Forum: Auto
Feindbild Nahverkehr: Wie zwei Brüder Bahnprojekte in den USA zerstören
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Busse und Bahnen sind für sie Teufelszeug: In den USA kippen Gegner des öffentlichen Nahverkehrs ein Neubauprojekt nach dem anderen. In Deutschland formieren sich Nachahmer.

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localpatriot 01.01.2019, 15:54
190. Die Welt in einer Retro Periode

Zitat von observerlbg
die beiden alten Ignoranten sterben bald und die Nachfolgegeneration ist schon ein bischen weniger ignorant. Und so geht es weiter. Der Individualverkehr, wie wir ihn heute haben, ist bald Geschichte. Alle die, die sich auf die Kontinuität des Aktuellen verlassen, werden sich noch wundern.
Die Debatte über Auto versus Schiene, im Nah und im Fernverkehr wurde bereits in den 1950er Jahren durch harte und erfolgreiche Lobbyarbeit von der Autoindustrie gewonnen und heute ist es doch so dass in den meisten Städten der Neuen Welt persönlicher Autobesitz eine absolute Notwendigkeit ist. Und ausserdem will fast jeder Mensch auf dieser Erde sein eigenes Auto, vorzugsweise ein grosses der Oberklasse.

Dagegen gibt es dann die Argumente: Je mehr Strasse, je mehr Verkehrschaos und wohin mit dem Auto wenn man ankommt. Oder wie lange bleibe ich im Verkehr stecken.

Schlechte Luft von Abgasen ist ein Diskussionspunkt, jedoch ist das Problem nicht intensiv genug um das Verhalten nachhaltig zu beeinflussen. Beijing und andere Grossstädte der Welt sind hier klassische Beispiele. Angeblich kann man die Luft gelegentlich kaum atmen, dennoch nimmt die Autozahl weiter zu, trotz der Luft und trotz des organisierten Nahverkehrs.

Um dem Artikel etwas Balance zu geben, wäre es angebracht über Städte in der Welt zu berichten welche erfolgreich Nahverkehrs Lösungen in dieser Zeit umsetzen, und diese gibt es bestimmt in aller Welt.

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Hamberliner 01.01.2019, 15:56
191. alles, aber keine Straßenbahnen

Glitschige Stahlprofile mitten in der Fahrbahn, an schwierigen Stellen obendrein als Gewirr von Weichen, bedrohen einspurige Verkehrsteilnehmer. Das sind nicht nur Motorradfahrer sondern auch Fahrrad- und Pedelec-Fahrer. Deswegen bin ich zwar ein Gegner von Straßenbahnen, aber aus völlig anderen Gründen als besagte Yanks. Der öffentliche Personennahverkehr auf der Straße sollte Bussen mit nichtmineralischem Antrieb gehören. Ob Dieselmotoren mit synthetischen Kraftstoffen, ob Elektromotoren mit Brennstoffzelle und Wasserstoff ist mir egal. Hauptsache es gibt überall schikanefrei und für alle befahrbar eine griffige ebene Fahrbahndecke.

Übrigens landeten damals in den 1960ern die vertriebenen US-amerikanischen Straßenbahnwaggons durchaus nicht auf dem Schrottplatz, sondern fanden woanders dankbare Abnehmer. Sie fuhren z.B. in Barcelona, wo ich aufgewachsen bin. Riesengroß, äußerst komfortabel, und offenbar fast im Originalzustand. Der Fahrer hatte Platz ohne Ende, um beim Fahren ein langes Bocadillo in sich hinein zu stopfen. Neu waren nur die Schilder im Innern: Es ist verboten zu fluchen und auf die Erde zu spucken.

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BBirke 01.01.2019, 15:57
192. Die Komfortzone ist das Maß der Dinge!

Zitat von hackebeilchen
" Jede Änderung in der Mobilität muss den Status Quo der Automobilität mindestens erhalten, [...]" [...] Möglicherweise mag dieser Ihr Bauchgefühl und Komfortstreben in Ihrer persönlichen Wohlfühlzone zugrunde liegen. Aber das ist alleine ist kein stichhaltiges Argument. Lediglich eine egoistische Forderung.
Doch genau diese Komfortzone, die Vermeidung unnötiger Härten ist das Maß der Dinge. Objektive Notwendigkeiten kommen dazu, dass man bei über 2 Stunden pro Pendelstrecke seinen bisherigen Job nicht mehr machen kann, und wahrscheinlich auch keinen anderen. Andererseits hätte auch eine weitgehende Demobilisierung auf Klimaziele nur relativ geringen Einfluss, einfach mal mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts rumspielen!

Bei der ganzen Anti-Auto Agitation steht auch die Gängelei und Schikane, die selbstzweckhafte Zerstörung der Komfortzone und das Versauern des Lebens mit unnötigen Härten und Kosten, das Aufzwingen von Verzicht und Askese im Vordergrund, was dann nur bemäntelt wird, je nachdem, mit Umwelt oder Verkehrssicherheit ls Vorwand. Warum werden sonst Ampeln auf rote Wellen geschaltet und lässt man Autos bei jeder Gelegenheit anhalten und warten? Es erzeugt mehr Lärm und Abgase und Gefährdungen, macht Millionen das Leben zur Hölle, ohne irgendeinen Nutzen zu bringen! Warum wird sonst, als vermeintliche Reaktion auf erhöhte Schadstoffwerte, stur weiter Tempo 30 auf Hauptstraßen gefordert, obwohl es erwiesen mehr Schadstoffe und CO2 erzeugt? Warum seit Anfang des Automobils immer die Forderung nach Tempolimits, obwohl Gurte, Airbags, Katalysator, Feinstaubfilter viel bessere Lösungen für alle mit dem Auto verbundenen Probleme waren?

Nein, da geht es nicht um Umwelt, das ist böswillige, selbstzweckhafte Gängelei, die bekämpft gehört!

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bigroyaleddi 01.01.2019, 15:58
193. Danke für diesen Beitrag

Ich wußte zwar, dass den Amis mit dem öffentlichen Nahverkehr prinzipiell geistig nicht zu helfen ist. Aber dass in diesem Maße da lobbyiert wird, das war mir nicht bekannt und bewußt. Vor allem, dass das hier ähnliche Auswüchse hat bzw. haben kann.
Da hilft nur die Warnung an alle unbedarften. Autostraßen dürfen also mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Bei der Bahn hebt man allerdings die Augenbrauen. Warum ist das denn mit unserer Bahn teilweise so ein Fiasko, weil das den Schreiern für einen "autonomen" Straßenverkehr nicht passt. Klimawandel und Folgen sind da nicht nicht ganz angekommen.

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Gleichstrom 01.01.2019, 16:03
194.

Bei aller Kritik an der autogerechten Stadt: Auch wenn Intention und Gesamtkonzept veraltet sein mögen, die diesem Konzept folgend angelegte Infrastruktur ist effizient und vorhanden - bietet einerseits zusätzlichen Raum für ÖPNV-Anlagen, andererseits eben auch einen effizienteren Individualverkehr als er mit Bestrafungsmaßnahmen möglich ist. Prüfe alles, behalte das Gute!

Heißt hier, daß eine autogerechte Stadt gute Voraussettungen bietet, inklusive eines leistungsfähigen ÖPNV den Schritt zur Bewohnergerechten Stadt einfacher tun kann als Andere.

Bitter allerdings ist, effiziente und sichere Elemente wie Rechtsabbiegerschrägen rückzubauen, teils mit der Konsequenz, daß sich entgegenkommende Busse aufeinander warten müssen - und alle mit. Das ist sicher Meckern auf hohem Niveau einerseits, andererseits wird hier Geld zur Verschlechterung der Infrastruktur ausgegeben, was zumindest mir als widersinnig erscheint.

In Hannover gab es mal an einer großen innenstadtnahen Kreuzung eine Brücke, die einen Bypass für eine der Hauptrichtungen bot. Diese wurde abgeschafft, u.A. mit der Begründung, es sollten nicht "zwei Ebenen von Autos dominiert" werden. Nun wird eine Ebene von stehenden Autos dominiert - ich sehe da nicht, inwiefern es eine Verbesserung bewirkt hat, und ich nutze diese Kreuzung regelmäßig mit jedem Verkehrsmittel (Füße, Fahrrad, Krad, PKW, Bus), als Nichtideologe bin ich ja keineswegs auf eines fixiert.

Klar ist aber auch, auch ohne erzieherisch motivierte Verkehrspolitik meide ich Autofahrten in die Innenstadt, i.A. nutze ich das Fahrrad, wenn die Zeit drängt lieber Motorrad als Auto (weniger Verbrauch, keine Parkplatzsuche, kein Stau). Generell sollten auch motorisierte Zweiräder innerstädtisch nicht als Teil des Problems gesehen werden, eher als Teil der Lösiung - aus genau diesen Gründen.

Letztlich sollten wir froh sein, daß wir hier keine Koch-Brüder im Sinne des Artikels vorzuweisen haben, aber aufpassen, daß uns das Verbessern der Infrastruktur immer wichtiger sein sollte als erzieherische Maßnahmen durch Verschlechterung ihrer Leistung, in die dann auch noch investiert wird - bezahlen, damit etwas schlechter wird, erscheint mir schlichtweg irrational, welchen Lenkungseffekt auch immer man sich davon erhofft - er tritt nicht ein. Niemand mag Autofahrten in Innenstädten, und einen kostengünstigen, zuverlässigen, annehmbaren Nahverkehr nicht zu nutzen, kann sich ohnehin kaum jemand mehr leisten - hier in die Verbesserung der Leistung zu investieren ist mit Sicherheit zielführender, als verkehrspädagogische Staugeneratoren zu installieren.

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swandue 01.01.2019, 16:07
195.

Zitat von didel-m
ÖPNV schient für die meisten Unterstellt was sauberes, lautloses, umweltschonendes, ja sogar straßenloses Etwas zu sein. Denkt mal alle Autos weg und ersetzt sie der Einfachheit halber durch Busse. Genau. dann habe ich eben mit Bussen statt mit Autos vollgestopfte Städte, bei mindestens gleichem Dreck und Lärm.
Wenn die Busse halbvoll sind, dann sind die Städte nicht so "vollgestopft" wie mit Autos, die ja nicht nur fahren, sondern dann auch noch in der Stadt drin stehen müssen, zum großen Teil täglich viele Stunden lang. Zudem wird dann auch das Fahrradfahren attraktiver.

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aufreger1970 01.01.2019, 16:07
196. Oh Gott!

Wie verzweifelt muss SPON sein, wenn jetzt ein Artikel mit Forum von Ende Juli/Anfang August 2018 recycelt werden muss?
Und wie bekloppt sind diese grünen Spinner, die hier etwas von ÖPNV schwafeln?
Der eine fordert mehr Park&Ride! Nun sogar zu diesen Parkplätzen müssen die Leute mit dem eigenen PKW fahren! Die Andere fantastiert vom Umweltvorzeigeland China! Weil da soviele Busse und Autos elektrisch fahren!
Nur das dort die meiste Energie durch Kohle- oder Kernkraftwerke produziert wird, die Merkel und die Grünen in Deutschland verbieten!
https://www.klimareporter.de/international/china-baut-wieder-kohlekraftwerke
Wikipedia:
In China gibt es mit der China General Nuclear Power Group (CGN) und China National Nuclear Corporation (CNNC) zwei große Kernkraftbetreiber. 2016 erzeugte CNNC insgesamt 87,07 TWh Atomstrom.[140]
Die Volksrepublik China hat aufgrund ihres enormen Wirtschaftswachstums einen steigenden Energiebedarf. Der größte Teil der Energie soll durch Kohle und erneuerbare Energien gedeckt werden. Allerdings sind zurzeit auch rund 20 Kernreaktoren im Bau, die meisten Druckwasserreaktoren aus Eigenbau, einer Abwandlung der Westinghouse-Reaktoren.[16] Weiterhin sind vier AP1000 und zwei EPR im Bau.
Bis Ende 2016[veraltet] sollte ein schwimmendes KKW entwickelt sein. Die 100-MW-Einheit wird von einem ACP100S-Reaktor mit Energie versorgt. Das Kernkraftwerk kann beispielsweise zur Energieversorgung entlegener Küstenregionen eingesetzt werden.[141]
Nach der Katastrophe von Fukushima rückte die Sicherheit chinesischer Kernkraftwerke in den Fokus; die Regierung verhängte ein Moratorium über den Bau weiterer AKW und ordnete eine Sicherheitsüberprüfung der bestehenden 41 Kraftwerke an. Eine Untersuchung des chinesischen Umweltministeriums hat gezeigt, dass bis 2015 etwa 80 Milliarden Yuan (9,7 Milliarden Euro) in den Aus- und Umbau der AKW investiert werden müss(t)en. Die Vielzahl verschiedener Bautypen sei ein Hindernis dabei.[142]
Das Land plant bis 2020 Kernkraftwerke mit einer installierten Leistung von 58 GW zu bauen. Aufgrund von Problemen mit den komplexen Reaktortypen EPR und AP1000, von denen weltweit noch kein Reaktor am Netz ist, ist es unwahrscheinlich, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Stattdessen setzt China auf die 1000-MW-Reaktortypen ACP1000 und ACPR1000 auf Basis des französischen 900 MW-Designs M310.[143] Beide Typen wurden 2015 zum Reaktordesign Hualong One fusioniert.[144] Insgesamt sind 135 Reaktoren geplant oder vorgeschlagen[16], darunter auch Hochtemperaturreaktoren (HTR) aus eigener Entwicklung.
Blöde Frage, wo soll der Strom in Deutschland herkommen. Gestern (Silvester)Nacht war es dunkel und windstill, sodass die Raketen senkrecht noch oben gestigen sind, und man aufpassen musste, nicht selbst die Holzstöcke auf den Kopf zu bekommen. Also keine (erneuerbare) Stromerzeugung!
Dann noch eine Foristin, die anscheinend in der Grossstadt wohnt und sich überlegt, ob für ihre PERSÖNLICHE Situation mit den ÖPNV-Angeboten ein Auto noch Sinn macht! Wer aber von außerhalb kommt, dem stellt sich diese Frage nicht, denn er ist ganz einfach auf ein jederzeit verfügbares Bewegungsmittel angewiesen.

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Manitou-01@gmx.de 01.01.2019, 16:12
197.

Ich fordere, im Verlauf jeder Straße ÖPNV anzubieten, denn nur dann kann ich mich frei entscheiden: GEGEN DEN PKW!!!
Und in den USA sollte sich eine Bürgerinitiative bilden aus linksstehenden Anwälten und Unfallopfern (bzw. Hinterbliebenen), um die Koch-Brüder wegen eines Totungsdeliktes zu belangen (nach deutschem Recht Beihilfe bzw. Anstiftung zum Totschlag), wenn dort, wo ein ÖPNV-Projekt verhindert wurde, ein tötlicher Verkehrsunfall unter alkohol verursacht wurde.
Begründung: Der betrunkene Autofahrer wurde durch die vereitelte ÖPNV-Strecke daran gehindert, das Auto stehen zu lassen und mit dem ÖPNV nach Hause zu fahren.
Hier muß mit gleichen Waffen "zurückgeschossen" werden.

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maxgil 01.01.2019, 16:13
198. Ich

Würde nie auf die Idee kommen, in London Auto zu fahren, gleiches gilt für Kopenhagen. In London Citymaut, in Kopenhagen exorbitante Parkegbühren. In HH auch nur S-Bahn benutzt, geht schneller, einfacher, besser. Berlin-Mitte, wo willste da parken?Ne, der Trend innerstädtisch geht, zumindest bei den Grossstädten, Richtung ÖPV, da können die zwei Opis bocken wie sie wollen. Die USA entwickeln sich eh mehr und mehr zu einem rückständigen Entwicklungsland. Mal gucken, wie lange California da mitspielt.

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kurtbär 01.01.2019, 16:18
199. wer behauptet hier ernsthaft, dass...

wir hier in deutschland keine amerikanischen verhältnisse haben?

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