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Euro-5-Diesel: Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt erstes Abgas-Nachrüstsystem für Deutsch
Ina Fassbender/ DPA

Euro-5-Diesel sind an vielen Orten von Fahrverboten bedroht, eine Hardware-Nachrüstung könnte das verhindern. Nun hat das Kraftfahrtbundesamt das erste System genehmigt - aber nur für Modelle eines Herstellers.

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Ein Mechaniker 28.07.2019, 11:34
70. #65 andere Märchen

Dass unseren selbsternannten Umweltaktivisten nur die "gute Luft" am Herzen läge und die Fahrverbote ein "von den Gerichten" erzeugter Kollateralschaden sei, ist ein Narrativ, welches nur dem Framing dient. Medien übernehmen es gerne unhinterfragt. Ernst nehmen muss man es nicht, da sich der oberste deutsche Verkehrswender gerne mal in der Presse verplappert.

Jürgen Resch im Januar im Standard, Wien "Der motorisierte Individualverkehr muss unabhängig von den Antriebsarten zurückgedrängt werden."

https://www.derstandard.de/story/2000096103213/umweltlobbyist-und-dieselschreck-resch-der-diesel-ist-tot-mausetot

Klar ist auch, dass DUH und Co. in vielen Ministerien ihre Mitstreiter haben die Luftreinhaltepläne - sei es aus Vorsatz oder Unfähigkeit - so dilettantisch aufstellen, dass Fahrverbote "alternativlos" sind. Man könnte es auch orchestrierte Aktion nennen.

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Ein Mechaniker 28.07.2019, 11:52
71. #69 Risiko beim Hersteller ?

Das Risiko unter Fahrverbote zu fallen liegt zu 100% beim Käufer. Die ABE für die der Hersteller garantieren muss, besagt lediglich, dass das Fahrzeug grundsätzlich im Verkehr betrieben werden darf. Sollten die Zufahrtsberechtigungen in Innenstädte eines nicht allzu fernen Tages an der Klasse EURO6d oder noch strenger hängen, schauen die Halter teuernachgerüsteter Autos natürlich wieder in die Röhre.

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tatsache2011 28.07.2019, 12:01
72. Ihre VT

Zitat von Ein Mechaniker
Dass unseren selbsternannten Umweltaktivisten nur die "gute Luft" am Herzen läge und die Fahrverbote ein "von den Gerichten" erzeugter Kollateralschaden sei, ist ein Narrativ, welches nur dem Framing dient. ... Klar ist auch, dass DUH und Co. in vielen Ministerien ihre Mitstreiter haben die Luftreinhaltepläne - sei es aus Vorsatz oder Unfähigkeit - so dilettantisch aufstellen, dass Fahrverbote "alternativlos" sind. Man könnte es auch orchestrierte Aktion nennen.
Sie halten die Richter am Bundesverwaltungsgericht und an den Verwaltungsgerichten für beeinflussbar durch Narrative und Framing (?).
[Zitate]
"Ein Narrativ ist eine sinnstiftende Erzählung, die Einfluss hat auf die Art, wie die Umwelt wahrgenommen wird. Es transportiert Werte und Emotionen,"
"Framing (deutsch etwa: Einrahmungseffekt) bedeutet, dass unterschiedliche Formulierungen einer Botschaft - bei gleichem Inhalt - das Verhalten des Empfängers unterschiedlich beeinflussen."

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Ein Mechaniker 28.07.2019, 12:12
73. #68 "hatte der ADAC im 2. Praxistest aufgedeckt"

Den ADAC Praxistest hatte das (grüne) Baden-Würtenberger Verkehrsministerium beauftragt und großteils auch bezahlt. Als Ziel war also von vorne herein klar, Nachrüstungen als gut machbar darzustellen und die Forderung der Öko-Aktivisten nach möglichst umfassenden Nachrüstungen zu stützen. Wie "erfolgreich" der Test war, ist weiter oben mit etlichen Quellen hinterlegt.

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alexnoe 28.07.2019, 12:32
74.

Zitat von Ein Mechaniker
Das Risiko unter Fahrverbote zu fallen liegt zu 100% beim Käufer. Die ABE für die der Hersteller garantieren muss, besagt lediglich, dass das Fahrzeug grundsätzlich im Verkehr betrieben werden darf. Sollten die Zufahrtsberechtigungen in Innenstädte eines nicht allzu fernen Tages an der Klasse EURO6d oder noch strenger hängen, schauen die Halter teuernachgerüsteter Autos natürlich wieder in die Röhre.
Das ist falsch. Eine ABE gemäß der technischen Vorschrift für Stickoxidminderungssysteme mit erhöhter Minderungsleistung für PKW garantiert, dass das nachgerüstete Fahrzeug die Anforderungen erfüllt, die ausreichend für eine Ausnahme vom Fahrverbot gemäß Paragraph 47 BImSchG 4a Punkt 2 sind.

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Ein Mechaniker 28.07.2019, 12:39
75. @69 Wie geht es weiter ?

Es ist völlig klar, dass die von DUH initiierte und bezahlte und von der Kanzlei Geulen-Klinger Berlin (ehemals Dr. Schily - Geulen) durchgeführte Prozesswelle noch lange nicht am Ende steht. Die nächste Runde wird alle Diesel schlechter EURO6d (gilt seit 092018 ) inclusive nachgerüsteter EURO5 treffen. Selbst für den Fall, dass die 40 ųg/m3 eines Tages überall eingehalten werden hat man sich schon positioniert. Die DUH promotet immer häufiger eine weitere Halbierung auf 20 ųg/m3. Das ist dann schon nahe am natürlichen NOx Anteil. Da sich der EuGH sehr gerne von grün-affinen Gutachter*innen beraten lässt, ist es eine Frage der Zeit bis dieser - weltweit wirklich einmalige - Grenzwert gilt.

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Ein Mechaniker 28.07.2019, 12:49
76. @74 Garantie ...

Von einer Ausnahme die bestimmte ABEs lese ich hier nichts. "Die im Plan festgelegten Maßnahmen müssen geeignet sein, die Gefahr der Überschreitung der Werte zu verringern oder den Zeitraum, während dessen die Werte überschritten werden, zu verkürzen. 4Ein Plan für kurzfristig zu ergreifende Maßnahmen kann Teil eines Luftreinhalteplans nach Absatz 1 sein." Im Gegenteil, wenn die Behörde danach argumentieren kann bestimmte Diesel aussperren darf sie das auch gültige ABEs überfshren. Da die Nachrüstung die formale Schadstoffklasse nicht ändert - dazu müsste heute 6d erfüllt werden - ist die Ausnahmeregelung ein mehr als fragiles Konstrukt

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alexnoe 28.07.2019, 13:09
77. @75: Langfristig stimme ich zu

Zitat von Ein Mechaniker
Es ist völlig klar, dass die von DUH initiierte und bezahlte und von der Kanzlei Geulen-Klinger Berlin (ehemals Dr. Schily - Geulen) durchgeführte Prozesswelle noch lange nicht am Ende steht. Die nächste Runde wird alle Diesel schlechter EURO6d (gilt seit 092018 ) inclusive nachgerüsteter EURO5 treffen. Selbst für den Fall, dass die 40 ųg/m3 eines Tages überall eingehalten werden hat man sich schon positioniert. Die DUH promotet immer häufiger eine weitere Halbierung auf 20 ųg/m3. Das ist dann schon nahe am natürlichen NOx Anteil. Da sich der EuGH sehr gerne von grün-affinen Gutachter*innen beraten lässt, ist es eine Frage der Zeit bis dieser - weltweit wirklich einmalige - Grenzwert gilt.
Langfristig denke ich das auch. Aber: Die aktuell geltenden Grenzwerte wurden 1999 beschlossen und gelten seit 2010. Fahrverbote gibt es erst seit 2018, obwohl einige Städte sie nie eingehalten haben. Selbst wenn heute in der EU das Gesetzgebungsverfahren startet, um die Grenzwerte für Stadtluft zu verschärfen, gibt es vielleicht in 2 Jahren ein Gesetz mit neuen Werten. Danach beschließt man, dass die neuen Grenzwerte erst nach ein paar weiteren Jahren gelten, denn Städte müssen Zeit haben zu reagieren. Wenn dann also nach vielleicht 5 Jahren oder so die neuen Grenzwerte nicht eingehalten werden, gibt es wieder Rechtsstreitigkeiten, die wieder Jahre dauern. Tatsächlich ist es aber so, dass frühestens Ende 2020 ein Vorschlag für neue Grenzwerte aus der entsprechenden Arbeitsgruppe der EU zu erwarten ist. Dann erst beginnen überhaupt die politischen Diskussionen, die Gesetzgebungsverfahren in der EU etc.

Ich denke, dass zonale Fahrverbote für nachgerüstete Fahrzeuge so weit in der Zukunft liegen, dass es praktisch kein Problem sein wird. Es ist keine permanente Lösung für Jahrzehnte (Plural). Es ist aber eine Lösung für die normale Nutzungszeit eines Autos, falls die Nachrüster ihre Versprechen einhalten.

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alexnoe 28.07.2019, 13:19
78. @76: Hier das Zitat aus den Bundesimmissionsschutzgesetz

Zitat von Ein Mechaniker
Von einer Ausnahme die bestimmte ABEs lese ich hier nichts. "Die im Plan festgelegten Maßnahmen müssen geeignet sein, die Gefahr der Überschreitung der Werte zu verringern oder den Zeitraum, während dessen die Werte überschritten werden, zu verkürzen. 4Ein Plan für kurzfristig zu ergreifende Maßnahmen kann Teil eines Luftreinhalteplans nach Absatz 1 sein." Im Gegenteil, wenn die Behörde danach argumentieren kann bestimmte Diesel aussperren darf sie das auch gültige ABEs überfshren. Da die Nachrüstung die formale Schadstoffklasse nicht ändert - dazu müsste heute 6d erfüllt werden - ist die Ausnahmeregelung ein mehr als fragiles Konstrukt
Zitat aus Paragraph 47 BImSchG:
Folgende Kraftfahrzeuge sind von Verkehrsverboten ausgenommen:
... 2.
Kraftfahrzeuge der Schadstoffklassen Euro 4 und Euro 5, sofern diese im praktischen Fahrbetrieb in entsprechender Anwendung des Artikels 2 Nummer 41 in Verbindung mit Anhang IIIa der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der Kommission vom 18. Juli 2008 zur Durchführung und Änderung der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5 und Euro 6) und über den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen für Fahrzeuge (ABl. L 199 vom 28.7.2008, S. 1), die zuletzt durch die Verordnung (EU) 2017/1221 (ABl. L 174 vom 7.7.2017, S. 3) geändert worden ist, weniger als 270 Milligramm Stickstoffoxide pro Kilometer ausstoßen,

Genau diese 270 mg/km werden durch eine Nachrüstung garantiert, wenn die Nachrüstung gemäß der technischen Vorschrift für "Stickoxidminderungssysteme mit erhöhter Minderungsleistung" für PKW eine ABE hat.

Abweichungen sind nur möglich, wenn wegen dieser Ausnahme die Luftqualität nicht erreicht wird. Es wird aber gar nicht genug nachgerüstete Fahrzeuge geben, damit so etwas passieren kann.

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Bernd.Brincken 28.07.2019, 14:44
79. AdBlue

Zitat von Rainer G. Gärtner
Zur Erinnerung, geht es gerade um Fahrverbote und Nachrüstungen für Euro5 Fahrzeuge. Da gab es noch nichts zum "Einfüllen" :-)
Doch klar, Adblue gibts seit 2009, Euro5 greift ab 2010.
https://de.wikipedia.org/wiki/AdBlue
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Emission_Standards-Diesel.jpg

Also, die Hersteller hätten einfach schon damals die NOx-Werte für Euro5 durch einen SCR-Kat unterbieten können - wobei der Kunde dann immer mal wieder auch Adblue nachkippen muss.
Der Dieselskandal hätte dann gar nicht stattgefunden.

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