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Insolventer Sportwagenbauer: Wiesmann hofft auf Neuanfang

Für den insolventen Kleinserienhersteller Wiesmann ist Rettung in Sicht: die Sportwagenmanufaktur soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Plan hat allerdings noch nicht alle Hürden genommen.

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Pless1 18.12.2013, 15:45
2. Das wird nichts mehr

Selbst wenn der Plan so umgesetzt wird: ich glaube nicht mehr an den Erfolg dieser Idee - eigentlich schon nicht mehr, seit ich vor ein paar Jahren die Firma besichtigt und eine Probefahrt gemacht habe.
Warum nicht:
Die Technik ist allesamt zugekauft, eigentlich ein schön verpackter BMW. Käufer besonders teurer Autos wollen aber oft mehr als ein anders verpacktes Standard-Produkt. Die Fahrleistung ist zwar sehr gut (soweit ich das beurteilen kann) aber eben auch nicht viel anders als bei jedem entsprechend ausgerüsteten BMW.

Die GFK-Hülle, von innen mit Leder beklebt, wirkt zumindest auf mich eher billig. Mankommt sich ein bisschen vor wie damals beim Seifenkistenrennen.

Viel Geld steckt in der aufwendigen Produktionshalle in Form des Geckos - darin gearbeitet wird aber wie in einer Manufaktur des 19. Jahrhunderts. Ich hatte damals einen Aha-Effekt: Wie benal ist es doch, ein Auto zusammenzubeasteln. Nach der Besichtigung blieb bei mir vom "Mythos Sportwagen" nichts mehr übrig.
Wiesmann steckt in einer Design-Falle. ich mag das Design zwar, aber letztlich sind MF3, MF4 und MF 5 ja fast identische Autos, was das Design betrifft. Wer einen will, hat einen. Neue Kunden wachsen zu wenige nach, um auch nach vielen Jahren noch vom einzigen Produkt zu leben.
Meine Frage nach einem 4-Türer wie dem Panamera wurde mit blankem UNverständnis verneint. Man muss sich aber deutlich breiter aufstellen. Dazu bräuchte man aber jede Menge frisches Geld.

Ich kann mir zudem nicht vorstellen, dass die Insolvenz selbst keine Spuren hinterlässt. In den notwendigen Kundenkreisen setzt man nicht auf Verlierer - und genau das Image hat man nun.

Das Beste wäre wohl, wenn BMW das Unternehmen übernimmt, um hier in Kleinserie spezielle Kundenwünsche bedienen zu können und dann und wann extravagente Designelemente auf ihre Kundenwirkung testen zu können, dann kann man Probleme wie den "Bangle-Crash" zukünftig vermeiden.

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hairforce 18.12.2013, 15:56
3. Was sagt uns das

Ein Kfz-Hersteller, der in 25 Jahren mit 100 Mitarbeitern 1600 Fahrzeuge herstellt, muss seine Fahrzeuge derart überteuert verkauft haben da er ansonsten niemals 25 Jahre überlebt hätte selbst mit den bis dato angehäuften Schulden.

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wakaba 18.12.2013, 16:52
4.

Zitat von hairforce
Ein Kfz-Hersteller, der in 25 Jahren mit 100 Mitarbeitern 1600 Fahrzeuge herstellt, muss seine Fahrzeuge derart überteuert verkauft haben da er ansonsten niemals 25 Jahre überlebt hätte selbst mit den bis dato angehäuften Schulden.
Nö. Die haben ein Retroprodukt mit Kleinwagentechnik aus dem BMW Regal gebaut. Herausgekommen ist ein verwurstelter Austin Healey mit Kitcar Charme. Angeboten werden die Dinger bei Pseudo BMW Händlern und Ihren kopierten BMW Erlebnisswelten. Das geht nicht auf da die meisten BMW und Mini an Einkommens- und Vermögenschwache vermietet werden. Da nimmt keiner noch schnell einen Wiesmann mit.

Die Leute sind schon weiter, gekauft wird was auf dem Track Spass macht. Mittelmotor- und/oder leichter Racecar. Wiesmann versagt da komplett. BMW hat dafür auch keine Teile im Program. Die Konkurrenz von TVR, Ginetta, Lotus, McLaren oder 2.Hand Renner kanns besser. Für den Drift- und Streetrace ungeeignet. Da geht auch nichts.

Irgendwann war die Kapitaldecke so dünn dass nichts mehr entwickelt werden konnte. Für BMW könnt der Namen interessant sein - kann man auf die Einer-Holzklasse kleben...

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SeasickSteve 18.12.2013, 16:58
5. ...

Zitat von sysop
Für den insolventen Kleinserienhersteller Wiesmann ist Rettung in Sicht: die Sportwagenmanufaktur soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Plan hat allerdings noch nicht alle Hürden genommen.
… mit 100 Mitarbeitern praeter propter 1 Fahrzeug pro Woche zu produzieren, das wird auch in Zukunft (betriebswirtschaftlich) nicht funktionieren (egal, wie viel frisches Geld dem Vorhaben noch zugeführt werden wird).

An anderer Stelle schafft man das zu fünft …

http://www.cav.co.za/home.html

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capt.nuss 18.12.2013, 17:11
6.

Zitat von Pless1
Meine Frage nach einem 4-Türer wie dem Panamera wurde mit blankem UNverständnis verneint.
Sie waren auf der Wiesmann Werkstour und haben die da nach nem 4Türer gefragt? :-D
Das is ja mal geil. Versuchen Sie doch mal, bei Ferrari nen Turbodiesel zu kriegen.

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deepfritz 18.12.2013, 17:34
7.

Zitat von wakaba
Nö. Die haben ein Retroprodukt mit Kleinwagentechnik aus dem BMW Regal gebaut. Herausgekommen ist ein verwurstelter Austin Healey mit Kitcar Charme. Angeboten werden die Dinger bei Pseudo BMW Händlern und Ihren kopierten BMW Erlebnisswelten. Das geht nicht auf da die meisten BMW und Mini an Einkommens- und Vermögenschwache vermietet werden. Da nimmt keiner noch schnell einen Wiesmann mit. Die Leute sind schon weiter, gekauft wird was auf dem Track Spass macht. Mittelmotor- und/oder leichter Racecar. Wiesmann versagt da komplett. BMW hat dafür auch keine Teile im Program. Die Konkurrenz von TVR, Ginetta, Lotus, McLaren oder 2.Hand Renner kanns besser. Für den Drift- und Streetrace ungeeignet. Da geht auch nichts. Irgendwann war die Kapitaldecke so dünn dass nichts mehr entwickelt werden konnte. Für BMW könnt der Namen interessant sein - kann man auf die Einer-Holzklasse kleben...
Bin kein Wiesmann-Fan aber versagen tun die Dinger auf der Rennstrecke sicher nicht!
BMW verbaut Kleinwagen-Technik? Wegen Heckantrieb? Kapier ich nicht!

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Pless1 18.12.2013, 18:08
8.

Zitat von capt.nuss
Sie waren auf der Wiesmann Werkstour und haben die da nach nem 4Türer gefragt? :-D Das is ja mal geil. Versuchen Sie doch mal, bei Ferrari nen Turbodiesel zu kriegen.
Ja, hab ich. War vielleicht etwas naiv (oder eher provokant)
von mir, sorry. Kam auch nicht wirklich gut an.

Ich habe das aber durchaus ernst und auch gut gemeint. Bei Porsche wäre das auch mal undenkbar gewesen, heute ist der Panamera aber doch ein schönes Auto. Oder auch der Cayenne. Demnächst bauen die sogar einen kleinen SUV auf Basis des Q5. Mit diesen massentauglichen Modellen (einschl. des Boxter) verdienen die Jungs in Zuffenhausen Geld, der 911er spielt wirtschaftlich mittlerweile eher eine untergeordnete Rolle. Und der Vergleich mit Porsche ist - wenn überhaupt - doch schon eher sinnvoll als der mit Ferrari. Klar hatte man bei Wiesmann solche Ansprüche. Aber, und auch das ist meine Quintessenz nach der Werkstour, diese Ansprüchen wurde man nicht wirklich gerecht. Das sind ja keine Rennwagen, sondern nette, hübsche Statussymbole zum cruisen und flanieren.

Die Autos sind in der Produktion ja offensichtlich zu teuer gewesen, denn mit den Preisen von Wiesmann verdienen andere Hersteller gutes Geld. Das liegt daran, dass die Stückzahlen deutlich zu gering sind. Werde ich aber mein einziges Produkt "Roadster in Retro-Optik" nicht in höherer Stückzahl los, muss ich eben mit neuen, weiteren Produkten neue Käuferschichten erschließen. Zum Beispiel mit einer zweiten Designlinie, die eher junge Käufer anspricht ("sportlich dynamisch" anstatt "barock") oder aber mit anderen Fahrzeugen (viertüriger "Grand Tourismo"; Limo, Kombi, SUV... oder ein "Wiesmann to go" - ein Kleinstwagen in Smart-Größe, wie ihn ja auch Aston Martin anbietet, obwohl das nur ein gepimter, zugekaufter Toyota ist.

Wiesmann hat aber nicht dergleichen getan. Statt dessen hat man die einzige für zahlreiche Käufer erschwingliche Variante, den MF3, vom Markt genommen. Damit war das Ende eigentlich schon besiegelt. Bei so hohen Fixkosten, wie sie eine solche Fertigung darstellt, kann man sich nicht gesund schrumpfen. Man muss wachsen - oder weichen.

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nemesis_01 18.12.2013, 20:03
9. Hier wird ein totes

Gefährt künstlich am Leben gehalten. Zum Wohle der 100 Mitarbeiter sollte man einen sauberen Strich ziehen. Die Fahrzeuge haben sich überlebt, Nachfolgemodelle sind nicht in Sicht, also ist die Marke am Ende. Das sind Autos, die kauft man sich aus Lust, ein- vielleicht auch zweimal, aber spätestens dann muss was neues, hipperes her. Kein Mensch kauft einen Wiesmann als angehenden Klassiker oder Wertanlage, auch wenn der Hersteller dies immer gerne als Argument propagiert hat. Da hat er auch den Grund für seine Pleite. Er hat seine Kundschaft nie verstanden. Das sind Reiche gelangweilte Juppies, die kennen keine Treue zu Marken. Die kennen nur Trends.

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