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Ex-BMW-Designchef Chris Bangle über italienisches Design: "Fiat wirkt heute wie ein Z
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Autos aus Italien, das waren mal Kunstwerke auf Rädern. Lange her. Chris Bangle, ehemals Designchef bei BMW, erklärt die Faszination italienischen Designs - und begründet, warum es heute so mutlos ist.

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Yes_I_do 25.03.2018, 13:27
1. Lancia

Die Marke, laut Bangle "einst der innovativste Autobauer überhaupt, das Kronjuwel der Fiat-Familie", nähert sich nicht mehr der völligen Bedeutungslosigkeit, sie ist völlig bedeutungslos geworden – Lancia ist tot. Eine nicht nachvollziehbare Fehlentscheidung des Fiat-Managements, vor allem von Oberboss Sergio Marchionne, der die letzten drei Modelle einfach dadurch entstehen ließ, dass er Lancia-Badges auf importierte Chrysler-Modelle pappen ließ. Wobei der Chrysler 300/Lancia Thema und der Voyager keineswegs schlechte Autos waren, aber ganz sicher verdienten sie den Namen Lancia nicht. Das Chrysler-Cabrio, das unverdient den Namen Lancia Flavia tragen durfte, war ein so schlechtes Auto, das es kaum mehr als einen Sommer im Markt überlebte.
Und was Fiat betrifft: Das ist kein Zwei-Auto-Hersteller, sondern lediglich eine Cinquecento-Marke, die aus dem ursprünglich gelungenen 500 hässliche Derivate wie 500L oder 500X herausquetscht. Alle anderen Fiat-Modelle fahren zu Recht unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.

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ott.burgkunstadt 25.03.2018, 13:30
2.

Ich fahre selbst einen FIAT Tipo und bin mit diesem Fahrzeug und mit meiner Fachwerkstadt absolut zufrieden. An der Qualität kann es also nicht liegen. Was mir aber auffällt ist, dass die Marke FIAT und ihr breites Modelllspektrum in Motorzeitschriften und Vergleichstests fast nie berücksichtigt werden. Liegt da vielleicht daran, dass FIAT nicht genug kostenloose Testfahrzeuge zur Verfügung stellt? Wird ein Produkt aber in den Publikationen, anhand derer sich der Verbraucher informiert, verschwiegen besteht natürlich Grund für eine gewisse Mutlosigkeit.

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Bernd.Brincken 25.03.2018, 14:04
3. Die Botschaft hör ich wohl..

..allein mir fehlt das Auge - des Designers, um die Diskrepanz zwischen seinen Worten und seinen Taten zu erkennen.
Wenn er so angetan von der Klarheit und Präzision der Linien der hier gezeigten Italiener war - warum hat er dann in eigenen historischen - und wie wir hier sehen auch neuen - Entwürfen ziemlich genau das Gegenteil praktiziert?

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JerryKraut 25.03.2018, 14:11
4. Wenn man im

Glashaus sitzt. Denk ich an BMW-Design in der Nacht ... Aber das gilt im Grunde für alle deutschen Autos. Ausnahmen wie der alte CLS Benz bestätigen leider nur die Regel. Die meisten könnten von einem Grundschüler gezeichnet worden sein (siehe z.B. VW Polo).

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p-touch 25.03.2018, 14:17
5. Früher hat man halt

eine Design-Idee umgesetzt, die Kosten waren zweitrangig. Heutzutage schaut man zuerst einmal im Lager nach was man schon hat und bastelt dann ein neues Auto drumherum. nicht umsonst sind die Autos mit Retro-Chic so beliebt, auch wenn sie nur ein schwacher Abglanz alter Ikonen sind.

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neutron76 25.03.2018, 15:01
6. Richtig Risikofreudigkeit fehlt.

Die Entwicklung eines Fahrzeugs kostet angenommen 2Mrd.€ ... damit ist es zum Erfolg verdammt, aber seltsamerweise war die Risikofreude da bei der Abgaszertifizierung. Ganze Motorenfamilien und Milliarden Euro hat man in den Sand gesetzt. Weiterhin muss gefühlt jede auch so kleine Lücke in der Produktpalette geschlossen werden. Warum ist da kein Platz für ein Experiment?? ... Das einzige gewagte Auto bei VW ist der Caddy, gnadenlos kastenförmig und Starrachse mit Blattfedern hinten. Wahrscheinlich fließt das halbe Marketingbudget in den Kauf und Löschung von Slalomvideos auf YouTube...

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chaoszentrale 25.03.2018, 16:14
7. Kommentar von ott.burgkunstadt

sehe ich genauso, die Marke wird heute in sämtlichen Autozeitschriften quasi totgeschwiegen. Ich selber habe Lancia Thema 8.32, Fiat Coupe und Croma erste wie letzte Serie gefahren bzw. fahre diese noch qualitativ nix negatives im Gegenteil unkaputtbar und Rost ist schon lange kein Thema mehr. Auch die anderen Fiats waren immer stressfrei, hängt halt viel an der Werkstatt. Der neue Tipo wird definitiv zu Unrecht in den Autozeitschriften schlecht geschrieben, habe selber einen. Vermutlich zahlt der Konzern nicht Genügend Schmiergeld an die Verlage/Redakteure.
an den Spiegel: Fiat Croma nicht wie im Artikel Chroma........

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fundador 25.03.2018, 17:24
8. Das muss man doch auch relativ sehen,

was kommt denn von den anderen Herstellern? Inzwischen sehen die meistverkauften Mittelklasse-Autos alle mehr oder weniger gleich aus, da fällt mein 500L dank des Retro-Designs deutlich aus dem Rahmen. Die Käufer scheinen "renommierte" Status-Marken zu bevorzugen, das Design spielt da wohl eher eine untergeordnete Rolle - oder wie soll ich mir sonst erklären, dass alle Leute die optisch doch sehr langweiligen Autos von Mercedes, BMW, Audi und VW bevorzugen? Klar, der neue TIPO ist genauso langweilig und die Marke weniger attraktiv und statusfördernd - da sollten die Italiener in punkto Design wirklich mal 'ne Schippe drauf legen, um wieder besser ins Geschäft zu kommen.

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DerBlicker 25.03.2018, 18:29
9. irgendwie seltsam

Im Fiat Konzern gibt es doch gute Designer, man muss sich nur mal Ferrari , Maserati und auch Alfa Romeo anschauen. Ich habe immer das Gefühl, dass Fiat gar keinen Designer mehr hat und dass die Designer der Nobelmarken im Fiat Konzern sich weigern für Fiat Autos tätig zu werden.

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