Forum: Auto
Ifo-Studie zur Klimabilanz: Wie das Elektroauto schlecht gerechnet wird
Frederic J. BROWN / AFP

Laut dem Ifo-Institut hat ein Elektroauto in Deutschland eine miesere CO2-Bilanz als ein Diesel. Doch wer ein paar fragwürdige Annahmen in der Kalkulation ändert, bekommt ein ganz anderes Ergebnis.

Seite 21 von 83
w.diverso 23.04.2019, 22:41
200. Kommt es mir nur so vor,

oder rechnen die Autoren des Artikels mit etwas Schaum vorm Mund das Elektroauto so schön, wie sie es den anderen Studien vorwerfen es schlecht zu rechnen? Geht um so Kleinigkeiten wie den Strommix in Deutschland der immer noch einen Kohleanteil (Stein- u. Braunkohle) von 40% hat. Auch bei der Akku-Produktion (wieso immer wieder Batterien mit Akkumulatoren von Begriff her vermischt werden, ist mir auch nicht klar) wird auf den Ökostrom in Nevada verwiesen, dabei hat die USA immer noch einen Kohleanteil von 30%. Es ist auch egal woraus vielleicht in 20 oder 30 Jahren der Strommix besteht, jetzt werden die Autos gefahren und nicht wenn der Öko-Strom 120% ausmacht. Genauso sinnlos ist die Situation von Norwegen zu nehmen, wenn sich Studien auf Deutschland beziehen sollten. Und am Anfang ist der Mercedes 220d zu mickrig und am Ende wird auf den Renault Zoe verwiesen. Mehr Äpfel mit Birnen vergleichen geht fast nicht mehr. Sicher werden Elektroautos in Zukunft immer wichtiger werden, aber nicht in der Version wie jetzt, wo die Akkus 500 Kilo und mehr wiegen. Sobald Elektroautos gleiches Gewicht, gleiche Kosten (Kauf und Betrieb) und gleiche Reichweite wie jetzige moderne Autos haben, werden sie sich durchsetzen. Alleine durch Gut- oder Schlechtrechnen wird sich da nichts ändern, in der Geldbörse muss die Rechnung stimmen.

Beitrag melden
linux 23.04.2019, 22:43
201. Wie man es dreht und wendet

Wie man es dreht und wendet, am Ende werden wir nicht über die Art des Antriebs, sondern unser Verständnis von Mobilität und öffentlicher und alternativer Verkehrsmittel diskutieren müssen. Ein 2 Tonnen SUV mit Elektroantrieb, der morgens eine einzelne Person zur Arbeit bringt und abends wieder zurück wird immer ineffizient sein, im Verbrauch und auch und vor allem im benötigten Platz. Es kann nicht sein, dass sich in den Innenstädten Fussgänger, Radfahrer und E-Scooter gegenseitig über den Haufen fahren, während sich im Stau nebenan die Limousinenfahrer langweilen. Autos gehören mittelfristig raus aus den Städten unabhängig vom Antrieb. Das erfordert einen viel stärkeren und visionäreren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Qualität, Quantität und Variabilität.

Beitrag melden
adieu2000 23.04.2019, 22:44
202. Wo steckt der Fehler? In der Realität.

Das China USA oder die EU plötzlich mit 100% Ökostrom produzieren, oder weniger Kohle oder Erdöl und Erdgas verbraten wird, wenn der Strombedarf sich in Kürze vervielfachen wird, da man dann Strom statt Diesel tankt, ist überhaupt nicht denkbar, und damit sind die herbei gewünschten Werte leider totaler Quatsch. Das die IFO Studie in 30 Jahren nicht mehr stimmt, hoffen wir alle, aber die Realität ist NOCH eine andere.

Beitrag melden
icarus89 23.04.2019, 22:44
203. Doch macht es

Zitat von klauswerner2
Oh je, das IFO Institut rechnet das Elektro Auto schlecht. Und was stellt der Spiegel dagegen? Einen Tesla 3 den man so gar nicht kaufen kann, einen hypothetischen Strommix in 10 Jahren sowie eine Batterieproduktion in Schweden oder Norwegen, die es nicht gibt. Wie nennt man denn das? Andererseits: so klar hat noch keiner vorgerechnet, dass das Elektro Auto HEUTE, unter den jetzigen Bedingungen, keinen Sinn macht. Grüße
Doch macht es. Man muss statt den 4,5 L pro 100 km, mit denen die Studie rechnet, nur mal auf 5,5 L erhöhen. Schon ist die CO2-Bilanz des Diesels schlechter als die des Teslas. Im Durchschnitt liegt der reale Verbrauch des C220d übrigens zwischen 6 und 7 L (spritmonitor). Außerdem ist der Tesla nicht das Maß aller Dinge. Leaf oder gar Twizy sollten ganz anders abschneiden.

Beitrag melden
jla.owl 23.04.2019, 22:46
204. so, liebe Kinder...

ich mache einen Obstsalat, Äpfel, Birnen, Ananas, Kiwi. Äpfel habe ich ganz viele... Kiwi und Ananas bei je ein Viertel jedes Obstes für 100 Portionen, also je 25% von jedem Obst, bei je 100 Gramm je Portion (gesamt 400g) also von jeder Sorte 10 kg. Jetzt kommen noch 20 Leute mit E-Fahrzeugen zur Feier... brauche ich also 120 Portionen... Birnen könnte ich vom Nachbarn kaufen, Äpfel habe ich noch selbst, also kommen nochmal 8 kg Äpfel dazu... Dann habe ich 120 Portionen von je 400g. ABER... statt 25 % Äpfeln hat der Mix jetzt 37,5% Äpfel... und es sind Äpfel, von denen ich mehr gebraucht habe... merkt ihr was?

Beitrag melden
Kosmopolit08 23.04.2019, 22:46
205. Ölproduktion miteingerechnet wären Diesel untragbar

Warum rechnen die Herrschaften dann für Benziner und Diesel nicht auch die komplette Umweltverschmutzung mit ein, die etwa durch Fracking oder konventionelle Ölförderung entsteht, Tanker die Rohöl in die Meere verkappen oder havarieren und untergehen? Wie sähe dann die Bilanz zwischen E-Auto und Verbrenner aus?

Beitrag melden
syracusa 23.04.2019, 22:48
206.

Zitat von Rangar
Und dann lieber ein Brennstoffzellenauto als so ein Schwermetallmonster.
Welches Schwermetall ist denn da wo verbaut?

Beitrag melden
heinzerichii 23.04.2019, 22:48
207. Vielleicht müsste..

..man zur Bedingung machen, dass E-Autos auch nur mit Strom aus sauberen Energiequellen geladen wird - zumindest ohne Kohlestrom? Sonst läuft es letztlich auf ein buntes, schwer durchschaubares Kuddelmuddel hinaus bei dem man das Auto lädt, aber nicht weiß wie der Strom erzeugt wurde. Eine Art "Selbstbetrug". Daher die Solarplatten (sofern im Auto nicht verbaut), Windräder etc. zum Elektroauto gleich mitgeben ;) und Strom der Ladesäulen an regenerativ erzeugte Energie koppeln..

Beitrag melden
Freund der Realität 23.04.2019, 22:50
208.

Also mir scheint die Schlussfolgerung in diesem Artikel fragwürdiger als die Ergebnisse der Studie...

Die Studie vergleicht den Teslo Model 3 mit dem Mercedes C 220 und geht vom deutschen Strommix des Jahres 2018 aus. Und das steht schon im Vorwort.

Die Studie will gar nicht grundsätzlich e-Autos mit Dieselfahrzeugen vergleichen und prognostiziert auch nicht den zukünftigen Strommix.

Das man mit anderen Fahrzeugmodellen oder dem zukünftigen Strommix zu einem anderen Ergebnis kommt, widerspricht der Studie also nicht.

Ich frage mich aber, ob bei typischen Elektroautos und beim typischen Strommix der Batterieherstellung und der Aufladungen in Deutschland in den nächsten 1-2 Jahrzehnten der CO2 Ausstoss nicht näher bei den 155g/km der Studie liegen wird als bei den idealen 31 g/km, die hier im Artikel genannt werden...

Beitrag melden
jla.owl 23.04.2019, 22:53
209. und Schade

die Bestellung für den nächste Feier ist schon raus... 15 kg Birnen, 15 kg Ananas, 10 kg Kiwi, wollte auf Äpfel verzichten, aber die E-Auto-Fahrer kommen auch wieder... also nochmal 8 kg Äpfel dazu, geht ja nicht anders... aber beim Strommix soll es gehen, mehr Verbrauch und schneller von Kohle weg... klar, mit entsprechenden zusätzlichen Investitionen... das muß dann aber sehr viel mehr sein.... Übrigens, Norwegen bezieht seinen Strom aus Wasserkraft... schon lange...

Beitrag melden
Seite 21 von 83
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!