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Fußgänger im Straßenverkehr: "Tempo 50 verträgt sich nicht mit Stadtleben"
DPA

Stau, Abgasprobleme, drohende Fahrverbote für Autos - als Alternative setzen viele Städte auf mehr Fahrradverkehr. Doch was ist mit den Fußgängern? Fragen an einen Lobbyisten.

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dasfred 23.04.2018, 10:40
60. Lassen wir es wie es ist

Ich bin meistens Fussgänger oder mit Bus und Bahn unterwegs. Da weiß ich, wo mein Platz ist. Auf dem Fußweg, Zebrastreifen und der Ampel. Überall woanders muss ich mich immer in acht nehmen vor bereiften Verkehrsteilnehmern. Man entwickelt im Laufe der Zeit einen Instinkt für Gefahr. Der geht in Mischzonen irgendwann verloren.

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gersois 23.04.2018, 10:40
61.

Zitat von 112211
Frankreich ist mit Abstand das schlechteste Beispiel in der Aufzählung von Begegnungszonen. Mag sein, dass es dort viele gibt, was es aber noch viel mehr als in vielen anderen Ländern Europas gibt, sind die Kfz-FahrerInnen, die sich einen Dreck .....
Da kann ich nur zustimmen! Man kann sich in Frankreich nicht darauf verlassen, dass dem Autofahrer die Bedeutung eines Zebrastreifens bekannt ist und dass er das auch akzeptiert. Ebenso wenig akzeptieren die Autofahrer Tempolimits, selbst Tempo 50 innerorts ist für viele eine Zumutung. In vielen Dörfern und Kleinstädten wird noch immer der Verkehr - auch der Schwerlastverkehr - durchs Zentrum geführt, selbst an Markttagen gibt es nur geringe Absperrungen.

Andererseits sind deutsche Großstädte zu faul oder zu pleite, Zebrastreifen auch dort zu malen, wo bereits eine kleine Insel in der Fahrbahnmitte existiert. Mit wenig Aufwand ließe sich da mehr mach. Und nicht nur die Fußgängerwege verkommen, die Straßen daneben auch!

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migampe 23.04.2018, 10:42
62.

Zitat von anonym187
Wenn Autofahrer noch langsamer unterwegs sind, dann werden sich Kilometer lange Staus bilden, in manchen Städten ist das schon Gang und Gebe!
Welch eine Argumentation! Wie soll ein im Stau stehendes Auto noch langsamer werden? ;-)
(Die Durchschnittsgeschwindigkeit innerorts liegt sowiso bei gut 30 km/h - ein generellesTempolimit 30 würde also den Autoverkehr kaum verlangsamen, aber die Sicherheit deutlich erhöhen!)
Meine Erlebnisse im Strassenverkehr mit dem Fahrrad: ALLE kritischen Situationen ergaben sich, wenn ich NICHT auf der Starasse, sondern auf vermeindlich sicheren Radwegen unterwegs war und vom Autofahrer übersehen wurde - weil nicht direkt in seinem Sichtfeld.
Übrigens, um der Schwachsinnscorrectness Rechnung zu tragen: Es waren auch reichlich Innen dabei. Hier wurde die Quote locker erfüllt!

Meine Vorderung:
Innerstädtisch Radfahrer auf die Straße, grundsätzlich Tempo 30, nur auf mehrspurigen Straßen Tempo 50, mehr verkehrsberuhigte Zonen, deutlich höhere Verwarnungs- und Bußgelder, bei groben Verstößen DIREKTER Führerscheinentzug.

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Patrik74 23.04.2018, 10:44
63. Recht haben sie

Zitat von freigeistiger
Ein großes Manko ist die verbreitet falsche Verwendung von Begriffen. Richtige Begriffe machen richtige Ansichten. Die Medien spielen leider für Nicht-Autofahrer eine unrühmliche Rolle durch die penetranten Falschinformationen durch die falsche Verwendung von Begriffen und damit die falsche ......
Allein schon die Tatsache, dass alle möglichen Themen, ob es nun Feinstaub, Radwege, ÖPNV, Fußgänger, etc. bei SPON konsequent in die Kategorie "Auto" eingeordnet wird, zeigt, dass hier eine Prägung vorliegt, die ganz tief geht.
Alle Themen, die in irgendeiner Weise den Verkehr oder Mobilität betreffen, oder auch nur tangieren, werden grundsätzlich aus der Sicht des Autofahrers/-besitzers/-berstellers beleuchtet - eine ganz neue Definition von AUTOkratie...

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neurobi 23.04.2018, 10:54
64.

1.) Wenn die Straßen voll sind kann man eh nicht schnell fahren, dann ist ein Tempolimit aber auch nicht mehr notwendig.
2.) Da habe ich auch schon mit einem studierten Physiker drüber gestritten. Ich habe ihm dann mal vorgeschlagen 20km Rad zu fahren, aber nie schneller als 10km/h. Dann sollte er das gleiche noch mal mit dem Tempo seiner Wahl machen. Ich hatte in überzeugt.
Im übrigen ist es energetisch vollkommen egal wie schnell sie sich bewegen. Erst wenn sie eine Gegenkraft überwinden müsen (Windwiederstand) benötigen sie Energie. Der Rollwiederstand ist in dem Geschwindigkeitsberecih noch zu vernachlässigen. Mein Auto benötigt für konstant 50 etwa 2L auf 100km, bei 30 sind es über 3L! Damit kann ich auch 80 fahren. (ich habe eine Tempomat).
3.)Richtig, aber zweimal auf 30 kostet mehr Energie als einmal auf 50. Sie brauchen keine 100m um den Mehrverbrauchvon der Beschleunigung von 30 auf 50 wierder reinzuholen.
4.) Auch Richtig. Das gilt aber auch für Rechts-vor-Links, Poller und Verengungen in 30-Zonen. Und individuel mag der Langsbeschleuniger sogar Sprit sparen, wenn er so fährt, dass er die nächste Ampel gerade schafft. Die dahiinter müssen dafür umso mehr tanken.
5.) Tempo 50 ist aber keine hohe Endgeschwindigkeit, sondern nicht nur für Verbrenner höchst ökonomische Geschwindigkeit.

Ich fahr sehr vorausschauend und verbrauche auch vergleichsweise wenig Benzin (liege bei Spritmonitor unter dem Schnitt).

In Hamburg sind ÖPNV und Straße gleichermaßen an der Belastungsgrenze. Das Rad auf Grund der Größe der Stadt nur bedingt eine Alternative.
Was bringt es also das Auto weiter zu behindern? Nichts, es wird das Chaos nur weiter vergrößern.

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hörwurm 23.04.2018, 10:54
65. Wirrwarr

Die wenigsten Verkehrsteilnehmer kennen Verkehrsregeln. Kfz-Fahrer lenken ihr Vehikel wie Automaten, Hauptsache, man hat die Führerscheinprüfung geschafft. Fußgängern und Radfahrern, die keinen Führerschein besitzen, kann man in der Regel totale Unwissenheit attestieren. Wer gelernt hat, sich in verkehrsberuhigten Zonen zu bewegen, wird als Fußgänger oder Radfahrer anderswo zum Opfer, weil die Leute sich nicht den Gegebenheiten anpassen können. Teilnahme an der Gemeinschaftsveranstaltung "öffentlicher Verkehr" wird über Mountainbike, Inlineskater, alpines Skifahren, Basejumping etc. erlernt. Die Risikofreude jener Bewegungsart wird beibehalten.
Gehwege werden durch Bauvorhaben verschiedener Tiefbaufirmen verunstaltet. Wo man eine aufwendig gearbeitete Pflasterung vorfindet, wird am Ende einfach Asphalt auf den Kabelgraben gegossen. Und der Bürger läuft achtlos darüber her. Erst wenn er als Anwohner die Grundsanierung zahlen soll, wird er wach und hat nicht gemerkt, wie die Verwaltung ihre Aufsicht vernachlässigt. Was aus dem Artikel herauszulesen ist: die verschiedenen Gruppen verlangt es nach Macht über andere. Der Fußgänger möchte mitten auf der Straße stehen bleiben können, um dem Autofahrer zu zeigen, wo der Hammer hängt. Zur Zeit herrscht mancherorts schon Anarchie, weil der Regelverstoß das erklärte Ziel geworden ist. Ich persönlich habe z.B. Angst vor Radfahrern mit Helm, ob ich mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs bin. Grundsätzlich sind sie entweder aggressiv oder verhuscht, weil sie sich durch den Helm geschützt glauben. Und schlimm wird es, wenn Mütter ihre Kinder mit dem Auto von der Schule abholen, wo sie sich ins Haltevebot stellen, um zu plauschen und dabei die Kinder unbeaufsichtigt lassen.

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migampe 23.04.2018, 10:56
66.

Zitat von coloneltw
Zudem vergessen sie nicht, dass die meisten Autos bei Tempo 20-30 beinahe mehr als 4-5 mal so viel CO² und andere Stickoxide auspusten. Ich fahre bei Tempo 50 mit Tempomat innerorts mit 4.5 Litern. Muss ich wegen einem Trecker mal 20 fahren, im 2. Gang, liegt der Verbrauch bei 9l. ...... Also fordern sie realistische Sachen und nicht so einen Schwachsinn.
Ich empfehle Ihnen, anstatt anderen Schwachsinn vorzuwerfen, einmal selbst Ihr Gehirn einzuschalten. Schalten Sie einfach einmal einen Gang höher - oder gar 2! Wenn Sie es auch nicht glauben mgen: Ein Auto rollt auch im Standgas! O.K. - sollten Sie einen 911er oder Ferrari haben, sind Sie auch dann zu schnell ;-))
Nach Ihrer Rechnung - im sinnbefreiten 2. Gang bei Tempo 20 braucht Ihr Auto 9 L, und der vorherigen Aussage des 4-5fachen höheren CO2-Ausstoßes - dürfte Ihr Auto ja im Normalbetrieb lediglich (9:4 bzw. 9:5) 1,8 bis 2,2 L/100km verbrauchen.
Welches Model fahren Sie? Das möchte ich auch haben!!!

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neurobi 23.04.2018, 11:01
67.

Zitat von migampe
Meine Vorderung: Innerstädtisch Radfahrer auf die Straße, grundsätzlich Tempo 30, nur auf mehrspurigen Straßen Tempo 50, mehr verkehrsberuhigte Zonen, deutlich höhere Verwarnungs- und Bußgelder, bei groben Verstößen DIREKTER Führerscheinentzug.
Gut, dann bitte auch bei Fahrradfahrern. Die haben dann zwar kein Führerschein, da muss man halt das ganze Fahrrad einziehen.

Und mal zur Aufklärung. Was ist der häufigste Fahrradunfall in der Stadt? Nein nicht der PKW, der 50 fährt. Es sind vor allem die rechts abbiegenden LKW, die darin verwickelt sind, da hilft kein Tempo 30.
Und meist können die Fahrer nicht mal was dafür.
So wie damals in der Stressemannstraße in Hamburg.

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carinanavis 23.04.2018, 11:06
68. schlaglochfreie welt

Zitat von M. Michaelis
Das ist falsch. Sie verwechseln Unterbau und Oberfläche. Asphaltbeläge halten länger wenn sie mechanisch belastet werden. Gehwege halten daher immer wenige lange als befahrene Strassenbeläge. Die von ihnen .....
Zeigen Sie mir eine Strasse in Deutschland, die aus Asphalt ohne Unterbau besteht. Das ist ein reines Phantasiekonstrukt ohne praktischen Nutzen. Im übrigen gibt es auch praktisch keine Strasse in Deutschland ohne Umwelteinflüsse - abgesehen von Fahrbahnen in sehr langen Tunneln. Beim Gehweg trennen Sie dann wieder die Asphaltschicht vom Unterbau. Da letztere viel dünner ist als bei normalen Straßen und eben genauso durch Umwelteinflüsse altert sieht eigentlich jeder Laie. Chemisch gesehen läuft das so ab: Das Bindemittel Bitumen wird oxidiert und durch UV-Strahlung verändert. Gealterter Gehweg-Asphalt wird oft durch schwere LKWs, die dort parken und dann anfahren einfach aufgerissen.

Was Sie hier propagieren widerspricht also völlig der Realität. Lesen Sie erstmal die Grundlagen des Strassenbaus nach, z-B. in meinem Link. Auch ihre Behauptung, dass mechanische Belastung den Asphalt jung halten soll, ist leider unwahr. Ständige Druck- und Zugbelastungen bewirken langfristig eine Ermüdung des Asphalts , die zu Mikrorissen führt (extrem in Schlaglöchern), was durch die chemische Alterung des Bitumens noch verstärkt wird: http://www.gestrata.at/publikationen/archiv-journal-beitrage/gestrata-journal-135/anti-aging-anforderungen-an-asphalt es gibt allerdings neue Zusätze für Asphalt wie Stahlwolle oder Nanopartikel, die eine Art Selbsheilung und stark erhöhte Lebensdauer ermöglichen.

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trader_07 23.04.2018, 11:14
69.

Zitat von hello_again
Wem gehört die Stadt? Den Menschen.
Exakt. Und da ich rein zufällig ebenfalls ein Mensch bin, steht es mir völlig frei, die 2 Kilometer zum Bäcker mit dem fetten SUV zu fahren.

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