Forum: Auto
Gerichtsurteil : Vorfahrt an der Autobahnauffahrt kann sich ändern
DPA

Wer auf die Autobahn auffährt, muss dem Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn Vorfahrt gewähren? Das gilt meistens, aber nicht immer - wie ein Gerichtsurteil zeigt.

Seite 8 von 11
flohzirkusdirektor 07.09.2018, 21:00
70. Eher nicht.

Zitat von slowboarder
[...] Ob alles, was da drüben rumfährt bei uns durch den TÜV kommen würde, müsste man natürlich auch berücklsichtigen.
Zu meiner Zeit in den Staaten (5/1980 - 10/1981) mussten Autos nur einmal zum U.S.-TÜV-Analogon, nämlich bei der Erstzulassung. Das weitere Leben des Autos interessierte staatlicherseits keinen mehr ...

Beitrag melden
rstevens 07.09.2018, 21:21
71.

Zitat von slowboarder
naja, wenn der überholende 120 fährt, warum stresst sie dass dann?Sie dürften ihn eh nicht überholen ohne ein Bussgeld zu risikieren und müssten hinter ihm herfahren, egal ob er jetzt jemanden überholt oder nicht.
Hier ging's ja um Einfahren in den Sicherheitsabstand. Derjenige setzt sich also knapp vor einen, überholt dann aber nicht mit einer für einen Überholvorgang angemessenen Geschwindigkeit und zieht dann wieder rüber, sondern zwingt einen zum Bremsen, um den Sicherheitsabstand wieder herzustellen. Dann kommt der nächste und so weiter.

Nach einer Weile fährt wahrscheinlich jeder eigentlich zu nah auf den Vordermann auf, damit das nicht dauernd passiert.

Ich hatte mal eine ganz bemerkenswerte Fahrt in der Schweiz. Da ist zwar bei höherem Verkehrsaufkommen niemand wirklich zu schnell gefahren, allerdings hingen sie alle so nah aufeinander, dass ich auf den 300km an 5 Auffahrunfällen vorbeigefahren bin. Wir waren mit einer Gruppe von Autos unterwegs, einer der Unfälle war mit einem aus der Gruppe, dem ist auch einer draufgefahren.

Beitrag melden
emil_erpel8 07.09.2018, 21:41
72.

Zitat von rstevens
Hier ging's ja um Einfahren in den Sicherheitsabstand. Derjenige setzt sich also knapp vor einen, überholt dann aber nicht mit einer für einen Überholvorgang angemessenen Geschwindigkeit und zieht dann wieder rüber, sondern zwingt einen zum Bremsen, um den Sicherheitsabstand wieder herzustellen. Dann kommt der nächste und so weiter. Nach einer Weile fährt wahrscheinlich jeder eigentlich zu nah auf den Vordermann auf, damit das nicht dauernd passiert.
So was Beknacktes; unter anderem dazu ist der Sicherheitsabstand da: Damit Leute dort einscheren können. So steht es in der StVO. Wenn sie deswegen Tobsuchtsanfälle am Steuer bekommen, sollten Sie vielleicht mal in Kur gehen und danach Ihre Einstellung zu anderen Verkehrsteilnehmern ändern. Es gibt kein Recht, daß andere Verkehrsteilnehmer einem nicht im Weg stehen dürfen.

Beitrag melden
irgeneinleser 07.09.2018, 22:51
73. @72

"(2) Wer ein Kraftfahrzeug führt, für das eine besondere Geschwindigkeitsbeschränkung gilt, sowie einen Zug führt, der länger als 7,00 m ist, muss außerhalb geschlossener Ortschaften ständig so großen Abstand von dem vorausfahrenden Kraftfahrzeug halten, dass ein überholendes Kraftfahrzeug einscheren kann. Das gilt nicht(...)

Ein überholendes, kein auf die Autobahn auffahrendes. Gerade wenn man direkt vor einem LKW und uU unterhalb des Blickfeldes des Fahrers einschert.
Ansonsten ist ein Sicherheitsabstand ein SICHERHEITSabstand. Da hat keiner was drin zu suchen.

Beitrag melden
Join_Me 08.09.2018, 07:28
74.

Zitat von gutmensch-mit-hirn
Beim Fahrer, der sich vom Rastplatz kommend „einfädelte“, scheint es sich ja um einen Gesellen mit ganz besonderem Rechtsempfinden zu handeln. Wegen 110 Euro ging er durch drei Stufen: 1.) Einspruch gegen den Bescheid vor der Behörde 2.) Dort verloren, also ab zum Amtsgericht 3.) Dort verloren, also ab zum Oberlandesgericht Ich vermute stark (eigentlich hoffe ich es), dass es hier nicht mehr um die 110 Euro ging, sondern um die Frage, wer Unfallverursacher ist und wer den Schaden an den Fahrzeugen zu bezahlen hat. Unter diesem Aspekt wäre es noch zu ertragen, dass ein Kasper wegen 110 Euro so viele Stellen beschäftigt. Wenn es aber nur „ums Prinzip“ ging, dann sollten Rechtschutzversicherungen in solchen Fällen (auch im Falle des Obsiegens) eine Selbstbeteiligung bekommen, die deutlich höher ist, als das in Frage stehende Bußgeld. Denn ich fürchte, auch der auffahrende Fahrer hat jetzt leider aus diesem Prozess nur „gelernt“, dass er im Recht war. Ob er gelernt hat, dass es um gegenseitige (!!!) Rücksichtnahme geht, also auch um seine Rücksichtnahme auf den LKW, wage ich zu bezweifeln.
Bei einem Bußgeld von 110 Euro geht es sehr wahrscheinlich auch um Punkte in Flensburg. Und da machen 1 oder 2 Punkte sowie ein eventuelles Fahrverbot schon eine Menge aus, gerade wenn man beruflich auf den Führerschein angewiesen ist.

Beitrag melden
pdebus0 08.09.2018, 08:32
75.

Also Schilda läst grüßen.
Vorfahrtsregeln als Variable.So die Beschluss.
Dann sollt man die STVO einfach abschaffen und als Variable generieren.
Meine Erfahrung sagt, das es nicht diese Situation gibt das man nicht auf die Autobahn kommt bei Stau sondern man raufgelassen wird manchmal mit etwas warten.
Aber dieser Teilnehmer hat die Vorfahrt mißachtet und sich vor den LKW gedrängt.
Und der LKW Fahrer kann auch voraussetzen das die Vorfahrt eingehalten wird.
Wie lange der Teilnehmer welcher auf die Autobahn wollte tatsächlich gewartet hat ist nicht geklärt und ich denke es war ein besonders flinker der unbedingt Zeit aufholen wollte und einfach nicht warten wollte.

Beitrag melden
miwastill 08.09.2018, 09:29
76. Mensch,

Autofahren muss einfach teurer werden und das erwirtschaftete Geld sinnvoll investiert werden (z. B. Bildung, Gesundheit und ÖPNV). Das müssen dann aber auch die Firmenwagenfahrer zu spüren bekommen. Die erlauben sich so einiges...

Beitrag melden
egonv 08.09.2018, 10:18
77.

Ich habe echt das Gefühl, die Mehrheit der Kommentatoren fährt LKW oder gar nicht.
Der wollte auf die Autobahn im fast stehenden Verkehr, auf die rechte Spur auffahren, auf die linke geht ja nicht....er MUSS sich quasi zwischen zwei LKWs bewegen und wenn die ihn nicht deutlich mit Lichthube und Riesen Abstand reinlassen (Das wäre Rücksichtnahme!) dann muss er sich irgendwo reindrängeln, sonst geht es nicht um 10 Meter sondern um Stunden, die er da steht. Wobei ich auch sagen möchte, eigentlich lässt einen immer jemand rein in solchen Situationen. Und ja, der LKW Fahrer kann beim Stau an einer Auffährt damit rechnen, dass andere vor oder hinter ihm auf die Autobahn fahren. Niemals, wirklich niemals, darf so was wie "im LKW sieht man ja gar nicht, was vor einem ist" ein Argument für geringere Schuld sein. Niemals! Dann kann man mit jedem Argument, dass auf Unvermögen aufbaut sämtliche Schuld von sich weisen. Kann ich denn was dafür, dass der nichts sieht? Wenn das so ist (und ich weiß, dass das bei LKWs so ist), dann ist dieses Fahrzeug nicht straßenverkehrstauglich und dürfte keinen TÜV bekommen. Aber glücklicherweise lässt sich das durch einige hier bereits erwähnte technische Hilfen beheben.
Ich gebe allerdings zu, dass bei vielen Verkehrsteilnehmer egal mit welchem Fahrzeug (wobei Fahradfahrer, Busfahrer, und "spezielle" Autofahrer besonders hervorzuheben sind) schon öfters eine enorme Rücksichtlosigkeit zu beobachten ist. Ich vermute jedoch nicht, dass mehr Regeln und mehr Strafen daran etwas ändern. Hier geht es eher um eine generelle Haltung in der Gesellschaft.

Beitrag melden
DanielBerlin 08.09.2018, 11:45
78.

Zitat von macjackson
... aber in jedem anderen Land, besonders Holland und die skandinavischen Länder ist der Verkehr weniger nervenaufreibend als hier in Deutschland. Man sollte wirklich mal probieren, die Geschwindigkeit bei 130 km/h zu deckeln. Vielleicht nimmt das auch etwas die Aggressivität aus der Fahrweise. Irgendwie sind die Leute hinsichtlich Vorfahrt etc. überall gechillter als in Deutschland. Anstatt hier einfach mal zu gewähren, auch wenn man selbst im Recht wäre, provoziert man lieber einen Unfall und bringt sich und die Gegenseiten unnötig in Gefahr. Und für was? Dass man ein Auto eher in der Schlange steht ....
Absolut richtig, ABER, es gibt nun mal auch Regeln und wenn wir zu viel "chillen" fahren wir bald wie in anderen Ländern und das möchte ich auch nicht. Das strengt dann auch bei 130 oder 30 in der Stadt viel zu sehr an. Aber ich habe eh das Gefühl, auch dank der Zuwanderung in diesem Land, dass die typisch deutsche Art sich an Regeln zu halten nach und nach flöten geht, und das ko*** mich eigentlich an.

Beitrag melden
DerBlicker 08.09.2018, 12:04
79. komplett falsch

Zitat von emil_erpel8
So was Beknacktes; unter anderem dazu ist der Sicherheitsabstand da: Damit Leute dort einscheren können. So steht es in der StVO.
In den Sicherheistabstand einscheren ist laut STVO sogar klar verboten. Der Sicherheitsabstand ist dazu da, dass man dem Vordermann nicht rein fährt, wenn der plötzlich bremsen muss, waren Sie mal in einer Fahrschule?

Wenn mir jemand in den Sicherheitsabstand rein fährt, muss ich abbremsen, um diesen wiederherzustellen. Der Einscherende nötigt mich also zum Bremsen, das ist verboten, denn wer die Fahrspur wechselt, darf den Verkehr auf dieser Spur weder gefährden noch behindern. Das steht so ganz klar in der STVO. Einscheren in den Sicherheitsabstand ist absolut verboten und strafbar.

Beitrag melden
Seite 8 von 11
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!