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Geschützte Extraspur: So soll Radfahren sicherer werden
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Radfahrer sind als Verkehrsteilnehmer ohne Knautschzone stets gefährdet. Aus Nachbarländern wird nun eine Idee importiert, die für mehr Sicherheit besonders in Städten sorgen kann. Berlin macht den Anfang.

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benmartin70 27.07.2018, 10:47
140.

Zitat von Das Pferd
natürlich. Übrigens fahren auch "Autofahrer" Fahrrad und Bahn, ich auch, wenn ich kein Werkzeug dabei haben muß. Das ist leider meist nicht möglich. Und ich bin froh über jeden, der sich, wie ich, mit dem Rad bewegt, wenn es seine Verkehrsbedürfnisse in der Situation erlauben. Trotzdem halte ich mich, weitgehend, an die Verkehrsregeln, und, was wichtiger ist, ich setze nicht vermeintliches Recht (vermeintlich weil immer noch §1 StVO gilt) durch. Genau das unterscheidet mich, unabhängig davon ob ich gerade Auto oder Rad fahre, von den hirnverbrannten Kampfadlern.
Das ist weise, aber ob es immer klug ist? Irgendwann haben Sie nämlich keine Rechte mehr, weder nach §1 Stvo noch sonst welche , weil dann immer das Recht des Stärkeren gilt.

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metastabil 27.07.2018, 13:13
141.

1. Der Nachweis einer Unschuld des Radfahrers an einem Unfall auf dem freigegebenen Gehweg läuft wie bei jedem anderen Unfall auch: durch Erbringen von Beweisen, die die eigene Unschuld bekräftigen. Welche das konkret sind, ist vom Fall abhängig.
2. Schrittgeschwindigkeit schließt mitnichten die Gefährdung von Fußgängern aus. Auch nicht weitestgehend. Ein mit Schrittgeschwindigkeit fahrender Bus kann einem noch immer über den Fuß fahren, der mit Schrittgeschwindigkeit fahrende Radfahrer kann dem stehenden Fußgänger noch immer in den Rücken fahren. Eine niedrige Fahrtgeschwindigkeit verlängert die Zeitspanne zum Reagieren und kann das Risiko für einen Unfall reduzieren - aber die Behauptung, Schrittgeschwindigkeit würde Gefährdungen ausschließen, ist viel zu hoch gegriffen.
3. Durch Einhalten der Schrittgeschwindigkeit hat man vor Gericht nicht automatisch gute Karten - der Busfahrer, der dem Fußgänger den Fuß plattgefahren hat, wird trotz Schrittgeschwindigkeit bestätigenden Zeugenaussagen die volle Schuld am Unfall tragen.
Umgekehrt hat man auch bei Überschreiten der Schrittgeschwindigkeit nicht automatisch schlechte Karten. Wenn man mit 15 km/h über einen leeren Fußweg fährt, und plötzlich einen halben Meter vor einem der lokale selbsternannte Verkehrsregler aus dem Gebüsch springt, dann läuft es eher auf eine Hauptschuld für Gebüsch-Harald hinaus. Selbst wenn Gebüsch-Harald dank seiner selbstgebauten Radarfalle die 15 km/h beweisen kann.
4. Ihr Beispiel mit dem auf den Radweg tretenden Fußgänger ist hier nicht relevant. In diesem Fall resultierte die (vermutliche) Mitschuld des Radfahrers nicht aus dessen Fahrtgeschwindigkeit, sondern aus der unzureichenden Reaktion auf die durch den Fußgänger bereitete Gefahr. Die Mitschuld hätte also auch bestanden, wenn der Radfahrer mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs gewesen wäre. Ihr Argument wird dadurch also nicht gestützt
5. Genauso ist ihre Auslassung über Unfallflucht nicht relevant. Unfallflucht war zum einen hier bisher nicht das Thema, zum anderen hat eine Unfallflucht keinen Einfluss auf die Schuldverteilung. Ein Unfallbeteiligter trägt an einem Unfall nicht mehr oder weniger Schuld, nur weil er vom Unfallort geflohen ist. Zudem ist eine versuchte Unfallflucht auch nicht strafbar - der verhinderte Unfallflüchtige ist also rechtlich nicht schlechter gestellt als der Unfallbeteiligte, der am Unfallort verbleibt. Ihre Auslassung ist also nur eine Anekdote, und trägt zur Diskussion nichts bei.

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mhuz 28.07.2018, 08:03
142.

Das schönste ist immer noch am Berg, wenn die Radfahrer so fasst oben sind und so richtig fertig und man fragt, ob sie immer so langsam sind. Oder wenn ein schneller Radfahrer ein langsamen überholt und kurz vor dem dem entgegenkommenden Radfahrer wieder einschert - die Augen des Entgegenkommenden sind herrlich anzusehen.
Oder wenn Du siehst, dass das Rad Hoch Gerüstet ist aber, aber die Sicherheitskette den ganzen Vorteil wieder nimmt. Oder wenn einem Radfahrer auf dem Gehweg entgegen kommt und Du einfach weiterläufst.Ich beobachte Radfahrer gerne und freu mich, wenn sie sich aufregen, weil es nicht so läuft wie sie sich das so vorstellen. Radfahrer sind die perfekten Spiesser, sie wissen genau was andere Falsch machen. Ob die Radfahrer wohl wissen, dass sie Moralisch oft recht bekommen aber nicht von der Versicherung. Wenn sie mit der Versicherung um das Geld kämpfen, werden alle Fehler schonungslos aufgedeckt.

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tüttel 28.07.2018, 13:22
143.

Zitat von mhuz
Das schönste ist immer noch am Berg, wenn die Radfahrer so fasst oben sind und so richtig fertig und man fragt, ob sie immer so langsam sind. Oder wenn ein schneller Radfahrer ein langsamen überholt und kurz vor dem dem entgegenkommenden Radfahrer wieder einschert - die Augen des Entgegenkommenden sind herrlich anzusehen. Oder wenn Du siehst, dass das Rad Hoch Gerüstet ist aber, aber die Sicherheitskette den ganzen Vorteil wieder nimmt. Oder wenn einem Radfahrer auf dem Gehweg entgegen kommt und Du einfach weiterläufst.Ich beobachte Radfahrer gerne und freu mich, wenn sie sich aufregen, weil es nicht so läuft wie sie sich das so vorstellen. Radfahrer sind die perfekten Spiesser, sie wissen genau was andere Falsch machen.
Mmm, auf mich wirkt der Beitrag selbst recht spießig wie von einem notorischen Parkverbotsmelder auf der Fensterbank, wenn Sie nichts besseres zu tun haben, als argwöhnisch Radfahrer zu beobachten.

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Nelkenghetto 28.07.2018, 16:54
144. @ benmartin70

das Recht in der StVo gilt immer dem schwächeren. Richtig lesen will schon gekonnt sein.

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loncaros 30.07.2018, 11:35
145.

Zitat von saftfrucht
Radfahren wird auch ohne solchen teuren Firlefanz plötzlich ganz von alleine sicherer, wenn sich die Radfahrer endlich mal an die Verkehrsregeln halten. Kaum einer zeigt Abbiegevorhaben an. Es wird quer über alle Fahrstreifen gefahren, mit dem Queren bis zur Ampel warten kommt nicht in Frage. Und so weiter. Radfahrer gefährden sich selbst.
Ihr Autofahrer zuerst. Bei Rotlichtkontrollen kommen auch bei Sonnenschein auf jeden Radfahrer fünf Autofahrer, die sich nicht um die Farbe Rot an der Ampel scheren.

Im Übrigen *darf* ein Radfahrer sich nach links auf den Linksabbiegerstreifen stellen, wenn er links abbiegen muss. Er muss nicht die Ampelanlage für die überquerung von Kreuzungen benutzen, er darf genauso wie ein Autofahrer einfach links abbiegen. Und natürlich darf er die Spuren noch vor der Ampel wechseln, um auf diese Spur zu kommen.

Die meisten Autofahrer, die glauben Radfahrer verletzten ständig die Regeln, wissen gar nicht dass sie damit falsch liegen, weil sie die Regeln selber nicht kennen.

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Tschegger 30.07.2018, 11:54
146. Müssen alle Städte "das Rad neu erfinden"?

Unsere Verwaltungen und Behörden regeln gern alles bis auf den Einzelfall hinunter und erzeugen an Überlappungs-Stellen zwangsläufig unlogische und ärgerliche Ungereimtheiten.

Als Beispiel führe ich das Verkehrsschild 240, kombinierter Rad- und Fußweg an. Es zwingt alle Radler, einen solchen Weg zu benutzen. Auch dann, wenn diese in der Lage wären, sicher und schnell auf der Straße zu fahren.
Aus eigener Erfahrung 1987 auf den Avenidas von Barcelona kann ich sagen, dass eine Geschwindigkeit von 30 bis 35 km/h ausreicht, um im Strom der Busse und Taxis "mitzuschwimmen und nicht angehupt oder geschnitten zu werden". Jetzt wäre doch eine Entzerrung des Radverkehrs nach Können und Geschwindigkeit eine viel billigere Methode, als auf ausgewählten Strecken die Radfahrer "zu pampern", um sie an anderen Stellen "ihrem Schicksal zu überlassen", und sei es nur das, auf der Straße angehupt zu werden, obwohl der Weg neben der Straße gar nicht als Radweg ausgewiesen ist.
So genannte Velo-Weichen sind seit einiger Zeit bei Radwegplanern beliebt. Dabei wird ein Angebotsstreifen (Fahrradschutzstreifen) neben der Fahrbahn vor einer Kreuzung aufgeteilt in einen Rechtsabbiegerteil und einen Geradeaus-Teil. Das Problem ist, dass die Geradeaus-Spur zwischen zwei Fahrspuren von Kfz liegt. Und wenn solches nachträglich herausgequetscht wurde durch Verschmälerung der Kfz-Spuren, kann das zu einem Tunnmel führen, in welchem Radfahrer zwischen zwei Baustellenfahrzeuigen oder Sattelschleppern cvor der Ampel stehen.
Wenn die Planer so etwas dann " An der Ampelschlange-Vorbeimogel-Streifen" nennen würden, wäre ich d'accord...

Da wünsche ich mir so etwas zurück, wie die Sendung "Der siebte Sinn", wo auf recht amüsante Weise nützliche und interessante Tipps und Nachhilfe im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr verbreitet worden sind, als es erst drei Fernsehprogramme gegeben hat. Sie endete regelmäßig mit dem Slogan "Hallo Partner: Danke schön!"

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stefan.kroll 30.07.2018, 12:17
147. Sicher? - Bitte für alle!

Ich bin die Diskussionen der letzten Jahre langsam leid. Ja, es ist an der Zeit den Fahrradverkehr von Autos und Fußgängern zu trennen um es für alle sicherer zu machen. Ich fahre kein Fahrrad, bin aber auch als Autofahrer dafür, bei mehrspurigen Straßen, eine Spur für Fahrradfahrer abzutrennen. Dies sollte nach Möglichkeit auf alle Straßen ausgedehnt werden. Auch sollten Kreuzungen so konzipiert werden, dass Fahrradfahrern eine gefahrlose Querung möglich ist und abbiegende PKws oder LKWs diese nicht übersehen können. Als Autofahrer und Fußgänger fordere ich dann aber auch, dass diese Fahrstreifen durch die Radfahrer verpflichtend zu benutzen sind und dies auch ausreichend kontrolliert wird und in entsprechender Höhe geahndet wird. Zum Teil sind die Bußgelder in diesem Bereich ein Witz. Wenn ich als Autofahrer im Rahmen der Gefährdungshaftung für fahrlässige oder vorsätzliche Verkehrsverstöße von Fahrradfahrern zur Verantwortung gezogen werde, fehlt mir das Rechtsverständnis.

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hgalarion 30.07.2018, 13:36
148. Geldverschwendung

Was für ein Blödsinn. Ich, selber Radfahrer, ärgere mich täglich über die ganzen Rennradaffen, die vorhandene Radwege eh nicht nutzen und sich auch noch im Recht fühlen, wenn Sie auf der Straße fahren und den Verkehr blockieren, "weil man als Rennradfahrer den Radweg nicht nutzen muß, da man ja trainiert".
Die wenigsten Radfahrer nutzen vorhandene Radwege. Als ob die Verengung der Straßen und neuartige Radwege da was dran ändern. Vernichtung von Steuergelder.
Das ganze kann nur funktionieren mit Einführung eines Nummernschildes und min. 4 Wochen KFZ Führerscheinentzug bei Nichtnutzung der Radwege.

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hgalarion 30.07.2018, 13:42
149. Orthographische Lage.

Zitat von ansch
"Mit dem gewünschten Erfolg: In Kopenhagen beträgt der Anteil der Radler am städtischen Verkehr 29 Prozent, in Amsterdam sind es 32"
Das funktioniert nur in Städten die Platt wie ein Pfannekuchen sind. In Städten wie Wuppertal eine Utopie.

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