Forum: Auto
Experte zu Forderungen der Länder: "Parken müsste 15 Euro am Tag kosten. Jeden Tag"
Sonja Wurtscheid / DPA

Die Länder wollen den Radverkehr sicherer machen, CDU und CSU im Bundestag finden das ungerecht. Mobilitätsexperte Andreas Knie sagt: Beide Seiten diskutieren am eigentlichen Problem vorbei.

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der_durden 05.04.2019, 16:58
30.

Zitat von inmado
Herr Knie sagt einerseits, beim Auto ginge es um "die Freiheit einiger weniger". Anderseits schreibt er aber: "Es gibt fast 48 Millionen Pkw in Deutschland". Ja, was denn nun? Wenn mehr als jeder 2. einen PKW hat, geht es offensichtlich mitnichten um "die Freiheit einiger weniger". Die Aussage "Es stimmt nicht, dass Autofahren das Autofahren bezahlt. Die Mineralölsteuer finanziert die Kosten der Infrastruktur nicht einmal ansatzweise" wage ich auch zu bezweifeln. Man findet sehr schnell zahlen, dass die Einnahmen aus KFZ-Steuer, Mineralölsteuer, etc. die Ausgaben für den Straßenbau bei weiterm übersteigen. Ich stimme zu, dass wir zu viele Autos haben. Wer das aber rein marktwirtschaftlich angehen will, sprich das Autofahren teurer machen will, der scheint sich offenbar freie Straßen für Besserverdiener zu wünschen. Den jahrzehntelangen Konsenz bzgl. mobilität via PKW kann man nicht von heute auf Morgen kündigen. Ein PKW hat schließlich einen erheblichen Wert und eine Lebensdauer von 10-15 Jahren!
Streng genommen ist es noch viel mehr Geld auf der Einnahmeseite:
- Mineralölsteuer
- Ökosteuer
- Kfz-Steuer
- Umsatzsteuer auf Benzin und Diesel
- Umsatzsteuer Fahrzeugerlöse

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hdwinkel 05.04.2019, 16:59
31. Platz

Zitat von zauberer2112
Na dann: Abschaffung der Kfz- und Mineralölsteuer und Finanzierung komplett aus dem großen Topf. Die Wahrheit ist doch, dass eigentlich zweckgebundene Steuern umverteilt werden, sonst hätten wir sicherlich bessere Straßen nebst Radwegen. Nun lassen Sie mich raten, wo der Herr wohnt: Großstadt, ziemlich zentral, ÖPNV quasi vor der Tür sowie reichlich Einkaufsmöglichkeiten. Schulen, Ärzte und Kultureinrichtungen in der Nähe. Wer braucht da schon ein Auto? Warum nicht 30 Euro fürs Parken? Und auf dem Land fahr' ich dann halt jeden Tag mit dem Rad 15 km zur Arbeit. Ziemlich weltfremd.
Bessere Straßen und Radwege sind aber nun mal durch den zur Verfügung stehenden Platz limitiert, genau darum geht es doch: Ein abgestelltes Auto nimmt anderen den Platz dort radzufahren, auf einer Bank zu sitzen usw.
Ich finde den Ansatz gut, alles zu tun, um den limitierten Platz gerechter aufzuteilen. Das kann über Parkgebühren passieren, über alternative Verkehrsmittel, über Sharing-Konzepte, autonomes Fahren mit Parkplätzen außerhalb, Bauen in die Tiefe, wie auch immer.
Das Verursacherprinzip muß gelten: Wer sein Auto auf einen öffentlichen Platz, also z.B. auf der Straße abstellt, muß dafür einen Preis zahlen. Ist doch ganz einfach.
Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum grade Autofahrer hier ein Sonderrecht für sich beanspruchen.

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Hitbacker 05.04.2019, 17:00
32. Lesenswert, aber kurzfristig zu radikal.

Alles richtig, aber politischer Selbstmord. Das geht nur erstmal als Einfahrtmaut und über Steuerrabatte für NICHT-Autoeigner in Ballungsräumen. Öffentlicher Raum ist ein Gut, was einen Preis hat, da hat er recht.

Erstmal KFZ-Steuer abschaffen, umlegen auf Mineralölsteuer. Dann Fahrradschulwege. Dann Pendlerradstrecken. Dann Kopenhagen und Amsterdam imitieren.

Und dann die Parkmaut in der Höhe kommen.

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Freier.Buerger 05.04.2019, 17:00
33. Steuern

Zitat von inmado
Herr Knie sagt einerseits, beim Auto ginge es um "die Freiheit einiger weniger". Anderseits schreibt er aber: "Es gibt fast 48 Millionen Pkw in Deutschland". Ja, was denn nun? Wenn mehr als jeder 2. einen PKW hat, geht es offensichtlich mitnichten um "die Freiheit einiger weniger". Die Aussage "Es stimmt nicht, dass Autofahren das Autofahren bezahlt. Die Mineralölsteuer finanziert die Kosten der Infrastruktur nicht einmal ansatzweise" wage ich auch zu bezweifeln. Man findet sehr schnell zahlen, dass die Einnahmen aus KFZ-Steuer, Mineralölsteuer, etc. die Ausgaben für den Straßenbau bei weiterm übersteigen. Ich stimme zu, dass wir zu viele Autos haben. Wer das aber rein marktwirtschaftlich angehen will, sprich das Autofahren teurer machen will, der scheint sich offenbar freie Straßen für Besserverdiener zu wünschen. Den jahrzehntelangen Konsenz bzgl. mobilität via PKW kann man nicht von heute auf Morgen kündigen. Ein PKW hat schließlich einen erheblichen Wert und eine Lebensdauer von 10-15 Jahren!
KfZ-Steuer, Mineralölsteuer, Mwst auf Autos, Kraftstoffe, Zubehör, alle Unternehmens, Ertrags- und Einkommenssteuern, die direkt mit der Automobilen Mobilität verknüpft sind...
Die Pauschalaussage, es gibt zu viele Autos ist diktatorisch. Man könnte genauso gut sagen, die Wohnungen sind zu groß, es gibt zu viele Häuser.

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Patenting 05.04.2019, 17:02
34. So eine Gemeinheit !

Jahrzehntelang haben die Kommunen viel Geld für die Ablösung der gesetzlichen Stellplatz-Pflicht kassiert, und nun sollen die geschröpften Bürger den im Gegenzug versprochenen öffentlichen Parkraum gerade nochmals bezahlen. Das ist wie mit den Autobahnen: Erst mit speziell dafür kassiertem Steuergeld (Kfz-, Mineralöslteuer u.a.) bauen, dann an Private verkaufen und/oder ein irrsinnig teures Mautsystem einführen!

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billotet 05.04.2019, 17:03
35. Autos müssen weg!

derzeit schlagen alle auf den Autos herum, weil es sehr populär ist und man damit immer den richtigen Schuldigen hat. Deutschland ist leider seit einigen Jahrhunderten föderal angelegt und viele Menschen müssen sich häufig weiter bewegen als bis zur nächsten Schule - leider. Aber davon und damit leben wir nicht schlecht. Es wäre schön, wenn unsere sog. Mobilitätsexperten nicht nur den Plan hätten, Mobilität zu verhindern, sondern auch funktionierende Alternativen zum Fahrrad schaffen würden, mit denen man sich in einem föderal strukturierten Land bewegen kann. z.B. wäre eine nicht völlig überfüllte und vor allem überlastete Bahn, die zuverlässig fährt, ein Anfang.

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WhamO 05.04.2019, 17:03
36.

Ich würde gerne mal wissen, woher dieser Herr Knie die Faktenbasis für seine Behauptungen nimmt. Fünf Minuten Recherche reichen, um rauszufinden, dass die Einnahmen aus dem Straßenverkehr die Investitionen in selbigen um ca. Faktor zwei übersteigen. Ab da kann ich den Herrn "Experten" nicht mehr ernst nehmen, auch wenn hier und da vielleicht ja was an seinen Ideen dran sein könnte.

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der_durden 05.04.2019, 17:04
37.

Zitat von berufsradfahrer
Mal wieder die typischen Argumente. Steuern sind grundsätzlich nicht zweckgebunden. 15km mit dem Rad zur Arbeit sind auch nicht weltfremd. Es gibt genügend Menschen, die das machen oder weitaus längere Strecken zurücklegen. Autofahren verbrennt Geld und macht fett. Radfahren verbrennt Fett und spart Geld.
Schön. Es nimmt Ihnen auch keiner, mit dem Rad zu fahren.
Nur ist es dennoch nicht zuzumuten, dass alle Menschen 15 KM mit dem Rad zur Arbeit und zurückfahren sollen. Das soll jeder bitte so machen, wie er es für richtig hält.

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Grünspahn 05.04.2019, 17:06
38.

Unsere Autos parken auf unserem Grund, parken ich in der Stadt, kostet das mindestens 2 EUR die Stunde - also deutlich mehr als die 15 EUR am Tag. Sollte der Herr allerdings die 15 EUR auch auf eigenem Grund abgestellte Kfz beziehen schiebt das BVerfG dem hoffentlich einen Riegel vor. Im übrigen parken meine Freunde in der nächsten Stadt normalerweise in der TG - entweder sie haben dort einen Platz mitgemietet oder bei Eigentumswohnungen mitgekauft. Der Vorschlag betrifft dann in erster Linie Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, ein Parkplatz mit zu mieten. Ich halte das für sozial ungerecht.

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zyj34514 05.04.2019, 17:07
39. Ein Blick nach Wien

lehrt, wie es gehen kann: Parken im eigenen Bezirk der Stadt (das sind 20) kostenfrei, sonst überall 2,80€/ Stunde für jeden im öffentlichen Raum, und Parkraum gibt es so gut wie nicht, denn da parkt der Anwohner, der den ÖPNV nutzt. Wochenticket für den Super-ÖPNV 15€ für alle S-, U-BAhnen, Busse, StraBas. Ein ÖPNV zum Träumen: Taktzeiten tagsüber 3 bis 5 Minuten, nachts 10 bis 20 Minuten, dazu sauber und sicher. Ursache (möglicherweise): keine eigene Autoindustrie und eine SPÖ-regierte Stadt. Vielleicht auch eine SPÖ, die ihre Werte noch nicht auf dem Altar der Liberalisierung geopfert hat. Übrigens: sozialer Wohnungsbau und bezahlbarer Wohnraum ist auch noch vorhanden. Wien ist ach aus diesen Gründen eine der lebenswertesten Städte in Europa (trotz der FPÖ). Wann lese ich im Spiegel endlich mal eine Reportage aus dieser Stadt?

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