Forum: Auto
Europäischer Gerichtshof: Richter verurteilen Deutschland für zu laxen Umgang mit Aut
DPA

Daimler hat ein verbotenes Treibhausgas in Klimaanlagen von Neuwagen eingesetzt - und mit Sicherheitsgründen argumentiert. Doch das oberste Gericht der EU ließ die Bedenken nicht gelten. Nun wurde die Bundesrepublik verurteilt.

Seite 1 von 9
Rincewind 04.10.2018, 11:32
1. Danke, EU! (ernsthaft!)

Ich hoffe, die EU hat schon weitere Klagen gegen Deutschland uns seine Autolobby-Regierung zur Dieselaffaire vorbereitet!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ruhrsteiner 04.10.2018, 11:37
2. So gerechtfertigt dieses Urteil in der Sache sein mag:

Ein gewisses Unbehagen erfüllt mich zu Aktivitäten der EU-Judikative grundsätzlich - mangels deren Legitimation in einer EU-Verfassung, die es ja leider nicht gibt. Und Agglomerate gleichlautender Staatsverträge der EU-Mitgliedsstaaten sind nun einmal keine Verfassung. Außerdem kann man sich manchmal des Eindrucks nicht so ganz erwehren, dass EUGH-Verfahren doch auffallend häufig gegen die stets Solventesten gerichtet sind - um zusätzliche EU-Einnahmen zu generieren....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
charleshenry 04.10.2018, 11:37
3. Wieso nur in dieser Sache?

Es ist schon Interessant das die EU Deutschland wegen dieser Sache verurteilt, aber in der weit aus größeren Sache nichts macht.
Der große Betrug der Autohersteller scheint der EU egal zu sein.
Die abolut schlechten Kontrollen, die defakto Eigenkontrolle der Hersteller, das nicht reagieren der Regierungen, all dass wäre ein Thema für die EU.
Sie wollen doch für die Bürger da sein, die Damen und Herren in Brüssel, aber dass bekommt man als Bürger nur mit wenn es wieder Verordnungen hagelt die ins Geld gehen.
Um jeden Ppipfax wird sich gekümmert, aber nicht um den größten Betrug den es in der EU je gegeben hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jpphdec 04.10.2018, 11:46
4. Andere Hersteller teilten die Bedenken sehr wohl.

Bspw. VW und BMW. Allerdings ist es natürlich aus Konzernperspektive nicht ratsam (zumindest im Falle von BMW) die Tatsache, daß man R1234yf trotzdem (übergangsweise) verwendet, gegenüber dem Kunden an die große Glocke zu hängen. Kleines Schmankerl am Rande: Es gibt mit einem Joint Venture von Honeywell/DuPont gerade mal genau einen Hersteller für das Zeug, da fällt es natürlich umso leichter, die Chemikalie bei der Politik als besonders umweltfreundlich (außer in der Herstellung, in China) und zum Klimaschutz geradezu alternativlos darzustellen. Nur mal zum Vergleich, der Unterschied im Klimaschädigungspotential zwischen dem alten und dem neuen Mittel entspricht etwa dem CO2 Ausstoss von ca. 7000 km Fahrleistung, vorausgesetzt das Zeug gelangt überhaupt in die Atmosphäre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
biesi61 04.10.2018, 11:47
5. Ein Trauerspiel,

wie systematisch die EU-Umweltschutzregeln im Automobilbau Deutschlands gebrochen werden. Dabei macht die Bundesregierung schon absolut alles, damit diese Regeln auf EU-Ebene auch wirklich sanft genug sind. So schadet die regierungsamtliche Hörigkeit gegenüber dem knallharten Lobbyismus der deutschen Autoindustrie nicht nur der Umwelt sondern dem Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hummer2311 04.10.2018, 11:56
6. Schade das mal wieder nicht alles

erwähnt wird... erstmal hat Daimler nicht ganz unrecht was die Gefährdung angeht ... das Mittel brennt nicht nur sehr gut es entwickelt auch Flursäure bei der Verbrennung , welches in Sekunden die Lunge verätzt, sollte man deren Dämpfe einatmen! Als 2 und viel wichtigere Punkt sollte genannt werden das dieses Mittel von nur einer Firma in den USA hergestellt wird, somit also diese ein Monopol drauf hat , welches das neue Mittel gegenüber dem alten um fast 100x teuerer macht ..... Diese Mittel ist leider auch nicht so Klima freundlich wie immer alle Denken ... und die EU hat es den Autoherstellern aufgezwungene , ohne jegliche strenge Überprüfung durch unabhängige Institute .... stellt sich mir die Frage wer verdient im EU Parlament mit ???? Und warum das Thema Abgasemission nicht behandelt wird ist ja klar .... denn nur weil VW es zugeben hat sind sie nicht die einzige, es ist sogar so das sie noch mit die besten waren unter der Euro 5 Norm.... die meisten ausländischen Hersteller haben die NOX werte um ein vielfaches des Erlaubten übertroffen ..... aber laut deren eigener Meinung niiiieeee geschummelt..... Und es waren nicht nur die Europäischen Autohersteller...... unsere Koreanischen und Amerikanischen Kollegen waren fast noch am schlimmsten .... aber stets noch besser als die Französischen ..... so also bevor man meckert erstmal sich informieren.... denn ich will nicht in einem Auto sitzen welches das neue Kältemittel hat ... wenn es zu einem Unfall kommt .... aber hey ... ist jedem seine Entscheidung

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sikasuu 04.10.2018, 11:57
7. Verkehrtminister & KBA als Außenstelle &Lobbyorganisation des VDA?

Theoretisch absolut unwahrscheinlich, weil ein Minister ja "Schaden von deutschen Volk abwenden soll" (so schwört er ja öffentlich), aber praktisch scheint leider viel dafür zu sprechen!
.
- Das KBA ist eine Behörde & damit an Weisungen gebunden. Wenn das, wie in diesem Fall erst mit 2 Jahre Verspätung auf eine eindeutige Rechtslage reagiert, bei Diesel jahrzehntelang, trotz signifikannter Informationen aus dem In-& Ausland usw. nach Aktenlage / in Abstimung mit den Herstellenrn, ohne auf die Wirklichkeit zu sehen) handelt/entscheidet usw....
.
- Wenn man sich die verkehrspolitischen Schwerpunkte des seit 1.000 Jahren (gefühlt) in CDSU/CDU Hand befindlichen "Verkehrtministeriums" anschaut (absoluter Vorrang für Auto) Bahn, ÖPNV usw. sind, trotz Verkehrskollaps in den Städten & Ballungsräumen, Umweltschäden usw. überall nachrangig.... die Nutzung dieses "Postens" zur Unterstützung "bayrischen landes- & parteipolitischer Interessen, usw. ansieht...
.
muss man wohl sehr nachdenklich werden.
.
Mein Fazit: Verkehrtminister & KBA SIND Außenstelle & Lobbyorganisation des VDA !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
don.rumata 04.10.2018, 11:58
8. Hier war die Autoindustrie doch mal im Recht ..

Es geht um ein Kältemittel, bei dem im Brandfall lebensgefährliche Flusssäure entsteht. Daimler weigerte sich also aus gutem Grund, es zu verwenden, s.z.B. hier: https://www.handelsblatt.com/auto/test-technik/r-1234yf-schlammschlacht-um-das-killer-kaeltemittel/8179804.html
Diesmal ist wohl die Chemieindustrie - Konzerne Dupont und Honeywell -der böse Lobbyist

Beitrag melden Antworten / Zitieren
misterknowitall2 04.10.2018, 12:02
9. Na, das geht zu weit.

Zitat von charleshenry
Es ist schon Interessant das die EU Deutschland wegen dieser Sache verurteilt, aber in der weit aus größeren Sache nichts macht. Der große Betrug der Autohersteller scheint der EU egal zu sein. Die abolut schlechten Kontrollen, die defakto Eigenkontrolle der Hersteller, das nicht reagieren der Regierungen, all dass wäre ein Thema für die EU. Sie wollen doch für die Bürger da sein, die Damen und Herren in Brüssel, aber dass bekommt man als Bürger nur mit wenn es wieder Verordnungen hagelt die ins Geld gehen. Um jeden Ppipfax wird sich gekümmert, aber nicht um den größten Betrug den es in der EU je gegeben hat.
Da gibt es sicher einige "Sachen", die mehr ins Gewicht fallen und weit größer sind als dieser Abgasskandal. Die Sache ist auch nicht so einfach. Da gibt es Abgasnormen, die so fast nicht zu erreichen sind, da gibt es Kunden, die die Augen ganz fest zugemacht haben, wenn es um Abgaswerte ging, eigentlich hat es sie nicht interessiert, jetzt fühlen sich aber alle betrogen, da ist die Politik, die kaum ein Mittel in der Hand hat, um agieren, da sind die Autobauer, die natürlich nicht agieren wollen, da ist die DUH, die natürlich auch interessengesteuert agiert, da sind die Messverfahren und Messpunkte, die viel Spielraum zur Interpretation offen lassen, und, und ,und. Letztlich geht es auch um eine Schlüsselindustrie Deutschlands.

Ich denke, hier sollte es möglich sein, das Problem auf nationaler Ebene zu lösen, zu mal sich die Käufer schon ein bisschen an die eigene Nase fassen können. Da hat man ein AD-Blue System, wundert sich aber nicht, dass man diese Wunderlösung nicht nachtanken muss? Oder man hat plötzlich traumhafte Abgaswerte, obwohl hardwaretechnisch kaum was geändert worden ist? Augen und Ohren zu, Verstand abstellen, der Verkäufer wird schon recht haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9