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Geschützter Fahrradweg : "Kampfradler sind das Ergebnis einer schlechten Infrastruktu
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Berlin hat als erste Kommune in Deutschland einen geschützten Radweg vorgestellt. Sollen mehr Menschen vom Auto aufs Fahrrad umsatteln, braucht es davon nach Expertenmeinung mehr.

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Benjowi 09.11.2017, 20:52
70. Rowdytum gelichmäßig verteilt.

Zitat von barlog
Ich darf für Sie den nachfolgenden Satz aus dem Text zitieren: "Da enden Fahrradwege im Nichts oder es gibt an der Ampel keine Möglichkeit, links abzubiegen." Ich erlebe täglich als Rad- und Autofahrer, daß gerade Letztere sich in hohem Maße einen Dreck um Regeln scheren. Wenn, um auf oben zitierten Satz einzugehen, mal ein Hindernis die Fahrt des Kraftwagenbewegers zu behindern droht, wird ohne Zögern über den Radstreifen gebrettert, auf diesem geparkt oder gern ganz rechts vor der Ampel auf diesem gehalten. Rotlichtverstösse sind die absolute Normalität und wo sich eine Gelegenheit ergibt, wird auch links abgebogen, egal ob da ein Verbotsschild steht. Also mal den Ball ganz flach halten! Als Autofahrer sage ich ganz offen: Mit Radfahrern habe ich nur äußerst selten ein Problem, wenn überhaupt mit Kindern, die überraschend über den Zebrastreifen radeln, wo ich schon mal etwas schärfer bremsen musste. Ansonsten fällt mir zu diesem Artikel nur ein: Mal wieder erbärmliches Clickbaiting mit einer "Kampfradler"-Überschrift, die dauerempörte KFZ-Nutzer anzieht wie eine gerade auf Rot schaltende Ampel.
Schön, wie solche Einzelfälle immer hochstilisiert werden. Habe ich auch etwas beizutragen: Was ist von einem solchen Radler zu halten, der mit relativ hoher Geschwindigkeit links an einer Autoschlange vorbeifährt und unmittelbar vor der grün werdenden Ampel nach rechts vor den anfahrenden Pkw wieder auf die rechte Seite einschert und sich ansonsten um rot, grün oder sonst irgend etwas nicht kümmert. Gröbstens fahrlässig, denn um ein Haar wäre er unter dem Pkw gelandet.
Nebenbei gesagt-ich habe nichts gegen Radeln und fahre selbst zügig und häufig genug-käme aber im Traum nicht auf solche Allüren.
Jedenfalls ist das Rowdytum ziemlich gleichmäßig verteilt, nur dass viele Radler offensichtlich meinen, nur weil sie umweltschonend unterwegs sind, hätten sie Narrenfreiheit. Außerdem scheinen viele Zeitgenossen mit Gewalt beweisen zu wollen, dass sie im Stadtverkehr schneller von A nach B kommen wie ein Pkw-Fahrer. Koste es was es wolle......

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leserschwert 09.11.2017, 20:53
71. Wenn ich noch mal "Kampradler" höre

Bekomme ich einen Föhn! Autofahrer töten jeden Tag 10 Menschen in D und verletzen 250 schwer! Wir brauchen gar keine Terroristen, Das erledigen die Autofahrer bei uns in D.

Verantwortungsbewusstsein fängt mit der Wahl des Fahrzeugs an! Wer auf das Auto verzichtet ist also gegenüber eines jeden(!) Autofahrers ein ordentlichen Stück im Plus.

Fahrräder haben rein physikalisch gar nicht das Potezial gefährlich zu sein. Oder haben Sie schon einmal gehört dass ein Fahrradfahrer in eine Menschenmenge gefahren ist und dabei zwölf Menschen getötet hat. Autos können sehrwohl Waffen sein und werden von vielen Autofahrern genau so benutzt. In D herrscht auf den Straßen Faustrecht.

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Nania 09.11.2017, 20:53
72.

Zitat von toll_er
Schuld an den Kampfradlern ist die Infrastruktur... also:; Wie immer die anderen. Fassen Sie sich doch bitte mal an den Kopf, da stimmt was nicht. Der "Kampfradler" ist eine Spezies sehr aggressiver Mitmenschen, die auf dem Rad endlich ein schönes Betätigungsfeld gefunden haben, dass ja von Menschen wie Ihnen noch gerechtfertigt wird.
Leider sind gerade Menschen, die selten bis nie Fahrrad fahren oder auch in ihrem Leben wenig Fahrrad gefahren sind, dieser Ansicht, ohne das Verhalten der Radfahrer zu hinterfragen.
Das Interview gibt das schon ganz richtig wieder: es gibt überall dumm-dreiste Idioten, unter den Fahrradfahrern ebenso wie unter den Autofahrern. Vieles, was Autofahrer allerdings als "dreist" oder "Rowdytum" wahrnehmen, liegt ursächlich in der Straßenverkehrsführung. Beispiel: Ich will als Radfahrer rechts in eine Straße abbiegen. Gibt es keinen Radweg, zwingt mich die Ampel anzuhalten, und zu warten. Steige ich ab, hebe mein Fahrrad auf den Gehweg, schiebe es fünf Meter um die Ecke und steige dann wieder auf, habe ich keinen Regelverstoß begangen. Es gibt kaum Stellen in Deutschland, wo Radfahrern das Rechtsabbiegen bei Rotlicht gestattet ist, obwohl es sinnvoll wäre. Ich möchte damit nicht zum Rotlichtverstoß seitens der Radfahrer aufrufen. Gerade beim Gerade-aus-Fahren ist das potentiell tödlich, aber dazu, darüber nachzudenken, ob es sinnvoll ist, für Radfahrer und Autofahrer die gleichen Regeln zu nutzen. Und gerade in deutschen Innenstädten ist das immer häufiger der Fall und immer häufiger einfach Unsinn. Das machen die Niederlande echt besser.

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whitewatervision 09.11.2017, 20:54
73. Wo bleibt die radelnde Alice Schwarzer?

Erschreckend.. für die Motorstalinisten und ihre Kampfpostille ist jeder Verkehrsteilnehmer, der nach geltender Verkehrsordnung und möglichst sicher am Verkehr teilnehmen will ein "Kampfradler"sobald er nur auf zwei unmotorisierten Rädern unterwegs ist. Dass Herr Graf diese Diffamierung unreflektiert und undifferenziert übernimmt outet ihn mindestens als ahnungslos. Denn nur ( Gott sei Dank eine große Mehrheit) solche Radfahrer weren bessere Infrastruktur sofort und dankbar annehmen. Die" paar Idioten", die sich gegenüber allen Mitmenschen, auch unter Radfahrern und gegenüber Fussgängern, benehmen, wie das sprichwörtliche gesengte Bostenvieh, weil sie ihre eigene Weltsicht über gesellschaftliche Regeln stellen, bessert das nicht. Sowenig, wie ein besseres Parkplatzangebot die gleiche Spezies dazu verleitet, nicht mehr in zweiter und dritter Reihe zu parken, und nach dem Aussteigen blind über alle verbleibenden Fahrstreifen zu latschen.

Dass die Spiegelredaktion das wohl von Alphabet als klickträchtig vorgeschlagene Zitat als Headline übernimmt obwohl es der Konkurrenz mit den vier Buchstaben folgt überrascht nicht. "Es gibt in Deutschland keine Flächengerechtigkeit" wäre ja weniger spannend, egal, ob es den Kern des Interviews besser trifft.

Für uns Radfahrer lohnt es sich die Geschichte der Emanzipation der Frau anzuschauen. Hier wie da gibt es die selbsterklärt relevantere Gruppe ( die Mehrheit ist es ja in keinem Fall), die ihre ebenfalls selbsterklärten Rechte mit Klauen und Zähnen verteidigt, alle anderen für minder berechtigt und ernstzunehmend erklärt, und jeden Versuch eines kleinen Schrittes zur Gleichberechtigung als Terrorismus und Diktatur bezeichnet.
Wie dort den sexistischen Frauenversteher gibt es hier den AutoBild Leser, der "doch selber auch radfährt, halt Wochenends im Wald, und nicht im Berufsverkehr." Wie sich das gehört.
Hier wie da geht es auch um Viel Geld und Macht.
Der Vergleich könnte entmutigen, schließlich muss Frau auch nach 100 Jahren noch kämpfen. Andererseits ist die Rollenverteilung Fahrrad/Auto wenige Jahrzehnte alt, nicht Jahrtausende. Und vielleicht hilft es auch, daß ein echter Wechsel der Perspektive für den einzelnen wirklich praktisch möglich ist.

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tastenquälerin 09.11.2017, 20:55
74. Was soll ich micht einem weiteren Führerschein?

Zitat von Wohngebietsuwe
[...] Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass auch Fahrradfahrer einen Führerschein machen müssen, da sie sich als Verkehrsteilnehmer schließlich ebenso an die StVO halten müssen, wie die Autofahrer. [...]
Ich habe bereits einen KfZ-Führerschein. Was, bitte, soll ich mit einem weiteren Führerschein für das Fahrrad?

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thecali 09.11.2017, 20:59
75. Eine Geschichte von vielen

Nur eine Geschichte von letzter Woche: Ich fahre mit dem Rad auf einer für Radfahrer eindeutig freigegebenen Straße (Kiel, Werftstraße). Es stehen dort sogar Schilder mit dem Hinweis "Radfahrer dürfen die Straße benutzen". Dies hielt jedoch einen ungeduldigen Autofahrer nicht davon ab sein Auto als Waffe gegen mich einzusetzen und mich hupend von der Straße zu drängen. Dies ist keineswegs ein Einzelfall. Langsam reicht es mir und ich sehe mich gezwungen mich mit einer Kamera selber zu verteidigen. Bin ich jetzt auch ein Kampfradler?

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beka770 09.11.2017, 20:59
76. Regeln gelten für alle

Ich bin sowohl als Fußgänger, Radfahrer sowie Autofahrer unterwegs und mir fallen spontan diese Fehler (die gerne noch ergänzt werden können) bei ALLEN auf :
z.B. Fußgänger: laufen quer eine Straße hinüber, Nichtbeachtung von Radwegen …
z.B. Radfahrer: falsche Zebrastreifenbenutzung – Fahren anstatt Schieben (http://www.sueddeutsche.de/auto/fahrradfahren-acht-fehler-die-fast-jeder-radfahrer-begeht-1.3238286-8)
und Bürgersteigbenutzung über das Alter von 10 Jahren (Gefährdung Fußgänger, Gefahr bei unübersichtlichen Einfahrten)
z.B. Autofahrer: Zebrastreifen werden nicht beachtet, Zuparken von Radwegen, sehr enges Ranfahren und Überholen etc, etc, etc
Meine Schlussfolgerung: Wir ALLE sollten im Straßenverkehr mehr aufeinander achten (Rücksicht nehmen) und uns auch ALLE an die Regeln halten.
Kinder lernen dies bei Verkehrsschulungen, Fahrschüler sowieso. Wichtig wäre aber eine intensive Öffentlichkeitsarbeit von Städten und Kommunen (am Besten überregional), die den „erwachsenen" Verkehrsteilnehmern (egal ob als Fußgänger, Rad- oder Autofahrer unterwegs) die Regeln wieder nahebringt, da diese anscheinend teilweise vergessen worden sind.

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Wohngebietsuwe 09.11.2017, 21:03
77.

Zitat von adal_
Ach was. Die Streifen sind besser als nichts. Und zwar genau deshalb, weil sie den eher zweifelhaften Fahrkünstlern dabei helfen, den Sicherheitsabstand zum Radfahrer einzuhalten.
Hä? Was ist denn bitte daran besser, wenn man sogar mit 2cm Abstand vorbei fahren darf (Weg ist aufgemalt), wohingegen man auf einer normalen Straße den Abstand von 1,5m einhalten muss? Ihre Logik würde ich gern verstehen wollen, wie ein aufgemalter Weg dann für mehr Sicherheit sorgt.

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Gerixxx 09.11.2017, 21:05
78. Erweiterung der Kampfzone

Vielen Dank für Ihren Beitrag - Ihre Beobachtungen und Erfahrungen decken sich mit meinen.

Der größte Depp im Spiel ist der Fussgänger - insbesondere Kinder, Behinderte und ältere Menschen - sie sind inzwischen Freiwild.

Erst letzte Woche musste ich auf der Schweizer Brücke in Frankfurt einer Radfahrerin ausweichen, der der einspurige Fahrradweg nicht reichte, weil sie in rasendem Tempo andere Fahrradfahrer überholen musste. Als Fussgänger musste ich auf dem Fussweg ausweichen - sie kam mir entgegen und hielt einfach drauf.

Diese Woche hatte ich mehrmals das Vergnügen bei grüner Fussgängerampel rasende Radfahrer als Linksabbieger bei Rot zu erleben, die meinen Weg bei höchster Geschwindigkeit schnitten und beinahe über meine Füsse gefahren oder meinen Ellenbogen touchiert hätten (besonders gefährlich die neuen von ihren Managern und Aktionären unter Performancedruck gesetzten fast food-Kuriere mit ihren überstehenden Kisten auf dem Gepäckträger). Ich habe mir zum Selbstschutz inzwischen angewöhnt bei grüner (!) Ampel vorsichtig nach allen (!) Seiten Ausschau zu halten bevor ich einen Fuss auf die Strasse setze. Bei grüner Fussgängerampel auf dem Zebrastreigfen halten alle Autofahrer - nur der Fahrradfahrer fährt durch und zwingt die Fussgänger noch mal zum halten. Autofahrer sind inzwischen innerstädtisch wesentlich rücksichtsvollere Verkehrsteilnehmer als Fahrradfahrer.

Wann lernen Radfahrer defensives (sic!) Fahren ?

Wann lernen sie es für alle geltende Regeln einzuhalten ?

Wann werden technische Mindeststandards, wie Beleuchtung am Fahrrad bei Nacht eingehalten ?

Angesichts der technischen Hochrüstung der Fahrräder geht es schon lange nicht mehr um alternativen Verkehr oder Entschleunigung - sondern um neue Rekorde - seht her, ich bin der schnellste, größte und hippste...... Autofahrer alter Coleur lassen grüßen.

Ich wünsche mir sehnlichst Fusswege, bei denen ich kleine Kinder noch frei herumlaufen lassen kann, bei denen ältere Mitmenschen nicht nur als Hindernis gesehen werden und auf denen ich auch noch als urbaner Flaneur mal einen unkontrollierten Schritt zur Seite machen kann ohne - selbst auf Fusswegen - angeklingelt zu werden.

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Wohngebietsuwe 09.11.2017, 21:06
79.

Zitat von dweik01
[...] München macht's vor, die haben eine Fahrradpolizei....
Berlin übrigens auch - und die kümmern sich um Auto- und um Fahrradfahrer gleichermaßen. Leider sind es derzeit nur wenige und sie scheinen nur im Zentrum unterwegs zu sein (bisher in 2km Radius um den Alexanderplatz mitbekommen),

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