Forum: Auto
Gerichtsurteil: 150.000 Euro Strafe für ein Klebekennzeichen
Stoschek

Weil Michael Stoschek an seinem Porsche ein Klebekennzeichen angebracht hatte, sollte er eine Strafe von 1,65 Millionen Euro zahlen. Das Amtsgericht Coburg verurteilte den Unternehmer zwar - reduzierte die Strafe aber deutlich.

Seite 7 von 20
rotertraktor 25.11.2015, 17:36
60. Strafe verdient

"Aus einer Geldstrafe von 55 Tagessätzen zu je 30.000 Euro - was sich an den wirtschaftlichen Verhältnissen des Betroffenen orientiert - wurde eine deutlich niedrigere Geldauflage."

Wenn jemand meint, dass er tagtäglich 30.000,-€ "verdient" hätte, dann hat er auch diese Strafe in voller Höhe verdient.

Das Maß der Dinge ist nicht die Gesamtsumme, sondern die Anzahl der Tagessätze. Bei einem Hartz4-ler (sofern dieser sich überhaupt ein Automobil leisten kann und darf) würde bei 55 Tagessätzen ein Strafmaß von etwa 600,-€ herauskommen; eine durchaus vertretbare Summe für die vorsätzlich illegale Teilnahme am Straßenverkehr.

Das Problem liegt also nicht im maßlosen Strafmaß, sondern im maßlosen "Verdienst" dieses feinen Herrn, der für sich in Anspruch nimmt, dass er alleine mehr wert ist als 500 Arbeitnehmer oder 3000 Arbeitslose.

Beitrag melden
axel_roland 25.11.2015, 17:39
61. dagegen sollte man auf die Straßge gehen

In den Städten werden täglich mit Gewalt Handies und andere Wertgegenstände geraubt, Opfer traumatisiert und die Täter laufen gelassen, weil zu Jung oder Staatsanwalt überlastet oder was auch immer. Und hier werden 1,6Mio € aufgerufen weil jemandes Nummernschild nicht der Norm entspricht? Kopschütteln pur.

Beitrag melden
sponner_hoch2 25.11.2015, 17:41
62.

Zitat von Überfünfzig
...viele anderen Fälle zeigt das die deutschen Staatsanwaltschaften genauso unabhängig und weisungsfrei aufgestellt werden müssen, wie in den USA. Die Beeinflussung für interessengesteuerte oder politisch motivierte Strafverfolgung bzw. -vereitelung nimmt immer mehr zu. Aber das paßt zu einem Parteiendemokatur-Staat in dem Rechtsstaatlichkeit nicht für die "Unberührbaren" im Politik- und Geldadel gelten.
Ein zweischneidiges Schwert. Gerade im konkreten Fall glaube ich nicht, dass das wa ändern würde. Da scheint ein übereifriger Staatsanwalt eher ohne jede Kontrolle loszulegen. Und das ist genau das Problem in den USA: Staatsanwälte, die 80-90% ihrer Zeit machen können, was sie wollen (da eben kein Kontrollorgan existiert), und die anderen 10-20% Strafverfolgung auf effekthascherischem Bild-Niveau betreiben, um die nächste Wahl zu gewinnen. Das will ich auch nicht.

Umgekehrt haben sie natürlich recht, eine Staatsanwaltschaft die nach Kommando des Ministers handeln muß will auch keiner. Bekanntlich ist kein Richter wo kein Kläger, das die Richter dann unabhängig sind hilft also auch nicht.

Beitrag melden
immerentspannen 25.11.2015, 17:42
63. Warum ich ausgewandert bin?

man kann einfach keinen einzigen Tag mehr in deutschland ertragen.
So ein Blödsinn! 150000 Euro für ein Nummernschild in der falschen Form :-)
wie könnt ihr alle ein Leben in so einer Gesellschaft ertragen? Wer hat sich dies ausgedacht? Und noch viel wichtiger, warum macht ihr alle mir? Da läuft einfach seit Jahrzehnten alles in die falsche Richtung. ihr seid angeblich alles freie leute die die Dinge in diesem Land bestimmen. wer will diese Bevormundung bis ins letzte Detail des Lebewesen?

Beitrag melden
Overseasreader 25.11.2015, 17:46
64. Das war denn wieder einmal

typisch Deutsch. Ueberhaupt fuer eine solche Lapalie
1.5 Millionen Euro einzuklagen und bewusst ueber die Straenge zu schlagen ist nicht nur absurd, es ist idiotisch. Sicher wenn eine Unregelmaessigkeit festgestellt wird, soll man eine gerechte Strafe zahlen, aber hier hatte der klagende Staatsanwalt wohl nicht alles beisammen.

Beitrag melden
sponner_hoch2 25.11.2015, 17:47
65.

Also um's mal auf den Punkt zu bringen:

55 Tagessätze, was gleichbedeutend ist mit 55 Tagen (=zwei Monaten) Gefängnis, sind für die vorgeworfene Tat doch nun wirklich überzogen...

Beitrag melden
Shismar 25.11.2015, 17:47
66. Unverhältnismäßigkeit

Die Unverhältnismäßigkeit besteht in diesem Fall nicht in dem Tagessatz sondern in der Strafwürdigkeit des Vergehens. Das ist bestenfalls eine Ordnungswidrigkeit.

Hier mit Urkundenfälschung oder ähnlichem zu kommen, ist vollkommener Blödsinn. Der Amtsschimmel kann wohl in Coburg nicht laut genug wiehern?

Beitrag melden
Volker Baron 25.11.2015, 17:47
67. Solange er die Stempel nicht gefälscht hat...

...ist es ja wohl keine Urkundenfälschung, sondern einfach ein fehlendes Kennzeichen (kann jedem mal passieren, dass so ein Teil vom Auto fällt) und ein Aufkleber mit Zahlen und Buchstaben drauf, der dieses nicht ersetzt. 55 Tagessätze egal zu welchem EUR-Equivalent sind dafür einfach überzogen.

Beitrag melden
84erstudent 25.11.2015, 17:50
68. Polizei

Und in Grafing kommt die Polizei nicht wenn n aktiver Überfall läuft... Ich als Unternehmer würde ja einfach in nen anderen Landkreis verlegen oder aus Trotz gleich zusperren...

http://www.merkur.de/lokales/ebersberg/grafing/polizei-grafing-landkreis-ebersberg-laesst-juwelier-stich-5871717.html

Beitrag melden
ir² 25.11.2015, 17:53
69.

Die Deutsche Neidkultur zeigt sich auch in solchen Auswüchsen. Das ist nicht weiter verwunderlich. Mein Kollege, Audi A6 Fahrer, hatte nach einem Auffahrunfall 2 Jahre Lauferei mit dem Gericht obschon der Polizeibericht die Unfallschuld klar dem Auffahrenden zuschrieb. Sein Auto und sein Auftreten gefiel der Kleinwagen fahrenden Richterin nicht, das genügte um vor einem Deutchen Gericht vorgeführt zu werden. Erst die Schwangerschaftsvertretung urteilte die Sache kopfschüttelnd auf Grund der unzweifelhaften Faktenlage in zwei Minuten ab...

Beitrag melden
Seite 7 von 20
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!