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In Schweizer Mine: Weltgrößtes Elektrofahrzeug muss (fast) nicht geladen werden
Andreas Sutter/ eMining/ Kuhn Schweiz

Ein 45-Tonnen-Lkw ist das größte E-Fahrzeug der Welt. Dass er niemals aufgeladen werden muss oder sogar Strom ins Netz einspeist, stimmt jedoch nicht. Effizienter als ein Diesel ist er trotzdem.

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ghdstz 24.08.2019, 14:15
80. Ganz banaler Zusammenhang - wozu die vielen Kommentare ?

Das Gestein wird von einem höheren zu einem niedrigeren Lageort transportiert, dabei wird dann logischerweise Lageenergie frei - das lernen Kinder schon sehr bald im Physikunterricht. Wenn ein Dachziegel herunterfällt passiert im Prinzip das Gleiche, es wird auch Energie frei. Pumpspeicherwerke sind eine sehr bekannte und bewährte praktische Anwendung dieses Prinzips, statt Gestein wird dort eben Wasser eingesetzt weil es sich besser handhaben lässt und Mutter Natur auch beim Nachfüllen des Speichers hilft. Der Betreiber des Steinbruchs ist wohl mehr am Gestein selbst als an dessen Lageenergie interessiert. Wenn er selbige Energie aber nicht durch Hitzebildung in den Bremsen eines konventionellen LKW's vergeudet sondern in der Batterie eines Elektro-LKW's speichert ist das eine gute Idee - der leere LKW kann dann mit Hilfe dieser Energie wieder bergauf fahren, und die Erderwärmung wird um ein ganz klitzekleines Bisschen reduziert. Alles richtig gemacht - aber warum diese Aufregung und die vielen (teils abstrusen) Kommentare um einen ganz banalen physikalischen Zusammenhang ? Ist es denn mit der praktischen Bildung hierzulande wirklich schon so schlecht bestellt ?

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alpstein 24.08.2019, 15:12
81.

Zitat von Naghhghas
ist es das das Perpetomobile, anstatt Elektrofahrzeuge sollten wir ein neues Klimagesetz machen, man darf nur noch abwärts fahren, mit viel Gewicht. Bei der Rückfahrt sollen die Kinder und der Hund eben laufen, dann retten wir die Welt.
Korrekt, das ist die Lösung. Man muss nur vorne kleinere Räder als hinten einbauen, dann fährt man ständig bergab. Ich bau gleich am Montag mein Rad um.

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permissiveactionlink 24.08.2019, 15:52
82. Die Muldenkipper

der Firma Kuhn Schweiz AG wiegen leer 58 t, haben einen 4,5 t schweren 600 kWh Li-Akku, und können zusätzlich 65 t tranportieren, Gesamtmasse dann 123 t. Eingesetzt werden sie in der Nähe von Pery-La-Heutte im Berner Jura, wo Jurakalk von einem Steinbruch zu dem Zementwerk in Pery transportiert werden muss. 600 kWh entsprechen 600*3,6*10^6 J, also 2,16 GJ. Eine Masse von 123 t hat die potentielle Energie von 1,21 MJ pro Meter Höhendifferenz. Um die (leere) Li-Batterie vollständig laden zu können, müsste der Kipper also vollbeladen 1790,1 m Höhenunterschied bewältigen, sofern der Wirkungsgrad der Rekuperation 100% beträgt, was unmöglich ist. Um das geleerte Fahrzeug anschließend wieder 1790,1 m hinauffahren zu können, sind 1,02 GJ erforderlich, oder 283 kWh. Die tatsächliche Höhendifferenz war leider im Netz nicht zu finden, deshalb lässt sich der Mindest-Wirkungsgrad der Rekuperation nicht abschätzen.

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freigeistiger 24.08.2019, 16:59
83. Stauseen und Pumpspeicherwerke

Zitat von ghdstz
Pumpspeicherwerke sind eine sehr bekannte und bewährte praktische Anwendung dieses Prinzips, statt Gestein wird dort eben Wasser eingesetzt weil es sich besser handhaben lässt und Mutter Natur auch beim Nachfüllen des Speichers hilft.
Ihnen ist eine Verwechslung unterlaufen. Sie beschreiben Talsperren und Staustufen. Pumpspeicherkraftwerke sind wie Akkus. Mit überschüssigem billigem Strom wird Wasser in den oberen Speicher gepumpt. Die Energiespeicherung ergibt sich aus der Wassermenge und der Höhendifferenz. Bei Strombedarf wird das Wasser abgelassen durch Turbinen in den unteren Speicher.

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cobaea 24.08.2019, 17:01
84.

Zitat von olli_b
Es ist die Kombination von beidem. Ein LKW ohne Energiespeicher könnte die Lageenenergie der Ladung nicht dazu verwenden, wieder bergauf zu fahren. Was hat ein Wasserkraftwerk damit zu tun?
Vermutlich meint der Forist, auf den Sie antworten, kein herkömmliches Wasserkraftwerk sondern ein Pumpspeicherkraftwerk, bei dem in Zeiten preisgünstigen Stroms, Wasser aus einem Stausee nach oben in einen höher gelegenen Stausee gepumpt wird. In Zeiten, wo der Stromverbrauch dann hoch ist, rauscht das Wasser aus dem oberen Stausee nach unten auf die Turbinen und produziert Strom, der dann teurer verkaufbar ist. Dadurch, dass der LKW beim talwärts Fahren Energie speichert, die er beim bergwärts Fahren dann wieder verbraucht, kam wohl der Vergleich.

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freigeistiger 24.08.2019, 17:17
85. Nutzung von Ressourcen

Zitat von supergrobi123
Ich sehe das exakte Gegenteil! Die Nutzung von Lageenergie kennt jedes Kleinkind vom Spielplatz (Stichwort: Rutsche), die Menschheit nutzt sie seit 2.500 Jahren wirtschaftlich (Stichwort: Wassermühle). Im Artikel wird diese uralte Energienutzung nun aber als großer Wurf, quasi als Erfndung dank E-Motor dargestellt, gar gefeiert, dass man das Fahrzeug "nicht laden" müsste (obwohl es permanent mit 65t Gestein voller Lageenergie geladen wird). Jeder normale Mensch wundert sich aus der Ferne über die scheinbar sinnlose Komplexheit und Ineffizienz dieser Nutzungsart, Rutschen- oder Wassermühlenähnliche Systeme sind doch viel einleuchtender, einfacher, billiger, klimaschonender. Und wer da dann nicht in die Scheuklappenfeier des Elektroantriebs einsteigt, will ihn gleich verteufeln? Das Gegenteil ist der Fall. Dieser Artikel ist ein schönes Beispiel dafür, wie man den E-Antrieb mit fremden Federn schmückt und daher so gut wie grundlos in den Himmel lobt. Das die E-Jünger das abfeiern und jeden, der kritisch hinterfragt, zu Pisa-Studien schicken wollen, ist mal wieder typisch. Vielleicht schicken wir mal jeden zur Pisa-Studie. Mal sehen, wer denn hier noch übrig bleibt.
Es geht hier darum, dass Ressourcen, Lageenergie, vergeudet in Bremswärme, besser genutzt wird den LKW zu betreiben. Der Akku des LKW muss (fast) nicht vom Stromnetz geladen werden. Die Schwerkraft reicht. Es gibt Beratungsprogramme für Firmen, die ihnen helfen, ungenutzte Potentiale zu finden und zu erschließen. Etwa bei Abfällen oder Energie. Durch Verringerungen Kosten einzusparen, oder durch Verkäufe Einnahmen zu erhalten.

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supergrobi123 24.08.2019, 17:39
86. Richtig.

Zitat von freigeistiger
Es geht hier darum, dass Ressourcen, Lageenergie, vergeudet in Bremswärme, besser genutzt wird den LKW zu betreiben. Der Akku des LKW muss (fast) nicht vom Stromnetz geladen werden. Die Schwerkraft reicht. Es gibt Beratungsprogramme für Firmen, die ihnen helfen, ungenutzte Potentiale zu finden und zu erschließen. Etwa bei Abfällen oder Energie. Durch Verringerungen Kosten einzusparen, oder durch Verkäufe Einnahmen zu erhalten.
Ist ja gurndsätzlich auch eine sehr guet Sache. Kaum jemand hat was dagegen. Trotzdem bleibt die Frage bestehen, ob "schwere Sachen talwärts transportieren" am allerbesten mit einem teuer umgebauten Riesenkipper bewerkstelligt wird.
Mir scheint aus der Ferne beurteilt, dass es da wahrscheinlich bessere Ideen geben könnte.
Und es ist schlicht eine Falschdarstellung im Artikel, wenn behauptet wird, der E-Kipper würde nicht geladen werden, wird er ja eben doch, mit Steinen, oben aufm Berg. Mit Lagenergie einen Generator anzutreiben, ist beim besten Willen keine neue Idee, sondern Grundprinzip jedes Wasserkraftwerks.
In sofern: Sehr gute Idee, die Lageenergie zu nutzen!
Großen Dank an die Lageenergie.
Ein Abfeiern des E-Motors finde ich etwas übertrieben, der ist nur Mittel zum Zweck.
Jeden, der das nüchtern feststellt, als E-Gegner darzustellen, ist lächerlich und ein wenig dreist.
Da müssen Sie mir doch wohl zustimmen!

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tulbob 24.08.2019, 18:20
87. Batterien?!

Und wie langlebig sind die Batterien? Wie teuer sind sie und wie sieht die CO2-Bilanz bei der Herstellung aus? Ist dies schon eingerechnet. An sich schon ein tolles Konzept, aber bei Batterie-Elektrofahrzeug-Enthusiasten fehlen mir diese Angaben leider zu oft.

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herkurius 24.08.2019, 20:00
88. Hatte ich schon 1988 erfunden

Zum Getränkemarkt ging's bergauf. In den Fahrrad-Anhänger passten genau zwei Bierkästen (anstatt des Kasteneinsatzes). Hieß, mit dem Leergut konnte ich bequem bergauf radeln und mit den zwei vollen Kästen a 24 Flaschen half auf dem Rückweg die Schwerkraft.
Und das beste: ich brauchte gar keinen Strom!

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herkurius 24.08.2019, 20:22
89.

Zitat von supergrobi123
Also ich kann mir sehr wohl ein Loren-Ringsystem vorstellen, das auf Schienen vollbeladen bergab rollt und dabei die festverbundenen leeren Loren gleichzeitig nach oben zieht.
Nennt sich zweitrümige Bremsbergförderung.

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