Forum: Auto
Falsche Herstellerangaben: Neuwagen schlucken 39 Prozent mehr als angegeben
DPA

Trotz aller Debatten über den Abgasskandal: Autos verbrauchen im Straßenverkehr deutlich mehr Sprit, als die Herstellern angeben. Eine Studie zeigt, dass die berechnete CO2-Reduktion damit weit verfehlt wird.

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ich2010 11.01.2019, 13:30
180.

Zitat von geri&freki
Auch diesmal werden wieder zwei schlichte Erkenntnisse übrig bleiben: 1. Die Autohersteller mogeln weiterhin, dass sich die Balken biegen. 2. Als wahrer Schuldiger wird am Ende wieder die Deutsche Umwelthilfe denunziert und an den Pranger gestellt - weil sie es wagt, die dreisten Mogeleien öffentlich zu machen und den Finger in die Wunde zu bohren.
Man kann ein Auto sparsam fahren, dann kommt man gut an den angegebenen Verbrauchswert hin (eigene Erfahrung, sowohl mit einem Diesel als jetzt mit einen neuen Benziner). Oder aber man hat Spaß und der Spaß kostet. Dann kann man den Verbrauch auch gut in die Höhe treiben. Und wenn dann noch einige Oberschlaue im Stadtverkehr nicht in der Lage sind in den 4. oder gar 4. Gang zu schalten, na dann braucht man sich über erhöhten Verbrauch nicht wundern. Wo genau ist da jetzt Betrug zu erkennen? Oder muss man neuerdings noch einen Warnhinweis aufkleben, dass bei hochtourigem und/ oder nicht sparsamen Fahren mehr Kraftstoff verbraucht wird...?!

Die DUH ist ein dubioser Abmahnverein, der sich aus Klagen finanziert. Dank dieser Klagen haben Tausende Dieselbesitzer einen enormen Wertverlust hinnehmen müssen. Dazu kommen noch Entlassungen wie z.B. bei Bosch, die durch die Fahrverbote und damit gesunkener Nachfrage nach Dieselautos verursacht wurden. Dies hat die DUH alles billigend in Kauf genommen. Das ist asoziales Verhalten und man hätte das auch anders lösen können. Aber dann wär die DUH ja pleite, das geht ja nicht...

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Realist111 11.01.2019, 13:30
181. Ganz genau, ...

Zitat von marcaurel1957
Den BGH interessieren nur die Werte, die im Testzykus auf dem Prüfstand ermittelt werden.Diese dürfen nur um max. 10% überschritten.....
... und wenn der Käufer (= Kläger in dem genannten Fall) einen tatsächlichen Verbrauch nachweist, der mehr als 10 % über den Prüfstandswerten liegt, ist dies lt. BGH-Beschluss illegal - das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen ...

... oder einfach zur Kenntnis nehmen, dass der BGH so entschieden hat!

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Al29 11.01.2019, 13:31
182. Was ist denn der Alltagsverbrauch?

Ich fahre meinen 190 PS BMW Diesel zwischen 4,5 (dicht an den angegebenen Herstellerangaben) und 8,5 Litern. Saublöde Diskussion.

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harald441 11.01.2019, 13:31
183. Die Medien und die meisten Deutschen

wollen und können es einfach nicht kapieren! Die Verbrauchsangabe im Autoprospekt dient nur dazu näherungsweise den Spritverbrauch der Autos der Kfz-Hersteller untereinander einigermaßen zu vergleichen. Dazu müssen sich nur alle auf ein für alle vorgeschriebenes Verbrauchsmeßverfahren einigen, welches in der Fließbandproduktion und der Endkontrolle auch handhabar ist. Nach welcher Methode dabei gemessen wird, ist zweitranig. In der Realität bestimmen Dutzende von Parametern den realen Kraftstoffverbrauch eines Autos, als da sind: Temperatur der Außenluft und des Motors, Vergasereinstellung, Schiebewind oder Gegenwind, Regen und Luftfeuchtigkeit, Fahrweise des jeweiligen Fahrers, Straßenbelag, Steigung der Fahrbahn und vieles andere mehr. Selbst, wenn man in der Produktion ein Auto klonen könnte, was wegen der Fertigungstoleranzen unmöglich ist, so würden doch zwei Fahrer dieses in der Theorie fast identischen Autos NIE denselben Kraftstoffverbrauch feststellen. NIE.
Meine einfache Faustformel für einen Mittelklassewagen lautet: Etwa realer Kraftstoffverbrauch = Katalogwerte + 1,5 ltr/100 km.

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mxmx 11.01.2019, 13:32
184. Wie oft denn noch?

Die Verbrauchsangaben beziehen sich (bisher noch) auf den NEFZ, ein gesetzlich vorgeschriebenen Prüfzyklus. Die Verbrauchsangaben sind nicht falsch, sondern gelten nur für einen anderen Betriebszustand.
Die Hersteller haben bei der Wahl des Prüfzyklus auch keine Wahlfreiheit, sondern er ist gesetzlich vorgeschrieben. Der NEFZ wurde 2018 durch WLTP abgelöst, das realistischere Zahlen verspricht.
Die Verantwortung für die wirklichkeitsfremden Verbrauchsangaben liegt bei der Politik, die den Prüfzyklus vorgegeben hat und nicht bei der Automobilindustrie.

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krautrockfreak 11.01.2019, 13:32
185. Der Skandal ist ja nicht, dass die "schummeln", sondern dass man das

seit 30 Jahren weiß und die Politik sich nicht an das Thema wagt. Die Hörigkeit vor der Autolobby in Deutschland ist gewaltig und ein weiteres Zeichen, was bei uns so alles schief läuft.

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Ottokar 11.01.2019, 13:33
186. Da es sich

nach der Überschrift nur um Neuwagen handelt bin ich froh einen alten Karren zu fahren.

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nachdenken01 11.01.2019, 13:33
187. Treibhausgasreduktion nur auf dem Papier

Viele Foristen haben zumindest schon mal erkannt, dass nicht die Hersteller schuld an den unrealistischen Angaben sind, sondern der Gesetzgeber, der solch unrealistische Laborbedingungen zulässt. Nur mal am Rande: Das Gesetz lässt es zu, die gemessenen Werte um bis zu 4% Messtoleranz anzupassen. Außerdem darf die Geschwindigkeitskurve mit 2km/h Toleranz abgefahren werden. Weiterhin muss keine Serienbereifung verwendet werden, der Luftdruck darf höher als für den Kunden empfohlen sein, die Fugen dürfen abgeklebt sein etc.
Viele Foristen haben auch richtig erkannt, dass für einen fairen Vergleich standardisierte Testbedingungen notwendig sind und für einen Vergleich zwischen den Modellen/Herstellern der absolute Wert eigentlich nicht wichtig ist.
ABER: Die Angaben sollten natürlich sinnvollerweise auch als Orientierungshilfe für den Verbraucher dienen, was nur dann der Fall wäre, wenn die Herstellerangaben den durchschnittlichen Realverbräuche entsprächen. Wenn aber die Mehrheit deutlich mehr verbraucht (auch wenn einzelne Foristen tollerweise die Herstellerangaben erreichen, aber interessanterweise auch niemals deutlich unterbieten), ist der Testzyklus einfach zu praxisfern und stellt aktuell eher einen Minimalverbrauch dar.
Weiterhin dienen die Herstellerangaben der EU, die schrittweise CO2 Reduktion im Mobilitätssektor voranzutreiben. Damit dies aber nicht nur auf dem Papier erfolgt, ist es notwendig, dass die Herstellerangaben auch einigermaßen gut die realen Bedingungen wiederspiegeln. Wenn die Schere da aber immer weiter auseinandergeht, sieht es auf dem Papier so aus, als ob wir bzgl. CO2 im Mobilitätssektor vorankommen, wundern uns aber dann, dass die tatsächlichen Emissionen dann doch stagnieren oder sogar ansteigen.

Nachdem diese Dinge schon seit etlichen Jahren bekannt sind, hat der Gesetzgeber ja auch ein wenig reagiert und den realistischeren WLTP Zyklus eingeführt. Dieser erlaubt aber immer noch einigen Spielraum und da die Autolobby es schlauerweise erreicht hat, dass sich die von der EU geforderte CO2-Reduktion von 2021 bis 2030 von 37.5% auf den neuen WLTP bezieht, die für 2020 geforderten 95g/km aber noch auf den alten NEFZ, wird es so laufen, dass die Hersteller alle NEFZ-Testzyklus-Schlupflöcher bis 2020 voll ausschöpfen, um die 95g/km irgendwie auf dem Papier zu schaffen aber gleichzeitig den jetzigen WLTP-Zyklus möglichst schlecht absolvieren, um die 37.5% bis 2030 auf Basis WLTP möglichst einfach zu schaffen. Und alle werden sich dann wieder wundern, warum die CO2 Flottengrenzwerte immer weiter nach unten gehen und sich bei den tatsächlichen Emissionen so gut wie nichts tut (liegt aber natürlich auch an der wachsenden Fahrleistung aller PKW, die der Gesetzgeber ja durch höhere Mineralölsteuer/CO2 Steuer, City Maut etc. keinesfalls reduzieren möchrte).

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draco2007 11.01.2019, 13:33
188.

Zitat von heutemalich
Man muss sich nicht wundern, dass das Vertrauen in die Demokratie verloren geht und rechte Demagogen immer erfolgreicher werden. Es fällt auch immer schwerer, diese zu verurteilen, denn Wirtschaft ....
Weil sie und die rechten Demagogen schlicht zu blöd sind zu verstehen was LABORwerte und reale Werte sind?
Die Tests der Autohersteller sind vom Staat komplett vorgegeben.

Genormter Sprit.
Genormte Luft.
Exakt definierte Punkte für Beschleunigung/Bremsen.
Das dient alles der VERGLEICHBARKEIT. Jedes Fahrzeug muss durch exkat die gleichen Test. ALLE. Und damit erreichen sie schlicht eine Vergleichbarkeit unter den Fahrzeugen. Dass der realistische Verbrauch da drüber liegt ist schlicht irrelevant.
Es geht nur darum, dass ein Auto mit 5l pro 100km bei gleicher Fahrweise weniger verbraucht als eins mit 8l pro 100km.
Ob das bei ihrer persönlichen Fahrweise dann 7l pro 100km sind bzw 10l pro 100km ist IRRELEVANT.

Hier fehlt echt grundlegende Schulbildung, wenn "das Volk" nicht versteht, wozu man Laborwerte ermittelt und nicht die Autos einfach auf der normalen Straße fahren lässt...
Die einzige Problematik ist der mögliche Betrug, weil man die Fahrzyklen theoretisch erkennen kann und damit z.B. das Sprit-Gemisch ändern kann, was in niedrigerem Verbrauch/Emission endet.
DAS ist aber Betrug und so nicht vorgesehen.

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k70-ingo 11.01.2019, 13:34
189.

Zitat von RalfBukowski
...bei meinem 20 Jahre alten Benz wird in der Betriebsanleitung der Drittelmix angegeben. Und genau soviel verbraucht er auch... (früher war alles besser!)
Ich besitze von dem von mir bevorzugten Automodell zwar die weltgrößte Sammlung an Bedienungsanleitungen und Verkaufsprospekten, aber die Verbrauchswerte habe ich noch nie nachgeschlagen. Ich kenne die Angaben dazu wirklich nicht.

Weil ich weiß, daß die Werksangaben eh nichts mit der Realwelt zu tun haben. Und weil es mich schlicht nicht interessiert.

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