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Feindbild Nahverkehr: Wie zwei Brüder Bahnprojekte in den USA zerstören
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Busse und Bahnen sind für sie Teufelszeug: In den USA kippen Gegner des öffentlichen Nahverkehrs ein Neubauprojekt nach dem anderen. In Deutschland formieren sich Nachahmer.

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GoaSkin 01.01.2019, 14:31
170. mit der FDP-Argumentation sollte es keine Straße ohne Tram geben

Wenn die Menschen frei entscheiden sollen, womit sie sich fortbewegen, dann kann es doch nicht wahr sein, dass es immernoch Straßen ohne Straßenbahnschienen gibt. Denn ohne Straßenbahnschienen muss man schließlich das Auto nutzen und kann sich ganz und garnicht frei entscheiden, womit man sich fortbewegt.

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ulijoergens 01.01.2019, 14:32
171. Verrückt - und doch nicht ganz falsch

Der absehbare Wandel der Mobilität, vor allem die Elektrifizierung des Straßenverkehrs, wird die Frage aufwerfen, ob zwei parallele Infrastrukturen wirtschaftlich, umwelttechnisch sinnvoll sind.
Warum nicht autonome Lastwagen in Zukunft elektrisch mit verfügbarem Oberleitungsstrom auf Gleisen fahren lassen?
Es wird in absehbarer Zukunft keinen Grund mehr geben, Wagons zu Zügen zusammenzukoppeln. Im Gegenteil, die alte Eissenbahn ist vor allem im Güterverkehr zu langsam und unflexibel, das ist ja schon seit Jahren ein Problem. Außerdem ist es effektiv unmöglich, die ahnkapazität vor allem dort auszubauen, wo sie heute überlastet ist, nämlich in den Ballungsräumen.
Umgekehrt wird die Bahn ein noch massiveres Wirtschaftlichkeitsproblem haben, wenn der Straßenverkehr durch Automation flexibler, umweltschonender und kostengünstiger wird.
Es passt vielleicht nicht zur herrschenden Meinung, aber elektrische Lastwagen sind sicher nicht lauter als Güterzüge. Lärm ist aber ein Riesenproblem von Bahntrassen, aus politischen Gründen will das aber niemand hören. Gleichwohl protestieren oft genau diejenigen gegen den Ausbau von Bahntrassen, die auf der anderen Seite den Verzicht auf das Auto zugunsten von öffentlichen Verkehrsmitteln propagieren. Das heutige duale Verkehrssystem hat in dieser Form sicher ausgedient. Die Flächennutzung von zwei miteinander nicht kompatiblen Systemen ist einfach zu ineffizient.
Ich denke, in 20 bis 30 Jahren werden die bestehenden Straßen zu virtuellen Schienen ausgebaut (mit Stromversorgung auf den Fernstraßen) und die Schienen werden zu ebensolchen Fernstraßen umgebaut. Bahnhöfe in der Innenstadt werden damit auch eher überflüssig, in die Innenstädte fahren wir dann mit autonomen Sammeltaxis oder Jumbobussen. So abwegig ist das nicht, oder?

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Edgard 01.01.2019, 14:32
172. "Alle Verkehrsteilnehmer sollten frei entscheiden,...

... womit sie sich fortbewegen.." ist doch eine glatte Lüge - wenn die FDP verhindert daß daß es eine nennenswerte alternative gibt. Und daß SPD-Scholz genau diese Position stützt zeigt wessen Lied doret gepfiffen wird. Der alltägliche Stauwahnsinn, Parkplatzmangel, Schadstoffbelastung, Stress... all das wird gern ignoriert - nein, nochmal - die FDP arbeitet im Sinne der Autolobbylüge die eben verhindert daß die Menschen überhaupt eine Wahl haben.
In Einem muss ich den Anti-ÖPNV-Lobbyisten jedoch Recht geben: Mit dem autonom fahrenden wird der ÖPNV tatsächlich in seiner jetzigen Form obsolet - mit Poolfahrzeugen ist es ein individualisierter ÖPNV.

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jujo 01.01.2019, 14:33
173. ....

Zitat von ruediger
ÖPNV ist zumeist viel langsamer und unbequemer als das eigene Auto. Also müsste er um wettbewerbsfähig zu sein zumindest viel kostengünstiger als das Auto sein. Ist er aber nicht. Da er aber ohnehin schon hoch subventioniert ist, sind wohl die zugrunde liegenden Strukturen (kommunale Monopol Anbieter mir Verdi organisiertem Personal) und Technologien (häufig eigene Schienen auf denen nicht überholtt werden kann) nicht flexibel genug
Wir haben mal mit Nachbarn Carsharing gemacht. die hatten einen Golf, über eine ADAC Tabelle wurde der KM Preis errechnet, der lag bei, "all in" 45 PF. / KM Von Reinbek in die HH Innenstadt über die B5
ca 20Km, also hin und zurück 40km , das wären dann 20 DM gewesen. Selbstverständlich haben wir da den ÖPNV benutzt, Tageskarte / Person seinerzeit 4,80 DM. Mit 2 Personen also mindestens 50% billiger.
Bequem, stressfrei, keine Parkplatz suche oder durch ein Parkhaus cruisen, plus Parkgebühr. Jeder der klar bei Verstand ist erkennt die Vorteile.
Das carsharing rechnete sich nur bei kurzen Distanzen innerorts von Reinbek.

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jogola 01.01.2019, 14:34
174. Freiheit

Zitat von ryo_de_paris
Ein ÖPNV Projekt zu stoppen oder erst gar nicht in Betracht zu ziehen, nimmt dem (jetzigen und zukünftigen) Bürger diese Entscheidung. Ist für mich irgendwie das Gegenteil von Freiheit...
Die Freiheit besteht doch darin, dass man sich den Lobbysten aussuchen kann, von dem man sich sponsoren lässt.

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mwroer 01.01.2019, 14:34
175.

Zitat von ryo_de_paris
Zitat: "Die Liberalen geißelten das Vorhaben als "auf Schienen gelegten Wahnsinn einer ideologisierten Verkehrsplanung" des rot-rot-grünen Senats. Alle Verkehrsteilnehmer sollten frei entscheiden, womit sie sich fortbewegen - gern auch mit dem eigenen Pkw." Zitat Ende. Soso, und wie soll das bitte funktionieren, wenn die Alternativen torpediert werden? Ich lebe im Zentrum einer Großstadt und habe bewusst kein Automobil. Dank erstklassigem Nah-und Fernverkehr, ist das auch gar nicht nötig. Sicher ist Autonomes Carsharing on demand die Zukunft, aber bis es soweit ist, sollte jeder frei sein weiterhin für sich entscheiden können ob er einen PKW oder den ÖPNV nutzen möchte. Ein ÖPNV Projekt zu stoppen oder erst gar nicht in Betracht zu ziehen, nimmt dem (jetzigen und zukünftigen) Bürger diese Entscheidung. Ist für mich irgendwie das Gegenteil von Freiheit...
In dem Fall war das allerdings richtig weil auf der Strecke sowieso schon die U-Bahn fährt und man im Grunde des Autoverkehr während der nicht unerheblichen Bauzeit massiv behindert hätte.

Natürlich hat man nicht immer die Wahl zwischen Bus, U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn sondern einfach die Wahl zwischen Auto, ÖPNV und anderen Fortbewegungsmitteln (Fahrrad etc).

Anders lässt sich in einer großen Stadt der Verkehr auch nicht planen.

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sven2016 01.01.2019, 14:36
176. Die Koch-Brüder sind allgemein bekannt.

Jetzt ist nur noch der Eine aktiv, aber mit dem ganzen Geld. Von Sarah Palin bis NRA und Donald Trump, von Aufhebung der Umweltgesetze bis zu ausschließlich privater Gesundheitssysteme unterstützen die Alles was rechts und profitabel für sie ist.

KKK inbegriffen.

Der öffentliche Nahverkehr in den USA wurde allerdings auch ohne diese Polit-Gangster jahrzehntelang so vernachlässigt, dass man in vielen Städten komplett neu starten müsste.

In D sieht es noch nicht so schlecht aus, aber auf dem Weg sind wir.

P.S.: Wenn die FDP etwas unterstützt, kann man heute sicher davon ausgehen, dass es den Bürgern schadet. Deren Klientel ist marginal und hat eigene Interessen.

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mullertomas989 01.01.2019, 14:43
177. @ ruediger 14:02

Das Auto wird doch am Ende noch höher (als die Bahn) subventioniert!! Nicht nur durch Kfz-Steuer. Auch durch die Aussparung deutlich höherer externer Kosten!! Das merken Sie nur nicht, aber am Ende zahlen Sie die auch mit Ihren Steuern!! Alles in allem ist Autofahren fast immer teurer als ÖPV. Alles andere sind Fake News.

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mwroer 01.01.2019, 14:50
178.

Zitat von cobaea
Das stimmt in dieser Absolutheit nicht. Es stimmt aber in vielen deutschen Gegenden, weil der ÖPNV schlecht ausgebaut ist. Dort, wo er gut ausgebaut ist, ist er eine echte Alternative: verlässliche, kurze Takte in den Fahrplänen, ebenerdige Einstiege, viele Haltestellen (Regionalzüge weniger als S- oder U-Bahnen und die weniger als Trams oder Busse). Der ÖPNV muss nicht wesentlich günstiger sein als der Autoverkehr - er sollte nur nicht mehr kosten.
Oh doch er muss günstiger sein als Auto fahren jetzt. Zum einen weil der ÖPNV, wenn Sie ihn in der Tat so teuer machen wie Auto fahren heute, für viele die ihn jetzt benutzen schlicht nicht mehr leistbar ist, zum anderen weil er ganz objektiv nicht so gut ist.

Jede Taktung nimmt Ihnen ein bisschen Mobilität und Bequemlichkeit, jedes Kilogramm das Sie bewegen müssen macht den ÖPNV komplizierter zu benutzen (bis hin zu unbenutzbar für ältere Menschen oder größere Objekte).

ÖPNV in hoher Taktung mit Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder (die letzte Meile) wäre sauteuer und letztlich bleibt dann von 'in einen 10 Meter Bus passen mehr Leute als in 3 Autos' nicht mehr viel übrig wenn diese Leute alle ein 'letzte Meile Verkehrsmittel' dabei haben.

Ziel muss ein für alle leistbarer ÖPNV sein - kein Ersatztransportmittel für Leute die jetzt auch gerne mal einen Tesla S kaufen und nur maulen weil die hippe Wohnung im Szeneviertel zwar schick aber die Stadt irgendwo so laut ist - und voll mit Menschen denen das nichts ausmacht.

Damit tue ich ggf dem einen oder anderen Unrecht aber so liest sich das hier manchmal.

Weiter vorne beschwert sich jemand über schlechte Luft - nach dem er an eine 4 spurige (!) Straße gezogen ist. Da muss man sich doch wirklich fragen was in so einem Kopf vorgeht.

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observerlbg 01.01.2019, 15:06
179. Das Gute, die Biologie....

die beiden alten Ignoranten sterben bald und die Nachfolgegeneration ist schon ein bischen weniger ignorant. Und so geht es weiter. Der Individualverkehr, wie wir ihn heute haben, ist bald Geschichte. Alle die, die sich auf die Kontinuität des Aktuellen verlassen, werden sich noch wundern.

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