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Ifo-Studie zur Klimabilanz: Wie das Elektroauto schlecht gerechnet wird
Frederic J. BROWN / AFP

Laut dem Ifo-Institut hat ein Elektroauto in Deutschland eine miesere CO2-Bilanz als ein Diesel. Doch wer ein paar fragwürdige Annahmen in der Kalkulation ändert, bekommt ein ganz anderes Ergebnis.

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jupp78 24.04.2019, 08:11
320.

Zitat von sven.kex
So richtig falsch ist die Sinn-Studie ja wohl nicht.
Sie ist überhaupt nicht falsch, sondern komplett richtig.
Allerdings setzt sie die wählbaren Randbedingungen ungünstig für das E-Auto. Setzt man sie günstig für das E-Auto, dann ist dieses vorne, aber auch nicht unendlich weit.
Unter dem Strich zeigt sich hier einfach nur, dass die E-Mobilität auch nicht die Lösung ist.

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Kampfgeist 24.04.2019, 08:12
321. Milchmädchen

Wirkt nichtmal unplump, Idealwerte in ferner Zukunft als Regelwert zu beschreiben. Dabei biedert man sich einerseits bei der Atomenergie an, wie es einem gerade passt, wenn es um die Herrstellung der Batterie geht und macht mal eben einen Glaskugelblick in die Science Fiction der erneuerbaren Energie ("Bald 70%"), wenn es um das Aufladen geht. Dann wird gerne mal übersehen ("Uuups", kicher, kicher), dass der Umtausch eines Diesels zu einem E-Fahrzeug den Diesel nicht verschwinden lässt, sondern dass der in Polen oder so noch 10-15 Jahre weiterfährt.Von der Tesla-Rechnung möchte man absehen und lieber auf Mikro-E-Autos verweisen, mit denen man zwar nichtmal ne Kiste Bier holen kann, die aber Superwerte für Rechenspiele aufweisen. Und so eine Seifenkiste vergleichen wir mal mit... "hmmmm, was kommt dem Nahe... Einem 400 PS Hummer!". Weil ja die PS für eine Familie so superwichtig sind. Und nicht Reichweite und Laderaum.
Nein, liebe Leute. Für 50 Mio. E-Autos bräuchten wir 500-1000 Super-Atomkraftwerke, damit die jeden Tag an die 22kW Steckdose gehen können (und ja, JEDER will über Nacht VOLLLADEN. Das liegt nunmal in der Natur des Menschen). Wo kommt der Strom her? Ach ja, ich vergaß. In dreivier Jahren kann ja Wind und Sonne wie durch Zauberhand seine Ausbeute vertausendfachen.
Wo stehen eigentlich die Ladesäulen? Jaja... Im Carport der Villa. Und das Auto von der Krankenschwester im fünften Stock? Wer wartet diese? Wer bezahlt Beschädigungen? Wer sorgt dafür, dass dort nur kurz geladen wird und nicht geparkt?
Im übrigen neigen Stromer (Teslas) gerne mal zu Selbstentzündungen. Könnte man auch mal erwähnen. Auch was dann Feuerwehrmänner machen können, wenn ein E Auto brennt. Nämlich nichts. Starkstrom und toxische Gase verhindern ein Erreichen des Brandherdes.
Nee... Hier wird eine Utopie vorgeschoben, um den Armen ihre Mobilitätsfreiheit zu rauben.

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5412 24.04.2019, 08:12
322.

Zitat von Kryszmopompas
Man kann da an allem was rumdrehen. Entscheidend ist sicherlich die Art der Stromproduktion. Da kann man nicht argumentieren "die wird demnächst besser sein". Das ist unseriös. Auch die Behauptung, man wolle "nur Ökostrom" nutzen. Das ist doch eine hanebüchen dämliche Argumentation: Wenn jetzt die Elektroautos + Bahn allen Ökostrom nutzen würden, dann werden die Haushalte nur noch den Nicht-Ökostrom haben können. Da wird nur der Strom "umverteilt", es ändert sich nichts an dessen Produktion. Also ist die Nutzung des aktuellen Strommixes schon die richtige Herangehensweise. Zumal nicht sichergestellt ist, dass bei plötzlichem E-Auto-Boom die nötige Strom-Mehrproduktion Öko-Strom sein wird. Eher nicht. Also müsste man eher noch eine Grenzstrom-Herstellungsbetrachtung anstellen: wie wird der Strom hergestellt, der für ein weiteres Elektroauto zusätzlich benötigt würde!
Aber genauso ist es. You get what you pay for! Alle haben die Umlage bezahlt. Aber für Ökostrom muss man einen Aufpreis bezahlen ganz einfach. Die Masse macht es schlicht aus Geiz nicht. Statt Strom zu sparen ist es den meisten lieber er ist schön billig. Dann muss man vom Gesamtkuchen den EE-Anteil für die abziehen, die den Aufpreis bezahlen. Was dann übrig bleibt ist der Strom-Mix.
Wer nicht bereit ist für sauberen Strom den nötigen Aufpreis zu zahlen kann auch nicht damit argumentieren.
Ich kaufe nur BIO Fleisch (aus vielen Gründen). Da gibt es auch keine Durchschnittsrechnung. Nur weil die am Windrad erzeugten Elektronen nicht alle beim Ökostrombezieher landen können wird das Prinzip dadurch nicht angetastet.
Darum müssen Ökostromanbieter auch zukaufen bei Bedarf. Die Rechnung muss am Ende stimmen.

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joke61 24.04.2019, 08:13
323. Es kann ja jeder das glauben, was er lieber glauben möchte!

Aber jeder weiß: Erdöl ist nicht unendlich! Also ist es nicht nur eine Frage des Klimas, sondern auf kurze Sicht auch eine Frage des Preises, wie viel der Betrieb eines Fahrzeug kostet. Vielleicht bekommen wir ja demnächst eine Aussicht auf die Preisentwicklung der nächsten 20 - 30 Jahre, wenn die Iraner Homos sperren! Es ist also die verdammte Pflicht der Autoindustrie vorzeitig zu reagieren! Leider geht das nur mit politischen Druck, oder durch die Käufer, die endlich Alternativen fordern. Beide Berichte interessieren mich deswegen einen Höneß. Alternative Energie, kann viel mehr erzeugt werden, wie gebraucht wird. Man muss nur der Industrie klar machen, dass die für Ihre eigene Energieversorgung zuständig ist. Gerne kann das gefördert werden. Aber nicht wie heute gängige Praxis, Strompreise Pämpern zu lasten des normalen Verbrauchers. Auf lange Sicht wirkt sich das für Bilanzen von Großunternehmen positiv aus.

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meteneptun 24.04.2019, 08:14
324.

Ich gratuliere zu diesem umfassenden Artikel. Ich möchte nur eines hinzufügen. Benzin beinhaltet ca. 70 mal so viel Energie pro kg wie eine Lithium-Batterie. Das ist ja das Hauptproblem der batteriebetriebenen Autos. Die Lösung wird meines Erachtens die Brennstoffzelle bringen.

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ingo.adlung 24.04.2019, 08:16
325. Gemischte Gefühle

Nach ihrem Artikel bleiben bei mir gemischte Gefühle. Um eines sofort abzuräumen: um emmisionsfreies Fahren handelt es sich auf jeden Fall nicht. Die Emissionen werden nur verlagert. Interessanterweise zweigen bei Ihren Ausschnitten auch die Ifo Berechnungen, dass es anders geht. Allerdings ist es ,so glaube ich fair, zu zeigen, dass jenseits des Potentials der Antriebstechnologie, dies heute nicht einmal im Ansatz erreicht wird, wenn man nicht in Norwegen wohnt. Desweiteren zeigt der Artikel, dass auch SPON mit ähnlich optimistischen Zahlen rechnet, wie es dem Ifo Institut vorwirft negativ zu rechnen. Mal angesehen davon, dass der Stormmix nun einmal der ist, der er ist, kann man sicherlich Ladestationen finden, die rein erneuerbare Energien anbieten. Wenn man allerdings alle aus dem Strommix herausrechnet, die erklärtermaßen rein Ökostrom "gebucht" haben und darunter fallen ja nicht wenige Haushalte, oder auch die Bahn, dann fällt die Ökobilanz für die verbleibenden Ladestationen sehr negativ aus. Aus dies sollte man nicht verschweigen. Somit ist der allgemeine Stommix wenn auch nicht optimal, sicherlich eine vernünftige Berechnungsgröße. Putzig fand ich, dass erwähnt wird, dass Tesla auch Fahrzeuge mit kleiner Batterie anbietet. Die Frage die sich doch stellt ist nicht was möglich ist, sondern was vernünftig und deshalb vom Kunden abgenommen wird. Wenn die Reichweite zu klein wird, wird die Fahrzeugvariante nicht angenommen. Was also wird wirklich ausgeliefert? Langer Rede kurzer Sinn: es ist offensichtlich, dass wir uns mit dem Thema schwer tun, die Frage der CO2 Bilanz uns aber unvermeidbar weiter beschäftigen muss. Vielleicht sind die Berechnungen des Ifo Instituts ja wirklich recht pessimistisch, aber wenn die Berechnungsgrundlage frei zugänglich ist, kann man wie von SPON gezeigt, auch Alternativmodelle dagegen halten. Allerdings hat sich auch hier gezeigt, dass, wo sie dem Ifo Institut Schwarzseherei unterstellen, SPON dem selbst eine ähnlich problematische Euphorie gegenüberstellt. Bleibt festzustellen, dass dem Käufer weiterhin die Transparenz fehlt und wenn er/sie denn mal glaubt sich ein Bild zu Tesla machen zu können, das nicht einfach auf Nissan, Mercedes Benz, BMW (die zumindest einen Vertrag für Batteriezellen aus chinesischer Produktion haben) und andere Fahrzeugproduzenten übertragbar ist. Zuviele wenns und abers. Somit bin ich selbst jetzt leider nicht viel klüger als zuvor, auch wenn hier auf SPON sich sofort klare Lager bilden, die jeweils ihre eigenen Vorurteile sofort als bestätigt sehen.

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tinnytim 24.04.2019, 08:16
326. Dann legen Sie schonmal los, darf es Senf dazu sein?

Zitat von dieben
Ich fresse einen Besen, wenn die Batterie 150.000 Km hält! Wenn es eine Technologie für derart langlebige Akkus gibt, frage ich mich, warum die nicht schon längst in meinem Handy oder Notebook verbaut wurde. Die halten in der Regel 2 Jahre ohne nennenswerte Kapazitätseinbußen. Das war vor 10 Jahren im Übrigen nicht anders.
Das sind satte 300 Ladezyklen. Ich weiß nicht, wie oft Sie Ihr Smartphone laden, aber nach Ihrer Argumentation wäre mein 2 Jahre altes Handy nur noch Schrott. Der Akku halt aber eigentlich noch ganz ordentlich, und mit dem bin ich ganz sicher nicht so schonend umgegangen, wie es die Software in einem Elektro-Auto tut. Man geht bei Lithium-Ionen Akkus mindestens von 1000 Ladezyklen aus bis sie unter 80% Ursprungs-Kapazität fallen.

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5412 24.04.2019, 08:17
327.

Zitat von kpkuenkele
Tatsache bleibt, dass ein Tesla 3 etwa 30 Prozent mehr CO2 produziert als mein 150 PS Diesel-SUV. Ich brauche keinen 300 PS Boliden, auch wenn in dieser Leistungskategorie das E-Auto besser abschneiden würde. Auch möchte ich gerne die Autoindustrie in Deutschland halten und nicht darauf bauen, dass E-Autos im Ausland CO2-neutral produziert und mit importiertem Atomstrom betrieben werden. Da pfeife ich lieber auf Öko.
Dann vergleichen Sie Ihren SUFF mal mit meinem Ioniq. 28kWh Akku Kapazität. Der Bordcomputer hat einen Jahresdurchschnittsverbrauch von knapp 13kWh/100km ermittelt und der ist verdammt genau was ich x-fach nachgerechnet habe auch um das Auto zu verstehen. In dieser Konstellation und mit dem Ökostrom den ich beziehe fahre ich Ihrem Diesel ökologisch und ökonomisch davon.
Im Gegensatz zu meinem alten TDi spare ich im Jahr sicher 1500€ und der war in der Anschaffung neu auch nur knapp 3000€ günstiger. Dafür aber ein Stück kleiner.

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fundador 24.04.2019, 08:17
328. Jetzt mal bagesehen davon...

dass ich ein E-Auto in der Nähe meines Wohnortes derzeit gar nicht laden könnte, ist es doch völlig korrekt, die CO2-Bilanz auf der Grundlage des Status Quo zu berechnen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass den Leuten jetzt was Neues angedreht werden soll, das künstlich schön gerechnet wird - nämlich das E-Auto. Derzeit fahre ich mit meinem alten Diesel (der statt über 200 PS nur 120 hat und etwa 5,5 l real verbraucht) mit Sicherheit CO2-günstiger, als wenn ich den jetzt für ein E-Auto eintauschen würde. In zwei oder vier Jahren mag das anders aussehen, aber es macht überhaupt keinen Sinn, jetzt auf die Marketing-Sprüche der Auto-Industrie zu hören und seinen alten Diesel gegen ein E-Auto einzutauschen.

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box-horn 24.04.2019, 08:21
329.

Zitat von sebastian_R
als die Berechnungen von Herr Sinn ist aber der Artikel der einfach gleich irgendwelche Zahlen aus ferner Zukunft heranziehen will und unseriöserweise unterstellt, Deutschland würde ja auch bald einen Energiemix wie Norwegen (!) haben, selbst wenn der ganze KFZ-Verkehr AUCH noch mit Strom versorgt werden müsste...
wir werden nie einen Energiemix wie in Norwegen haben. Zum einen kostet Strom in Norwegen fast nichts, weil seit Jahrzehnten mit Wasserkraft erzeugt, zum anderen hat Norwegen hohe Steuereinnahmen und sponsort E-Fahrzeuge mit verbilligten Steuersätzen bei dem Import.
Es ist aber abzusehen, dass der E-Hype in Norwegen ein Ende haben wird.

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