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Günstiger Oldtimer von Renault: Nummer 4 lebt
Renault 4 Club Deutschland

Wenig Geld, aber trotzdem Lust auf einen Oldtimer? Kein Problem - es gibt sie nämlich, die Schnäppchenschlitten. Diesmal: der Renault 4, der in einer Kategorie mit heutigen Kleinwagen mithält.

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thommyk611 30.07.2019, 06:06
1. 34 PS ab 1970

Mein R4 Bj. 1971 mit dem 850 ccm Motor hatte bereits 34 PS und nicht nur 27. Bin mit dem Fahrzeug seinerzeit insgesamt 11000 Km in den Süden Marokkos, u.a. über Wellblechpisten,gefahren. Hat mich immer gewundert, dass er das durchgehalten hat.

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dasistnurmeinemeinung 30.07.2019, 06:23
2. Ein Albtraumauto

Zugegeben, der R4 war DER praktische Kleinwagen, mit dem man sogar campen konnte. Aber Rost, Rost, Rost und nochmal Rost. Und alle waren undicht. Im Fussraum stand eine Entwicklerschale, um bei Regen das Wasser aufzufangen. Und die Steuerkette vom Ventiltrieb ist auch gerne mal einen Zacken übersprungen. Da kommen nur wenige Nostalgie Gefühle auf. Schlimmer waren nur noch die Simcas.

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2cv 30.07.2019, 07:16
3. mein erster Wagen...

...war ein R4. Ich wollte einen Golf, mein Vater war pragmatisch und setzte sich durch: "du musst den Wagen auch bezahlen können", 1.128ccm und 34PS waren versicherungstechnisch die bessere Wahl. Beim VW Händler stand ein 1981er GTL ("gesunde tourisme limousine"), von einer Französin aus Paris, damals gab es den GTL noch nicht mit Rückfahr-Scheinwerfer. Ich habe ihn 100.000km gefahren, zur Uni, habe mit ihm Umzüge gemacht und mit aus Sperrholz eineMittelkonsole gebaut, die mit Skai überzogen wurde, und dort ein CB Funkgerät eingebaut, aufs Sach kam mit Magnetfuss eine 4.27m hohe CB-Antenne. Lange bevor Geocaching existierte, haben wir so durch Kreuzpeilung andere Funker und "Schätze" gefunden. Mit dem R4 habe ich mir Rennen mit damals noch ungebremsten Schüttgut-LKW's der Rheinischen Kalksteinwerke geliefert, bei 125km war Schluss. Ach, was hab ich ihn geliebt! Als er dann an einen Algerier 1987 verkauft wurde, übrigens 1.000DM über Schwacke Liste und mehr als 185.000km Laufleistung, bin ich dem Wagen noch nachgelaufen. Ob der grasgrüne R4 noch in Nordafrika seinen Dienst tut, weiss ich nicht, wünsche es ihn aber irgendwie. Er war was besonders.

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der_Pixelschubser 30.07.2019, 07:20
4. Heute sollte man sich...

...den Dacia Logan der ersten Generation in die Garage stellen. Ganz besonders die Kombiversion MCV darf getrost als legitimer Nachfolger des R4F6 Fourgonnette bezeichnet werden, kommt er doch mit den altbekannten Tugenden des Kasten-R4 daher: längerer Radstand, höheres Dach, Schwenktüren, ein Minimum an (Sicherheits-)ausstattung, ein lahmes Motörchen (gerade in den kleinen Motorisierungen wird er gerne als "Wanderdüne" bezeichnet) und ein Kofferraum, der ganz bequem eine Europalette oder sogar zwei Waschmaschinen schluckt. Gebaut wird er übrigens immer noch: z.B. in Russland als Lada Largus.

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werner-xyz 30.07.2019, 07:22
5. War mein erstes Auto

in Himmelblau. Hat schneller gerostet wie man spachteln konnte. Obwohl aus erster Hand (mein Papa) und sehr gepflegt. Hatte nach 8 Jahren schon den zweiten Unterboden drin. Vorteil war, dass man ne Menge Bier rein bekommen hat, und er ziemlich Geländegängig war. Den /8er Diesel Automatik vom Kollegen hat er auch versägt :)
War aber nur ein Dreisitzer, da ich auf der Fahrerseite eine andere Sitzschiene drin hatte, damit der Sitz weit genug zurück ging, damit ich meine langen Beine unterbringen konnte. Hinter mir sitzen ging dann nicht mehr da ging nicht mal mehr eine Zeitung dazwischen. Aber heute wollte ich die Klapperkiste nicht mehr fahren. Selbst mit den (schönen) Erinnerungen die man ja meistens ans erste Auto hat. War ja auch quasi die erste sturmfreie Bude ;) Dann doch lieber mein zweites Auto einen 6 Zylinder Granada.

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lucky.sailor 30.07.2019, 07:38
6. Total praktischer Stadtflitzer!

Tolles Auto mit riesigem Laderaum. Ich hatte auch so einen und bin damit 1983 in HH rumgesaust. Mit der außergewöhnlichen Revolverschaltung konnte man schnell beschleunigen und war trotz der nur 34 PS nicht der langsamste im Stadtverkehr. Okay, auf Langstrecke (z.B. Passau - HH) war die Geräuschkulisse durch Motor und Wind schwer erträglich, aber damals war ich ja auch noch belastbarer. Hat mich aber nie im Stich gelassen, dieser treue Franzose!

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murksdoc 30.07.2019, 08:18
7. Schaltung

Ich hatte einen 2CV, meine Freundin einen R4. Beide mit Revolverschaltung. "Nach links drehen und drücken" war beim 2CV der erste Gang, "Ziehen" der zweite, "Drehung nach rechts und drücken" der Dritte, nach hinten ging es in Nummer 4. Beim R4 war es genau anders herum. Der erste war links hinten, der zweite vorne links. Da sind wir oft mit 16PS oder 34 PS im Zweiten angefahren. Das übt.

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kenterziege 30.07.2019, 08:46
8. Ich habe 1967 die Fertigung des Renault R4 in Paris Billancourt ....

....besichtigt. Unvergessen, wie in der Mittagspause Tapeziertische und Stühle mitten in der Halle aufgestellt wurden und bei Rotwein, Baguette und Käse pausiert wurde. Ich kannte das Volkswagenwerk, wo die Arbeiter hinter der Presse verschämt ihre Stulle und Thermosflasche herausgeholt haben. Welch ein kultureller Unterschied. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in Autos, wie dem 2CV und dem R4 wieder. Gut essen und billig fahren! Ce la vie!

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emil7685 30.07.2019, 08:55
9.

R4 ein "Schnäppchenschlitten"??
Ich würde sagen/schätzen dass es in ganz Europa noch ungefähr fünf gute R4 gibt, die nicht komplett zerrostet sind oder mit allerschlimmsten Bauernmethoden (nichts gegen Landwirte!) übelst zusammengebraten wurden.
Ein guter R4 ist ungefähr so selten wie ein guter Schwalbenschwanz-Golf mit Trommelbremsen vorne. Vollkommen unmöglich zu bekommen. Die Dinger stehen in Museen oder sind in den Händen von Hardcore-Sammlern die die Dinger NIEMALS hergeben würden.
Es kann sein, dass man irgendwo in Südfrankreich, Argentinien oder Kolumbien noch ein einigermassen rostarmes Exemplar erwischt, aber die Überführung und die Aufarbeitung der Karosserie (Ausbeulen, Verzinnen, Gummis, Drehstäbe usw.) und des Interieur verschlingt mindestens 20.000 Euro.

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