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Forderung des Städtetags: Kommunen sollen City-Maut testen dürfen
DPA

Wer in die Innenstadt fährt, zahlt. Der Deutsche Städtetag will, dass Kommunen so eine City-Maut einführen können. Baden-Württemberg will Autofahrer dagegen anders zur Kasse bitten.

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Lobhudel 25.04.2019, 14:17
60. Genau darin liegt das Problem!

Zitat von max-mustermann
... entweder die Politik entscheidet das es ÜBERALL einen entsprechend gut ausgebauten ÖPNV geben soll und bezahlt das dann auch ....
Genau darin liegt das Problem!
Nicht "die Politik" zahlt den ÖPNV, sondern die Bürger. Das ist so ähnlich wie mit den berühmten Dorf-Schwimmbädern. Die wurden in den 80ern und 90ern massenhaft gebaut, weil natürlich jeder Dörfler (über den gerade zu wählenden Bürgermeister) sein eigenes Schwimmbad haben wollte. Dass er es etwa über den eigenen Eintritt selber bezahlen müsste - sch...al. Heute werden die Teile massenhaft geschlossen und jeder ruft nach "dem Staat".
Wenn es einen kostendeckenden Beförderungsbedarf aus einem Dorf ins andere oder eine Stadt gibt, findet sich heute immer eine marktgängige Lösung. Das Problem ist, dass die meisten Leute meinen, mit ihrem Einzelfahrschein in vier Wochen sei's dann getan.

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rennflosse 25.04.2019, 14:17
61. Attraktivität

Zitat von Dr. homo oeconomicus
Diese Kausalität sollten Sie mal erläutern. Das kann ich mir nicht vorstellen. Da spielen eher andere Gründe eine Rolle.
Fußgängerzonen haben eine große Attraktivität für die Menschen. Man geht dort spazieren und shoppen.
Nur ist es halt so, kein Mensch kommt mit dem Bus in die Fußgängerzone. Die Parkplätze, Parkhäuser und unterirdische Parktunnel befinden sich am Rande oder an der Rückseite der Zonen oder teilweise auch in den Kaufhäusern, deren Fassaden den Fußgängerbereiche zugewandt sind. Fällt beim Shoppen etwas mehr oder etwas Sperriges zum Mitnehmen an, ist man für das eigene Auto und die Parkmöglichkeit dankbar.
Aber das Erlebnis, in einer vermeintlich autofreien Zone zu flanieren, macht sie attraktiv.

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aktiverbeobachter 25.04.2019, 14:19
62. Ja

Zitat von von_oz
Wo ich lebe, meiden die Leute aus dem Umland die Stadt deshalb, weil sie keinen Bock auf den stressigen Verkehr dort haben. Schonmal darüber nachgedacht?
Durchaus. Da wo ich lebe meiden die Leute wegen den hohen Kosten (Parken, Benzin...) die Stadt. So unterschiedlich können Lebenswelten sein. und selbst wenn finde ich es viel smarter das Verhalten der Menschen durch eine Steigerung der Attraktivität der Alternativen (hier konkret also z.B. öffentlicher Nahverkehr) zu steuern als zu denken, man steuert Veränderung dadurch, dass man etwas teurer und unbequemer macht. Das ist sehr kurzfristiges und restriktives Denken, aber in keiner Weise verhaltenspositiv, konstruktiv und nachhaltig.

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DocFG 25.04.2019, 14:19
63. Wie wärs mal mit positiven Anreizen?

Wohne im Berliner Innenring-Bereich und bin als Anwohner der Sonnenallee von den Emissionen der hohen Verkehrsdichte (und anderer Emissionen) betroffen. Es wäre für alle hilfreicher, wenn die Verkehrsbetriebe (BVG, DB) es wenigstens schaffen würden, das fahrplangemäße Angebot zu erfüllen. Bin 3-4 x Mal pro Woche zu unterschiedlichen Zielen in Stadt und Umland unterwegs: nur bei etwa jedem 5. Mal erreiche ich das Ziel zu der vorher per Nahverkehrs-App berechneten Zeit. Und da reden wir jetzt noch nicht von der viel beschworenen "Förderung" des öffentlichen Nahverkehrs. "Förderung" hiesse, mehr als das fahrplanmäßige Angebot zu schaffen! Verkehrssenatorin Günther sollte öfter mal selbst die Öffis benutzen statt über ein Maut zu schwafeln. Die BVG/DB sind in Berlin auch nicht annähernd in der Lage, mehr Verkehrsleistung in menschenwürdiger Weise anzubieten. Wer Beispiele braucht: Fahrt im M41, egal zu welcher Tageszeit, die Schlacht um Sitz- Steh- und inbesondere Kinderwagenplätze. Fahrt abends nach 22:00 h mit der U8 von Alex nach Süden, im waggonmäßig verkürzten "Kurzzug": schön, daß darin wirklich keiner umkippen kann!

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wombie 25.04.2019, 14:21
64.

Zitat von rennflosse
In Deutschland wird jedes Problem mit Geld beantwortet. Klimawandel mit CO2 Abgaben, Folgen verfehlter Verkehrspolitik mit City Maut und die Folgen verfehlter Wohnungspolitik mit Enteignung. Ein Schelm könnte direkt auf die Idee kommen, dass der Staat die Probleme vorsätzlich schafft, um sich daran bereichern zu können.
Betrachten Sie es als Steuern, im wörtlichen Sinne, die gesellschaftliche Fehlentwicklungen korrigieren.
Ja, Veränderungen lassen sich nur über die Geldbörse korrigieren, da der Mensch nur ungern freiwillig ein eingeübtes und für ihn als Individuum bewährtes Verhalten korrigiert.

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s.p.igel 25.04.2019, 14:22
65. Öffentliche Parkplätze ...

Zitat von Lobhudel
a) lebe ich ich nicht in einer Betonwüste , sondern in einem gar nicht sonderlich hippen gewachsenen Arbeiterviertel von um 1900, das leider aufgrund fehlender Anwohnerparkplätze derzeit von Tages- und Wochenpendlern fast gewalttätig zugestellt wird.
...sollten auch dafür dienen, unterwegs Parkmöglichkeiten zu haben. Zuhause kann doch jeder selbst für die Unterbringung seines Fahrzeugs aufkommen. OK, dass funktioniert nicht überall, so wie man auch nicht überall ein Pferd halten kann oder einen Konzertflügel unterbringen kann. Dann muss man halt dort hin ziehen, wo das möglich ist, aber nicht erwarten, dass die Allgemeinheit dafür aufkommt. In Städten, die nicht für Autoverkehr gemacht sind, sollten auch die wohnen, die auf ein eigenes Auto verzichten .

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ddcoe 25.04.2019, 14:33
66. Komisch

Alle schimpfen auf die vielen Autos in den Städten, die schlechte Luft und der Verkehrslärm macht die Anwohner krank - aber daran ändern will keiner etwas?

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max-mustermann 25.04.2019, 15:07
67.

Zitat von Lobhudel
Genau darin liegt das Problem! Nicht "die Politik" zahlt den ÖPNV, sondern die Bürger. Das ist so ähnlich wie mit den berühmten Dorf-Schwimmbädern. Die wurden in den 80ern und 90ern massenhaft gebaut, weil natürlich jeder Dörfler (über den gerade zu wählenden Bürgermeister) sein eigenes Schwimmbad haben wollte. Dass er es etwa über den eigenen Eintritt selber bezahlen müsste - sch...al. Heute werden die Teile massenhaft geschlossen und jeder ruft nach "dem Staat". Wenn es einen kostendeckenden Beförderungsbedarf aus einem Dorf ins andere oder eine Stadt gibt, findet sich heute immer eine marktgängige Lösung. Das Problem ist, dass die meisten Leute meinen, mit ihrem Einzelfahrschein in vier Wochen sei's dann getan.
Mir ist schon klar das der Staat wir alle sind, worauf ich hinweisen wollte war folgendes. Wenn die Politik eben aus welchen Gründen auch immer die Autos aus den Städten haben will dann muss sie eben dafür sorgen das es attraktive alternativen zum Auto gibt. Sich aber hinstellen und einfach das Auto immer teurer zu machen OHNE eine bessere Alternative zu bieten wie zB. den flächendeckenden auszubau des ÖPNV ist einfach Nonsens.

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von_oz 25.04.2019, 15:08
68.

Zitat von aktiverbeobachter
Durchaus. Da wo ich lebe meiden die Leute wegen den hohen Kosten (Parken, Benzin...) die Stadt. So unterschiedlich können Lebenswelten sein. und selbst wenn finde ich es viel smarter das Verhalten der Menschen durch eine Steigerung der Attraktivität der Alternativen (hier konkret also z.B. öffentlicher Nahverkehr) zu steuern als zu denken, man steuert Veränderung dadurch, dass man etwas teurer und unbequemer macht. Das ist sehr kurzfristiges und restriktives Denken, aber in keiner Weise verhaltenspositiv, konstruktiv und nachhaltig.
Im Verkehrsbereich ist es schon heute gang und gebe, dass über den Geldbeutel gesteuert wird, sonst wäre bspw. Diesel nicht billiger als Benzin. Und wenn das per City-Maut eingenommene Geld in den ÖPNV gesteckt wird, um ihn attraktiver zu machen, so wie es B.-W. vorhat, dann müsste Ihnen das doch gefallen, oder? Es mag Ihnen vielleicht viel vorkommen, was so ein Autofahrer schon heute alles zu bezahlen hat. Aber solange das Autofahren billiger ist, als der ÖPNV, wird sich wenig ändern. Da es in Anbetracht verstopfter innenstädte so wie bisher aber nicht weitergehen kann, sollten wir über den Geldbeutel steuern UND die Attraktivität steigern.

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belohoubek 25.04.2019, 15:21
69. Ignoranten

Ich wohne in Hamburg und erlebe täglich den unzumutbaren Verkehr und die Umweltverschmutzung, ausgelöst von Pendlern aus dem Umland. Vorwiegend mit Einzelpersonen besetzte SUVs fahren morgens in die City. Ich behaupte, es ist zu 80% Faulheit und Ignoranz nicht die Öffis zu nutzen. Am Abend quält sich die Kolonne wieder zurück in die Provinz um sich an der sauberen Luft in Pinneberg und Co. zu laben. Es geht nur über Gebühren und höhere Steuern um die Menschen von ihren geliebten Autos fern zu halten. Andere Städte haben bereits diese Entwicklung erfolgreich hinter sich gebracht und die Luft in der Stadt so, erträglich gemacht. Den meisten scheint es immer noch nicht klar zu sein, das Auto hat keine Zukunft...basta.

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