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Ifo-Studie zur Klimabilanz: Wie das Elektroauto schlecht gerechnet wird
Frederic J. BROWN / AFP

Laut dem Ifo-Institut hat ein Elektroauto in Deutschland eine miesere CO2-Bilanz als ein Diesel. Doch wer ein paar fragwürdige Annahmen in der Kalkulation ändert, bekommt ein ganz anderes Ergebnis.

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karlo1952 24.04.2019, 10:13
420. Die Studie des Ifo-Instituts geht

von heutigen Gegebenheiten aus, was auch richtig ist. Es ist noch lange nicht absehbar, wann wir Strom aus rein regenerativer Herstellung bekommen. Drum kann man das auch nicht schönrechnen. Und ob ich 194 PS mit 350 PS vergleiche, ist ebenfalls nicht relevant, sondern dient lediglich dem Ego des jeweiligen Fahrers.

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5412 24.04.2019, 10:14
421.

Zitat von mwroer
So wie das IfO den schlechtesten Fall annimmt, nimmt SPON halt den besten an ... beim Satz: "Und außerdem sollte ein Elektroauto eher nicht mit einer so großen Batterie wie der Tesla bestückt werden, weil sie das Auto unnötig schwer macht." Und den Folgerungen habe ich dann aufgehört zu lesen - der Tesla IST nun mal mit so einer Batterie bestückt, die man auch braucht wenn man auf eine gewisse Reichweite angewiesen ist, und daher stimmen auch die IfO Werte in dieser Hinsicht. Letztlich rechnen SPON unter der Annahme: Der Mensch hat sich an die Beschränkungen der Technik anzupassen, das IfO rechnet 'Der Mensch will die gleiche Leistung und den gleichen Komfort'. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen - aber dann muss ich ehrlich sein: Wenn ich den Mittelwert nehme dann ist das Elektro-Auto eben *nicht* besser als der Diesel oder mein Benziner und damit entfällt, für mich persönlich, der Sinn eines zu kaufen und wiederum, für mich persönlich, der Sinn eines so aufwändigen Infrastrukturausbaus, mit den damit einergehenden Umweltschäden.
Den Wandel werden Sie aber nicht mehr aufhalten. Festhalten am Verbrenner bedeutet noch mehr Fahrverbote und CO2 Steuer. Die Energie- und Verkehrswende gehört zusammen. Das BEV ist ein Bestandteil des Netzes und selbst wiederum auf das Netz angewiesen. Monsterakkus sind in der Tat keine gute Grundlage und m.E. vollkommener Irrsinn. Reichweitenangst ist auch bei kleineren Akkus kein Problem.
Ich wiederhole mich gerne. Wir sind zu zweit und haben nur ein Auto. Ein BEV mit 28kWh Netto. Wir fahren bis zu 30.000km im Jahr. Niemand muss das so machen, aber es wird die Zukunft werden und je eher man mitmacht desto schneller geht es. Ein anderer Aspekt ist ÖPNV und Fernzüge. Einiges wird sich ändern. Argumente wie ich will aber meinen 2 Tonnen Wohnwagen ziehen passen nicht mehr in die Welt. Wer das nicht versteht wird über Verbote und Zusatzzahlungen eben „leiden“ müssen. Manchmal geht es nicht.
Und synth. Fuels sind nur eine Nebelerze um weitermachen zu dürfen wie bisher und die Leute zu beruhigen. Aber es geht in Städten auch um Gesundheit. Immer weniger akzeptieren dass man ihre Gesundheit bedroht wenn es auch anders geht. Neben dem BEV und dem ÖPNV kommen noch Fahrrad und die eigenen Füße hinzu. Aktuell wird zurecht verstärkt in die Fahrradwege investiert und selbiges in den Fokus gerückt. Das BEV kann auch über Car Sharing funktionieren.
Unsinn, Köhler und Scheuer stehen für Gestern und halten krampfhaft daran fest. Sie haben natürlich alle Bequemlichkeitsfanatiker, Bedenkenträger und die Ängstlichen auf ihrer Seite. Noch! Aber auch die Front bröckelt.

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kai_4711 24.04.2019, 10:15
422. Lebensdauer Model 3 Akku beim Zerlegen gemessen.

Zitat von münchen_giesing
Ich glaube, dass E-Autos ökologisch noch viel negativer zu bewerten sind. In allen Studien wird die Batterie-Entsorgung nicht mit eingerechnet. Es gibt Ansätze, dass diese dann in Container als Energiespeicher in Afrika dienen sollen. Irgendwann werden sie aber auch dort nicht mehr brauchbar sein. Und dann? Dann haben wir unseren Müll mal wieder in die dritte Welt gebracht und dort "entsorgt". Zu den Daten: Natürlich wäre die Batterieproduktion in Norwegen nahezu CO2 neutral. Nur wird dort keine Batterie produziert. Natürlich muss man den Energiemix der Länder heranziehen, wo die Produktion stattfindet. Und das sind neben den USA vor allem asiatische Länder. Und ob die Tesla Batterien wirklich 250.000km durchhalten?
Gemessen wurden 3000 Zyklen beim Akku des Model 3 von der Akkufirma BMZ beim Zerlegen und Analysieren.
Das entspricht 1,2 Millionen - 1,5 Millionen Kilometer Fahrleistung. Dann wird der Akku recycled.
Bei mir sind das ca. 60 Jahre die das Ding hält. Dann bin ich über 100 Jahre, Gut das man das Model 3 für vollständiges autonomes Fahren aufrüsten kann.
Ach ja der Motor und Chassis sind auf 1,6 Millionen Kilometer ausgelegt.

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foerster.chriss 24.04.2019, 10:15
423.

Wie der Artikel es schon vermuten lässt, die Produktion eines Dieselmotors stößt beim Ufo, äh, Ifo-Institut Null CO2 in die Luft.. wie realistisch!

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5412 24.04.2019, 10:18
424.

Zitat von descartes
Auch wenn die Frage wahrscheinlich dem SPON Zensor zum Opfer fällt, weil nicht E-Mobil freundlich genug: Per Gesetz ist der Tranpsort von Lithiumakkus ein Gefahrguttransport. Dürfen E-Mobile also tatsächlich überall betrieben werden, man drückt sozusagen "der Umwelt zuliebe" ein Auge zu? https://www.it-recht-kanzlei.de/lithiumbatterien-gefahrgut-versand-kennzeichnung.html?print=1 "Damit bleibt festzuhalten, dass sämtliche lithiumhaltigen Batterien und Zellen im internationalen Transportrecht als Gefahrgut eingestuft werden."
Ihnen ist schon klar, dass die Lithium Akkus nicht einfach im Auto herumliegen, sondern sicher verpackt und permanent überwacht werden. Und die Anwälte sprechen von Batterien. Hier geht es um Akkus. Anwälte sind halt technische Laien. Aber klagen Sie mal! Auf die Bauchlandung bin ich sehr gespannt. Ich würde Ihnen sogar einen Euro spenden. Den Spaß ist mir das wert.

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Dr. homo oeconomicus 24.04.2019, 10:18
425.

Zitat von 5412
Irrtum. Die Hersteller bedienen die massive Nachfrage nicht. BEV Interessierte warten locker 18 Monate auf ihr Fahrzeug und die Vorführfahrzeuge finden auch bei Wucheraufschlägen schnell Abnehmer. Der Markt ist leer gefegt und damit das Gegenteil von Ihrer Behauptung. Und in 4-5 Jahren hat sich der Anteil der BEV um den Faktor 20 erhöht. Davon träumt der Diesel!
Das glauben Sie aber auch nur! Innerhalb von 4 bis Jahren wird der Anteil vielleicht 1-2 % des gesamten PKW-Bestandes sein, aber auch nur, wenn die Förderung noch ausgebaut wird.
Die Infrastruktur ist heutzutage doch sehr mau und es wird Jahrzehnte dauern bis der Versorgungsgrad vergleichbar mit Benzin-Tankstellen ist. Und wenn man bedenkt, wie lange ein Autozyklus dauert, würde man nicht mit solchen zahlen operieren. Zumal das Problem der Steuer noch nicht gelöst ist. Wenn das BEV einen signifikanten Marktanteil hat, wird der Staat die Stromsteuern erhöhen müssen, denn im Moment verdient der Staat ganz ordentlich am Verkauf von Diesel und Benzin. Würde diese Einnahmen anteilmäßig umverteilen,würde Strom noch sehr viel teurer als er jetzt schon ist.

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Hoellenhagen 24.04.2019, 10:19
426. Sie denken in Nachhaltigkeit

Zitat von kleinsteminderheit
(..) wahrscheinlich tun wir der Umwelt den größten Gefallen, wenn wir den alten Euro 4 fahren bis er platzt, anstatt ihn lange vor der Zeit zu verschrotten und Ressourcen für einen Elektrokarren aufzuwenden. Sicher ist wohl, dass die Herstellung eines Autos der Umwelt fast mehr schadet als sein Betrieb und dass die Verschrottung funktionierender oder reparierbarer Autos der Umwelt weit weniger nützt als der Autoindustrie.
Sie machen dabei einen Denkfehler. Die überwältigende Mehrheit hier im Lande kann überhaupt nicht denken. Weder in Mittel-Zweck-Relationen noch in einem System im Zeitablauf. Dazu zählen auch die "journalistischen" Anhänger der Kirche der ewigen Wahrheiten. Die sind ideengeschichtlich im Mittelalter stehengeblieben und hätten damals prächtige Inquisitoren in Hexenprozessen abgegeben.

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supergrobi123 24.04.2019, 10:19
427. Gezielte Desinformation?

Das Ifo-Institut verglich 2 Limousinen der gehobenen Mittelklasse miteinander, die preislich nicht weit von einander entfernt sind.
SPON hingegen erklärt das Model 3, wohl gemerkt das kleinste Tesla-Modell, gedacht für den Massenmarkt, kurzerhand anhand einer Einzelkennzahl (PS) zum "äußerst leistungsstarken E-Sportwagen" und will lieber mit einem sinnlos übermotorisierten, deutlich teureren Diesel (praktischerweise eine CO2-Schleuder) vergleichen. Klar! Das Wunschergebnis steht ja vorher fest!
Nachdem man die 254 PS CO2-Schleuder als Dieselmaß aller Dinge etabliert hat, zieht man in der Folge aber urplötzlich in allen Statistiken auch Kompaktwagen wie den Renault Zoe (88 PS) zum Vergleich heran!
Von den CO2-Werten eines Diesel Polos erfährt man hingegen vorsichtshalber mal gar nichts!
Während das Ifo-Institut sinnvollerweise mehr Vergleichbarkeit schafft, indem weingstens halbwegs vergleichbare Reichweiten dank großem Akku-Pack anstrebt, wird dies von Spon kurzerhand als Unsinn abgeurteilt. "Sinnvoller" seien mal wieder die kleinen Akkus in Nissan Leave und Renault Zoe. Kompaktwagen mit dem kleinsten Akkupack. Jahaaa, die schneiden besser ab als ein C300 mit 254 PS!
Das Ifo-Institut errechnet nun mit dem aktuellen deutschen Strommix die Schädlichkeit der Ladung!
Spon hingegen lieber mit einem geratenen Zukunfts-Strommix, der vielleicht in 10 Jahren existieren könnte. Oder mit dem norwegischen (samt Atomstrom).
Erst bei der Akku-Herstellung kommt das erste sinnvolle Argument von Spon. Den deutschen Strommix bei der Herstellung anzunehmen, ist tatsächlich fragwürdig. Wie der Strommix bei Tesla & Co. tatsächlich aussieht, ist nur dummerweise gar nicht bekannt, hier kann also nur geraten werden.
Ebenso bei der Lebenszeit eines Akkus. Wie lang die wirklich halten, kann man wohl erst in einigen Jahren wirklich sagen, denn Alltags-Teslas mit über 150.000 km auf der Uhr dürfte es bisher kaum geben.

Fazit: Lediglich bei Akku-Herstellung und -Lebenszeit könnte das Ifo-Institut tatsächlich falsch liegen, Genaues weiß man aber nicht.
Realistisch betrachtet ist die CO2-Einsparung bei einem Stromer Stand heute(!) wohl im Bestfall marginal, u.U. nonexistent.
Ob es klug ist, nun extreme Infrastrukturmaßnahmen mit Ladesäulen etc. auf sich zu nehmen, sollte kritisch hinterfragt werden.
Alternativen wie Bio- bzw. synthetische Diesel, Biogas, Wasserstoff könnten die viel, viel sinnvollere Idee sein.
Davon will man als Scheuklappen-E-Lemming aber nichts wissen.
Das grenzt an religiösen Fanatismus.

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xees-ss 24.04.2019, 10:21
428. Ach das Ifo Institut, Sinn-frei

Das ifo ist doch bekannt dafür, das es immer wieder ihre Klientel bedient. Und das als einer von den Waisen. Die Deutsche Autoindustrie täte gut daran, nicht solche Studien in Auftrag zu geben!

Hier in Österreich zB ist ein ganz anderer Strommix, da sieht es gleich viel besser aus.

Den BMW i3 haben sie gleich ganz rausgelassen, der wird Co2 neutral hergestellt und der angebotene Strom ist Öko.

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DeejayDave 24.04.2019, 10:22
429. ich möchte auch meinen Senf dazu geben.

Hallo liebe SPON-Gemeinde und -Leser,
ich beschäftige mich seit einigen Jahren hobbymäßig mit der Elektromobilität, bin selbst im physikalischem Bereich tätig. Es gibt natürlich Gründe für und gegen die Elektromobilität.
Ich möchte an die Diskussionen erinnern, die unsere Ahnen vor 100 Jahren geführt haben, als es hieß Verbrennungsmotor oder Pferd. Wahrscheinlich ging es nicht in die heutige wissenschaftliche Ebene, aber es standen sich Gegner und Beführworter der neuen Technologie gegenüber. Aus Sicht der Ökobilanz müssten wir auf jegliche komfortable, moderne Mobilität verzichten, da absolut nichts CO2-Neutral ist.
Wir befinden uns derzeit noch an einem relativ frühen Stadium der E-Mobilität. Wenn wir uns die Anfänge der Verbrennungsmotoren so ansehen, können wir feststellen, dass es seit dem Öl veredelt und verbrannt wird, immer wieder zu Ökokatastrophen kam und immer noch kommt. Ich möchte daran erinnern, dass zahlreiche Kriege aufgrund des kostgaren schwarzen Goldes begonnen wurden, die scheinbar alle in Vergessenheit geraten sind.
Zum Thema Abbau von Lithium: 1. Vor 100 Jahren wurde Kohle noch bei richtig beschissenen Bedingungen in Deutschland abgebaut. Davon spricht heute niemand mehr. 2. Ohne die Lithium-Förderung gäbe es keine Smartphones, Laptops und sonstige Geräte mit langlebigen Akkus. 3. die Förderung von Lithium schafft Arbeitsplätze, die Verbesserung der Bedingungen hängt von der Politik ab. So lange sich an der Politik und dem Wirtschaftssystem der Ausbeutung nichts ändert, wirds eben weiterhin beschissene Arbeitskonditionen geben, wie vor 100 oder 150 Jahren bei uns.
Zum Thema seltene Erden: 1. sind die nicht so selten wie es suggeriert wird. 2. Sind die Rohstoffe zukünftig recyclebar. 3. Heutige moderne Verbrennungsmotoren benötigen ebenfalls Seltene-Erden-Metalle für bestimmte Baukomponenten wie Kat, Lambdasonde, Zündkerzen etc.
Zum Elektroauto selbst: Der Energieverbrauch eines Elektroautos während der Fahrt ist um das 3- bis 4-fache geringer als der eines Verbrenners. Je nach Art der Stromgewinnung sieht es bei der Bilanz des Elektroautos düster oder super aus (Wirkungsgrad der Stromherstellung). Das kann jeder nachvollziehen. Aber der Aspekt, dass der Ausbau und die Umstellung der Erneuerbaren Energien stetig voranschreitet, darf nicht außer Acht gelassen werden. Wenn Tesla seine GIGA-Factory mit Photovoltaik betreibt, dann ist es ziemlich gut möglich, dass die Herstellung der Akkus in Zukunft überall CO2-gemindert erfolgen kann. Wenn der CO2-Rucksack schon am Anfang gering ist, dann sieht der Verbrenner jedenfalls alt aus. Im Winter wird das E-Auto schlechter dargestellt, da weniger Ökostromanteil, da Mehrverbrauch durch Heizung. Da hat der Verbrenner klar seine Vorteile.
Zum Verbrennungsmotor: Natürlich hat auch der Verbrenner seinen Vorteil in der Reichweite. Die Energiedichte ist momentan bei konventionellen Kraftstoffen höher als bei Akkus.
Wenn ich aber dauerhaft Vollstoff mit > 130 km/h auf der BAB gebe, dann sinkt die Reichweite auch deutlich. Alle Petrol-Heads sollen dann mal versuchen mit 180 km/h eine Gesamtreichweite von 1000 km (60 Liter Tankinhalt) zu schaffen. Ich bin mal gespannt.

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