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Fahreignungstests für Senioren: "Das ist ein offener Affront"

Die EU regt eine regelmäßige Überprüfung der Fahrtauglichkeit aller Autofahrer über 50 Jahren an. Diese Forderung empört Auto Clubs. Der Auto Club Europa setzt auf freiwillige Gesundheitscheck. Allerdings sollten Mediziner die Anforderungen der Verkehrssicherheit berücksichtigen.

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clauswclausen 29.01.2009, 17:17
1. http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=3295847#post3295847

Zitat von sysop
Die EU regt eine regelmäßige Überprüfung der Fahrtauglichkeit aller Autofahrer über 50 Jahren an. Diese Forderung empört Auto Clubs. Der Auto Club Europa setzt auf freiwillige Gesundheitscheck. Allerdings sollten Mediziner die Anforderungen der Verkehrssicherheit berücksichtigen.
Europa nervt. Die Ambition von Brüssel, selbst Unsinniges zuchtmeisterlich regulieren, harmonisieren, normieren und standardisieren zu wollen, geht vielen Menschen und Firmen gegen den Strich. Mittlerweile findet nur noch eine hauchdünne Mehrheit von 52 Prozent aller Europäer die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU gut. Und nicht einmal die Hälfte bescheinigt der Union ein positives Erscheinungsbild.
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/articl...ordnungen.html

Jetzt ist, weil die Sache mit der Länge von Kondomen oder die mit der Krümmung von Bananen erledigt ist, wieder etwas in Vorbereitung - die EU-Beamten müssen ja schliesslich beschäftigt werden und sei es mit solch einem Blödsinn.
Das dürfte die damalige hauchdünne Mehrheit von 52 % stark schrumpfen lassen.
Ausserdem gibt es wichtigere Dinge zu tun.

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timtin 29.01.2009, 17:19
2. Endlich

Sollte eigentlich schon ab 40 eingeführt werden, wenn man sieht wie unfit einige schon ab diesem Alter sind.

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DJ Doena 29.01.2009, 17:22
3. Empörung?

Warum sorgt es eigentlich für Empörung? Alles, was gefährlich ist, erfordert ständige Gesundheitschecks. Und die Aufmerksamkeits- und Reaktionszeiten lassen im Alter nun mal nach, dafür brauch sich niemand zu schämen, das ist einfach so.

Meiner Meinung ist es sogar ungefährlicher auf der Autobahn mit 160 zu fahren, als in der Stadt mit 50 - zumindest für alle anderen. Meiner Meinung nach ist die Wahrscheinlichkeit, jemanden anderen als nur mich mit ins Grab zu nehmen, deutlich höher.


Und bevor jetzt jemand wieder "die Jugendlichen" anbringt: Nach erfolgreicher Fahrprüfung _können_ sie vernünftig Auto fahren, dass sie es oftmals nicht tun, ist bedauerlich und manchmal tödlich.

Aber bei dieser Diskussion geht es um die prinzipielle Fähigkeit, ein KFZ zu lenken.

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wahnsinnohneende 29.01.2009, 17:26
4. Gesundheits und Reaktionscheck

Ich selber fliege Segelflugzeuge und muß alle 2 Jahre zum Fliegerarzt, ab 60 jedes Jahr. Das halte ich auch für Autofahrer für sinnvoll, denn es wird der Sehaparat (durch Augenarzt), Höhrfähigkeit und Leistungsfähigkeit geprüft (durch Fliegerazt). Wann macht man dass sonst schon?

Der Aufschrei der Automobilclubs verstehe ich nicht, denn denen soll doch Sicherheit aller am Herzen liegen. Es gibt sehr gute Autofahrer, selbst mit 80 Jahren, aber es gibt eben auch solche, die eher eine Gefahr darstellen trotz großer Erfahrung, die sicher ein paar Mängel kompensieren kann. Der Autoverkehr nimmt immer mehr zu. Die Zeiten, als man in den end 60er Jahren diskutierte, dass 3 Bier und ein Schnaps im Auto noch erlauben wollte, sind lange vorbei, und man braucht heute schnellere Reaktionsfähigkeit als noch vor 30 Jahren.

Ab einem gewissen alter ist dann schon sinnvoll, den Lappen abzugeben, oder einzurahmen.

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franxinatra 29.01.2009, 17:29
5. Was denn dann als nächstes?

Prüfung zur Berechtigung zur Führung eines Fahrrades? Zulassungsprüfung für Rollatoren? Müsste nicht sogar die Eignung als Fußgänger genauer untersucht werden?
Es wird wohl nicht mehr lange dauern, und die Antwort auf die 'gereontologische Herausforderung' wird ein sanftes Euthanasieprogramm.

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clauswclausen 29.01.2009, 17:31
6. http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=3296135#post3296135

Zitat von DJ Doena
Warum sorgt es eigentlich für Empörung? Alles, was gefährlich ist, erfordert ständige Gesundheitschecks. Und die Aufmerksamkeits- und Reaktionszeiten lassen im Alter nun mal nach, dafür brauch sich niemand zu schämen, das ist einfach.....
"Aber bei dieser Diskussion geht es um die prinzipielle Fähigkeit, ein KFZ zu lenken."
Und diese Fähigkeit sprechen Sie "den Alten" ab ?

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bestoff5 29.01.2009, 17:32
7. Schwachköpfe

Täglich neue Beweise wieviel Schwachköpfe mit unserem Geld in Brüssel rumturnen.
Dieser Schwachsinn der zum größten Teil in Brüssel fabriziert wird spottet jeder Beschreibung.Das sind alles weitere Sargnägel für die Europaakzetpanz.

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Juri 29.01.2009, 17:33
8. War das jetzt früher besser? Oder schlimmer?

Interessant ist doch vor allem folgende Aussage gleich am Anfang des Artikels:
"... "Das ist ein offener Affront gegen die wachsende Zahl vollkommen fahrtüchtiger Senioren", echauffiert sich der Leiter der Verkehrssicherheit beim Auto Club Europa,..."
War der Anteil fahrtüchtiger Senioren früher niedriger?
Gilt die Aussage für absolute oder relative Mengen, lieber ACE?

Aber jetzt mal im Ernst, ich gehöre ja noch zu den Jüngeren, und manchmal frage ich mich wirklich, ob Hüte beim Autofahren nicht die Sicht einschränken und verboten werden sollten, wenn an der leeren Kreuzung vom Hutträger erstmal für eine (gefühlte) halbe Minute die Lage sondiert wird, ob da wirklich nichts kommt, bevor gefahren wird.
Dies an sich ist ja nicht schlimm, nur ein wenig nervenzehrend für Auch-über-die-Kreuzung-Wollende. Wichtiger ist da schon die Fragestellung:
Dauert das dann beim Hutträger auch bei potenziell gefährlichen Verkehrssituationen so lange?

Von daher bin ich für derartige Tests - allerdings frühestens ab dem Rentenalter (also 67), da niemand um seinen Führerschein bangen sollte, solange er jeden Tag zur Arbeit muss.

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jot82 29.01.2009, 17:42
9. Ja

Ich denke, dass eine Fahreignungsprüfung für Senioren keine verkehrte Sache wäre (solange sie sich in einem geregelten Rahmen bewegt, z.B. alle 5 Jahre)... wer noch fahren kann, muss ja nichts schlimmes befürchten - wer nicht, verliert den Führerschein zurecht.

Mein Opa (mittlerweile verstorben) hat bis zuletzt seinen Führerschein behalten und ist damit auch gefahren - obwohl er ihn eigentlich (meiner Einschätzung nach) längst hätte abgeben müssen. Über die letzten Jahre hat er mehrere kleine Rempler verursacht, sowie einen etwas schwereren Unfall wo quasi das ganze Auto hinüber war. Trotzdem werden all diese Unfälle nicht in der "Senioren-Unfallstatistik" auftauchen, denn die wurden alle unter der Hand geklärt - wie so viele in Deutschland, insbesondere wenn "erfahrene" Autofahrer beteiligt sind, die die Versicherungen und insbesondere die Polizei aus dem Spiel lassen - auf dem Papier war mein Opa über 50 Jahre unfallfrei gefahren.

Der einzige Grund, wieso wir (die Kinder und Enkel) ihm den Führerschein nicht weggenommen haben war, dass er ja nicht der einzige in so einem Zustand auf Deutschlands Straßen war. Wieso sollten wir ihm seine Mobilität rauben, während hunderttausende(/Millionen?) andere tickende Zeitbomben weiterhin unterwegs sind.
Darum ist hier auch ein umfassender Ansatz gefragt, nicht nur die Fahrtauglichkeit sollte geprüft werden, sondern auch entsprechende Alternativen, um die Mobilität von Senioren weiterhin zu garantieren, angeboten werden. Mein Opa hätte sich beispielsweise niemals die 1,5 Kilometer bis zur Bushaltestelle gequält - da muss eine verbesserte Sammeltaxi-Lösung oder ähnliches her (und die kann dann praktischerweise auch von der jungen Generation mitgenutzt werden - langfristig macht es sowieso Sinn den Individualverkehr einzuschränken und ÖPNV zu optimieren).

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