Forum: Auto
EU-Abgasnorm: Streit um CO2-Grenzwerte entzweit Europa
DPA

In Brüssel spitzt sich die Diskussion um neue Abgas-Vorgaben für Autos zu. Deutschland will die Regeln aufweichen und damit einen Vorteil für die heimischen Hersteller gewinnen - aber Diplomaten aus anderen Ländern haben am Mittwoch gegen das Vorgehen der Bundesregierung protestiert.

Seite 1 von 9
bucherj 30.10.2013, 18:30
1. Lobby - auf welcher Seite?

wer spricht eigentlich von der Industriepolitik der Franzosen und Italiener? Die Verschärfung der Abgaswerte ist auch ein Mittel denigenen Autohersteller Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und die deutsche Konkurrenz kleinerzu machen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prophet46 30.10.2013, 18:47
2. Widersacher

"Italien und Frankreich forderten laut Angaben von Diplomaten in der Sitzung, dass alle europäischen Autobauer gleich behandelt werden sollen. " (Spon) Na klar, genau die Länder sind es, die hoffen, dass sie mittels der in der kürze der Zeit unrealistischen Einsparziele die deutsche Autoindustrie ausbremsen können. Man selbst ist ja mit seinen Kleinwagen davon kaum betroffen, da man im Premiumsegment kaum Autos anzubieten hat. Die Reduktion trifft somit hauptsächlich die deutschen Premiumhersteller BMW und Daimler. Das ist hinterfotzige EU-Industriepolitik auf französisch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
billhall 30.10.2013, 18:47
3.

Zitat von sysop
In Brüssel spitzt sich die Diskussion um neue Abgas-Vorgaben für Autos zu. Deutschland will die Regeln aufweichen und damit einen Vorteil für die heimischen Hersteller gewinnen - aber Diplomaten aus anderen Ländern haben am Mittwoch gegen das Vorgehen der Bundesregierung protestiert.
Raus aus dem Pseudoöko- und Bürokraten-Staat EU, demnächst werden ja auch noch leistungsstarke Staubsauger verboten, Einheitsgurken gibt es ja schon ebenso wie befohlene Leuchtmittel. Zukünfitg dürfen wir dann nur noch das essen und trinken was den EU-Nannys gefällt. Gebracht hat das ausser Bürgergängelung gar nichts, aber dafür der Umwelt massiv geschadet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
annibertazeh 30.10.2013, 19:17
4. Was ist mit der idiotischen grünen Verkehrspolitik?!

Grünens reduzieren, dort wo sie das Sagen haben, die Fahrbahnen auch von Hauptverkehrsstraßen auf eine Bahn pro Richtung, knapsen davon noch einen Radweg ab und errichten dann noch Haltestellen für den ÖPNV. Das bedeutet, dass der Autoverkehr im Allgemeinen mehr steht als fließt, dass selbst Rettungsfahrzeuge hinter Müll-Autos herzuckeln müssen. Man wünscht den dafür Verantwortlichen, dass ihnen das CO2, das durch derart idiotische Verkehrsführung zusätzlich produziert wird, täglich die Nüstern hochsteigt, so lang bis sie kapieren, welchen Aberwitz sie produzieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thomas_b. 30.10.2013, 19:50
5. Ein fixer CO2-Grenzwert ist Unsinn.

Es gibt einen Markt für Kleinwagen, die werden viel in Südeuropa produziert und einen für größere Fahrzeuge, die kommen eher aus Deutschland. Es ist doch nachvollziehbar, dass größere Limousinen nicht den gleichen CO2-Ausstoß haben können wie Kleinwagen. Rein theoretisch könnte BMW ja z.B. Fiat kaufen, der Flottenverbrauch ist dann für BMW besser, nur in der Praxis würde sich rein gar nichts ändern, da auch größere und stärkere Autos weiterhin ihre Käufer haben. Sinnvoll wäre kein fester CO2-Wert für alle sondern Effizienzklassen wie bei Kühlschränken, die alle erfüllen müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Inuk 30.10.2013, 20:13
6. Abgase

Zitat von sysop
In Brüssel spitzt sich die Diskussion um neue Abgas-Vorgaben für Autos zu. Deutschland will die Regeln aufweichen und damit einen Vorteil für die heimischen Hersteller gewinnen - aber Diplomaten aus anderen Ländern haben am Mittwoch gegen das Vorgehen der Bundesregierung protestiert.
Ich glaube dass die Hunderttausende ausländische Laster, die Deutschland auf dem Transitweg befahren mehr Dreck machen als die paar BMWs und Mercedesse.

Deshalb, deutsche Autobauer, weiterstreiten und sich durchsetzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Asmodys 30.10.2013, 20:55
7.

--> "- aber Diplomaten aus anderen Ländern haben am Mittwoch gegen das Vorgehen der Bundesregierung protestiert."

Völlig richtig! Alle Hersteller müssen gleich behandelt werden, Extra-Boni und Extra-Bratwürste für die deutsche Automobilindustrie gibt`s nicht. Aus, fertig.

--> "... weil sie Nachteile für die heimischen Autobauer BMW und Mercedes fürchtet. Diese bauen vor allem schwere und verbrauchsstarke Fahrzeuge und müssen somit größere Anstrengungen unternehmen, das Ziel zu erreichen."

Wie ergreifend und furchtbar... ! Da die dt. Automobilindustrie ja so konkurrenzlos, uneinholbar und unfassbar innovativ und technologisch auf allen Gebieten führend ist, und dem Wettbewerb auf Jahre im Voraus enteilt ist... sollte es für sie doch kein allzu großes Problem darstellen, die künftigen Grenzwerte mit sparsameren Fahrzeugen zu erfüllen. Geld in der Höhe von Abermilliarden zur Forschung und Entwicklung haben sie in Hülle und Fülle zur Verfügung... weit weit mehr als alle anderen europäischen Autobauer, insbesondere die stark gebeutelten Franzosen und Italiener. Zusätzlich gibt es noch gelegentliche Finanzspritzen vom Staat und jährliche Rekordgewinne noch und nöcher...

Vielleicht hätte man viel früher einfach mehr Weitblick aufweisen müssen... und nicht nur den kurzfristigen Reibach im Auge haben sollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Asmodys 30.10.2013, 21:13
8.

Einige werden nun wieder sagen: "Die deutschen Hersteller stellen genau das her, was der Kunde will... !"

Meines Erachtens herrscht hier eher gewollter Stillstand vor, so lange Regierung und Politik keine umweltfreundlicheren Fahrzeuge forcieren oder subventionieren... oder die Einführung strengerer Abgas- /CO²-Grenzwerte immer wieder von der deutschen Autolobby torpediert und sabotiert wird.

Die deutsche Autoindustrie stellt zur Zeit das her, was momentan am meisten Kohle mit möglichst wenig Aufwand verspricht. Die Käufer müssen notgedrungen mit dem vorliebnehmen, was die Industrie entwickelt hat, wenn es schlicht (noch) keine Alternative(n) gibt.

Und solange der Konkurrenzdruck in einem bestimmten Bereich noch nicht zu groß wird und somit Handlungsbedarf bestünde, verkauft man selbstverständlich lieber Althergebrachtes, denn die ständige Weiterentwicklung wäre teuer und risikobehaftet.

Oft werden auch Antworten auf Fragen produziert, die niemand gestellt hat. Da werden von den Marketingabteilungen, geschickt und unfassbar kreativ, irgendwelche "Lifestyle"-Bedürfnisse gestrickt, die wir angeblich ja alle haben sollen... um auch noch die allerletzte, vermeintliche(!) "Marktlücke" zu schließen.

Erst jetzt wurde beispielsweise bei den deutschen Herstellern begonnen, Hybridantriebe oder Plug-In-Hybride zu entwickeln, nachdem man abgewartet hatte, ob die anderen damit Erfolg haben oder nicht. Da die anderen nun damit offenbar erfolgreich unterwegs sind, musste man nun nachziehen.
Der inzwischen hohe Hybridanteil, selbst in den konventionellen Toyota-Baureihen, zeigt, dass der Käufer durchaus die Technik akzeptiert hat und sie inzwischen auch kaufen möchte. Nur dass er sie bisher nicht von einem deutschen Hersteller angeboten bekam. (Hybrid-Marktanteil in D. ist von 2011 auf 2012 um +69,8% gestiegen; Veränderung 2011 gegenüber 2010: +18,4 % --> demnach erhebliche Zuwachsrate innerhalb nur 2 Jahre)

Vermutlich ließen sich auch noch etliche andere Beispiele finden.
Manche Hersteller können schlicht (noch) nicht anbieten, was der Kunde eigentlich gerne möchte. Und es ist nicht so, dass alle der inzwischen unzähligen, diversen Modelle und Nischenprodukte, irgendwann alle lautstark vom Käufer eingefordert worden wären. Einige vielleicht, aber lange nicht alle. (Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass die Kunden irgendwann lautstark vor der BMW-Zentrale den Bau eines riesigen SUV-Coupes(!!) gefordert hätten, weil die Menschen plötzlich einfach den dringenden "Bedarf" nach einem solchen Fahrzeug entwickelt hätten... ) Zumindest nicht auf dem Heimatmarkt, bzw. europäischen Markt.
(Mag sein, dass solche Riesen-Spritschlucker für den USA- u. China-Markt "wichtig" sind... aber diese bräuchten sie ja nicht in Europa anzubieten und könnten ihre Flottenbilanz bereits dadurch verbessern)

Langfristig gesehen, schießen sie sich mit der Verdrängungs- und Hinhaltetaktik selbst ins Bein. Denn dies bedeutet Innovationsstau.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Namen werden überbewertet 30.10.2013, 21:33
9. Geschäftsmodelle

Ich finde es höchst erfreulich und leider nicht selbstverständlich, wenn die Politik ausnahmsweise mal das Allgemeinwohl vertritt und nicht die Befindlichkeiten bestimmter (spendabler?) Branchen. Insofern wünsche ich den Befürwortern stengerer CO2-Grenzwerte viel Erfolg. Es gibt kein Grundrecht auf das Funktionieren eines Geschäftsmodells, auch wenn gewisse Branchen sich dieser Tatsache hartnäckig verweigern. Dazu gehören z.B. die Unterhaltungsindustrie oder eben die Autoindustrie. Die Politik setzt Rahmenbedingungen, die für alle gelten und damit Chancengleichheit im Sinne der Marktwirtschaft schaffen. Und wenn es Fiat und Peugeot schaffen, diese Rahmenbedingungen zu antizipieren, BMW und Daimler hingegen nicht, dann ist das nicht das Problem der Politik sondern des Produktportfolios der letztgenannten Firmen. Einfachr ausgedrückt: wenn sich Spritschlucker nicht mehr verkaufen, dann jammert nicht rum, sondern produziert halt etwas marktgerechtes!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9