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Gerichtsurteil : Vorfahrt an der Autobahnauffahrt kann sich ändern
DPA

Wer auf die Autobahn auffährt, muss dem Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn Vorfahrt gewähren? Das gilt meistens, aber nicht immer - wie ein Gerichtsurteil zeigt.

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rstevens 07.09.2018, 11:00
30.

Zitat von macjackson
Man sollte wirklich mal probieren, die Geschwindigkeit bei 130 km/h zu deckeln. Vielleicht nimmt das auch etwas die Aggressivität aus der Fahrweise. Irgendwie sind die Leute hinsichtlich Vorfahrt etc. überall gechillter als in Deutschland. Anstatt hier einfach mal zu gewähren, auch wenn man selbst im Recht wäre, provoziert man lieber einen Unfall und bringt sich und die Gegenseiten unnötig in Gefahr.
Hier ging's um Tempo 0-10. Was hat denn bitte ein generelles Tempolimit bei 130 mit so einer Situation im Stau zu tun?
Und auch auf Strecken mit Tempolimit gibt es Aggressivität. Das sieht man regelmäßig, wenn Fahrer, die das Tempolimit nicht erreichen wollen, stur rechts oder in der Mitte fahren.
Ein generelles Tempolimit bringt nur etwas auf bisher unbeschränkten Strecken und entschärft Situationen, wie die folgenden:

- Extremes Abbremsen nötig, wenn Fahrer vor dem Spurwechsel nach links nicht in den Rückspiegel schauen bzw. bewusst einfach mit deutlich geringerer Geschwindigkeit nach links gehen.

- Das idiotische Gedrängel bei 180, weil der hintere gerne 200 fahren würde. Das findet dann halt "nur" bei 130 statt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Idioten, die bei hohen Geschwindigkeiten drängeln, dies bei niedrigen nicht tun.
Unser Problem sind schlicht zu viele Egoisten und manchmal auch einfach Trottel. Man kann dort, wo überhaupt schnell gefahren werden kann, als langsamerer Verkehrsteilnehmer immer so überholen, dass den schnelleren Zeit bleibt, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren. Dafür muss man halt einfach mal in den Rückspiegel schauen, bevor man die Spur wechselt und ggf. einfach mal in Kauf nehmen, dass man von 120 auf 100 runter geht, und dann rüberzieht. Das machen viele aber nicht.

Gleiches gilt für die Schnelleren. Man kann auch mal von 200 auf 170 runtergehen, wenn man erkennt, dass da gleich einer mit 120 einen LKW auf der mittleren Spur überholen will. Sofern der im Anschluss gleich wieder rüber geht und ggf. sogar beim Überholen noch ein wenig beschleunigt, müsste man oft nicht mal aktiv bremsen.
Aber derartige vorausschauende Fahrweise ist vielen einfach völlig fremd. Der eine zieht einfach rüber, der andere möchte stur durchballern.

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erlachma 07.09.2018, 11:13
31.

Zitat von macjackson
... oder ist das bei ihnen auch nur ein Gefühl? Ich sprach schon von vergleichbaren Situationen hier und dort. Dass die Anspannung mit der Verkehrsdichte ansteigt ist mir auch klar. Ebenso ist mir klar, dass der im Artikel beschriebene Fall nichts mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zu tun hat. Dennoch bin ich der Meinung, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung durchaus etwas die .....
Also hier kann ich definitiv sagen, dass eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung KEINE Aggressivität herausnehmen wird. Dazu gibt es weltweit genug Gegenbeispiele.

Aggressivität könnte man z.B. dadurch herausnehmen, dass man das Einfahren in den Sicherheitsabstand rigoros bestraft. "Halber Tacho" wird in der Regel interpretiert als "oh schön, der lässt mir Platz zum Einscheren". Dadurch werden Bremsmanöver erzwungen.
Oder durch das beliebte Spiel "ich bin 1km/h schneller als der vor mir, also muss ich überholen, aber ohne zu beschleunigen".

Also: Einfahren in den Sicherheitsabstand mit 1 Punkt bestrafen, und dann noch den Mindestüberschuss beim Überholen auf 20km/h festsetzen und kontrollieren, und schon hätten wir keinen Streß mehr auf den Straßen.

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JaguarCat 07.09.2018, 11:38
32. Absurd, dass das überhaupt vor dem Richter landet!

Der Verkehr war auf der Autobahn also total zum Erliegen gekommen, nichts ging mehr. Als es nach drei Minuten wieder weitergeht, steht da ein Auto halb vor dem LKW, und der LKW-Fahrer fährt da blindlings (sorry, finde kein besseres Wort dafür) rein. Ja natürlich hat der LKW schuld, wer sonst bitte. Und wenn der LKW-Fahrer das Auto nicht sehen kann, dann müssen halt so viele zusätzliche Spiegel, Kameras, Abstandswarnassistrenten oder was auch immer in den LKW eingebaut werden, dass so etwas beim schnöden Geradeaus-Fahren (!!!) nicht mehr passiert. Wir befinden uns im Jahr 2018, wo solche Elektronik nur noch Cent-Beträge kostet, nicht im Jahr 1958, als man froh war um jeden Laster, der überhaupt ein paar frische Tomaten bringt.

Und ja, wir brauchen sichere LKW. Es kann ja genauso passieren, dass der Stau nicht auf der Autobahn, sondern in einer städtischen Straße ist. Und was, wenn da ein Kind vor dem stehenden LKW die Straße überquert. Wird das dann auch übersehen???

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Pickle__Rick 07.09.2018, 11:44
33.

Zitat von rstevens
Hier ging's um Tempo 0-10. Was hat denn bitte ein generelles Tempolimit bei 130 mit so einer Situation im Stau zu tun?
Äußerst wenig bis gar nichts. Bei dieser Forderung geht es am Ende doch meist nur daraum gechillt auf der Straße vor sich hin schnarchen zu können. Wir haben in Deutschland kein generelles Tempolimit, eine hohe Verkehrsdichte und trotzdem eine hervorragende Unfallstatistik, an die so manches Land mit Limit und harten Strafen nicht ran kommt. Den angeblich so entspannten Verkehr im Ausland halte ich auch für ein Märchen bzw. eine stark verklärte Sichtweise. Wer so redet, war wohl lange nicht mehr außerhalb Deutschlands unterwegs.
Ich fahre selbst meist im Bereich der Richtgeschwindigkeit, obwohl mein PKW die 200 km/h und mehr ganz locker flockig aus dem Ärmel schüttelt. Auf ständiges Beschleunigen und Bremsen hab ich keine Lust. Wenn man vorausschauend fährt und auch mal die Spiegel nutzt, dann ist das total entspannt möglich. Wozu muss dafür anderen Leuten die Geschindigkeit vorgeschrieben werden?

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rstevens 07.09.2018, 11:50
34.

Zitat von erlachma
Oder durch das beliebte Spiel "ich bin 1km/h schneller als der vor mir, also muss ich überholen, aber ohne zu beschleunigen". Also: Einfahren in den Sicherheitsabstand mit 1 Punkt bestrafen, und dann noch den Mindestüberschuss beim Überholen auf 20km/h festsetzen und kontrollieren, und schon hätten wir keinen Streß mehr auf den Straßen.
Ihr erster Punkt wird durch Geschwindigkeitsbegrenzungen sogar noch verschärft. Das sieht man wunderbar in Holland oder in der Schweiz. Da sind dann PKW-Überholvorgänge ähnlich wie die Elefantenrennen bei uns, weil der Überholende zwar nicht mit 115 bei erlaubten 120 hinterherfahren möchte, aber auch nicht über 120 Beschleunigt, weil es das Tempolimit gibt.

Punkt 2 ist einfach weltfremd.

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rstevens 07.09.2018, 11:57
35.

Zitat von Pickle__Rick
Bei dieser Forderung geht es am Ende doch meist nur daraum gechillt auf der Straße vor sich hin schnarchen zu können. Wenn man vorausschauend fährt und auch mal die Spiegel nutzt, dann ist das total entspannt möglich. Wozu muss dafür anderen Leuten die Geschindigkeit vorgeschrieben werden?
Man kann ja gechillt schnarchen. Idealerweise aber rechts. Und natürlich geht das sowieso nur, wenn der Verkehr nicht zu dicht ist, was bei uns meist nicht der Fall ist.

Ich glaube, da kommen die Stories aus dem Ausland auch her. Vermutlich wird da deutlich weniger Verkehr mit generellem Tempolimit verwechselt.

Voraus- und vor allem Rückschauend fahren, können viele einfach nicht. Ich fahre eh auch meistens im Bereich der hier geforderten Begrenzung von 130. Das geht vielleicht auch mal bis 160 hoch, wenn gerade Platz ist oder auch mal runter, wenn kein Platz ist. Am liebsten ist mir aber 130-140 mit Tempomat und einfach rollen. Es ist äußerst selten, dass mich mal ein schnellerer von hinten bedrängt. Ja, es gibt sie, die Idioten, die das tun, selbst wenn kein Platz ist, das ist aber selten. Ich gehe aber auch nach rechts, wenn Platz ist und habe auch kein Problem damit, kurz etwas langsamer zu werden, um noch jemanden durchzulassen, bevor ich zum Überholen ausschere.

Die meisten, die hier über die vielen Drängler schimpfen, fahren ganz sicher nicht so.

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Andreas-Schindler 07.09.2018, 12:09
36. Bullshit

Zitat von JaguarCat
Der Verkehr war auf der Autobahn also total zum Erliegen gekommen, nichts ging mehr. Als es nach drei Minuten wieder weitergeht, steht da ein Auto halb vor dem LKW, und der LKW-Fahrer fährt da blindlings (sorry, finde kein besseres Wort dafür) rein. Ja natürlich hat der LKW schuld, wer sonst bitte.
Wenn Sie im Stau stehen und es weiter geht schauen sie vor ihren Fahrzeug nach ob in der Zwischenzeit ein Hund vor ihren Pkw steht? Der LKW Fahrer sieht etliche Meter vor sich nichts. Und wen er Steht Denkt er auch nicht immer daran das ein Hirnloser Pkw-Fahrer die paar Meter Abstand genutzt hat um da zwischen zu fahren. Sollen die Lkws jetzt im Stau bis 1Meter auf den Vordermann Aufschließen um solche Situationen Auszuschließen? Die halten Abstand falls mal ein Lkw ihnen hinten drauf fährt und sie nicht Eingeklemmt werden. Auf Youtube können sie genug solcher Hirnlosen Pkw-Fahrer sehen die sich vor ein Lkw stellen bei einen Stau. Wenn der Lkw-Fahrer Musik hört dann Merkt er nicht mal den Widerstand dieses Pkw nicht mal.

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~JB~ 07.09.2018, 12:13
37. andere Länder andere Sitten

In anderen Ländern ist das Auffahren auf die Autobahn stressfreier, da generell das Reißverschlussprinzip gilt - beispielsweise in Dänemark. Auch die maximale Geschwindigkeitsbegrenzung in Dänemark auf 130 km/h finde ich sehr angenehm.

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ardbeg17 07.09.2018, 12:26
38.

aha, der LKW fährt an, weil es weitergeht...
warum der PKW nicht? Handy? Sorry, wenn ich so vor den LKW fahre, dass der mich anschließend anfährt, fasse ich mich an meine eigene Nase. Die Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme gilt übrigens wohl auch für PKW-Fahrer, die sich noch eben dazwischen quetschen wollen. Wer kennt die Fahrer nicht, die dies z.B. bei Fahrbahnverengungen auf den letzten Metern und längst im schraffierten Bereich erzwingen.

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Gerdd 07.09.2018, 13:35
39. Nicht ganz ernstgemeint ...

... ist wohl der Einwand, der PKW dürfe sich nicht vor den LKW setzen, weil der ihn ja nicht sehen kann. Mit der Argumentation, muß der auffahrende Verkehr solange warten, bis der Stau zuende ist - also gegebenenfalls Wochen ...

Wer nicht sehen kann, was um sein Fahrzeug herum vor sich geht, der hat auf der Straße nichts zu suchen. Wenn das am Fahrzeug liegt, dann hat eben das Fahrzeug auf der Straße nichts zu suchen. Auch der "Feld- Wald- und Wiesen-Tote Winkel" hat ja noch niemanden von der Verantwortung für etwaige Konsequenzen freigesprochen. Und man lernt ja auch (in der Fahrschule?) wie man mit dem Problem umgeht und trotzdem ohne Unfall nach Hause kommt.

Hin und wieder allerdings habe auch ich das Bedürfnis mal jemanden an´zubrüllen, weil er - dem Anschein nach - sich auf längere Strecke in meinem toten Winkel an mir entlangschleicht. Meine Passagiere hören mich dann schon einmal fluchen "Wo ist der denn jetzt hin? Da war doch eben noch einer!" - Das ist beim toten WInkel nunmal so: Wenn die Zahl derer, die ich hineinverschwinden sehe, nicht übereinstimmt mit der Zahl dderer, die wieder herauskommen, dann ist da noch wer, der sich versteckt. Auch das könnten Fahrschulen lehren: Sei dir bewußt, wenn du in jemandes totem Winkel bist und sieh zu, daß du da wieder herauskommst. Notfalls hup' mal kurz - machen die im Ausland auch.

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