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Erhöhte Abgaswerte: Audi spricht von "technischem Fehler"
AP

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte hat Verkehrsminister Dobrindt schwere Vorwürfe gegen die VW-Tochter Audi erhoben. Der Autobauer wehrt sich und spricht nur von einem "technischen Fehler."

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tatsache2011 03.06.2017, 12:53
10. Zwei Ursachen?

„Stickstoffoxiden (NoX) höher als nach der Euro-5-Norm erlaubt.
Laut Audi ist dafür die Getriebesoftware verantwortlich, die bei Automatikgetrieben die Schaltvorgänge regelt.“

Den Staatsanwalt interessiert diese Ursache:
„Durch die Software sei erkannt worden, ob Fahrzeuge auf dem Prüfstand für Abgasmessungen waren - nur dann wurde die Emissions-Reinigung voll angeschaltet.“

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schwaebischehausfrau 03.06.2017, 12:55
11. "Persönlich sehr enttäuscht"....

..hat mich, sehr geehrter Herr Stadler, dass Audi mich und seine Kunden genauso schamlos betrogen hat wie wohl alle anderen Auto-Hersteller auch. Dass man einen vorsätzlichen, raffinierten Betrug jetzt mit juristischen Spitzfindigkeiten auch noch "technischen Fehler" nennt und auch noch am liebsten eine Ehren-Medaille dafür hätte, dass man ja auch ein bischen angefangen hat zu kooperieren - natürlich erst, nachdem feststand, dass auch diese Betrugs-Software früher oder später publik werden wird, macht die ganze Sache nur noch schlimmer. "Vorsprung durch Manipulations-Technik". Toll!!!

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Profdoc1 03.06.2017, 12:56
12. Tja, .....

es ist bemerkenswert wie eine Management ein Unternehmen in so kurzer Zeit durch Unverschämtheiten an die Wand fährt.
Abgesehen von vor Arroganz strotzenden Anschreiben an (noch) Audi-Fahrzeughalter, die drohenden Charakter haben, sollte ein Unternehmen doch wohl in der Lage sein, vernünftige Kommunikation zu betreiben. Dieser Gedankengang ist offensichtlich naiv.
Ohne es beweisen zu können, binn ich jedoch fest davon überzeugt, dass die gesamten Führungsmannschaft bei VW/Audi über derartige Praktiken zum Abgasbetrug im strafrechtlichen Sinne, informiert war. Wer eine pathologisch detailverliebten Vorstandschef in seinen Reihen wusste, war mit Sicherheit, allein svhon aus Eigenschutz, sehr gut informiert. Zumindest die Personen, die sich lange unter Piech/Winterkorn gehalten haben.
Alles andere wäre auch naiv.

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Profdoc1 03.06.2017, 12:59
13. Korrekt

Zitat von mit66jahren
An einen Tippfehler des für die Abgaskontrolle zuständigen Softwareentwicklers glaube ich nicht. Eher an politische Vorgaben des Audi-Managements. Es ist immer das gleiche: Wer erwischt wurde, versucht sich herauszureden.
Wer das Software-Qualitätsmanagement und das V-Modell bei Automobilherstellern kennt, weiß, dass so etwas garnicht passieren kann. Das muss auch Konzernebene entschieden werden.

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Marut 03.06.2017, 13:06
14. Lobby-Republik

Die Staatsanwaltschaft weitet erstmal die Untersuchungen aus. Audi gibt eine Erklärung ab, die selbst mit niedrigstem IQ unglaubwürdig ist.
Dobrindt sagt ein paar entrüstete Worte und der aktuellen Empörung ist erstmal genüge getan. Wenn dann etwas Zeit verstrichen ist, werden in Zusammenarbeit zwischen Politik und Lobbyforderungen diese Untersuchungen eingestellt und Herr Dobrindt hat wieder alles gerichtet. Die Lobby ist zufrieden und die Abgasverbrechen verlaufen im Sande. Alles prima.

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jujo 03.06.2017, 13:07
15. ...

Zitat von amos.r
stimmt und bezieht sich nicht nur auf Audi.Im Konzern geht von manipulieren Abgaswerten, ölfressenden Motoren, defekten Steuerketten, verbrannten Ventilen und elektronikproblemen schon Jahrelang der Defektteufel um. Der Service ist schlecht, dafür ist die Arroganz, wie man die (-: noch:-) Kundschaft besonders bei Audi behandelt schlecht zu übertreffen. Dazu kommen die überteuerten Preise für den deutschen Einheitsbrei. VW nein danke.
Der technische Fehler ist darin begründet, das diese Technik nicht gut genug war, so daß der Betrug auffallen konnte!
Herr Stadler es gibt zu tun für ihre Entwickler, so etwas darf nicht mehr vorkommen!

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spiegelneuronen 03.06.2017, 13:10
16. Bekannt aber wenig veröffentlicht.

Zitat von mit66jahren
An einen Tippfehler des für die Abgaskontrolle zuständigen Softwareentwicklers glaube ich nicht. Eher an politische Vorgaben des Audi-Managements. Es ist immer das gleiche: Wer erwischt wurde, versucht sich herauszureden.
Tippfehler ist nun wirklich ein Umstand, den man ausschliessen kann.
Bereits 2016 legten die Kläger in den USA, Emails von Bosch vor. Das ist auch belegt - wird aber wenig kommuniziert, im Gegensatz zu Stadler und Denners (Audi und Bosch) "Statements". Die sind eigentlich eine Beleidigung an den Intellekt menschlicher Wesen.

In der SZ wurde das auch ausführlich berichtet:
ZITAT+++Spätestens im Februar 2005 begann man jedoch über Tricksereien nachzudenken. Damals ließ ein Audi-Entwickler eine interne Studie zur Einführung von Dieselautos in den USA erstellen. In dem Papier ist erwähnt, dass über geheime Funktionen der Bosch-Software die Messergebnisse von Stickoxid-Emissionen verändert werden könnten. Der Codename: "Akustikfunktion". Eine Software wie maßgeschneidert für ein Land, in dem extrem strenge Stickoxid-Grenzwerte herrschen. Und Bosch wachte wohl genau darüber, wer die Programmzeilen zu sehen bekam: Am 20. Februar 2006 tauschten Autohersteller und Zulieferer die Namen der 35 VW-Mitarbeiter auf, die damals Zugang zu dem streng geheimen Teil der Software bekommen durften.

Softwarespezialisten wollen laut Klageschrift sogar eine Art "Schloss" ausfindig gemacht haben, womit VW daran gehindert werden konnte, die Software eigenhändig zu verändern. Das würde bedeuten: Ohne die Hilfe der Bosch-Experten ließ sich die Software nicht verändern und anpassen +++ZITATENDE
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/abgas-skandal-bosch-geraet-in-der-diesel-affaere-in-erklaerungsnot-1.3150507

Auch das ZDF berichtete in frontal21:
https://www.zdf.de/politik/frontal-21/abgasskandal-bosch-tiefer-in-dieselskandal-verstrickt-als-100.html

Und auch Emailverkehr zwischen der Berliner VW-Konzerntochter IAV und Bosch Österreich drehen sich um die "Akustik-Funktion" der Motorsteuerungssoftware "EDC17".
https://www.trend.at/wirtschaft/bosch-dieselgate-vw-wien-7556148

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neuronensalat 03.06.2017, 13:11
17. Dann mal raus mit dem Sourcecode

Dann kann der Sourcecode ja sicherlich an die Staatsanwaltschaft übergeben werden.
Ein solcher Code liegt normalerweise vollständig dokumentiert vor, miit Changelog etc, einfach durch automatisierte Versionierungsverwaltungen.
Wäre mit Sicherheit hochinteressant...

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marcnu, 03.06.2017, 13:12
18. Umfassbar, dass immer erst gewartet wird, bis die anderen es rauskriegen.

Natürlich weiß jeder Hersteller exakt, welche Teile im Auto verbaut werden. Jeder Hersteller hat nun die Möglichkeit, alles offen zu legen. Wer es jetzt immer noch nicht getan hat, der muss mit allen Konsequenzen rechnen.

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tatsache2011 03.06.2017, 13:18
19. Management Verantwortung

Zitat von Profdoc1
Wer das Software-Qualitätsmanagement und das V-Modell bei Automobilherstellern kennt, weiß, dass so etwas garnicht passieren kann. Das muss auch Konzernebene entschieden werden.
Genau so sieht es das Gericht:
[Zitat] # Der Vorstand hat das Unternehmen den gesetzlichen Bestimmungen gemäß zu organisieren und zu führen .
Im Hinblick auf gesetzliche Pflichten ..
ist davon auszugehen, dass bei der Beklagten organisatorische Maßnahmen (u.a. etwa durch Einrichtung von Innenrevision und Controlling...) in der Weise getroffen wurden, dass Berichtspflichten gegenüber dem Vorstand für alle wesentlichen Entscheidungen eingerichtet sind und deren Einhaltung durch Kontrollmaßnahmen auch gewährleistet ist.
Die Beeinflussung der Motorsteuersoftware einer ganzen Motorenreihe ... eine derart wesentliche Entscheidung.
Wenn die Entwicklung einer Elektroniksteuerungssoftware mit einem größeren finanziellen Aufwand verbunden ist, müssen hierfür auch entsprechende Budgets in Anspruch genommen sein.
Dementsprechend hatte das Gericht … der Beklagten ... aufgegeben, vorzutragen, auf welcher „Ebene unterhalb der Vorstandsebene“ die Entscheidung getroffen ist, die Motorsteuerungssoftware zu verändern, welche Budgets hierfür eingesetzt worden sind und ob und an wen jeweils die Entscheidungen an darüber befindliche Hierarchieebenen weiterkommuniziert wurden
...
Insbesondere bestehen sehr wohl erhebliche Anhaltspunkte dafür, dass diese unternehmenswesentliche Entscheidung gerade nicht unterhalb der Vorstandsebene getroffen und vor den Vorständen auch gerade nicht „verheimlicht“ worden ist.

Deshalb muss ... davon ausgegangen werden, dass diese Entscheidung vom Vorstand angeordnet oder doch jedenfalls „abgesegnet“ worden ist . #

Zitat aus http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/kleve/lg_kleve/j2017/3_O_252_16_Urteil_20170331.html

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