Forum: Auto
Feindbild Nahverkehr: Wie zwei Brüder Bahnprojekte in den USA zerstören
Getty Images

Busse und Bahnen sind für sie Teufelszeug: In den USA kippen Gegner des öffentlichen Nahverkehrs ein Neubauprojekt nach dem anderen. In Deutschland formieren sich Nachahmer.

Seite 21 von 26
Manitou-01@gmx.de 01.01.2019, 16:22
200.

Zitat von exHotelmanager
Ein Disput zwischen U-Bahn und Straßenbahn ist wohl niemals Im Kontext mit den Zielen der AfP zu verstehen. Sommerloch?
Wenn man langlaufende Linien haben will, sind kurze Parallel-Verkehre in einem komplexem Netz normal. Im Endausbau überschneiden sich die U2 Pankow-Ruhleben und M 4 Hohenschönhausen-Steglitz nur für kurze Strecken. Die U2 fährt unter nebenstraßen, weil um das jahr 1900 die Straßenbahngesellschaften Konkurrenz in der Leipziger Straße verhindert haben, eine neue Straßenbahn aber dort wieder gebaut werden würde. Und wenn man zwei Spuren hat, dann können auf einer 1000 PKW stauen und der anderen 10-20 Straßenbahnen und Busse flott fahren und sogar 2000 Fahrgäste befördern.
Soviel zum gerechten Teilen des Verkehrsraumes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
harronal 01.01.2019, 16:22
201. Der natürliche Feind des Nahverkehrs...

...nennt sich "Dieselfreund" und hat eine kriminelle, bürgerfeindliche Autolobby hinter sich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hplanghorst 01.01.2019, 16:30
202. Autonome

Autonome Uber Taxis, haben wir jetzt in Pittsburrgh. Guenstig und von Endpunkt zu Endpunkt. Kein Umsteigen oder last mile Probleme. Da ist die Zukunft. Ausserdem ist Nashville vergleichsweise klein. Oeffentlicher Nahverkehr waere da wirklich nur ein Geldverbrennen. Wir wollen ausserdem keine ruinoesen Steuern wie in Deutschland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TomTheViking 01.01.2019, 16:31
203. eine kluge Entscheidung

Gäbe es in Berlin keine Busspuren und würde man den Taxibestand um die Hälfte reduzieren die Abbiegespuren und Ampelschaltungen intelligenter steuern Bustaschen bauen, gäbe es in Berlin gar keine Staus mehr ausser bei Extremunfällen.

Und ja, was Nahverkehr betrifft ist der Ausbau von U-Bahnen zu bevorzugen, besser als einzige Alternative gestattet sein was Ausbau von Nahverkehr betrift auch wenn es deutlich teurer ist. Denn auf der Oberfläche ist kein Platz und wenn zerstört der Neubau Lebensraum oder tritt in Konkurrenz zu anderen Verkehrswegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schuggerleo 01.01.2019, 16:33
204. Biologische Lösung

Na ja, wenn ich mir die beiden so anschaue, steht ja zu hoffen, dass das Problem in absehbarer Zeit auf biologischem Weg gelöst wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
newdealsozialstaat 01.01.2019, 16:39
205. Plutokratie vs Freiheit

Um die ausufernde Plutokratie zu stoppen bedarf es eines wealth-caps, der Privatvermögen begrenzt, und es so unmöglich macht, daß private Individuen sich politischen Einfluß Kaufen und die öffentliche Meinung manipulieren. Was wir in den USA heute vorfinden ist das, was Roosevelt "government by organized money" genannt hat.
Die gesamte neoliberale Bewegung, deren marktanarchische Irsinnsideen uns auch heute noch heimsuchen, ist ein Versuch den demokratisch legitimierten Staat zu entmachten und die Macht privater Individuen zu mehren. Und das neoliberale Projekt wurde, wie könnte es anders sein, vorangetrieben von Industriellen und "sympathetic businessmen" wie Stedman-Jones in seinem Buch "Masters of the Universe" schreibt.
Und auch hier hat sich wieder gezeigt: Propaganda wirkt. Pseudowissenschaftlicher Unsinn der neoliberalen Schule wurde ad nauseam wiederholt, bis er die Aura von unumstößlicher Wahrheit annahm.

Es ist schon interessant, wie genau Roosevelt`s Äußerungen auf die heutige Situation passen. Und er hat gezeigt: Es geht auch anders, auch in den USA. So sagte FDR sehr treffend:

"The liberty of a democracy is not safe if the people tolerated the growth of private power to a point where it becomes stronger than the democratic state itself. That in its essence is fascism: ownership of government by an individual, by a group, or any controlling private power.”

Beitrag melden Antworten / Zitieren
giftzwerg 01.01.2019, 16:39
206.

Spon hätte gerne erwähnen können, dass die FDP sich keineswegs gegen ÖPNV generell ausspricht, im Gegenteil, CDU und FDP befürworten in Berlin den Ausbau von Ubahnen, die sind zwar teurer, aber schneller und verkehrsunabhängig und binden größere Räume an. Ergänzen hätte man auch, dass die Leipziger eine teils recht enge und überfüllte Straße ist, wo eine Straßenbahn tatsächlich die jetzige Lage verschlimmern würde und ihre Vorteile aufgrund des Mangels einer eigenen Trasse nicht nutzen könnte.
Aber so differenziert ist der Spiegel nicht, wenn es gegen die FDP geht. Ätzend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Anna156464641156 01.01.2019, 16:40
207. Will SPON etwa Stimmung machen?

Wie es in den USA ist weiß ich nicht und ist mir auch völlig egal. Aber in Deutschland werden die meisten ÖPNV Projekte von den Grünen und Grünen nahen Bürgerinitiativen ausgebremst und mit Klagen überzogen. Prestigeprojekte wird da permanent als Kampfbegriff herangezogen. Es sei alles sowieso viel zu teuer und Bäume müssten gefällt werden. Beispiele wären da die Ost-West Achse in Köln, die Linie 6 in Würzburg, die Seilbahn in Wuppertal, die 2. Stammstrecke in München usw.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rontek 01.01.2019, 16:45
208.

Leider führen im Grunde sinnvolle Projekte häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen. Ein planloses Durchpeitschen einer Straßenbahn (wie in Bochum) führte durch die Behinderungen des Verkehrs in der Bauphase dort zum Sterben der kleinen Läden.
Einige aus der grünen Ecken übersehen häufig, dass es neben den gewünschten Auswirkungen oft genug auch unerwünschte gibt. Einfach einmal die rosa-rote bzw. grüne Brille absetzen und nicht jeden niederbrüllen, der vor Problemen warnt ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Flari 01.01.2019, 16:49
209.

Zitat von Hamberliner
Glitschige Stahlprofile mitten in der Fahrbahn, an schwierigen Stellen obendrein als Gewirr von Weichen, bedrohen einspurige Verkehrsteilnehmer. Das sind nicht nur Motorradfahrer sondern auch Fahrrad- und Pedelec-Fahrer. Deswegen bin ich zwar ein Gegner von Straßenbahnen, aber aus völlig anderen Gründen als besagte Yanks. Der öffentliche Personennahverkehr auf der Straße sollte Bussen mit nichtmineralischem Antrieb gehören. Ob Dieselmotoren mit synthetischen Kraftstoffen, ob Elektromotoren mit Brennstoffzelle und Wasserstoff ist mir egal. Hauptsache es gibt überall schikanefrei und für alle befahrbar eine griffige ebene Fahrbahndecke. Übrigens landeten damals in den 1960ern die vertriebenen US-amerikanischen Straßenbahnwaggons durchaus nicht auf dem Schrottplatz, sondern fanden woanders dankbare Abnehmer. Sie fuhren z.B. in Barcelona, wo ich aufgewachsen bin. Riesengroß, äußerst komfortabel, und offenbar fast im Originalzustand. Der Fahrer hatte Platz ohne Ende, um beim Fahren ein langes Bocadillo in sich hinein zu stopfen. Neu waren nur die Schilder im Innern: Es ist verboten zu fluchen und auf die Erde zu spucken.
Als Ingenieur sollten Sie nicht so egoistisch sein und permanent Ihre ungezügelte Motorradliebhaberei in den Vordergrund der/fast jeder Argumentation bringen.
Ich selber fahre seit Anfang der 70er (auch) Motorrad, aber auch Roller, Fahrrad noch viel länger, alles auch in Städten auch mit Strassenbahnen.

Selbstverständlich MUSS man als Zweiradfahrer bei Schienen besonders aufpassen, was Ihnen nicht passt.
Aber es passt ja alle naslang nichts, was SIE einschränkjen könnte.
Lt. Ihren Kommentaren sollte ein Überholverbot nicht für Motorradfahrer gelten, ebensowenig diverse Geschwindigkeitsbeschränkungen, Linksüberholgebot, usw..
Man könnte meinen, Sie wären der Asphaltcowboy auf zwei Rädern, der die Freiheit der letzten Indianer verteidigt.
Und seien die Argumente noch so idiotisch.

Innerstädtisch spielt der Luftwiderstand der Fahrzeuge eine weit untergeordnete Rolle ggü. dem Rollwiderstand, bei längeren und schwereren Fahrzeugen als PKW noch weniger.
Der Rollwiderstand von Strassenbahnen liegt 80% bis 90% UNTER dem von Bussen gleicher Beförderungskapazität.
Die "EIN-phasige" Stromzufuhr über die Oberleitung ist bedeutend einfacher, als die Kopplung von O-Bussen über eine doppelte Oberleitung.
Und BEIDE Systeme sind energetisch innerstädtisch bedeutend sinnvoller, als alles andere, was Sie als Alternative anbieten.
Natürlich nur dort, wo es auch topographisch stimmt und auch noch ein paar weitere passende Rahmenbedingungen vorhanden sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 21 von 26