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Geschützter Fahrradweg : "Kampfradler sind das Ergebnis einer schlechten Infrastruktu
SenUVK, Visualisierung: Bloomimages

Berlin hat als erste Kommune in Deutschland einen geschützten Radweg vorgestellt. Sollen mehr Menschen vom Auto aufs Fahrrad umsatteln, braucht es davon nach Expertenmeinung mehr.

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Larnaveux 09.11.2017, 19:34
40.

Zitat von pulverkurt
Der kleine aber feine Unterschied in Ihrem Vergleich: Ein Radfahrer der sich nicht an Regeln hält, gefährdet vor allem erst einmal sich selbst.
Dem kann entschieden widersprochen werden. Ein Beispiel an der Friedrichstraße in Berlin, wo ganze Heerscharen von Fahrradkurieren es sich über Jahre zum Sport gemacht hatten, bei grünem Fußgängerlicht (und Rotlicht für Autos und Radfahrer) dennoch zwischen Dutzenden von Fußgängern hindurchzurasen. Ich habe das zig Mal erlebt, und wie durch ein Wunder kam es bestenfalls zu blauen Flecken durch Rempeleien. Aber es hätte zu schwersten Unfällen durch Fahrradkurieren kommen können, die mit über 30 Stundenkilometern ganz bewusst immer und immer wieder in Menschenmengen rasten. Wie die Situation dort heute ist, weiß ich nicht, da ich dort nicht mehr arbeite.

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Hamberliner 09.11.2017, 19:35
41.

Vom gezeigten Radweg halte ich nichts. Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit, wobei ich das nicht als Kampfsport oder schweißtreibendes Konditionstraining missbrauche, sondern als gemütliche Spazierfahrt bei gleichzeitigem nachdenken, träumen, Leute beobachten oder sonstigem Genießen des Lebens. Radwege müssen baulich eine Nachbarzone umfassen, auf die man ausweichen kann - zum Überholen, bei Geisterfahrern, Hindernissen. Dafür eignet sich der Gehweg wesentlich besser als die Fahrbahn, denn Fußgänger gibt es nur vereinzelt, die eigene Geschwindigkeit ist eher niedrig, während auf der Fahrbahn i.a. dichter Verkehr mit hoher Geschwindigkeit fährt. Man bräuchte einen Rückspiegel, um dahin auszuweichen, und man bräuchte Blinker, um den Spurwechsel anzukündigen ohne die Hand vom Lenker nehmen zu müssen.
Wer meint, mit dem Rad fast genauso schnell fahren zu müssen wie Autos ist auf dem innerstädteischen Radweg verkehrt, der kann seinen Sport irgendwo anders ausüben, wo er nicht stört.

Linksabbiegen ist doch kein Problem: Man überquert erst die Querstraße und jenseits davon die eigene Straße. Dass man dabei immer eine Rotphase mehr hat als die KFZ ist doch kein Problem - wer es so eilig hat dass ihn das stört kann doch das KFZ nehmen oder sich seine Zeit besser einteilen.

IMHO ist die beste Lösung immer noch die: Einen Teil des Gehwegs abtrennen, gut sichtbar (also nicht nur mit schmutziger verblasster roter Farbe) als Radweg kennzeichnen, Breite für 1 Radfahrer reicht. Bedarfsampeln (Bettelampeln) abschaffen und auf koplizierte Spaghetti-Verkehrsführung, der zufolge man sein Rad im Stand unterm Hintern um 90° drehen müsste um abbiegen zu dürfen, verzichten. Zwischen Radweg und Bordsteinkante sollten sich Bäume befinden und damit eine Schutzone vor sich öffndnden Beifahrertüren geparkter Autos. Dabei Geister-Radler legalisieren, zumindest auf kurzen Strecken bis zur nächsten Kreuzung, mit der Maßgabe, dass sie sich bei Gegenverkehr verkrümeln, notfalls auf dem Gehweg daneben anhalten, und dass Ausfahrende aus Grundstückseinfahrten Vorrang gegenüber Geisterradlern haben und nicht mit diesen zu rechnen brauchen. Außerdem vor jeder Kreuzung ausreichend weit auf Hecken, Littfass-Säulen und andere Sichtsperren verzichten, damit rechts abbiegende KFZ die Radler sehen können.

Von fundamentalistischen, fanatischen Taliban-Lösungen mit Verringerung von Fahrbahnbreiten, Opferung von Fahrstreifen halte ich nichts. Man möchte ja für längere Strecken oder wenn man es sehr eilig hat auch mal das KFZ nehmen.

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travelflo 09.11.2017, 19:38
42. immer lustig..

wie Autofahrer über Radfahrer urteilen. Da liest man soviel Unwissenheit, angefangen bei den Steuern, über die STVO, Kosten/Nutzen-Verhältnisse, über Ursachen und Unfälle. Das tut schon weh. Zum Glück wird der motorisierte Individualverkehr Stück für Stück aus den Städten gedrängt. Ab 2018 gehts dem Diesel weiter an den Kragen, dann ist eh mehr Platz in der Stadt. Die Zukunft der urbanen Mobilität liegt in allen Verkehrsträgern, nur nicht beim MIV. Der benötigt einfach zuviel Platz, allein schon dass der ruhende Verkehr regelmäßig 2 Spuren verbraucht. Heftig. Von den Gesundheitsschäden ganz zu schweigen. Der gesunde Menschenverstand kann nur "Nein" zum individuellen Verbrenner im Stadtraum sagen.

PS: Ja, auch ich habe ein Auto.

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adal_ 09.11.2017, 19:40
43. Stau-Vorbeifahr-Neid

Zitat von JetztDenken
Können Autofahrer und Fahrradfahrer nicht in Frieden gemeinsam leben?
Aber ja. Wenn mehr Autofahrer in der Stadt umsteigen aufs Rad - u.a. um schneller voranzukommen - dann gibt es logischerweise auch weniger Autofahrer, die es Fahrradfahrern neiden, dass sie schneller vorankommen. .-)

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Wohngebietsuwe 09.11.2017, 19:40
44.

Zitat von niroclean
[...] Radwege mit gestrichelten Linien auf der Fahrbahn? - Ist einer von den verantwortlichen Planern für solche Wege mal selbst einige Zeit auf solch markierten Radwegen gefahren? Man wird laufend abgedrängt, mit hoher Geschwindigkeit im Seitenabstand von wenigen Zentimetern überholt und oft genug sind die Streifen zugeparkt. [...]
Ihnen ist bewusst, dass der Seitenabstand nur bei gemeinsamem Befahren auf der Straße einzuhalten ist, wenn der Fahrradweg -nicht- aufgezeichnet ist? Daher halte ich diese aufgemalten Dinger zusätzlich für Schwachsinn, mit denen ist keinem geholfen.

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cih 09.11.2017, 19:45
45. gleiches Thema schon

vor 3 Tagen heute wieder hier auf der Seite gg leicht abgeändert aber ok.
Ich nutze gerne als Radler Feldwege, da bin ich zum Glück sicher. so oft wie ich schon abgedrängt oder angefahren wurde weil Autofahrer sich nicht umsehen.

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tiger-li 09.11.2017, 19:51
46. Stau auf dem Radweg!

Das mit der Abgrenzung ist eine Schnapsidee: da fahren dann gemütlich die „Familien“ nebeneinander her und der gestresste Fahradkurier oder der angefresssene Rennrad fuzzi können nicht überholen weil abgesperrt!
Wenn man Aggressionen züchten möchte dann so! Gottseidank wohn ich nicht in Berlin und wünsche allseits frohe Fahrt!

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adal_ 09.11.2017, 19:55
47. Gestrige Lösung

Zitat von Hamberliner
IMHO ist die beste Lösung immer noch die: Einen Teil des Gehwegs abtrennen, gut sichtbar (also nicht nur mit schmutziger verblasster roter Farbe) als Radweg kennzeichnen, Breite für 1 Radfahrer reicht...
Das ist eine gestrige Lösung. Besonders seit es Pedelecs gibt. Aber auch schon früher, denn auf leicht abschüssiger Strecke fährt so gut wie jeder Radler 25km/h oder schneller. Die oftmals mit enormem Aufwand (Gehwegsverbreiterung) betriebene Zuordnung des Radverkehrs zum sog ruhenden Verkehr war ein ziemlich dummer und zudem teurer Irrweg. Im Zweifelsfall ist die simpelste Lösung die bessere Lösung: Weißer Strich auf der Fahrbahn.

Für den Nahbereich (also wenn es nicht um schnelles Vorwärtskommen geht) gibt es eine noch simplere Lösung: Fahrradfahrer und Fußgänger teilen sich einfach den Gehweg. Es gibt keine Abtrennung, folglich auch keine Fußgänger, die versehentlich den Radweg betreten, der Schnellere hat auf den Langsameren acht zu geben.

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JetztDenken 09.11.2017, 19:58
48.

Zitat von adal_
Aber ja. Wenn mehr Autofahrer in der Stadt umsteigen aufs Rad - u.a. um schneller voranzukommen - dann gibt es logischerweise auch weniger Autofahrer, die es Fahrradfahrern neiden, dass sie schneller vorankommen. .-)
Sie sind der Beweis dafür, dass man nicht in Frieden leben kann.

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August R. 09.11.2017, 20:00
49.

"Doch die Praxis hat gezeigt, dass die Markierungen Autofahrer nicht davon abhalten, den Fahrradweg als Parkplatz zu missbrauchen, oder sie überfahren ihn, wenn rechts daneben ein Stellplatz ist."

Hm...
Mir ist ja durchaus bewusst, dass viele beim Überfahren eines Radwegs nicht auf Radfahrer achten. Aber dass das verboten sein soll, wäre mir neu. Wie soll man denn sonst zu einem Stellplatz rechts daneben kommen? Fliegen vielleicht?

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