Forum: Auto
Gerichtsurteil: Wer Rasern die Vorfahrt nimmt, haftet mit
DPA

Obwohl ein Motorradfahrer mit 121 km/h durch die Stadt fuhr, hat er nur teilweise Schuld an einem Unfall. Ein Gericht hat entschieden: Auch die Autofahrerin, die den Raser übersah, haftet.

Seite 9 von 17
s.p.igel 24.06.2016, 18:01
80. Vorfahrtverletzung bedeutet wesentliche Behinderung

Laut StVO darf der Wartepflichtige den Vorfahrtberechtigten nicht wesentlich behindern. Wenn aber der Vorfahrtberechtigte im Rahmen der Höchstgeschwindigkeit vollkommen ungehindert hätte fahren können, dann liegt keine Behinderung vor und erst recht keine wesentliche Behinderung. Somit liegt auch keine Vorfahrtverletzung vor.

Beitrag melden
Sibylle1969 24.06.2016, 18:04
81. Sorry, versteh ich nicht...

Das Urteil wäre ja noch verständlich, wenn der Motorradfahrer 65 km/h drauf gehabt hätte. Aber man muss nun wirklich nicht damit rechnen, dass jemand in einer geschlossenen Ortschaft mit 121 km/h (!) unterwegs ist. Wer sowas macht, ist nicht nur komplett selbst schuld an einem eventuellen Unfall, sondern sollte auch für den Rest seines Lebens den Führerschein entzogen bekommen. Hoffentlich geht das Verfahren noch zum Bundesgerichtshof, wo dieses Urteil dann hoffentlich einkassiert wird.

Beitrag melden
IntelliGenz 24.06.2016, 18:05
82. es sollte

grundsätzlich gelten: wer die Höchstgeschwindigkeit mit mehr als 10 km/h übertritt, ist VOLL verantwortlich für ALLES was daraus resultiert. OHNE WENN UND ABER.

Wo kommen wir denn hin, wenn deutsche Richter das Gesetz beugen?

Beitrag melden
Greggi 24.06.2016, 18:05
83. Früh genug ...

Zitat von erst nachdenken
Ein richtiges Urteil. Vorfahrtsregeln ändern sich eben nicht, weil jemand irgendeine andere Regel bricht. Das sollten sich auch die selbsternannten Oberlehrer mal klarmachen, sonst wirds eben teuer. Autofahren macht man nicht nebenbei beim Zigarette rauchen, telefonieren und BicMac fressen, sondern es erfordert Aufmerksamkeit - wer die mitbringt, der erkennt auch früh genug das Fehlverhalten anderer.
das Fehlverhalten anderer erkennen?

Genauso wie der Senior, der mit 90 km einen 80 km fahrenden Lastwagen auf der Autobahn überholen will und es kommt ein Idiot mit 250 km angeschossen? Da hilft nur eines: Strafen ganz drastisch rauf, nach Einkommen ausgerichtet und Höchstgeschwindigkeit 130 km wie in allen zivilisierten Ländern (außer Deutschland). Das wirkt. Garantiert.

Beitrag melden
atom2 24.06.2016, 18:06
84. Konkreter Fall

Zitat von Frida_Gold
Wie soll man Geschwindigkeiten von Verkehrsteilnehmern einschätzen, die so schnell fahren, dass man sie nichtmal sehen kann?
Wenn es so gewesen wäre, daß die Autofahrerin den Motorradfahrer aufgrund seiner Geschwindigkeit tatsächlich *gar* *nicht* hätte sehen können, hätte sie keine Teilschuld erhalten.

Beitrag melden
box-horn 24.06.2016, 18:07
85.

Zitat von kospi
Selten so eine bescheuerte Begründung gelesen. Wieso muss ich als Autofahrer die Geschwindigkeit eines Rasers einschätzen können. Das ist doch völlig praxisfremd.
... nein, ist es nicht. Das bedeutet nicht, daß ein Autofahrer exakt Geschwindigkeiten einschätzen können muß (das kann bekanntermaßen nur die österreichische Verkerhspolizei...), sondern daß man sieht, ob sich jemand mit einigermaßen angemessener ortsüblicher Geschwindigkeit nähert oder nicht.

Im übrigen denke ich auch, die Gute hat ein Verhalten an den Tag gelegt, daß ich auch weit öfters bei Frauen als bei Männern beobachte: sie ist einfach mal losgefahren und hat erst während des Abbiegevorgangs selbst eher flüchtig nach dem Verkehr geschaut und "bemerkt", daß da jemand kam, denjenigen aber, weil das Abbiegen anscheinend komplex genug ist, nicht in der Aufmerksamkeitszone behalten, die die Feststellung deutlich überhöhter Geschwindigkeit des Motorradfahrers ermöglicht hätte.

Das kann man auch oft auf der Autobahn beobachten, wenn sich - oft! - Fahrerinnen mit ihren leistungsschwachen Rollhüpfern ohne Rücksicht auf die Verkehrslage (und vor allem, ohne zuvor zu beschleunigen), auf die linke Spur drängen und alle nachfolgenden Fahrer zu heftigen Bremsmanövern nötigen.
Diese Fahrer(innen) sind viel verkehrsgefährdender als die angeblichen Raser... aber ich schweife ab.

Daß sie bei dem Schaden mit "dabei" ist, finde ich an sich durchaus in Ordnung, aber 30% finde ich zuviel.

Beitrag melden
cindy2009 24.06.2016, 18:07
86. zwiespalt@ lex1976

"--Willkommen in der dt. Justiz. Wie soll man einen Biker erkennen, der lebensmüde mit weit über 100 durch die Stadt fährt? Solche Urteile sind eher noch ein Anreiz für Raser.--"

Man kann sich auch die Frage stellen, ob jemand am Straßenverkehr teilnehmen sollte, der nicht fähig ist, Situationen ein zu schätzen. Oder er muss die Folgen tragen.

Beitrag melden
vukoff 24.06.2016, 18:10
87.

Klar und wenn demnächst eine Omi von einem Rennradfahrer in der Fußgängerzone umgenietet wird hat auch die Alte schuld. Was achtet sie nicht auf 60 kmh schnelle Fahrräder. Frechheit aber auch. ;)

Gut. Ich denke das ist in diesem Fall ein Streit zwischen Kassen und Versicherungen und hauptsache ist doch, dass der Verletzte gut versorgt wird. Die Kosten müssen sich eben die Kassen und Versicherungen teilen. Was haben wir in der ersten Stunde Zheorie gelernt? Sobald wir in unser Fahrzeug einsteigen haben wir an allem was danach passiert mindestens eine Teilschuld!

Beitrag melden
Achmuth_I 24.06.2016, 18:12
88. ?????

Was ist denn hier los?

Wieso soll jemand der einem anderen die Vorfahrt immt nicht Schuld an einem Unfall haben?

Anscheinend wird das ja allgemein so gesehen.

Es geht doch gar nicht darum, dass der Raser für seine Raserei zusätzlich zur Verantwortung gezogen wird. Es geht hier einzig und allein um die Verantwortung für den Unfall.

Beitrag melden
steingärtner 24.06.2016, 18:13
89. Immer schön anhalten bei grüner Ampel !

Könnte ja sein, dass jemand einfach bei roter Ampel fährt und man das nicht mit bedenkt. Selbstverständlich trägt man dann nach der Logik dieses Urteils auch eine Teilschuld.

Beitrag melden
Seite 9 von 17
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!