Forum: Auto
Euro-5-Diesel: Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt erstes Abgas-Nachrüstsystem für Deutsch
Ina Fassbender/ DPA

Euro-5-Diesel sind an vielen Orten von Fahrverboten bedroht, eine Hardware-Nachrüstung könnte das verhindern. Nun hat das Kraftfahrtbundesamt das erste System genehmigt - aber nur für Modelle eines Herstellers.

Seite 9 von 12
Ein Mechaniker 28.07.2019, 14:46
80. @78 Vielen Dank für diese Quellenangabe

Nimmt man das als Grundlage ist Ihre Argumentation tatsächlich stimmig. Allerdings glaube ich mich zu erinnern, dass zumindest die Aufweichung hinsichtlich Imissionsgrenzwert von 40 ųg/m3 auf 50 ųg/km3 (sog. Intensivstädte) im BImSchg vom EuGH schon kassiert wurde. Wie belastbar dann die 270 mg/km auf der Emissionsseite sind, bleibt abzuwarten. Selbst wenn ich mir ihren vorsichtigen Optimismus zu eigen mache und jetzt davon ausgehe, dass die auf 270mg/km ausgerüsteten Autos noch fünf, sechs Jahre in Umweltzonen fahren dürfen, stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. EURO5 galt von 2008 bis 2015, EURO4 schon ab 2005 das bedeutet die meisten dieser Autos stehen heute schon in der zweiten Lebenshälfte und dürften gut sechsstellige km-Stände aufweisen. Speziell Volvo-Diesel ist wie auch Mercedes und BMW eine typische Vielfahrer-Marke wo man 25 - 40.000 km Fahrleistung im Jahr oft antrifft. Beim Wiederverkauf in fünf, sechs Jahren dürfte ein nachträglich installierter SCR Kat beim (typischerweise osteuropäischen) Aufkäufer nur auf geringes Interesse, wenn nicht gar auf Argwohn und Abschläge stoßen. Nach der Grenze in Rumänien oder spätestens in Kasachstan fliegt der komplizierte Krempel dann ohnehin sofort raus. Dh. die 1.400 bis 5.000 Eur müssten sich also in wenigen Jahren amortisieren. Bin gespannt auf die nächsten juristischen Runden und den wirtschaftlichen Erfolg in Summe, zumal außerhalb Deutschlands Hardware-Umbauten in keinem weiteren EU Land ernsthaft diskutiert werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rainer G. Gärtner 28.07.2019, 15:19
81. Aber niemand wollte es ...

Zitat von Bernd.Brincken
Doch klar, Adblue gibts seit 2009, Euro5 greift ab 2010. https://de.wikipedia.org/wiki/AdBlue https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Emission_Standards-Diesel.jpg Also, die Hersteller hätten einfach schon damals die NOx-Werte für Euro5 durch einen SCR-Kat unterbieten können - wobei der Kunde dann immer mal wieder auch Adblue nachkippen muss. Der Dieselskandal hätte dann gar nicht stattgefunden.
AdBlue gibt es in Serienanwendungen - entgegen Ihrer Annahme - schon viel länger. Seit EuroIV, 2004 bspw. im Nutzfahrzeugbereich.
Zur Erfüllung der Euro5 Norm bei Pkw war auch gar keine aufwendige SCR Technik erforderlich.
Gekauft hat/hätte es ohnehin kaum ein Kunde.
Das zeigt die Anzahl der verkauften Fahrzeuge mit "vorgezogenem Euro6" von VW, Daimler und BMW während der Euro5 Periode von 2009 bis 2015. Für zusätzliche, vom Gesetzgeber nicht vorgeschriebene Abgastechnik gibt kein Autofahrer Geld aus.
Ziel der Euro5 Abgasgesetzgebung beim Pkw war 2009 die Serieneinführung des Partikelfilters - nicht der nachmotorischen Stickoxid-Reduktion.
Im Übrigen muss die Entscheidung für eine Technologie in der Automobilindustrie ca. 6 Jahre VOR Einführung der jeweiligen Abgasgesetzesstufe fallen.
Ihre Ausssage "2009 AdBlue/2010 Serieneinführung" ist daher völliger Unsinn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alexnoe 28.07.2019, 15:42
82. @80: Das mit den 50µg ist komplizierter

Wegen den 50µg/m³: Dort hat die Presse oft sehr stark verkürzt berichtet. Die Regierung hatte mal im Wahlkampf in Hessen versprochen, Fahrverbote zu verbieten, wenn eine Stadt bis zu 50µg/m³ NO2 hat. Das war zunächst nur eine mündliche Aussage. Und das wäre tatsächlich rechtswidrig, da Europarecht ganz einfach über nationalem Recht steht. Der Wert von 40µg/m³ gilt und ist nicht verhandel- oder veränderbar. Das BImSchG sagt im Artikel 47 nun u.a. (in richtiges Deutsch übersetzt): Städte, die weniger als 50µg/m³ NO2 haben, sollen den Wert von 40µg/m³ ohne Fahrverbote erreichen. Nur, wenn es wirklich nicht anders geht und alles andere nicht ausreicht, sind Fahrverbote trotzdem als letztes Mittel erlaubt. Und das ist rechtmäßig: Jedes Land darf entscheiden, wie es die 40µg/m³ sicherstellt und in welcher Reihenfolge Maßnahmen getroffen werden sollen. Zum Preis: Ich persönlich habe einen Diesel-Kleinwagen mit Euro 4 PM5 in einer Intensivstadt und habe diesen frechen Brief vom KBA bekommen, dass ich mir endlich ein neues Auto kaufen soll. In 3 Jahren brauche ich natürlich keine Nachrüstung mehr, aber die 3000 Euro, die Dr. Pley als Preis angibt, würde ich bezahlen, wenn bald (also dieses Jahr) ein Nachrüstsystem für mein Auto rauskommt. Allein schon deswegen, weil das KBA als Werbeagentur missbraucht wurde, um mehr neue Autos zu verkaufen und vorzeitig Autos zu ersetzen, bei denen alles außer dem Abgassystem prima funktioniert. Leider sieht es nicht so aus, als ob die Hersteller Nachrüstsysteme für Euro 4 zulassen wollen. Die Richtlinie erlaubt es, aber es muss sich ja für die Hersteller der Systeme auch lohnen. Für Euro 5-Fahrzeuge darf man nicht vergessen, dass viele Autohändler auf großen Mengen von Euro 5 - Leasing-Rückläufern sitzen. Die wurden bis 2014 oder gar 2015 noch in Verkehr gebracht, dann wurde alles öffentlich. Nach 3 Jahren, also 2017, 2018, mussten diese zum versprochenen Wert zurückgenommen werden. Seit dem sind sie fast unverkäuflich und stehen da rum. Viele Autohändler haben also Interesse daran, diese Fahrzeuge zunächst auf eigene Rechnung nachzurüsten und dann als normale gebrauchte Fahrzeug zu verkaufen, die für einige Jahre nicht von Fahrverboten betroffen sind. Es kann durchaus sein, dass am Ende vor allem Gebrauchtwagenhändler solche Nachrüstungen kaufen, um genau dieses Problem zu lösen. Wenn die Autos dann, noch später, ins Ausland verkauft werden, dann fliegt das sicher raus, da stimme ich zu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernd.Brincken 28.07.2019, 22:51
83.

Zitat von Rainer G. Gärtner
AdBlue gibt es in Serienanwendungen schon viel länger. Seit EuroIV, 2004 bspw. im Nutzfahrzeugbereich. Zur Erfüllung der Euro5 Norm bei Pkw war auch gar keine aufwendige SCR Technik erforderlich. Gekauft hat/hätte es ohnehin kaum ein Kunde. Ihre Ausssage "2009 AdBlue/2010 Serieneinführung" ist daher völliger Unsinn.
Lesen Sie einfach was ich schrieb und sparen Sie sich die Nebelkerzen.

Was war denn Ihrer Meinung nach das Motiv für die Hersteller, die Motorsteuerung bei Dieselmotoren seit 2006 zu manipulieren - wenn das von den damals und die Folgejahre gültigen EURO-Normen her gar nicht notwendig war?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
berndjag 29.07.2019, 06:32
84. Also mein 2 Jahre altes Auto

Das ich finanziert habe auf den Schrott werfen den Kredit weiterzahlen einen neuen Kredit aufnehmen und unter Verwendung von viel Energie und Rohstoffen ein neues Auto bauen lassen und paar Mikrogramm Co2 einzusoaren....merkste was? Die Banken, Autohersteller und zulieferer finden das gut..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jupp78 29.07.2019, 09:27
85.

Zitat von alexnoe
Für Euro 5-Fahrzeuge darf man nicht vergessen, dass viele Autohändler auf großen Mengen von Euro 5 - Leasing-Rückläufern sitzen. Die wurden bis 2014 oder gar 2015 noch in Verkehr gebracht, dann wurde alles öffentlich. Nach 3 Jahren, also 2017, 2018, mussten diese zum versprochenen Wert zurückgenommen werden. Seit dem sind sie fast unverkäuflich und stehen da rum. Viele Autohändler haben also Interesse daran, diese Fahrzeuge zunächst auf eigene Rechnung nachzurüsten und dann als normale gebrauchte Fahrzeug zu verkaufen, die für einige Jahre nicht von Fahrverboten betroffen sind.
Die Zeiten sind doch längst vorbei (die Euro 5 Leasingrückläufer sind bei den Händlern inzwischen auch längst vom Hof).
Es wurden 2014 und 2015 zwar noch Euro 5 Diesel in den Verkehr gebracht, aber zu bereits massiv geringeren Stückzahlen.
Theoretisch potentielle Fahrzeuge stammen eigentlich nur aus den Jahren 2013, 2014 und 2015, aber die Fahrverbote kommen offensichtlich doch wesentlich weniger flächendeckend als vielleicht befürchtet. Jetzt fragen Sie sich mal ernsthaft, würden Sie einen nachgerüsteten Euro 5 Diesel aus 2014 heute kaufen, wenn Sie aus einer Intensivregion stammen? Im Leben nicht!
Die wenigen Fahrzeuge, die tatsächlich noch einen gewissen Restwert besitzen, der irgendwo in die Richtung geht, dass sich eine etliche tausend Euro teure Nachrüstung lohnen würde, die werden ihren Platz finden, aber eben nicht in einer Intensivregion, sondern ohne Nachrüstung eher ländlich oder im europäischen Ausland.
Das mit dem Nachrüsten ist und bleibt eine Todgeburt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
smallbit 29.07.2019, 09:38
86. Euro 6 reicht nicht

es muss Euro 6 temp sein.
Davon steht hier nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jupp78 29.07.2019, 09:51
87.

Zitat von smallbit
es muss Euro 6 temp sein. Davon steht hier nichts.
Sagt wer?
Ich würde behaupten, dass das ein reiner Blick in die Glaskugel ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meandmycat 29.07.2019, 10:55
88. Lösung fürs Grüne Gewissen

Dieses Nachrüstangebot richtet sich doch bestimmt an die Zielgruppe der Volvo Fahrer die unbedingt ihr grünes Gewissen etwas erleichtern wollen. Wahrscheinlich könnte die Rechnung von Dr.Pley aufgehen, denn wer sonst sollte einen im Schnitt 6 Jahre alten Euro 5 Diesel für etliche Tausend Euro nachrüsten lassen? Das rechnet sich weder beim Verkauf noch bringt es die Sicherheit dann tatsächlich uneingeschränkt in Fahrverbotszonen einfahren zu dürfen. Nachteilig außerdem wer garantiert im Schadensfall, der Hersteller mit Sicherheit nicht, der Ausrüster wird sich da auch rausigeln. Für mich lohnt sich das definitiv nicht, für was auch, um 2-3 im Jahr in die Stadt zu fahren? Meine Euro 5 Diesel CKlasse Verbrauch 6,1 Liter, absolut zuverlässig, seit 6 Jahren ohne Reparatur (außer Verschleiß der Bremsen) werde ich auch weiter fahren, bis das Auto 10 Jahre oder drüber ist und wird dann höchstwahrscheinlich genau so zuverlässig sein zweites Autoleben in Osteuropa verbringen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Alm Öhi 29.07.2019, 12:11
89. Umgewöhnung

Mein lieber Daimler ich bin 53, Berater und tue mich schwer meine Gewohnheiten zu ändern.
Mittlerweile habe ich festgestellt dass ich selbst ohne Auto und Bus einkaufen gehen kann. Ich buche nur noch Hotels am Bahnhof.
Ich habe meine Daimler Aktien verkauft, und meine C Klasse steht zum Verkauf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 12