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Insolventer Sportwagenbauer: Wiesmann hofft auf Neuanfang

Für den insolventen Kleinserienhersteller Wiesmann ist Rettung in Sicht: die Sportwagenmanufaktur soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Plan hat allerdings noch nicht alle Hürden genommen.

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deepfritz 18.12.2013, 21:09
10.

Zitat von nemesis_01
Gefährt künstlich am Leben gehalten. Zum Wohle der 100 Mitarbeiter sollte man einen sauberen Strich ziehen. Die Fahrzeuge haben sich überlebt, Nachfolgemodelle sind nicht in Sicht, also ist die Marke am Ende. Das sind Autos, die kauft man sich aus Lust, ein- vielleicht auch zweimal, aber spätestens dann muss was neues, hipperes her. Kein Mensch kauft einen Wiesmann als angehenden Klassiker oder Wertanlage, auch wenn der Hersteller dies immer gerne als Argument propagiert hat. Da hat er auch den Grund für seine Pleite. Er hat seine Kundschaft nie verstanden. Das sind Reiche gelangweilte Juppies, die kennen keine Treue zu Marken. Die kennen nur Trends.
Ganz richtig, außerdem ist der Markt gesättigt, es gibt gefühlt hunderte Automanufakturen! In youtube-Zeiten zählen leider nur Superlative und Autos werden schnell vergessen!

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rem73 18.12.2013, 21:27
11. bei mobile.de ..

stehen allein 95 von diesen komischen Retrokisten rum! Persönlich würde ich lieber mit einer kit-carversion der ac cobra rumfahren. Da hat man dann auch Großserientechnik mit GFK-Aufbau.

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benedetto089 18.12.2013, 23:10
12.

Vielleicht ist das Auto auch einfach nur unglaublich hässlich und transportiert ein Image mit dem kaum jemand in Verbindung gebracht werden will und deshalb verkauft es sich nicht.

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Pless1 19.12.2013, 00:00
13.

Zitat von nemesis_01
Er hat seine Kundschaft nie verstanden. Das sind Reiche gelangweilte Juppies, die kennen keine Treue zu Marken. Die kennen nur Trends.
Wenn es mal die Yuppies wären... Der Wiesmann-Standardkunde war doch schon vor 10 Jahren über 60. Die kommen jetzt nicht mehr rein und raus und steigen auf SUV oder dergleichen um. Dem kaufkraftstarken 50 bis 60jährigen von heute sagt die Formensprache der 50er Jahre nichts mehr, der verbindet das nicht mehr mit Kindheitserinnerungen. Wenn schon Retro, dann sollte das eher in Richtung kantige 70er und 80er Jahre gehen oder aber radikal modern.

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kommentar4711 19.12.2013, 07:52
14.

Zitat von Pless1
heute ist der Panamera aber doch ein schönes Auto. Oder auch der Cayenne.
Darüber darf man durchaus geteilter Meinung sein. Ich teile Ihre Meinung nicht.

Zitat von Pless1
Mit diesen massentauglichen Modellen (einschl. des Boxter) verdienen die Jungs in Zuffenhausen Geld, der 911er spielt wirtschaftlich mittlerweile eher eine untergeordnete Rolle.
Mit diesen Modellen ist die Firma sehr stark gewachsen, das stimmt. Aber sie sprechen das Problem eigentlich genau an: Die Marke Porsche lebt von dem Ruf, den sie durch den 911 erlangt hat. Inzwischen spielt der aber keine große Rolle mehr für Porsche. Ergo wird auch der Mythos Porsche Mittelfristig darunter leiden, und dann kann es schnell bergab gehen. Bei Porsche könnte man auch mit Boxster, Cayman und 911 alleine Geld verdienen, aber das war einigen halt nicht genug, da mussten die Taschen richtig dick werden. Kurzfristig war das sicher gut gedacht, aber langfristig habe ich große Zweifel. Das einzige was ich Porsche an der Stelle wirklich positiv anrechnen möchte ist, dass man die Mitarbeiter gut am Unternehmenserfolg beteiligt hat.

Zitat von Pless1
Die Autos sind in der Produktion ja offensichtlich zu teuer gewesen, denn mit den Preisen von Wiesmann verdienen andere Hersteller gutes Geld. Das liegt daran, dass die Stückzahlen deutlich zu gering sind. (...) Bei so hohen Fixkosten, wie sie eine solche Fertigung darstellt, kann man sich nicht gesund schrumpfen. Man muss wachsen - oder weichen.
Das Problem ist hier denke ich auch, dass die Unternehmensführung hier mehr auf der technischen und emotionalen Ebene daheim war. Mit Zahlen hatte man es da wohl nicht so. So schön der Unternehmenssitz ist, aber sowas baut man an sich nur, wenn man es sich leisten kann. Und auch eine Produktion kann man so organisieren, dass man mit diesen Stückzahlen hin kommt - wie Sie ja festgestellt haben, an sich steckt keine Raketenwissenschaft dahinter, ein solches Auto mit vielen Teilen aus dem BMW Regal zu bauen...

Ich denke aber ein anderes großes Problem von Wiesmann ist, das inzwischen alle Autohersteller Sportwagen in Großserie bauen - Firmen wie beispielsweise Audi (TT, R8) oder Mercedes (SLR McLaren, SLS AMG), die früher gar nichts in die Richtung gemacht haben, haben hier inzwischen einen großen Marktanteil erlangt. So nett ein Exot wie Wiesmann ist, aber ein R8 oder SLS macht halt auch viel her und man hat alleine schon mal ein viel besseres Netz was den Service angeht. Deswegen steht Wiesmann hier ja auch in einer Reihe mit vielen anderen Kleinserienherstellern die in den letzten Jahren Pleite gegangen sind (Artega, Apollo, ...) - es ist daher m. E. kein ausschließlich hausgemachtes Problem von Wiesmann sondern spiegelt irgendwo auch einfach die Marktentwicklung wider.

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cor 19.12.2013, 09:30
15. Kein Wunder

Die Dinger sind einfach abgrundtief hässlich und das Image ist auch nicht gerade das beste.

Jaja, ich weiss, ich gehöre ja nicht zu Zielgruppe. Was ein Glück.

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spaas11 19.12.2013, 10:31
16. sinniger

ist es den Gläubigern ihr Geld zurückzugeben. Dieser Satz "sie mögen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten" finde ich reichlich daneben.
Misswirtschaft darf nicht auf dem Rücken anderer ausgetragen werden. Unabhängig davon, ob einem das Auto gefällt oder nicht.
Der KOmmentar zu Posche ist mir unverständlich. Denen geht es die letzten Jahre so gut wie nie.Sie haben den Zeigeist sehr wohl kapiert und verkaufen prima.Leider auch die fürchterlichen SUV wie z.B. den Cayenne. Ob da irgendwann eine Krise kommt, ist reine Spekulation und Geschwätz.
Ich wünsche den Mitarbeiter von Wiesmann vor allem Glück und Erfolg bei der Suche nach Arbeit,wenn dieses Experiement AG schief geht. Und das ist gut vorstellbar..leider...

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Greyjoy 19.12.2013, 17:53
17.

Zitat von sysop
Für den insolventen Kleinserienhersteller Wiesmann ist Rettung in Sicht: die Sportwagenmanufaktur soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Plan hat allerdings noch nicht alle Hürden genommen
Ich würde mich echt freuen wenn die Firma weiterhin ihre Fahrzeuge produzieren würde. Ich mag das Design und das gesamte Konzept. Auch die Art wie die Firma aufgebaut ist.

In Zukunft würde ich gerne einen ultraleichten und komplett reduzierten Elektroflitzer im Wiemann Lool wünschen.

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guteronkel 20.12.2013, 06:16
18. optional

So können wir dieses Projekt "Sinnlos" endlich auch bald abhaken.
Was hat die Firma eigentlich geleistet außer mit handelsüblichen Teilen (alle zugekauft) eine Karre zu produzieren, die vollkommen überteuert und zudem am Zeitgeist völlig vorbei geht? Mir fällt da eigentlich nichts ein. Also sollte man die Firma in Ruhe sterben lassen und die Gläubiger sollten ihre Verluste auf das Konto "Erfahrung" buchen. Noch mehr Geld in ein tiefes Loch zu werfen, dessen Boden man von oben nicht sehen kann halte ich für schizophren.

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hgri 22.12.2013, 13:39
19. Manufaktur mit Komponentenzukauf

Das hat sich aus meiner Sicht erledigt. Bei Motorrädern klappt das noch ganz gut. Bei Autos nicht mehr, weil diese zu teuer angeboten werden und zuwenig Eigenentwicklungen in den Manufaktur-Fahrzeugen steckt. Selbst TVR konnte trotz vergleichsweise moderater Preise nicht überleben und ist von einem Investor übernommen worden. Bei Morgan klappt's trotz enger Modellpalette noch ganz gut. Die haben halt ein Image. Das ist eine echte Marke. Hoffentlich bleibt das so.

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