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Erhöhung bis zu 60 Prozent: Mindestlohn treibt Taxipreise nach oben
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Mit der Einführung des Mindestlohns steigen auch die Preise für Taxifahrten empfindlich. Doch nicht nur der Kunde könnte Leidtragender sein - auch die Fahrer selbst.

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JeeperWH 08.10.2014, 16:08
1.

Es war ja irgendwie abzusehen: Erst schreien alle nach dem gesetzlichen Mindestlohn, und jetzt schreien alle, wer das bezahlen soll. Das Taxigewerbe ist bekanntermaßen schon längst keine Goldgrube mehr, man kommt mit den von Städten und Gemeinden verordneten Tarifen meist gerade so über die Runden – aber nur mit Fahrern, die allzu oft deutlich unterhalb des Mindestlohns arbeiten. Aber ausgerechnet die Voraussetzungen, Taxifahrer zu werden, haben das Gewerbe in den letzten 20 Jahren erst zugrunde gerichtet. Die Prüfungen sind überholt, weil zu einfach.

Beispiel: Zum Erwerb eines Angelscheins benötigt man 30 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten und muss am Lehrgangsende eine theoretische Prüfung bestehen. Mit der Durchführung des Fischereischeinlehrgangs sind die Kreis-Angelverbände beauftragt. Die Prüfung wird von einer Prüfungskommission des Landessportfischereiverbandes abgenommen. Wenn man die Prüfung besteht, darf man Fische angeln!

Um Taxifahrer zu werden, benötigt man eine MPU (drei Stunden), einen Ortskundelehrgang (sofern angeboten, drei Stunden) und eine Ortskundeprüfung (45 min). Kurz: Jeder Idiot kann Taxifahrer werden und dann Menschen befördern. Ab und zu auch mal ins Jenseits, denn ein Fahrsicherheitstraining bietet kein Taxiunternehmen an. Das erklärt auch, warum massenweise Typen hinterm Steuer sitzen, die kaum Deutsch sprechen und fahren als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her. Klar, damit sinkt das Niveau und sehr zur Freude des Taxiunternehmers auch die Löhne …

Weiterhin ist es so, dass viele Taxiunternehmer von ihren Fahrern einen gewissen Kilometerschnitt verlangen, denn Leerkilometer kosten Geld. Wird der Kilometerschnitt nicht erbracht, werden Leerkilometer vom Lohn abgezogen. Und ein Leipziger Taxiunternehmen hat nach der letzten Tariferhöhung seinen Fahrern zuerst einmal die Provision gekürzt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Monate Januar und Juli/August nun einmal die umsatzschwächsten sind. Der Januar, weil die Leute ihr Geld im Dezember verpulvert haben und Juli/August, weil Ferien sind. Umsatzeinbrüche von 25-30 Prozent gegenüber den Vormonaten sind keine Seltenheit – wie sollen die Unternehmer das ausgleichen, wenn die Lohnkosten gleich bleiben? Die Unternehmer stehen unter Druck: Man muss Aufträge an Land ziehen, damit die Fahrer etwas zu fahren haben. Die Kunden wiederum, versuchen die Preise zu drücken. Hauptsache billig, denn Geiz ist Geil. Aber natürlich will man für die Billigpreise nur die besten Autos. Dass das nicht funktioniert, will keiner wissen.

Eine weitere Tatsache: Immer wird auf die 12-Stunden-Schichten eingedroschen: Es gibt 8-Stunden-Verträge. 12 Stunden sind optional und auch völlig legal. Man darf 12 Stunden nur nicht überschreiten. Jede Schicht läuft anders und dauert unterschiedlich lang – das ist die Entscheidung des Fahrers.

Nein, ich bin keineswegs gegen einen Mindestlohn. Was ich sagen will: Solange niemand Interesse hat, das Taxigewerbe zu reformieren (Fahrer ausbilden, Fahrstil und Service verbessern), ist der Mindestlohn nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

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titus_pullo 08.10.2014, 16:14
2. Da fehlt was!

"In Hamburg beispielsweise müssen Taxi-Kunden seit 1. Oktober durchschnittlich 1,40 Euro pro Fahrt zahlen - knapp acht Prozent mehr als bisher. "

DAS wäre wohl der Fahrgast-Himmel. Gemeint ist wohl:

"In Hamburg beispielsweise müssen Taxi-Kunden seit 1. Oktober durchschnittlich 1,40 Euro pro Fahrt mehr zahlen - knapp acht Prozent mehr als bisher."

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Indigo76 08.10.2014, 16:21
3.

Das ist ekelhafte Geldmacherei der Taxiunternehmen. Wenn in meiner Heimatstadt die Preise um 25% steigen, während der Fahrerlohn von 6,50€ auf 8,50€ steigen, wandern zwei Drittel der 25% in die Tasche des Unternehmers.

Erstmal jammern, dass das Zahlen eines Mindestlohns (der immer noch eine Frechheit ist) zulasten einer ganzen Branche geht - dann diese Last auf den Kunden abwälzen - und zuletzt daran auch noch verdienen. Am liebsten würde ich nie wieder Taxi fahren - aber das schadet den Fahrern auch nur.

Kleiner Tip an alle Fahrer: wechselt zu Uber! Die Kunden tun das auch - sollen doch die Unternehmer verhungern.

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tobiash 08.10.2014, 16:25
4. War abzusehen, und ....

.... in anderen Branchen wird es uns ähnlich ergehen. Das Problem ist, dass die erhöhten Preise rein rechnerisch die durch den Mindestlohn steigenden Kosten wieder ausgleichen, allerdings nur bei konstanten Aufträgen. Da diese erfahrungsgemäß schon bei kleinen Preiserhöhungen sinken, wird der höhere Preis die höheren Löhne nicht kompensieren. Das führt dann zu Entlassungen in bisher nicht bekannten Größenordnungen. Hoffe, Frau Nahles wird sich finanziell an dem Übel beteiligen. Gerade die Taxifahrer haben oftmals wenig Alternativen.

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wolhei58 08.10.2014, 16:31
5. Mindestentgelt

In der Unfallversicherung für das Taxigewerbe gibt es schon lange Mindestentgelte. Wenn jeder Unternehner sich daran hält gäbe es gar keine riesige Erhöhung.
7,67 EURO West /6,72 EURO. Aber auch dort wurde schon immer mit allen Tricks gearbeitet.

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Zorin 08.10.2014, 16:33
6. Und

wieder einmal hat die SPD uns verraten. Das hätte man doch vorhersehen müssen, dass die Preise steigen. So gehts ja wohl nicht. Am besten zurücknehmen, das Gesetz. Und überhaupt, 3 € Mindestlohn hätte auch gereicht. Wer Taxi fährt hat es doch warm, da braucht er keine Wohnung. Frau Nahles, wieder einmal alles falsch gemacht. Sie Nulpe.

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OskarVernon 08.10.2014, 16:35
7.

"Derzeit beträgt der Durchschnittslohn der Fahrer nach Angaben des Verbandes zwischen 6,00 Euro und 6,50 Euro."

... zuzüglich der wie so oft unerwähnt gelassenen Trinkgelder: Wenn da mal nicht manch eine/-r "dank" Mindestlohn nachher weniger verfügbares Einkommen hat als jetzt ohne...

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Marut 08.10.2014, 16:39
8. welch ein Gejammer

Zum einen muß man sich ja fragen, ob diejenigen Mittelklassebürger (die unteren Einkommengruppen fahren ja bekanntlich weniger Taxi), die jetzt über steigende Preise jammern im Ernst damit meinen, dass sie auch in Zukunft Wert daraug legen würden, von ausgebeuteten Kutschern befördert zu werden.
Darüber hinaus muß allerdings transparent gemacht werden, in wie weit der Mindestlohn von den Taxiunternehmern dazu mißbraucht werden, einen tiefen Schluck aus der Pulle zu nehmen.

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hdudeck 08.10.2014, 16:41
9. Wieder ein Null Ahnung Kommentar!

Zitat von Indigo76
Das ist ekelhafte Geldmacherei der Taxiunternehmen. Wenn in meiner Heimatstadt die Preise um 25% steigen, während der Fahrerlohn von 6,50€ auf 8,50€ steigen, wandern zwei Drittel der 25% in die Tasche des Unternehmers. Erstmal jammern, dass das Zahlen eines Mindestlohns (der immer noch eine Frechheit ist) zulasten einer ganzen Branche geht - dann diese Last auf den Kunden abwälzen - und zuletzt daran auch noch verdienen. Am liebsten würde ich nie wieder Taxi fahren - aber das schadet den Fahrern auch nur. Kleiner Tip an alle Fahrer: wechselt zu Uber! Die Kunden tun das auch - sollen doch die Unternehmer verhungern.
Schon einmal von Lohnnebenkosten gehoert? Wenn der Lohn steigt, so die Nebenkosten. Ich spare mir, diese Aufzuzaehlen. Aber solche Kommentare zeigen schoen die Naiviaet und Dummheit mancher Zeitgenossen. Die Welt immer von der simplen Seite betrachten. UNd zu ueber, am Ende des Tages werden viele Fahrer feststellen, dass wenn alle Kosten (fuers Auto) bezahlt sind, bleiben nur Kruemmel ueber.

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