos einfach so flöten gehen lässt. Wenn schon Autonom gediehen ist, ist individuelle Annäherungswarnung für Blinde wohl ein Klecks.

Beitrag melden
pom_muc 30.10.2018, 17:07
59.

Zitat von ist leider schon vergeben
Dies ist nicht nur für Blinde eine Verbesserung sondern auch für kleine Kinder. Diese können noch nicht über parkende Autos schauen und orientieren sich an der Straße eher nach Gehör. Ebenso besteht auf Parkplätzen die Gefahr, dass sie von rückwärts fahrenden Autos übersehen werden. Dies bleiben zwar Gefahrenstellen für kleine Kinder aber durch die Geräusche wird es wenigstens nicht noch gefährlicher durch Elektroautos. Ich selber als Vater weise zwar immer auf die Gefahren hin aber man kann nicht immer und überall aufpassen.
So ziemlich jedes Elektroauto hat ausreichend Sensoren die vor einer Kollision in Parksituationen warnen. Allerdings menschliche Fahrer die akustische Warnsignale nicht mit dem Fuß auf dem Gaspedal koordinieren können.

Beitrag melden
Seite 6 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!