Forum: Auto
Fahrbericht Hyundai Nexo: Elektroauto 2.0
SPIEGEL ONLINE

Kürzer laden, länger fahren - der Hyundai Nexo zeigt, dass Wasserstoffautos viele Vorteile gegenüber normalen E-Autos haben. Das Beste beim Nexo ist allerdings das Ausrollen an der roten Ampel.

Seite 11 von 33
Mampfster 21.08.2019, 10:37
100. Wirkungsgrad Elektrolyse nicht unter den Tisch kehren

Um ein Wasserstoffauto als Lösung für die Klimakrise zu betrachten, ist es notwendig, dass der Wasserstoff komplett durch erneuerbaren Strom und ELektrolyse hergestellt wird.
Wenn man den Wirkungsgrad der Elektrolyse berücksichtigt (und das sollte in so einem Artikel nicht fehlen), dann verbraucht ein Wasserstoffauto doppelt so viel Strom wie ein reines Elektroauto im Betrieb. Bei der Herstellung wiederum benötigt der große Akku des E-Autos mehr Strom. Aber wenn man schon Vor- und Nachteile auflistet, sollte das auch erwähnt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
glamax 21.08.2019, 10:43
101. Lächerlicher Wasserzusatzverbrauch.

Zitat von bullermännchen
Frage: Nehmen wir an, 1/3 aller Fahrzeuge werden mit Wasserstoff betrieben (Antriebsmix) benötigen wir pro Jahr in Deutschland (43 Mio KFZ gesamt, 45 km / Tag Durchschnitt lt. KFBA) mindestens 20.100.000.000 Liter Wasser zur Produktion des Wasserstoffs. Sauberes Wasser! Ein Unding! Und das nur bei einem Drittel der 43 Mio KFZ. LKWs sind hierbei noch nicht berücksichtigt. Es zeigt wieder, der einzig richtige Weg wäre die Reduktion der gefahrenen Kilometer. Jeder Antrieb verbraucht „irgendetwas“ was wir als Ressource anderweitig besser gebrauchen können. Da helfen auch die Ideen der Industrie nicht. Echte Mobilitätskonzepte der Zukunft beinhalten eine drastische Reduktion der gefahrenen Kilometer pro Kopf. Da hilft auch dieser, sicherlich nicht schlechte Ansatz nicht.
20'100'000'000 Liter Wasser pro Jahr zusätzlich?

Wow. Da würde der Wasserbedarf in Deutschland doch tatsächlich um ein halbes Promil ansteigen. Na ob wir das gebacken kriegen.

Wenn ein drittel der Autofahrer auf's Rad umsteigt, macht das auch so 10'500'000'000 Liter Wasser pro Jahr zusätzlich, wenn man annimmt, das 45km Radfahren mit einem zusätzlichen Durst von 2l Wasser einhergeht. Kommen durchs Radfahren pro Woche 2 Minuten zusätzliches Duschen dazu, ist was Wasserverbrauch betrifft Radfahren also umweltschädlicher als ein Wasserstoffauto.

Das müssen wir UNBEDINGT im Auge behalten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kenterziege 21.08.2019, 10:45
102. Glückwunsch an Hyundai/Kia

Die bauen eben alles. E-Autos mit vernünftigen Reichweiten zu akzeptablen Preisen und nun Autos mit Brennstoffzellen. Derweil bemalt VW mit eigenartiger Camouflage den ID3, den man erst nächstes Jahr kaufen kann. Allmählich wird das peinlich. Auch bei den übrigen Typen sind Hyundai/Kia großartig. Ich habe in Australien sowohl den Hyundai Tucson als auch den Kia Sportage als Leihwagen gehabt. Das sind beides, mehr als nur akzeptable Autos. VW muss sich allmählich warm anziehen.
Was die Systemdiskussion hier betrifft: Es ist viel Wahres dabei. Alles ist in der Entwicklung. Nicht gleich theoretisch tottreten, bevor das Auto auf der Straße ist.
Mir scheint allerdings, daß ein moderner Diesel nach Euro 6 d temp eine absolut perfekte Antriebsquelle darstellt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TimurB 21.08.2019, 10:45
103. Nelly the Elephant

Zitat von fuxboml
Der sogenannten "Elephant in the room" wird geschickt umschifft: Die Betriebskosten! Wie erwähnt verbraucht der Nexo 1,2 kg H2 pro 100 km. Beim derzeitigen, planwirtschaftlich festgelegten und subventionierten Preis für KfZ-Wasserstoff sind das 11,40€ pro 100 km. Mit Diesel kostet das ca. 7,50€ (6l á 1,25€), mit Benzin ca. 9,80€ (7l á 1,40€), mit Ladestrom ca. 8€ (20 kWh á 0,4€), mit Haushaltsstrom ca. 5,80€ (20 kWh á 0,29€) und mit PV-Strom ca. 2,40€ (20 kWh á 0,12€).
Und mit Vollhybriden kosten die 100 km ca. 7 EUR (5l x 1,40).

Trotzdem macht es Sinn in der Übergangsphase alle möglichen neuen Technologien an die Wand zu werfen (fahren), um zu sehen, was kleben bleibt. Kein Versuch, kein Erfolg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jasper366 21.08.2019, 10:46
104.

Zitat von supergrobi123
Mir scheint, eine Tankstelle, die hunderte BZ-Autos pro Tag im 3-Minutentakt betanken kann, ist dann in Sachen "Teufelskreis" die bessere Alternative.
Tja, dumm nur das es eine solche Tankstelle nicht gibt.

Bei den Wasserstofftankstellen mit den leistungsfähigsten Cryopumpen dauert es nach Beendigung des Tankvorganges von Fahrzeug 1 ganze 7 Minuten bis wieder ausreichend Druck aufgebaut ist so dass Fahrzeug 2 tanken kann.

Im schlechtesten Fall verlängert sich diese Zeit auf über 30 Minuten bei einer Tankstelle die einen technischen Fahrzeugdurchsatz von 40 Fahrzeugen / Tag hat.

Das wird bei der Nennung des (angeblichen) Vorteiles 'schnelleres Tanken als an der Ladesäule' gerne verschwiegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
varlex 21.08.2019, 10:55
105.

Zitat von MapleLeaf
Wieder einer der nichts verstanden hat... 1. Herstellung und Distribution von H2 sind im Augenblick noch sehr teuer, weil es noch nicht genug Abnehmer gibt.
Sorry, aber das ist falsch.

Wasserstoff bekommt man an integrierten Chemieverbundstandorten quasi geschenkt, weil es in aller Regel als Abfallstoff anfällt.

Das teuerste an der Wasserstoffproduktion ist die Verdichtung und die Lagerung, sowie die Verteilung.

Es ist eher so, dass mit zunehmenden Bedarf der Preis eher steigen wird, weil die "Abfallkapazitäten" nicht ausreichen, somit direkt auf H2-Produktion umgestellt werden muss. Dies kann aus Erdgas geschehen, oder aus der vielfach teueren Elektrolyse.

Dann gibt es auch bisher kaum Steuern auf diese Art Treibstoff, wenn man bedenkt das beim Benzinpreis ca. 60% Steuern enthalten sind, wo kommt man dann beim H2 heraus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cyborgpiratelaserninja 21.08.2019, 10:58
106.

Zitat von burlei
Leider falsch. Den Mercedes GLC F-Cell gibt es nicht zu kaufen - er wird für nur noch 799 Euro/Monat vermietet. Natürlich nicht an Otto Normalverbraucher, sondern an "öffentliche Personen wie Politiker oder Personen, die in irgendeiner Art bedeutende Wirtschaftspartner sind" (Zitat: https://www.adac.de/der-adac/motorwelt/reportagen-berichte/auto-innovation/mercedes-glc-fuel-cell-test/) An die Kundschaft eben, auf die Mercedes hohen Wert legt. Audis H-Tron wird kommen, da bin ich mir sehr sicher. Er wird kommen denn - Audi kooperiert in Sachen F-Cell mit - Tata! - Hyundai! (Quelle: https://www.welt.de/motor/article179502890/Brennstoffzelle-Huyndai-kooperiert-mit-Audi.html) Also warum noch ein paar Jahre warten, bis der Nexo ein paar Audi-Ringe aufgeschraubt bekommt? Das Original ist jetzt schon bei jeder Hyundai-Niederlassung zu kaufen. Der "hohe Preis" des Nexo relativiert sich ja schon im Vergleich mit dem etwa gleich großen BMW X3 (siehe Artikel). 73.000 Euro für den vollständig ausgestatteten Nexo gegen 45.000 für einen X3 in der Basisausstattung. Rüstet man den X3 mit einem Teil der vergleichbaren Ausstattung des Nexo auf (der andere Teil ist bei BMW auch nicht für Geld und gute Worte zu bekommen), kommt man auch bei BMW locker auf einen Preis, der sich um dem des Nexo bewegt. Nein, es ist kein "wohlfeiles Bashing der deutschen Autoindustrie". Es ist eher die Verzweifelung über die fehlende Risiko-Bereitschaft, dem Zurückschrecken vor neuen Ideen bei gleichzeitiger voller Breitschaft, Millionenbeträge an Subventionen vom Deutschen Staat zu kassieren (Mercedes 65 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II), die selbst wohlmeinénde deutsche Autofahrer zu ausländischen Fahrzeugen greifen lässt. Haben Sie sich einmal umgesehen, wie viele Hyundai im Klein- und unterem Mittelklassesegment (Polo- und Golf-Klasse) mittlerweile als Hyundai i20 und i30, Kia Picanto, Rio, ceed, wie viele SUV der unteren Klassen Hyundai ix35, Tucson, Santa Fe, Kia Sportage und Sorento auf den Straßen rollen? Das waren alles Käufer, die ohne weiteres ein deutsches Fahrzeug gekauft hätten, wenn .... Und hier können Sie jetzt wahlweise alles mögliche einsetzen. Von überteuerten Fahrzeugen, überteuerten Ersatzteilen bis zum Betrug mit der Abgasreinigung.
Mercedes hat das gleiche Problem wie Hyundai. Die Technik ist teuer und noch eher in den Kinderschuhen. Das ist kaum tauglich für den Massenmarkt. Also wird zunächst ein einigermaßen kontrollierbares, begrenztes Angebot erzeugt. Fakt ist, dass man auch an der Technik arbeitet und dabei ist sie in den Markt zu integrieren. Ich würde das nicht als nennenswerte Hinterherhängen bezeichnen. Mit anderen Firmen zu kooperieren, wie es Audi tut, ist auch kein Zeichen dafür. Das ist einfach klug, da man eben auf der anderen Seite im VW Konzern massiv auf BEV setzt. Angesichts der unklaren Entwicklung eine wirtschaftlich kluge Entscheidung. Genau so wie die allgemeine Vorsicht. Auch im Bereich BEV wurde den deutschen Unternehmen jahrelang unterstellt die Sache zu verpennen. Gleichzeitig standen vor allem VW und BMW mit ihren BEVs auf den Verkaufscharts ganz oben. Siehe z. Bsp. E-Golf und I3 in Skandinavien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hru 21.08.2019, 11:00
107. Das ideale Auto für mich....

... wäre ein E-Auto mit einer moderaten Batterie (ca. 200 km Reichweite) und einer KLEINEN Brennstoffzelle als Range Extender. Dann kann ich 90% meiner Fahrleistung rein elektrisch schaffen und für den Rest dann mal Wasserstoff einfüllen. Und die 90% zu einem sehr viel besseren Wirkungsgrad als mit der Brennstoffzelle möglich ist. Selbst wenn wir die Erneuerbaren ausgebaut haben wird uns der Strom nicht so aus den Ohren kommen, dass wir uns da durchgängig Wirkungsgrade von 30% leisten können.
Die Voll-Wasserstoffantriebe scheinen mir Sinn zu machen für Fahrzeuge die immer große Strecken zurücklegen (Fernlaster, Schiffe, Flugzeuge) wo das Laden an der Steckdose nicht dafür steht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
estark 21.08.2019, 11:03
108. 8 bis 16 x ????

Zitat von spidermax
... die Brennstoffzelle kommt also ohne seltene Rohstoffe aus, also nicht, wie bei den Batterien (wo sich das auch gerade ändert). Weiter unten heisst es - äh, doch, die Brennstoffzelle basiert auf Platin (womit wir die gleiche Problematik haben wie beim Kobalt). Eigentlich eine schöne Technologie. Schade nur, dass die H2-Kette etwa 8 bis 19x soviel Energie benötigt wie der reine Elektroantrieb mit Batterie. Wer erzählt denn den Leuten im Land, dass wir dann ein Mehrfaches an Windrädern brauchen? Ach ja: wenn es die ersten Unfälle mit explodierenden 700bar H2 Tanks im PKW gegeben hat, mag das zu einer Neubewertung der Antriebstechnik führen.
Woher stammt diese Zahl ? Li Akku aktuell ca. 90 % Wirkungsgrad, Wasserelektrolyse ca. 70 %, Brennstoffzelle 60 %.
0,9 : ( 0.7 * 0,6) ergibt knapp über 2, also weit entfernt von 19.
Wohl mit der ineffizientesten Methode der Wasserstoffgewinnung.
Zum Vergleich mit Ve4brennungsmotoren nehmen wir auch nicht den 1 Zylinder 3 Liter Benzmotor aus dem 19. Jahrhundert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Faktomat 21.08.2019, 11:03
109. Seltene Erden

Zitat von MapleLeaf
Wieder einer der nichts verstanden hat... 1. Herstellung und Distribution von H2 sind im Augenblick noch sehr teuer, weil es noch nicht genug Abnehmer gibt. 2. Die Umlweltbilanz ist sogar jetzt schon besser als die von mit Batterien betriebenen Autos (Thema seltene Erden). Es ist Aufgabe der Politik die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass H2 aus erneuerbaren Energien hergestellt worden sein muss! 3. Niemand hat behauptet, dass Umweltschutz per se billiger sein kann oder muss, als weiterhin bedenkenlos fossile Brennstoffe für kinetische Energie zu verfeuern. Wenn nach dem Verursacherprinzip von Umelweltschäden Kraftstoffe korrekt bepreist wären, würde ein Liter 4-5€ kosten müssen. Somit stimmt Ihre Aussage nicht. 4. Sie dürfen natürlich nicht dem kWH-Preis für normale Endverbraucher zu Grunde legen bei Ihrer Rechnung. Außerdem sollte H2 direkt dort hergestellt werden, wo der Strom erzeugt wird und am besten in der Nähe von dort, wo er dann über die Tankstellen verteilt wird. Die Logistik ist eine ganz andere als heute bei der Verteilung von fossilen Kraftstoffen. Hinzu kommt, dass sinnvoller Weise eine Quersubventionierung aus anderen Bereichen (z.B. über eine CO2-Abgabe) erfolgen sollte. Manchmal wundert man sich wirklich über die Phantasielosig- und Lernunwilligkeit mancher Mitmenschen, wenn es darum geht eingefahrenes schlechtes Konsumverhalten abzulegen und lösungsorientiert zu denken.
Batterien brauen keine Seltene Erden. In E-Motoren, auch für Brennstoffzellautos, können diese, müssen aber nicht unbedingt verwendet werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 11 von 33