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Ifo-Studie zur Klimabilanz: Wie das Elektroauto schlecht gerechnet wird
Frederic J. BROWN / AFP

Laut dem Ifo-Institut hat ein Elektroauto in Deutschland eine miesere CO2-Bilanz als ein Diesel. Doch wer ein paar fragwürdige Annahmen in der Kalkulation ändert, bekommt ein ganz anderes Ergebnis.

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s.p.igel 24.04.2019, 09:39
390. Selbst wenn es das Perpetuum mobile wäre ...

....als das ein Elektroauto in die Flottenverbrauchsrechnung der Hersteller eingeht, würde es für die Umwelt nichts bringen, denn es verschafft den Herstellern nur den Spielraum für den Verkauf zusätzlicher extremer Spritschlucker ohne den berechneten Flottenverbrauch in die Höhe zu treiben. Würde die steuerliche Absetzbarkeit von Dienstwagen auf Fahrzeuge beschränkt, die die von der Politik beschlossenen CO2-Ziele auch erfüllen, dann hätte das einen weit höhere Effekt für Umwelt als alle E-Auto-Subventionierung.

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litholas 24.04.2019, 09:39
391.

Zitat von Die linke Kobra
Ihre 2100kwh pro Jahr sind ungefähr das, was eine Person im Jahr an Strom verbraucht. Personen bezogen betrachtet ist also eine Verdoppelung der Stromerzeugung notwendig. wenn die Industrie CO2 neutral produzieren will, wird wohl auch jede Menge Strom benötigt. Der zusätzliche Strom, geht wohl in Richtung Verdoppelung, will erst einmal erzeugt und verteilt sein !
In Wirklichkeit werden pro Kopf 7500kWh pro Jahr erzeugt.

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syracusa 24.04.2019, 09:40
392.

Zitat von fundador
dass ich ein E-Auto in der Nähe meines Wohnortes derzeit gar nicht laden könnte, ist es doch völlig korrekt, die CO2-Bilanz auf der Grundlage des Status Quo zu berechnen.
Das ist eine ideologisch völlig verzerrte Meinung.

Nehmen wir an, Sie hätten vor 20 Jahren verglichen. Damals lag der EE-Anteil am deutschen Strommix bei 15%, heute liegt er bei 40%. Der mittlere Strommix über die letzten 20 Jahre lag bei 25 bis 30%. Das damals gekaufte E-Auto hat *TATSÄCHLICH* durch's Fahren einen CO2-Ausstoß bezogen auf diese mittleren 25% verursacht. Sie aber wollen das mit den anfänglichen 15% ansetzen.

Entweder rechnet man mit Fakten, oder man lügt. Was wollen Sie?

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ingo.adlung 24.04.2019, 09:41
393. Gemach, schalten Sie mal einen Gang runter

Zitat von rwachsmu
... Firmenwagen sind Subventionen für Spesenritter. Die interessiert weder die Gesellschaft noch die Ökologie, sondern nur, dass sie den dicksten Karren auf Firmenkosten, pardon auf unsere Kosten, fahren. Das sind die Verursacher des derzeitigen Missstandes. Ekelhaft ist die Tatsache, dass diese Typen sich jetzt einfach statt einem Dieselsuv einen Tesla etc. als Firmenwagen bestellen und dann rumrennen und gegen die selbst geschaffene Dieselmonsterflut wettern.
Ich fahre einen Firmenwagen, einen BMW 2er. Mein Arbeitgeber hat eine degressive Obergrenze, was max CO2 Ausstoß anbelangt, die letzes Jahr wenn ich mich recht entsinne bei 130g CO2 lag und über die nächsten Jahre auf 95g absinkt. Übrigens sind bei uns auch Hybridfahrzeuge nicht im Programm, weil Firmenwagen primär für Vielfahrer und weite Strecken gelten und der angegebene CO2-Mix da nicht erzielt werden kann.

Rüsten Sie also bitte in Ihrer Argumentation ab. Und das Geschwafel über Spesenritter geht auch noch komplett an der Realität vorbei ... aber das Pflegen von Vorurteilen ist anscheinend verlockend.

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descartes 24.04.2019, 09:43
394.

Auch wenn die Frage wahrscheinlich dem SPON Zensor zum Opfer fällt, weil nicht E-Mobil freundlich genug:

Per Gesetz ist der Tranpsort von Lithiumakkus ein Gefahrguttransport.
Dürfen E-Mobile also tatsächlich überall betrieben werden, man drückt sozusagen "der Umwelt zuliebe" ein Auge zu?

https://www.it-recht-kanzlei.de/lithiumbatterien-gefahrgut-versand-kennzeichnung.html?print=1

"Damit bleibt festzuhalten, dass sämtliche lithiumhaltigen Batterien und Zellen im internationalen Transportrecht als Gefahrgut eingestuft werden."

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Dr. homo oeconomicus 24.04.2019, 09:45
395.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
So wird die für die Erzeugung der Batterie benötigte Energie einfach dem E-Auto - wie hier dem Tesla - zugerechnet, WÄHREND BEIM DIESEL DIE FÖRDERUNG, RAFFINIERUNG, LAGERUNG UND DER TRANSPORT DES DIESELS DEM WUNDER DER UNBEFLECKTEN EMPFÄNGNIS GLEICH keinerlei Einfluss auf die CO2-Bilanz hat und einfach außen vor bleibt. Darüber hinaus besteht ein E-Auto aus weniger Komponenten (Motor, Getriebe, Auspuffanlage), die gegengerechnet werden müssen. Oder, wie die WirtschaftsWoche in diesem Zusammenhang korrekt schreibt, "die für einen Verbrenner spezifischen Teile des Diesels, die der Tesla nicht braucht, wachsen ja nicht CO2-neutral neben dem Daimler-Werk auf einem Baum." Interessant: im selben Artikel wird auch von einem Selbstversuch berichtet. Komplettes Ent- und Wiederaufladen eines Tesla-Akkus (das komplette Entladen würde aber in der Realität die Sensorik verhindern) bis er kaputt war: Laufleistung 1.5 Millionen Kilometer. Da liegt ein Verbrenner schon mindesten dreimal auf den Schrott. Mir ist es ein Rätsel, warum emeritierte Professoren leichtfertig immer weider ihr wissenschaftliches Renommee auf's Spiel setzten müssen (wenn es denn vorhanden war). Weil aus dem weisen ein weißer alter Mann geworden ist? Eins ist klar: das Ergebnis der ifo-"Studie" stand schon vorher fest. Da nützen auch keine Taschenspielertricks zur Verschleierung.
Und wo sind die ganzen Ladeverluste etwa 15 bis 20% bei den E-Autos berücksichtigt? Kein E-Motor von Tesla hält 1,5 Mio km. Statisch einwandfreie Langzeiterfahrungen von Tesla gibt es ja noch nicht, wie denn auch. Auch Strom muss erzeugt, transportiert und gespeichert werden. Ihre einseitige Betrachtungsweise ist mind. genauso unsiinig wie die von Prof. Sinn.

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mr.nett 24.04.2019, 09:46
396.

Zitat von redrat69
Bei den ganzen Tesla Lobeshymnen vergisst der Autor dass BMW mit dem i3 bereits hält, was Tesla verspricht. Der i3 wird bereits überwiegend mit Ökostrom hergestellt. Auch Materialen etc. werden unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt. Nur mal nachforschen
Stimmt. Für die Carbonstruktur der Karosserie kommt der Rohstoff aus Japan, wird dann in Kalifornien zu Fasern verarbeitet, aus denen anschließend in Niederbayern Matten geflochten werden, die wiederum in Sachsen zu entsprechenden Teilen für den i3 verarbeitet werden. Aber auf dem Werksgelände steht ein Windrad. Immerhin.

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münchen_giesing 24.04.2019, 09:46
397. Alles noch viel schlimmer?

Ich glaube, dass E-Autos ökologisch noch viel negativer zu bewerten sind. In allen Studien wird die Batterie-Entsorgung nicht mit eingerechnet. Es gibt Ansätze, dass diese dann in Container als Energiespeicher in Afrika dienen sollen. Irgendwann werden sie aber auch dort nicht mehr brauchbar sein. Und dann? Dann haben wir unseren Müll mal wieder in die dritte Welt gebracht und dort "entsorgt".
Zu den Daten: Natürlich wäre die Batterieproduktion in Norwegen nahezu CO2 neutral. Nur wird dort keine Batterie produziert. Natürlich muss man den Energiemix der Länder heranziehen, wo die Produktion stattfindet. Und das sind neben den USA vor allem asiatische Länder. Und ob die Tesla Batterien wirklich 250.000km durchhalten?

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meister_proper 24.04.2019, 09:46
398. Die Grundannahme der Studie ist falsch

Es geht derzeit gar nicht darum, welches Produkt über den Lebenszyklus und bei derzeitigen Produktionsbedingungen die bessere CO₂-Bilanz hat, sondern welches Produkt der Systemumstellung dient und welches ihr im Wege steht.

WIR MÜSSEN DAS GEGENWÄRTIGE ENERGIESYSTEM KOMPLETT AUF REGENERATIVE ENERGIE UMSTELLEN. Sonst sind wir im Arsch.

Jedes Elektroauto ist dabei ein Schritt in die richtige Richtung. Es benötigt nämlich eine Infrastruktur, die weitere Elektroautos nutzen können, auch wenn dieses Elektroauto eines Tages verschrottet wird. Je mehr Elektroautos eines Tages verschrottet werden, desto größer ist der wirtschaftliche Anreiz die darin enthaltenen Rohstoffe zu recyclen. Das Recycling von ein paar hundert Elektroautos jährlich ist unwirtschaftlich - das von einer Million pro Jahr dagegen lukrativ. Es geht darum den Kreislauf eines neuen Systems der Energieversorgung in Gang zu bringen.
Wir müssen auch die Produktion von Ökostrom massiv ausbauen, so dass wir nicht nur für die heutige Strommenge keine fossilen Brennstoffe mehr benötigen, sondern zusätzlich noch Strom für den Verkehrssektor und die Wärmeerzeugung haben. Das sind grundlegende Änderungen des gesamten Wirtschafts- und Energiesystems, ohne die wir den menschlichen Lebensraum so nachhaltig zerstören, dass von unserer Zivilisation nichts mehr übrig bleiben wird. In Deutschland jammern die Leute heute über knapp 200.000 Flüchtlinge im Jahr. Wenn der Mittelmeerraum aufgrund der zunehmenden Desertifikation unbewohnbar wird, so stehen irgendwann eine Milliarde Menschen an unseren Grenzen und wollen rein. Das können wir nur verhindern, wenn wir deren heutigen Lebensraum schützen. Auf ein paar Tonnen CO₂ mehr oder weniger, die wir heute in die Systemumstellung investieren, kommt es dann nicht mehr an.

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casparman 24.04.2019, 09:47
399. Der CO2 Ausstoß von PKW´s...

... trägt weltweit zur CO2 Bilanz soviel bei, wie der Furz einer Kuh auf einer Weide in Tirol! Das entscheidend schlechte an E-Fahrzeugen / Batterien sind die notwendigen Rohstoffe. Jeder der hier positiv über E-Fahrzeuge schreibt, sollte sich lieber mal die Rohstoffketten für Seltene Erden ansehen und wie diese gewonnen und verarbeitet werden! Man sollte sich auch fragen, warum z.B. Tesla nun eine Batteriefabrik in China baut? Und wer es chemisch versteht, kann sich auch gerne mal die Refining Prozesse in China ansehen... der ganze Prozess / die ganze Kette ist derart menschenverachtend und umweltschädlich, daß die CO2 Bilanz bei der Herstellung wie gesagt nur der Furz einer Kuh in Tirol ist! Aber stimmt, die Schicksale in Afrika und China haben uns als Ökofreaks ja noch nie interessiert ;)

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