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Gerichtsurteil : Vorfahrt an der Autobahnauffahrt kann sich ändern
DPA

Wer auf die Autobahn auffährt, muss dem Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn Vorfahrt gewähren? Das gilt meistens, aber nicht immer - wie ein Gerichtsurteil zeigt.

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DerBlicker 08.09.2018, 12:06
80. ja dann muss er eben Stunden warten

Zitat von egonv
Ich habe echt das Gefühl, die Mehrheit der Kommentatoren fährt LKW oder gar nicht. Der wollte auf die Autobahn im fast stehenden Verkehr, auf die rechte Spur auffahren, auf die linke geht ja nicht....er MUSS sich quasi zwischen zwei LKWs bewegen und wenn die ihn nicht deutlich mit Lichthube und Riesen Abstand reinlassen (Das wäre Rücksichtnahme!) dann muss er sich irgendwo reindrängeln, sonst geht es nicht um 10 Meter sondern um Stunden, die er da steht.
Reindrängeln ist immer verboten und schlicht Nötigung. Sie müssen warten, bis jemand Sie freiwillig reinlässt. Wer die Vorfahrt achten muss, der muss sonst warten, bis er schwarz ist.

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DerBlicker 08.09.2018, 12:11
81. das ist so nicht ganz richtig

Zitat von slowboarder
ich würde mal sagen, hier liegt dann die Ignoranz des 200km/h fahrenden vor, der nicht einsehen will, dass jemand vor ihm fährt und die Fahrbahn jetzt nicht frei ist, und 200km/h für die Verkehrssituation nicht mehr angemessen sind. Um das zu erkennen, müsste der Fahrer auch nicht mal in den Rückspiegel schauen. Rücksicht ist gut, aber auf der Autobahn muss man eben auch VOR sich schauen und die Verkehrslage richtig einschätzen. Damit sind anscheinenen viele überfordert.
Ich muss meine Fahrweise nicht so anpassen, dass ich auch bei Fehlern anderer einen Unfall verhindere. Ich darf darauf vertrauen, dass sich alle an die STVO halten. Wenn meine Fahrbahn frei ist, darf ich auch 200 fahren. Wer die Spur wechselt, darf niemand behindern und gefährden, auch keine 200 km/h Fahrer, so steht es in der STVO. Vor allem muss ich nicht damit rechnen, dass jemand ohne zu Blinken die Spur wechselt, das ist grobe Verkehrsgefährdung und eine Straftat.

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DerBlicker 08.09.2018, 12:15
82. das ist dann Pech

Zitat von Newspeak
Das Gerichtsurteil ist sehr vernünftig. Würde man nämlich die Vorfahrtsregel auch bei stop and go Verkehr konsequent auslegen, dann dürfte gar niemand auffahren, bevor sich der stop and go Verkehr nicht auflöst.
Die STVO ist glasklar, Vorfahrt verfällt nicht. Da darf sich kein Richter drüber hinwegsetzen, egal was er für vernünftig hält. Und nochmal, beim Einfahren auf eine Autobahn gibt es kein Reißverschlussverfahren, auch dazu genügt ein Blick in die STVO. Wenn man auf der Straße etwas anderes will, so muss man die STVO ändern, der Richter darf das nicht, das wäre Rechtsbeugung.

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DerBlicker 08.09.2018, 12:18
83. ja das muss er dann eben

Zitat von Gerdd
... ist wohl der Einwand, der PKW dürfe sich nicht vor den LKW setzen, weil der ihn ja nicht sehen kann. Mit der Argumentation, muß der auffahrende Verkehr solange warten, bis der Stau zuende ist - also gegebenenfalls Wochen ...
So steht es in der STVO, die Vorfahrt gilt immer und zeitlich unbegrenzt, daran kann und darf ein Richter nichts ändern, das darf nur der Gesetzgeber. Man muss eben warten, bis einen ein freundlicher Autofahrer reinlässt, reindrängeln ist Nötigung und strafbar.

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mens 08.09.2018, 12:59
84. @4 Ja. Problem aber größer.

Wenn Vorfahrt zu gewähren ist findet der Fuß immer seltener das Bremspedal. Besonders wenn vor den Fahrern ein Hindernis in zweiter Reihe auftaucht. Es scheint eine neue Regel zu bestehen. Nie die Geschwindigkeit herabsetzen oder gar stehen bleiben, sondern die Vorfahrt durch einen eleganten Schlenker in den zum Abbremsen gezwungenen Gegenverkehr machen. Ca. 7 von 10 mal. Ist aber nur das aus dem übrigen Alltag fortgesetzte Verhalten des heutigen Bürgers. Ob in Beruf oder Partnerschaft, Umgang mit Lehrern, Ärzten oder anderen Fachleuten, das Ego ist übersteigert und der Anwalt ist einen Anruf entfernt. Warum sollte es an einer Strassenverengung anders laufen?

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s.p.igel 08.09.2018, 13:24
85. Wer den Fahrstreifen wechseln will....

Zitat von DerBlicker
Ich muss meine Fahrweise nicht so anpassen, dass ich auch bei Fehlern anderer einen Unfall verhindere. Ich darf darauf vertrauen, dass sich alle an die STVO halten.
...darf also darauf vertrauen, dass andere mit angepasster Geschwindigkeit fahren und muss seine Fahrweise nicht so anpassen, dass wegen der überhöhten Geschwindigkeit des Überholers ein Unfall verhindert wird? Übrigens ist Überholen bei unklarer Verkehrslage verboten, z.B. wenn unklar ist, ob andere die hohe Geschwindigkeit des Überholers richtig einschätzen können.

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s.p.igel 08.09.2018, 13:46
86. Auch wenn der Autofahrer davon ausging, ....

....dass der LKW-Fahrer auf seine Vorfahrt verzichten wollte gilt §11(3)StVO: "auf einen Verzicht darf man nur vertrauen, wenn man sich mit dem oder der Verzichtenden verständigt hat." Vielleicht hätte der Richter mal in die StVO schauen sollen.

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s.p.igel 08.09.2018, 18:45
87. Urteil OLG München

Eine Frau überquert die Fahrbahn vor einem angehaltenen Kleintransporter und wurde angefahren, als dieser wieder anfuhr. Das OLG gibt der Frau ein Mitverschulden weil: "Die Frau hätte sich also mit Blickkontakt vergewissern müssen, da sie dies nicht tat, sei ihr eine Mitschuld an dem Unfall zu geben. ". Von Fußgängern erwarten Gerichte also bessere Kenntnis der StVO als von Autofahrern.

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kaliballer 08.09.2018, 18:53
88. Erst mal lesen

Einige sollten erst mal die Entscheidung des Gerichts lesen, bevor sie hier irgendwas vermuten. Das Gericht hat zurück an die Vorinstanz verwiesen, um aufzuklären, ob der Lkw-Fahrer den Pkw vor ihm sehen könnte. Der LKW-Fahrer hat allerdings angegeben, dass er bereits einige Minuten gestanden hatte bevor er dann in den Pkw fuhr. Wenn die Angaben des LKW-Fahrers stimmen und er den Pkw sehen konnte, ist es aber nichts mit Vorfahrt, wie hier einige meinen. Niemand darf in einen stehenden PKW, den er rechtzeitig sieht, hineinfahren. Wo kämen wir denn da hin, einige meinen wohl auf der Kirmes beim Autoscooter zu sein ! Da es aber solche Fahrer gibt, gibt es das Gebot der Rücksichtsnahme, damit man die Rücksichtslosen einfangen kann, die sich auch in solchen Situationen noch auf ihr Vorfahrtsrecht berufen würden, wo aber Rücksicht angebracht ist. Diese Rücksichtslosigkeit macht es auch so schwer, vernünftige Regeln, wie das Reisverschlussprinzip bei Engpässen einzuhalten. Die einen haben Angst nicht reingelassen zu werden, andere sind verkappte Rennfahrer und glauben ein Platz im Rennen zu verlieren, wenn sie einen vorlassen, der hat womöglich sogar eine Abkürzung über den Rastplatz genommen ! Von Gelassenheit beim Fahren ist oft nichts zu spüren.

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DerBlicker 08.09.2018, 19:11
89. wie bitte?

Zitat von kaliballer
Einige sollten erst mal die Entscheidung des Gerichts lesen, bevor sie hier irgendwas vermuten. Das Gericht hat zurück an die Vorinstanz verwiesen, um aufzuklären, ob der Lkw-Fahrer den Pkw vor ihm sehen könnte. Der LKW-Fahrer hat allerdings angegeben, dass er bereits einige Minuten gestanden hatte bevor er dann in den Pkw fuhr. Wenn die Angaben des LKW-Fahrers stimmen und er den Pkw sehen konnte, ist es aber nichts mit Vorfahrt, wie hier einige meinen. Niemand darf in einen stehenden PKW, den er rechtzeitig sieht, hineinfahren. Wo kämen wir denn da hin, einige meinen wohl auf der Kirmes beim Autoscooter zu sein ! Da es aber solche Fahrer gibt, gibt es das Gebot der Rücksichtsnahme, damit man die Rücksichtslosen einfangen kann, die sich auch in solchen Situationen noch auf ihr Vorfahrtsrecht berufen würden, wo aber Rücksicht angebracht ist.
Sie verdrehen die Realität. Rücksichtslos war hier nur der PKW Fahrer, der sich reingedrängelt hat, obwohl er laut STVO klar wartepflichtig war. Nein, auf Rücksichtslose muss man keine Rücksicht nehmen.

Wenn mir jemand die Ausfahrt zuparkt, kann ich den auch mit dem Bagger beiseite schieben, egal, ob dann das Auto kaputt ist. Wer falsch parkt, hat alle Rechte verwirkt. Darauf muss man keine Rücksicht nehmen.

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