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Führerscheinprüfung: Automatikgetriebe soll in Fahrschulen Standard werden
Swen Pförtner/ DPA

Den Führerschein zu machen heißt auch: Schalten und Kuppeln lernen. Damit könnte es bald weitgehend vorbei sein, denn das Verkehrsministerium plant laut einem Medienbericht eine Regeländerung.

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intercooler61 22.08.2019, 14:22
170. Genau anders herum

Zitat von agreatwaytofly
Piloten lernen in einer kleinen Propellermaschine das Fliegen - komplett manuell und ohne Assistenten. Später kommen dann immer mehr Automatismen hinzu. Diese Reihenfolge führt nachweislich zu einer höheren Sicherheit. Insofern ist es doch eigentlich gut, dass das Bedienen des Schaltgetriebes heute ein Stück weit die Latte höher legt.
Die klassische Ausbildung läuft auch bei Luftfahrern (didaktisch richtig) vom Einfachen zum Komplexen, und auch dort werden Annehmlichkeiten, welche die Bedienung erleichtern (el. Anlasser, Einspritzmotor ohne Vorwärmer, FADEC ohne Mixer, ...) im Zweifel dem "Einfachen" zugerechnet.

Ich bin heute nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand, aber vor gut 20 Jahren konnte man eine PPL(A) erwerben, ohne sich mit Verstellprop oder einziehbarem Fahrwerk abzugeben. Bei Bedarf hat man sowas dann einfach per Einweisung ("Vertrautmachung") und Checkflug nachgeholt.

Ganz ähnlich sehe ich die geplante Neuregelung betreffend Schaltgetriebe in der Pkw-Ausbildung - es ist eben kein _notwendiger_ Bestandteil fahrerischen Könnens: Übung im Kuppeln & Schalten trägt bei einem Kfz mit Automatik nichts zur Sicherheit bei, auch nicht in Ausnahmesituationen. (Deshalb ist der Vergleich mit Assistenzsystemen, die ausfallen können, hier unangebracht.)

Auf Automatik beschränkte Fahrerlaubnisse gab es auch schon bisher - und wer das Schalten lernen will, kann es auch zukünftig in einem Rutsch mitmachen, verliert also gar nichts.

Fazit: kein Grund zum Meckern.

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AGCH 22.08.2019, 14:43
171.

Zitat von DerBlicker
... Weil Handschaltung lahm ist und mehr verbraucht, ihr einziger Vorteil , sie ist günstiger. Da bin ich allerdings der Meinung, wer sich kein Automatikauto leisten kann, der sollte eben besser nicht Auto fahren.
Und ich bin der Meinung, dass das Fahren von Fahrzeugen mit einer Höhe über 1.25 m verboten werden sollte.
Schlechte Aerodynamik, hoher Schwerpunkt: säuft und ist unsicher.

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cyborgpiratelaserninja 22.08.2019, 15:00
172.

Zitat von DerBlicker
Handschaltung lenkt vom Verkehr ab und behindert beim Abwürgen des Motors massiv den Verkehr. Das Erlernen der Handschaltung erhöht die Sicherheit null. Allein der Wegfall der an der Kreuzung den Motor abwürgenden Fahrschulautos wäre ein Segen, das nervt einfach nur noch. Automatik sollte eigentlich Pflicht sein, Handschaltung hat vor allem im dichten Stadtverkehr nichts mehr zu suchen, es behindert den Verkehr und ist unsicher.
Es gibt wie gesagt gute Gründe die Automatik zu bevorzugen aber der Sicherheitaspekt ist mal wieder ein mühsam konstruiertes Pseudoargument.
Machen Sie sich doch nicht lächerlich. Kein normaler Fahrer wird durch den Schaltvorgang so abgelenkt, dass er Aufmerksamkeit einbüßt. Auch der Griff zum Schalthebel sorgt nicht dafür. Wer das nicht kann und kein körperliches Handicap hat, gehört nicht an das Steuer eines Kfz. Egal ob er eine Automatik fahren würde oder nicht. Immerhin haben Sie ja schon in ihren Beitrag übernommen, dass eigentlich nur absolut blutige Anfänger zum Abwürgen neigen. Jetzt frag man sich wie viele davon untwegs sein müssen, damit das eine Forderung nach Automatikpflicht irgendwie gerechtfertigt ist.

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TS_Alien 22.08.2019, 15:13
173.

Zitat von marcuro
Und mittlerweile sind die Gangwechsel fast unmerklich. Assistenzsysteme sind doch nichts schlechtes, tragen sie doch zur eigenen und der Sicherheit Dritter bei. Und die Ablehnung beider Systeme beruht wohl eher auf Unkenntnis der Funktionen und ihrer richtigen Anwendung. Also warum sollte das nicht in der Fahrschule Standardprogramm werden. Sicheres, stressfreies und effizientes Fortbewegen von A nach B ist immer noch das Ziel einer Autofahrt für die meisten. Die Wenigen, die Rallye fahren oder sonst wie Autofahren als Sport und Spaß betrachten, können das ja weiterhin tun. Hin und wieder werde ich auch nostalgisch und gönne mir den Spaß einer manuellen Schaltung.
Meinen Sie so etwas wie einen Toter-Winkel-Warner? Oder einen Abstands-Einhalter? Solche Systeme verleiten geradezu, den Verkehr nicht mit der nötigen Sorgfalt zu beachten.

Leider müssen nur die wenigsten Unfallverursacher eine saftige Strafe zahlen. Obwohl die meisten Unfälle vermeidbar sind. D.h. die Unfallverursacher machen einen gravierenden Fahrfehler. Es wird aber so getan, als ob das alles halb so schlimm ist.

Autofahren macht mir Spaß. Auch wenn ich dabei für etliche andere mitdenken muss. Wem Autofahren keinen Spaß macht, der sollte es vielleicht sein lassen.

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cyborgpiratelaserninja 22.08.2019, 15:15
174.

Zitat von DerBlicker
(...)Da bin ich allerdings der Meinung, wer sich kein Automatikauto leisten kann, der sollte eben besser nicht Auto fahren.
Es käme auch der Umwelt, der Verkehrsdichte und letztendlich dem Menschen zugute, wenn weniger Autos auf den Straßen wären. Wenn der ganze Pöbel nicht mehr fahren würde, hätte das also durchaus was.
Vorsicht bei solchen Sprüchen. Es gibt immer einen größeren Fisch und der hätte wohl auch gerne die ganzen billigen Kompakt-SUVs von der Straße. Die blockieren doch mit max. 250 nur die linke Spur. Frechheit!

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TS_Alien 22.08.2019, 15:24
175.

Zitat von bonebene
Dann sollten sie einfach den Modus wechseln. Heutige Automatikgetriebe bitten einem da verschiedene an: mein 9 G-Tronic hat Eco, Comfort, Sport und Sport+ . Da ist für jeden was dabei. Als ich bin selbst vor 8 Jahren umgestiegen auf Automatik und es gibt aus meiner Sicht nichts besseres: kein abwürgen mehr, kein verschalten, kein überdrehen des Motors. Keine Probleme beim berganfahren, im Eco-Modus immer am Verbrauchsparsamsten Gang. Superfunktionierende Start-stop-Automatik. In Sport+ schaltet kein normaler Autofahrer so schnell und wenn ich will, dann kann ich per schaltwippen jederzeit eingreifen.
Die Automatik schaltet zwar schneller, aber eben auch dann, wenn es der Fahrer nicht möchte oder es nicht sinnvoll ist. Der Fahrer hat wesentlich mehr Informationen über das aktuelle Verkehrsgeschehen und den nächsten Straßenabschnitt. Eine Automatik hat weitaus weniger Eingangssensoren. Wer weiß wohl eher, welcher Gang der passende ist?

Während ein ordentlicher Fahrer mit sechs Gängen locker auskommt, benötigen gute Automatiken ein paar Gänge mehr. Bei einem Schaltgetriebe kann ich vom ersten direkt in den vierten Gang schalten (anfahren und mit 50 km/h weiterfahren). Geht das auch mit einer Automatik?

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kranewasser57 22.08.2019, 16:02
176. Problem, das keines ist

Hier soll mal wieder ein Pseudoproblem geregelt werden, das in Wirklichkeit keines ist. Die meisten Mitforisten sehen das offensichtlich genauso. Was spricht dagegen, wie bisher zu verfahren? Erst das Gefühl für Fahren, Verkehrsregeln, Anfahren, Blinken etc. mit der Automatik lernen und dann den Rest und Übung mit Schaltgetriebe, Prüfung nach Wunsch auf einem von beiden und Berechtigung sowie Befähigung auf beiden. Ich sehe keinen Vorteil für Schüler oder Fahrlehrer oder Verkehrssicherheit mit der neuen Regelung. Nur eins wäre sicher: Die Autoindustrie verkauft viele neue Systeme in vielen neuen Auto für mehr Geld als bisher, das Spiel von Angebot und Nachfrage wird noch stärker reguliert, der Gesetzgeber hat einen weiteren (überflüssigen) Tätigkeitsnachwis erbracht - und zahlen tun die anderen, nämlich wir.

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enfield 22.08.2019, 16:36
177. Zum Glück

Zitat von kranewasser57
Hier soll mal wieder ein Pseudoproblem geregelt werden, das in Wirklichkeit keines ist. Die meisten Mitforisten sehen das offensichtlich genauso. ....
Glückerweise werden Gesetze und Regeln nicht von Foristen gemacht. Ich will dass Fahrschulen auf Elektromobilität umstellen können und finde das sogar wichtig. Glücklicherweise bekomme ich nun meinen Willen (vielleicht auch einfach, weil ich mich auf Seiten der Vernunft befinde) und die Elektromobilität wird nicht durch unsinnige "Traditionen und Schaltgebräuche" gebremst während "Foristen" sich weiter den Mund fusselig meckern und doch nix ändern können - aber dafür weiter in irgendwelchem vorsintflutlichen Gestänge rumrühren. Passt also! ;-P

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intercooler61 22.08.2019, 16:37
178. Wo wir schon mal vom Thema abgedriftet sind ...

Zitat von TS_Alien
Die Automatik schaltet zwar schneller, aber eben auch dann, wenn es der Fahrer nicht möchte oder es nicht sinnvoll ist. [...] Während ein ordentlicher Fahrer mit sechs Gängen locker auskommt, benötigen gute Automatiken ein paar Gänge mehr. Bei einem Schaltgetriebe kann ich vom ersten direkt in den vierten Gang schalten (anfahren und mit 50 km/h weiterfahren). Geht das auch mit einer Automatik?
(Ursprünglich ging es um Ausbildung und Fahrerlaubnis.)

Ja, Automatiken mit vielen Stufen (wie zB die ZF8 HP) können auch "springen" - je nach konkretem Stufenpaar manchmal "nahtlos", manchmal durch Öffnen und Schließen einer größeren Zahl von Kupplungen, was idR schneller geht als Auskuppeln, Schalten, Einkuppeln von Hand bzw. Fuß.

Die Automatik "braucht" nicht mehr Gänge - sie _kann_ das bei engerer Abstufung häufigere Schalten stressfrei bewältigen und damit den Motor in einem engeren verbrauchs- und/oder leistungsgünstigeren Drehzahlband halten.

Es gibt aber durchaus auch plausible Gründe für Handschalter: Beispielsweise, wenn ein straßenzugelassenes Kfz _auch_ für Wettbewerbe mit Drifts oder zum Donut-Malen eingesetzt werden soll.

Oder wenn ein Kfz mit reinem Hinterradantrieb _gelegentlich_ auch bei starker Glätte gebraucht wird (natürlich würde ich da eher zu Allrad raten).

Aber das soll ja auch gar nicht verboten werden.

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