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Erhöhung der Pendlerpauschale: Einmal Vernunft tanken, bitte!
DPA

Der Spritpreis klettert auf Rekordhöhe - und die Politik diskutiert über eine Anhebung der Pendlerpauschale. Das klingt irgendwie gerecht, ist aber leider falsch. Vor allem ist die Debatte um das Recht auf Benzin von einer erschreckenden Gestrigkeit geprägt.

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mundi 03.04.2012, 18:07
1. Preisspirale

Zitat von sysop
Der Spritpreis klettert auf Rekordhöhe - und die Politik diskutiert über eine Anhebung der Pendlerpauschale. Das klingt irgendwie gerecht, ist aber leider falsch.....
Jetzt zahlen die Pendler, mit Murren natürlich, den Preis von 1,70 pro Liter.
Würde die Pauschale steigen, könnten die Pendler, auch mit Murren, auch höhere Preise zahlen. Eine Spirale!

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CyberDyne 03.04.2012, 18:19
2. Durchsichtiges Mannöver der FDP.

Die FDP hat die gebeutelten 'Fern'arbeitnehmer als potentielles Stimmvieh entdeckt und schlägt sich nun für eine Subvention in die Bresche.
Ausgerechnet jene Partei, für die der staatliche Eingriff in die 'Märkte' ja Teufelszeug ist!

Das ist nur noch widerwärtig, wie diese Splitterpartei nun versucht es allen recht zu machen, um ja nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.
Naja, dort ist sie eigentlich schon lange angekommen, es fehlt nur noch die Bestätigung des Souverän!

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Herr Hold 03.04.2012, 18:21
3. Vernunft tanken

Zitat von sysop
Der Spritpreis klettert auf Rekordhöhe - und die Politik diskutiert über eine Anhebung der Pendlerpauschale. Das klingt irgendwie gerecht, ist aber leider falsch. Vor allem ist die Debatte um das Recht auf Benzin von einer erschreckenden Gestrigkeit geprägt.
Ja.Und wieder einmal frage ich mich: warum sind die Leute die das Patentrezept haben, nicht in der Politik.Manchmal argwöhne ich, dass das darüber schreiben einfacher sein könnte als das Machen.

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zick-zack 03.04.2012, 18:25
4. Subventioniert?

Von subventioniertem Sprit kann ja nun wohl wirklich keine Rede sein!

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Der_zu_spät_geborene 03.04.2012, 18:27
5. Tschja, Gestrigkeit...

...da hat man 1976 gebaut, aufm Dorf, wo damals noch alle halbe Stunde ein Bus fuhr und ein Tante-Emma-Laden war und nu fährt morgens nur noch ein Bus für Schüler und der Laden ist längst Geschichte.

Das kann ein Städter wie Herr Hengstenberg natürlich nicht nachvollziehen und die daraus resultierenden Probleme sind den Regierenden natürlich fremd, schließlich werden die überall hin gefahren/geflogen.

Pendlerpauschale erhöhen? Nö warum auch. Preissteigerungen sind ja des Bürgers Problem, tangiert ja einen Schäuble nicht.

Irgendwann lohnt sich dann für mich das Arbeiten nicht mehr, dann bin ich halt Arbeitslos. Ob das dem Staat mehr nutzt?

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Crom 03.04.2012, 18:28
6.

Zitat von sysop
"Das sind laut einer Studie des statistischen Bundesamtes von 2009 nämlich immerhin 40 Prozent, rund 60 Prozent nutzen das Auto für die Fahrt zur Arbeit. Es spricht grundsätzlich überhaupt nichts dagegen, die Benutzung des ÖPNV oder des Fahrrads zu belohnen - aber was hat das dann mit dem beschworenen Kampf gegen den hohen Benzinpreis zu tun?"
Der ÖPNV braucht auch Energie um Menschen von A nach B zu befördern. Die Ticketpreise steigen. Auch hier wäre eine Entlastung der Pendler zu befürworten.

Zudem geht es nicht um ein Kampf gegen hohe Benzinpreise sondern darum, dass der Staat nicht auch noch daran kräftig mitverdient. Ein Teil über die Pendlerpauschale wieder zurückzugeben, wäre daher nur gerecht. Das davon von Freizeit- und "Spaß"fahrten nicht profitieren, ist sogar gut so.

Darüber hinaus ist die Pendlerpauschale seit Jahren konstant und eine Anpassung an Inflation und eben der Energiepreisentwicklung ist dringend geboten. Die Pauschale soll ja eigentlich die Aufwendungen für den Arbeitsweg abdecken. Diese Aufgabe erfüllt sie schon lange nicht mehr. Es stellt sich die Frage, ob solch eine niedrige Pendlerpauschale dann überhaupt noch rechtens ist. Vielleicht sollte mal wieder jemand vor dem BVerfG klagen.

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lindenbast 03.04.2012, 18:29
7.

Eines ist ja sicher wahr: seit Jahr und Tag spielt der Beniznverbrauch bei der Kaufentscheidung eine viel zu geringe Rolle. Das Problem ist nur: diejenigen, die wirklich auf den Verbrauch schauen müssen und das auch wollen, sind auch oft nicht in der Lage, sich einen Neuwagen zu kaufen (und dabei dann den richtigen Trend zu setzen) - sie kaufen die abgelegten Krücken anderer.

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erlachma 03.04.2012, 18:29
8.

Zitat von sysop
Das sind laut einer Studie des statistischen Bundesamtes von 2009 nämlich immerhin 40 Prozent, rund 60 Prozent nutzen das Auto für die Fahrt zur Arbeit. Es spricht grundsätzlich überhaupt nichts dagegen, die Benutzung des ÖPNV oder des Fahrrads zu belohnen - aber was hat das dann mit dem beschworenen Kampf gegen den hohen Benzinpreis zu tun?
Naja, die Preise im ÖPNV steigen in etwa genauso stark wie die an der Tankstelle (zumindest in München). Daher wären es auch hier gerechtfertigt, die tatsächlichen Kosten stärker zu berücksichtigen und keine "Belohnung" der ÖPNV-Nutzer, sondern ein Ausgleich.
Und die Fahrradfahrer und Fußgänger, gut, irgendwer bleibt halt übrig, der mehr zurückerhalten ohne höhere Kosten. Aber wieviele Menschen fahren wirklich mit dem Rad, und wieviele davon ausreichend weit, dass die Pendlerpauschale überhaupt über die Werbekostenpauschale steigen würde?

Zitat von sysop
laut einer Studie des statistischen Bundesamts von 2011 nur 14 Prozent der angetretenen Fahrten mit dem Pkw für den Arbeitsweg anfallen
Da wäre interessant, was das statistische Bundesamt wirklich erfasst hat. Relevant wären nämlich die Arbeitswege-Kilometer und die Freizeit-Kilometer, nicht die Zahl der Fahrten.
Und außerdem: Freizeit-Fahrten sind Fahrten, die man nicht unbedingt machen muss. Zur Arbeit muss man jedoch durchaus, die meisten Menschen zumindest. Also ist es durchaus sinnvoll, die Spritaufwendungen für den Arbeitsweg zu (teil-)kompensieren, die Spaßfahrten nicht.

Bei mir persönlich sieht die Statistik auch anders aus: auf 1000km Arbeitsweg im Monat kommen etwa 150km Freizeitweg. Alles andere wird koordiniert: will ich ins Kino, arbeite ich, bis die Vorstellung losgeht und fahre vom Büro aus. Einkäufe werden nur auf dem Büro-Heimweg gemacht. Nur der Oma-Besuch, den bringe ich nicht auf dem Arbeitsweg unter.

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wolfgangotto 03.04.2012, 18:30
9.

Die Pendlerpauschale ist genauso blöd wie das Betreuungsgeld! Beide gehören abgeschafft bzw. nicht eingeführt.
Warum eigentlich muss der normale Steuerzahler dafür aufkommen, wenn ich in die Einöde ziehe? Warum soll eine Familie Betreuungsgeld erhalten, wenn das Kleinkind nicht in die Kita geht?
Da ich zentrumsnah wohne und die Pendlerpauschale außerhalb des allgemeinen Werbungskostenpauschbetrages nicht in Anspruch nehme, fordere ich ab sofort einen Barausgleich für die nicht erhaltene Pendlerpauschale in Höhe von EUR 150.-/Monat.

Mal ganz abgesehen davon, dass bei Erhöhung der Pendlerpauschale die Mineralölkonzerne noch ungenierter zugreifen und den Preisvorteil damit von der Allgemeinheit flugs in die eigenen Taschen umleiten würden, was den Ausbau der dringend erforderlichen Kita-Plätze weiter verzögern würde.

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