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Ifo-Studie zur Klimabilanz: Wie das Elektroauto schlecht gerechnet wird
Frederic J. BROWN / AFP

Laut dem Ifo-Institut hat ein Elektroauto in Deutschland eine miesere CO2-Bilanz als ein Diesel. Doch wer ein paar fragwürdige Annahmen in der Kalkulation ändert, bekommt ein ganz anderes Ergebnis.

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misterknowitall2 24.04.2019, 08:40
340. Doch,

Zitat von DaveyD
Beim Elektroauto wird die Stromherstellung berechnet, was ja klar ist. Nur was ich nicht verstehe, warum wird beim Diesel der CO2 Verbrauch für die Förderung des Rohöls, die Herstellung des Diesel und dessen Transport an die Zapfsäule nicht mitberechnet? Wenn wir beim Elektroauto die Herrstellung der Batterie in die Rechnung mit einfliessen lassen, warum beim Diesel nicht die des sehr viel aufwändiger herzustellenden Motors mit allem was an Mechanik dazugehört? Diese Milchmädchenrechnungen der Elektroautogegner sind der helle Wahnsinn.
diese Werte sind im CO2-Koeffizienten des Brennstoffs eingerechnet.

Einen Ottomotor herzustellen ist eben nicht so aufwendig (in der CO2 Blianz) wie alle Komponenten einer Batterie zusammenzuführen, was an den verwendeten Materialien liegt. Der Motor selber spielt beim konv. Auto kaum eine Rolle.

Milchmädchenrechnung? Naja, wenn Sie den Artikel aufmerksam lesen, merken Sie das vieles erst in Zukunft besser werden soll. Und natürlich kann man auch ein E-Auto schön rechnen.

Wenn man bedenkt, was für ein Aufwand für die E-Mobilität betrieben werden muss und wir damit unsere Probleme nur verlagern, ist fraglich, ob man auf rechte Pferd setzt. Verkehrsvermeidung sollte das Ziel sein. E-Mobilität für jeden Einzelnen wird es erst mal nicht geben, es profitieren also nur die, die es sich leisten können. Ich denke mit alternativen Kraftstoffen kommen wir auf Dauer schneller und besser voran.....Primärziel muss aber die Vermeidung bleiben.

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descartes 24.04.2019, 08:40
341.

Zitat von jupp78
Sie ist überhaupt nicht falsch, sondern komplett richtig. Allerdings setzt sie die wählbaren Randbedingungen ungünstig für das E-Auto. Setzt man sie günstig für das E-Auto, dann ist dieses vorne, aber auch nicht unendlich weit. Unter dem Strich zeigt sich hier einfach nur, dass die E-Mobilität auch nicht die Lösung ist.
Richtig erkannt. Momentan fährt man lediglich mit Biogas relativ umweltbewusst. Wenn es die Solarzellen für die hausgemachte H2 Herstellung dann mal in Serie schaffen, sind Wasserstoffautos wohl eher die umweltbewusste Zukunft. (Und bitte jetzt nicht wieder die Mähr des schlechten Wirkungsgrads, den man schliesslich bei der Stromherstellung auch völlig unberücksichtigt lässt)

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sp2018 24.04.2019, 08:41
342. Deutschland: derzeit teurer, dreckiger Strom dank Energiewende?

Wie allgemein bekannt ist, haben wir in Deutschland aufgrund der Energiewende inzwischen den teuersten Strom in Europa. Laut obigem Artikel (Kurzfassung: "in Zukunft ist alles anders") ist unser Strom aber derzeit nicht nur extrem teuer, sondern auch noch ziemlich "dreckig" (hoher CO2 Ausstoss). Was verstehe ich hier falsch?

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5412 24.04.2019, 08:41
343.

Zitat von fatherted98
....dieses Artikels geflissentlich vergessen hat....ist die Entsorgung der Batterie nach Ablauf der Fahr/Laufzeit...jaja....die soll ja dann weiter in Entwicklungsländern genutzt werden zur Stromspeicherung von Solarstrom auf afrikanischen Dächern...dafür tut sie es dann noch ein paar Jahre....und letztlich landet sie dann auf einer afrikanischen Mülldeponie und wird verbrannt...alles Öko. Des Weiteren....der Strommix wird künftig nach Abschaltung der Atomkraft zwangsläufig in Richtung Kohle kippen. Neue Windkraftanlagen sind fast nicht mehr genehmigungsfähig....schon dort wo man eine solche plant, entstehen sofort Bürgerinitiativen die bis in die höchsten Instanzen klagen....Solarstrom ist für unsere Breiten sowieso der totale Unsinn....hätte man die Solarpanels die auf Deutschen Dächern liegen in Spanien oder noch besser Marokko aufgebaut und eine Fernleitung gelegt (wäre wahrscheinlich billiger gekommen als die Milliarden Förderung zu Lasten der Stromkunden), hätte man die vielfache Ausbeute....Öko ist ja gut und schön...unüberlegte Öko ist jedoch Wahnsinn.
Es heißt PHOTOvoltaik (PV) aus gutem Grund. Griechischkenntnisse können hier helfen ;) Ich kann PV-Strom für 11ct/KWh erzeugen und lebe in Norddeutschland. Damit fahre ich meinen Ioniq für 1,60€/100km und das sehr sauber.

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captainjack71 24.04.2019, 08:41
344. E-Autos auf Batterie Basis sind nicht die Lösung!

Ist es nicht immer so, daß ich jede Aussage durch die Veränderung der Parameter so hintrimmen kann, wie ich das für meine Argumentation benötige! Ich finde, die gesamte Diskussion wird viel zu engstirnig geführt, auch von den Medien. Was ist eigentlich mit der Brennstoffzelle! Sie ist wohl die bessere Alternative als jede Lithium Batterie. Seltene Erden müssen dazu nicht wie in Sklaverei in Afrika oder gar von China eingekauft werden und die Technik funktioniert auf U-Booten hervorragend. Ist nicht vorgestern erst wieder ein Tesla in einer chinesischen Tiefgarage explodiert?! Wie sollten eigentlich die Batterien am Ende entsorgt werden, und was ist mit dem Mehrgewicht, das man bei einem Elektroauto bewegen muß? Bedingt durch die Batterie wiegen diese bis zu dem 2.5 fachen eines normalen Benziners. Das verursacht wohl mehr Feinstaub, bedingt durch den höheres Gewicht auf die Reifen.

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ingo.adlung 24.04.2019, 08:42
345. Warten allein ...

Warten per se ist sicherlich nicht die richtige Verhaltensweise. Wir wissen, dass die heutige Mineralöl-basierte Mobilität ein Auslaufmodell ist und dass der Umstieg in Raten zu erfolgen hat. Schon allein deshalb ist Warten allein kein vernünftiges Konzept. Wir wissen aber auch, dass der heutige Strom-Mix zumindest für große Batterien höchst problematisch ist und dass die Lithiumgewinnung ein Unding ist. Wir wissen viel, aber statt schwarz/weiß Argumentation hier und dort brauchen wir konkrete Handlungsanreize vernünftiges zu tun. Unsere Politik ist wie immer mit der Gießkanne unterwegs. Stattdessen sollte die Modelle, die nachweisbar einen Quantensprung in der Ökobilanz darstellen, gefördert werden. Und nicht relativ zum jeweiligen Benziner, sondern absolut. Vielleicht verschwinden dann ja bestimmte Fahrzeugklassen von Benzinern/Dieseln komplett, während andere uns länger erhalten bleiben. Das setzt auch die Ingenieure unter Druck es nicht bei diesen zu belassen und gibt jedem von uns einen Richtwert an die Hand zu entscheiden wann für ihn/sie der richtige Zeitpunkt zum Umstieg gekommen ist. Denn die Lebenssituation und Mobilitätsanforderungen sind ja nicht für jeden von uns gleich, auch das anzuerkennen ist der Wahrheit geschuldet.

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Dyll Ulenspegel 24.04.2019, 08:44
346. Schon o.k.

Die haben schon recht, wenn sie aktuelle, belastbare Werte als Basis nehmen. Im Artikel wird das e-Auto visionär schöngerechnet, aber bleibt gelassen, die Verdammung des Diesels ist zur Zeit Methode und geht vorbei, ich fahre weiter Diesel, habe ja auch keine Kohle für einen teuren Litium-Motz.

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misterknowitall2 24.04.2019, 08:45
347. Hmmm....

Zitat von syracusa
Eine weitere, im Artikel nicht aufgelistete erhebliche Verfälschung der Daten des ifo-Instituts besteht darin, beim Elektroauto im Vergleich mit dem Benziner oder Diesel nur den aktuellen heutigen Strommix mit 35% Kohlestrom anzusetzen. Die Energiewende wird jedoch fortgeführt, und am Ende seiner Lebensdauer wird ein heute gekauftes E-Auto schon Netzstrom mit ca 70% EE-Strom laden können. Der Benziner oder Diesel aber wird noch am Ende seiner Lebensdauer den gleichen Dreck tanken wie heute schon. Wer seriös rechnet und vergleicht, der muss also mit dem über die Lebensdauer des Autos gemittelten Energiemix rechnen. Das bedeutet, dass für ein heute gekauftes E-Auto nicht die heutigen 40% EE im Strommix anzurechnen sind, sondern ca 50 bis 55%.
mit einer Reichweite von 150.000 wäre bei mir, wenn ich meinen Arbeitsweg mit dem Auto fahren würde, nach 2 Jahren ein neuer Wagen fällig. Ich denke in dem Zeitraum wird sich an dem Strommix gar nichts ändern. Wenn ich mir die Energiewende zur Zeit angucken, werden wir auch nicht auf 50% kommen. Dafür hat die Politik schon gesorgt.

Und über was reden wir denn? Natürlich muss der aktuelle Wert berechnet werden und nicht irgendwelche Zukunftsträumereien.

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neurather 24.04.2019, 08:45
348. Elektroauto kommt mir nicht vor die Tür....

Auch wenn ich den einen oder anderen Punkt im Artikel nachvollziehen kann - die Kritik am Heranziehen des aktuellen Strommix als Berechnungsgrundlage finde ich unberechtigt. Der "Kohleausstieg" wird erst auf längere Sicht zu einer Verringerung der CO2-Emissionen führen - denn er beginnt viel zu spät, und dann nach dem Motto "schlapp anfangen, danach stark nachlassen". Nehmen wir mal an, dass 2022 die von der Kohlekommission vorgeschlagenen 3,1 GW Braunkohlekapazität vom Netz gehen und dies ausschließlich Blöcke im rheinischen Revier betrifft. Dann bleiben immer noch eine Reihe alter Dreckschleudern am Netz. Derzeit sind dort rund Altanlagen (Inbetriebnahme zwischen 1965 und 1976) mit insgesamt rund 5,8 GW in Betrieb. Im Oktober 2019 geht ein Block mit ca. 0,3 GW in die sog. Sicherheitsreserve, bleiben noch 5,5 GW. Würden davon 3,1 GW 2022 stillgelegt, bleiben noch 2,4 GW länger am Netz. Alle hier genannten Blöcke haben Wirkungsgrade, die an die energietechnische Steinzeit erinnern. Ihre CO2-Emissionen liegen auf die Kilowattstunde gerechnet zwischen dem 2- und 3-fachen des Durchschnittswerts der deutschen Stromerzeugung. Zudem führt ihr Betrieb auch zu aus heutiger Sicht unvertretbar hohen Schadstoffemissionen. So lange derart veraltete Kraftwerke Strom erzeugen, kommt mir jedenfalls kein Elektroauto vor die Tür.

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ingo.adlung 24.04.2019, 08:48
349. Übrigens ...

Zitat von E-Techniker14
"Der schwedischen Studie zufolge ist der CO2-Ausstoß bei der Batterieproduktion in China um etwa 30 Prozent höher als in den USA wegen der aktuell noch vielen Kohlekraftwerke."
... was auch immer wieder in Berichten unterschlagen wird ist, dass man Batterieherstellung und Zellenproduktion von einander trennen muss, wenn diese nicht zufällig zusammen fallen. In Thüringen sollen Batterien gefertigt werden, aber die Zellen dazu kommen meines Wissens nach weiter aus China. Mal abgesehen davon, dass der Strommix Thüringens vermutlich auch nicht vorteilhaft wäre ...

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