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Intelligente Verkehrskonzepte: Wie deutsche Städte die Blechlawine aufhalten

Designer, Werbestrategen und Verkehrsplaner wollen die Mobilität in Deutschlands Städten revolutionieren. Jedes Fahrzeug soll zum Zuge kommen - egal ob Straßenbahn, Auto oder Fahrrad: Es kommt nur auf eine intelligente Kombination an.

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dunham 15.04.2011, 07:46
1. Zu schnell, zu dicht, zu spät...

Zitat von sysop
Es kommt nur auf eine intelligente Kombination an.
Ich denke, es gibt kaum eine Lösung für das Problem. Man könnte höchstens Geschwindigkeit und Abstand stärker kontrollieren, weil das die größten Stauerzeuger sind, wie man täglich beobachten kann. Allerdings kann man auch beobachten, dass die Polizei im Regelfall nicht zu sehen ist.

Letztlich bleibt nur der demografische Wandel. Je älter wir werden, desto seltener müssen und können wir (selbst) fahren.

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nemesis001 15.04.2011, 07:51
2. Unsere Jugend

Viele der 18 bis 25 Jährigen studieren und können sich heute kaum noch ein Auto leisten. Ein eiFone ist nun mal um Welten günstiger als ein Auto. Außerdem wohnen viele Studenten unmittelbar in der Nähe zur Uni. Da braucht man wirklich kein Auto. Fahrrad...naja, ist eine schöne Sache, ich fahr es auch gern. Aber was tun wenn es, wie so oft, regnet, wenn es popo kalt ist? Wenn es zu heiß ist? Ganz ehrlich, ich werde wohl nie auf mein Auto verzichten. Es ist einfach zu bequem. Ich fahre los wenn ich will und wohin ich will. Ich kann einkaufen fahren und muss mir keine Gedanken über Bus, Bahn machen und wie ich mein Zeug nach Hause bekomme. Dafür gebe ich gern mein Geld aus.
Ach und das wichtigste, ich habe meine Ruhe im Auto!
Was macht der Nichtautonutzer eigentlich am Wochenende? Ich setze mich allzu gern ins Auto und fahre raus aus der Stadt. Die angesteuerten Ziele sind ohne Auto überhaupt nicht erreichbar...
Aber gut, bei Gesichtsbuch und co sitzen die wahrscheinlich eh zu Hause...

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smallbit 15.04.2011, 08:04
3. Was für Perspektiven...

Ich sehe in 20 Jahren rüstige Rentner um die 70 Jahre - wenn auch leicht gehandikapt durch Sehschwächen, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten (Gicht, Rheuma usw.) flott auf dem Fahrrad unterwegs mit Ihren 10 Kilo Einkaufstüten, die sie anschließend behende bis in den 4. Stock zu Hause hinauftragen (zusammen mit dem Fahrrad, es könnte ja geklaut werden).
Fitness für die Senioren! Denn das Geld für ne Taxe wird nicht reichen bei unserer Rentenpolitik.

Spätestens dann werden diejenigen, die die Konzepte erstellt haben, feststellen, weil sie selbst in dem Alter sind - was für einen M... sie gebaut haben. Weil sie dann eben selbst betroffen sind.


Und kommen sie mir nicht mit öffentlichen Nahverkehr.
Wer einmal im Ruhrpot mit der Bahn unterwegs war, weiss, welcher "Komfort", Erreichbar- und Zuverlässigkeit damit verbunden ist.
Das Geld für den Ausbau wird dann lieber in die Pensionen gesteckt, weil wir dann auch noch ne Pensionärs- (nicht Rentner-) schwemme haben.

Wer Rechtschreibfehler und Sarkasmus findet, darf sie behalten...

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founder 15.04.2011, 08:06
4. Wieder mal vergessen: der Elektroroller

Es ist einfach unfassbar, diese komplette vollkommen Merkbefreitheit.

In China haben bereits 11% der Bevölkerung einen Elektroroller, 150 Millionen davon sind unterwegs

Aber in Deutschland wird das ignoriert.
Es wurde 1994 ignoriert, als die Thüringer Firma Simson den ersten Elektroroller vorstellte, 4 Jahre bevor die Chinesen den ersten Feldtest mit 40.000 Stück in Shanghai machten.

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marvinw 15.04.2011, 08:19
5. Auch viele Träumer bleiben Träumer

Zitat von sysop
Designer, Werbestrategen und Verkehrsplaner wollen die Mobilität in Deutschlands Städten revolutionieren. Jedes Fahrzeug soll zum Zuge kommen - egal ob Straßenbahn, Auto oder Fahrrad: Es kommt nur auf eine intelligente Kombination an.
Eine intelligente Kombination ist es auch wenn die Autobahnen angemessen ausgebaut werden damit nicht ständig Staus verursacht werden oder hässliche Serienunfälle mit Toten. In diesem Punkt nehmen unsere Grüne sogar Tote in Kauf, hauptsache kein Ausbau.
Und wenn wir sicher, ohne Staus uns somit unweltfreundlicher fahren, ist schon ein Teil des Traumes erfüllt.

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krümelmonster 15.04.2011, 08:22
6. .

Ich bin selbst eifriger Nutzer der ÖPNV und fahre auch gern und viel Rad, aber solange

- ich als Frau abends/nachts auf dem Heimweg von der Haltestelle Angst haben muss
- ich mich in den Bussen und Bahnen und auf den Stationen/Haltestellen des ÖPNV abends/nachts nicht sicher fühlen kann
- Sauberkeit und Service in den Bussen und Bahnen und auf den Stationen/Haltestellen es ÖPNV zu wünschen lassen
- es für umfangreiche oder schwere Einkäufe keinen kostenlosen Lieferservice gibt
- ÖPNV, Taxis etc. nicht erheblich billiger und benutzerfreundlicher werden
- es keine sinnvolle Möglichkeit zur Fahrradmitnahme im ÖPNV gibt
- die Sicherheit bei Mitfahr-Angeobten nicht gewährleistet ist (wer weiß schon, zu wem man da ins Auto steigt?)
- Radwege nicht baulich von Fahrbahnen getrennt werden und nicht von Autos als "Parkplatz" genutzt werden
- es nicht erheblich mehr bewachte Fahrrad-Parkplätze gibt

ist das eigene Auto immer noch die bequemere Variante. Eine preiswerte Taxi-Flatrate wäre da vielleicht eine Alternative.

Radfahren ist bei entsprechender Verkehrssituation sicher schön (solange man kein schweres oder voluminöses Gepäck hat), aber außer für besonders Hartgesottene immer eine Schönwetter-Alternative. Und Radwege regen-, wind- und glatteissicher zu machen wäre wohl weder bezahlbar noch sinnvoll machbar.

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99erFiesta 15.04.2011, 08:29
7. Ich sehs kommen...

In 10 Jahren werden Autofahrer wahrscheinlich beim passieren der Stadtgrenze standrechtlich erschossen.

Wie können dies auch einfach wagen sich die grenzenlose Mobilität zu nehmen und nicht brav wie die Lemminge warten das mal dieser eine überfullte Ruckelbus erscheint der einmal die Stunde zu ihn aufs Land fährt?!

Wär ja noch schöner wenn jeder dahin fahren darf wo er hin will und wann er will. Ich seh den Unsinn ja schon heute. Große Ausfallstraße und diese Genies pinseln einen Halteberreich für Fahrräder quer vor die wartende Autoschlange.

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Thomas Humburg 15.04.2011, 08:39
8. Das halte ich für ein Gerücht

Zitat von nemesis001
Fahrrad...naja, ist eine schöne Sache, ich fahr es auch gern. Aber was tun wenn es, wie so oft, regnet, wenn es popo kalt ist? Wenn es zu heiß ist?
Viel wichtiger; welche Entschuldigung fällt dir ein wenn das Wetter optimal ist? So oft regnet es nun auch nicht und dafür gibt es passende Kleidung. Bei den meisten gefahrenen Strecken wird ein Auto im übrigen auch nicht richtig warm und eine Klimaanlage haben auch die wenigsten. Ich fahre lieber fahrtwindgekühlt mit dem Fahrrad als schwitzend mit dem Auto im Stau zu stehen.
Zitat von nemesis001
Ganz ehrlich, ich werde wohl nie auf mein Auto verzichten. Es ist einfach zu bequem.
Richtig es ist die eigenen Bequemlichkeit. Aber ich brauche kein eigenes Auto, ich mach hier beim Carsharing mit. Hat den großen Vorteil das ich ein (für mein Transportbedürf passendes) maximal 3 Jahre altes Fahrzeug jederzeit zur Verfügung habe.
Zitat von nemesis001
Ich fahre los wenn ich will und wohin ich will.
Hört sich ja hübsch an, nur wann machst du das? Ich kann z.B. abends ganz spontan (mit dem Fahrrad) in die Kneipe fahren und muss mir keine Gedanken machen wo ich das Auto parke, ob das Parkhaus später noch auf hat oder ob ein Bier mehr noch drin sitzt. Oder ich fahre zu Freunden auf ein Bier oder zum Sport.
Zitat von nemesis001
Ich kann einkaufen fahren und muss mir keine Gedanken über Bus, Bahn machen und wie ich mein Zeug nach Hause bekomme.
Ich auch nicht, das meiste erledige ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause und da muss ich mich nicht mit den anderen Autofahrern um die knappen Parkplätze streiten. Auch kann ich problemlos mehrer Märkte anfahren ohne im innerstädtischen Feierabenstau zu stehen. Größere Sachen werden dann am WE per Carsharing Fahrzeug eingekauft.
Warum sollte ich ein Auto für 20.000€ mind. 20 Stunden pro Tag rumstehen haben? Das ist doch völlig irrational.
Zitat von nemesis001
Dafür gebe ich gern mein Geld aus.
Ich fahre von meinem Geld lieber in Urlaub.
Zitat von nemesis001
Was macht der Nichtautonutzer eigentlich am Wochenende?
Ich treffe mich mit Freunden und dann wird eine Radtour gemacht; entweder landen wir dann unterwegs in einem netten Cafe, einer Kneipe oder (im Sommer oft) an einem schönen See. Manchmal grillen wir dann abends auch.
Zitat von nemesis001
Ich setze mich allzu gern ins Auto und fahre raus aus der Stadt. Die angesteuerten Ziele sind ohne Auto überhaupt nicht erreichbar...
Falsch, du hast dir keine Gedanken gemacht wie diese Ziele zu erreichen sind, oder welche Alternativen Ziele es gibt.
Es ist übrigens ein Irrtum zu glauben wir wären heute mobiler als früher. Das einzige was sich durch das Auto geändert hat ist die Länge der Wege. Die Anzahl ist nahezu gleich geblieben.

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nemesis001 15.04.2011, 08:44
9. Simson

Zitat von founder
Es ist einfach unfassbar, diese komplette vollkommen Merkbefreitheit. Aber in Deutschland wird das ignoriert. , 4 Jahre bevor die Chinesen den ersten Feldtest mit 40.000 Stück in Shanghai machten.
1994 war es dafür einfach noch zu früh, jetzt gibt es diese Firma leider nicht mehr :(
Habe selbst eine schicke Simson S51 (Zweitakt Genisch 1:50). Wenn es das Wetter zuläßt fahre ich damit öfters auf Arbeit.

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