Forum: Auto
Klimapolitik: Rettet das 365-Euro-Ticket Deutschlands Innenstädte?
DPA

Noch im September will die Bundesregierung beschließen, mit welchen Mitteln sie die CO2-Emissionen in Deutschland eindämmen will. Das 365-Euro-Ticket könnte dazugehören. Es ist allerdings umstritten.

Seite 27 von 41
lobro 07.09.2019, 12:48
260.

Zitat von plutinowski
... ADAC rechnet den Wertverlust von Neuwagen mit ein. Die Realität ist aber, dass viele Menschen Gebrauchte fahren. Mit einer 10 Jahre alten A-Klasse komme ich alles in allem auf etwa 25 Cent pro km. Noch größer wird der Kostenvorteil des Autos gegenüber dem ÖPNV, wenn man nicht allein fährt.
Dafür fallen aber bei einem 10 Jahre alten Auto höhere Reparatur- und Wartungskosten an. Außerdem muss man berücksichtigen, dass kein Auto ewig hält, und man Rückstellungen für ein Nachfolgendes bilden muss, was man auch zu den Autokosten hinzurechnen muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mhwse 07.09.2019, 12:51
261. Kommen Sie.

Zitat von lobro
Ich bin seit 50 Jahren Mitglied der IG-Metall, aber von Tarifen, speziell für Großstädte habe ich noch nie etwas gehört, auch nicht von anderen Gewerkschaften. Fragen Sie doch mal den Polizeihauptmeister aus München, ob er mehr verdient als der aus Aschaffenburg.
Wenn Sie in der Stadt wohnen verdienen Sie die Tarife der Stadt.
Zahlen aber auch die Mieten der Stadt.
Damit bleibt trotz ggf. Stadtzulage (die es in München zumindest wirklich gibt) weniger Geld.

"Der Öffentliche Dienst - sowohl der Freistaat als auch die Landeshauptstadt - gewährt Beschäftigten in den unteren und mittleren Vergütungsgruppen zum Ausgleich der höheren Lebenshaltungskosten die sogenannte München-Zulage."

https://www.muenchen.de/rathaus/wirtschaft/arbeitsmarkt-personal/lohn-gehaltskosten.html

(als linker Gewerkschafter sollten Ihnen so etwas bekannt sein ..)

Wenn Sie auf dem Land leben (und welche Workarounds es gibt, einen Erstwohnsitz z.B. in München zu haben, will ich gar nicht wissen ..) bekommen Sie das Einkommen die Tarife der Stadt, sollte das Haus aber z.B. von den Eltern geerbt sein (gibt es ja nicht so selten), zahlen Sie null Euro Miete, es bleibt Ihnen die Differenz auf die Mietkosten des Stadtbewohners (nicht wenig - und das Stadtgehalt orientiert sich daran.)

Zudem nutzt der anreisende Landbewohner die Straßen des Stadtbewohners mit und sorgt dadurch für Stau und schlechte Luft.

Eine doppelte Konkurrenz.

Wenn der Landbewohner jetzt also z.B. 365 EUR für seinen Luxus zusätzlich zu zahlen hätte, hätte er immer noch Gewinn am Ende..

(Es geht ja um die Kollegen die auf dem Land wohnen und in der Stadt arbeiten - wenigstens 1/3 der Verkehrsteilnehmer . . der Anlass der Diskussion?)

Sie erinnern mich an die andere Truppe (wo ich mir dann eben immer denke, ob die SPD/Gewerkschaften überhaupt so links sind, wie sie vorgeben ..) die immer sagen dass Windstrom Zappelstrom ist - dabei ist Atomstrom gegenüber der Last ebenso schwankend ..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schartin Mulz 07.09.2019, 13:01
262. Das ist nett,

Zitat von hirni82
"Ich kann mein Auto nicht abschaffen." "Ich verschenke Lebenszeit im verspäteten ÖPNV!", usw..... Ich kann es nicht mehr hören. Ja, auch ich dachte lange, ich kann nicht aufs Auto verzichten (Das Kind muss ins Training gefahren werden, wie transportiere ich Einkäufe, usw.) bis ich den Entschluss fasste, das Auto zu verkaufen. Autofahren in Metropolregionen ist ja eh jur noch eine Qual (Staus, keine Parkplätze, usw.). Seit ich mit dem ÖPNV fahre, bin ich viel entspannter, habe mehr Lebenszeit (Emails, Zeitunglesen usw erledige ich während der Fahrt) und die ach so bösen Verspätungen interessieren mich nicht. Ich habe mindestens einen Halbstundentakt, in der HVZ sogar einen Viertelstundentakt. In der Stadt fahren Busse und Bahnen alle 5-10 Minuten. Da muss man doch nicht wirklich auf einen Fahrplan achten.... ! Aber der klassische Deutsche liebt einfach sein Auto und erfindet 1000 Gründe, warum er mit dem Auto fahren "MUSS".
dass Sie Ihre persönliche Situation als allgemeinverbindlich für alle Menschen setzen.
Ich wohne auch in der Stadt, arbeite in der selben Stadt. Glauben SIe nicht, dass in jeder Stadt Busse und Bahnen alle 5-10 Minuten fahren. Auf einer Strecke, die ich nehmen müsste, haben wir in der Woche einen 20 Minuten-Takt, am Wochenende (wo ich auch arbeite) einen 30 Minuten-Takt. Ich arbeite an 3 Orten, mit dem ÖPNV, wenn er pünktlich ist, was selten vorkommt, brauche ich inklusive der Wartezeiten und Fußwege 4-5mal Minuten, auf einer der Strecken muss ich 2mal umsteigen.
Dass man sich auf die Zeiten nicht verlassen kann, kommt dazu, man muss also immer wenigstens einen Bus/Bahn früher einplanen.
Ich finde es immer ziemlich billig, einfach anderen zu unterstellen, Gründe für den PKW zu erfinden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Martuk 07.09.2019, 13:02
263. Nicht das 365 Euro Ticket rettet die Innenstädte

sondern das Auto muss entmachtet werden, wie in Houten.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/houten-in-den-niederlanden-die-autofreie-modellstadt.976.de.html?dram:article_id=400037

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kanyamazane 07.09.2019, 13:35
264. Rot Grün eine Schande

Ausgerechnet in Hamburg, eine Stadt, die im Verkehr erstickt und von rot grün regiert wird, ist das 365 Euro Ticket vom Tisch. Es ist kaum auszuhalten!! Die Fahrpreise in Hamburg liegen für ein lausiges Netz höher als in jeder anderen Stadt, ich zahle nicht 6,50 Euro für eine Tageskarte, meist nur genutzt zwei Fahrten am Tag, die sonst bei fast 7 Euro lägen! Es liegt nur am Preis bei mir und an der verlorenen Zeit (dank schlechtem Netz), dass Bus und Bahn für mich keine Alternative zum Auto sind. Und was da gefaselt wird von "Kunden wollen Qualität", egal wie teuer?? Nein, günstige Preise. Egal, wie toll die SBahn von innen aussieht, es stinkt trotzdem. Vielen Menschen steht in Hamburg wenig Geld zur Verfügung, Mieten steigen in unmenschliche Höhen und rot grün in Hamburg versagt auf ganzer Linie. Es kann nicht immer nur alles teurer werden, auch nicht der Umwelt zuliebe. Es müssen kostengünstige Alternativen für die Bevölkerung ersonnen werden. Trotz dieser politischen grünen Misere werden sie die nächste Wahl in Hamurg gewinnen. Man kommt ins Grübeln über die Menschheit

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Das Pferd 07.09.2019, 13:37
265.

Zitat von Martuk
sondern das Auto muss entmachtet werden, wie in Houten. https://www.deutschlandfunkkultur.de/houten-in-den-niederlanden-die-autofreie-modellstadt.976.de.html?dram:article_id=400037
entmachtet, wenn ich den ideologisierten Blödsinn schon höre. Ich brauche für meine Arbeit einen Laptop, Werkzeug und eine gewisse Menge Material. Wenn es sich um gut planbare Termine handelt fahre ich inzwischen wieder Bahn und Rad, zugegeben nicht bei Glatteis oder großer Hitze. Sobald ich aber nicht genau weiß,. was mich erwartet, brauche ich den Kram im Auto. Deshalb fahre ich mit dem Auto, nicht weil es eine "Macht" über mich hat. Und Berlin ist auch nicht "autogerecht", das war es nie. Inzwischen ist es richtig autofeindlich, musste gestern einmal quer durch die Hipsterbezirke. Entweder wir man von Rollerfahrern und Kampfradlern erzogen, oder von den künstlichen Staus und Behinderungen des Senats. Dazu unkoordinierten Baustellen, auf denen jahrelang sich nichts bewegt.
Man ist nur noch froh, daß man allen Selbstmördern mit sehr defensiver und aufmerksamer Fahrweise entgangen ist.

Was glauben Sie oder die Gitarristen und Soziologen des Senats, was die ganzen Leute in den Autos machen??? Zum Spaß fahren? Zur Arbeit, mit maximal einer Aktentasche? Leute wie Sie haben leider nie die wirklich arbeitende Bevölkerung im Blick, zum creativsein in die Hipsterlounge fahren kann man auch um 11:00. Was ist mit Klempnern, Verlagsvertretern, Hauskrankenpflegen. Was ist mit Betreuungsfahrten mit dementen oder gebrechlichen Angehörigen? Was ist mit Fahrgemeinschaften? Sicher können Sie zum nahen Biomarkt oder späti gehen, mit Einkaufsnetz. Schon mal überlegt, wie das ganze Zeug in den Laden kommt? Mit Handkarren vom Großhandel holen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tailspin 07.09.2019, 13:39
266. Wenn die Alternative besser ist, wird sie angenommen.

Ich bin in Muenchen 20 Jahre lang quer durch die Stadt zur Arbeit gependelt. Ich haette nicht im Traum daran gedacht, mich mit dem Auto zweimal am Tag durch die Stadt zu quaelen. Also bin ich Tram und U-bahn gefahren. Am Wochenende hatte ich aber genug von der Stadt und wollte nichts wie raus ins Gruene. Eine absolute Notwendigkeit, sonst geht man am Dauerstress zu Grunde. Dann sind die oeffentlichen Verkehrmittel nutzlos.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
FrauTrallala 07.09.2019, 13:43
267. Wer rechnet sich hier was schön?

Klar, wenn man nicht nur Benzin, Steuern, Versicherung sondern auch Anschaffungs- und Wartungskosten, Reparaturen, Wertverlust etc. einberechnet, kommt das Auto im Vergleich eher schlecht weg. ABER: 1) Spätestens wenn man zu zweit oder gar zu viert fährt, ist das Auto sofort wesentlich billiger. 2). Wenn man alle eventuellen Kosten einbezieht, muss man das fairer Weise auch beim ÖPNV tun: zusätzliche Ticketkosten, wenn man in einer anderen Stadt unterwegs ist (der Vorschlag klingt ja nicht nach einem ganz Deutschland umfassenden Ticket), andere Transportkosten wenn die Öffis nicht (mehr) fahren (Taxi, Auto, z.B. für den Weg zum nächsten Bahnhof, Uhrzeiten im Schichtdienst etc.) oder nicht praktikabel sind (größere Einkäufe/Transporte) 3.) die gewonnene Lebenszeit kann man zwar nicht in Euro beziffern, aber der ÖPNV fährt nur im Glücksfall direkt ohne Umsteigen von Tür zu Tür, mit dem Effekt, dass man mit dem Auto oft erheblich schneller ist, selbst im Berufsverkehr, selbst bei optimaler Taktung. 4.) Auch nicht in Geld zu messen ist auch die Lebenqualität. Die meisten werden ihre Fahrten in vollen Zügen nicht in vollen Zügen genießen.
5.) ÖPNV/Auto ist ja häufig keine entweder/oder Entscheidung (Schichtdienst, Entfernung zur nächsten Haltestelle, gesundheitliche Gründe etc.). Ein reiner Großstädter kann vielleicht auf das Auto verzichten, aber wenn das Jahresticket plötzlich nicht mal mehr halb so viel kostet und der ÖPNV auch noch weiter ausgebaut werden soll, kommt es zwangsläufig zu Finanzlöchern, die irgendwie gestopft werden müssten. Wie? Über Steuer(erhöhungen) oder Zwangstickets für jedermann? Davon würde vielleicht ein Städter profitieren, aber für alle anderen wäre es eine Strafe ohne jeden Benefit. Man kann ja nicht jedes Kaff, nicht mal im Umland zur Großstadt, zu jeder Uhrzeit im 20-Minuten-Takt anfahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Das Pferd 07.09.2019, 13:44
268.

Zitat von hirni82
"Ich kann mein Auto nicht abschaffen." "Ich verschenke Lebenszeit im verspäteten ÖPNV!", usw..... Ich kann es nicht mehr hören. Ja, auch ich dachte lange, ich kann nicht aufs Auto verzichten (Das Kind muss ins Training gefahren werden, wie transportiere ich Einkäufe, usw.) bis ich den Entschluss fasste, das Auto zu verkaufen. Autofahren in Metropolregionen ist ja eh jur noch eine Qual (Staus, keine Parkplätze, usw.). Seit ich mit dem ÖPNV fahre, bin ich viel entspannter, habe mehr Lebenszeit (Emails, Zeitunglesen usw erledige ich während der Fahrt) und die ach so bösen Verspätungen interessieren mich nicht. Ich habe mindestens einen Halbstundentakt, in der HVZ sogar einen Viertelstundentakt. In der Stadt fahren Busse und Bahnen alle 5-10 Minuten. Da muss man doch nicht wirklich auf einen Fahrplan achten.... ! Aber der klassische Deutsche liebt einfach sein Auto und erfindet 1000 Gründe, warum er mit dem Auto fahren "MUSS".
Sie sind herzlich eingeladen, den Grundbestand, den ich als Handwerker so im Kombi habe, mal mit der S-Bahn quer durch Berlin zu transportieren. Geht, Sie müssen jede Tour vielleicht dreimal fahren, bei einem Klempner würde das gar nicht gehen.
Un jetzt erklären Sie bitte dem Kunden, warum von Ihrem ersten Eintreffen bis Beginn der Arbeit 3 Stunden vergangen sind, und, daß er die bezahlen soll.

Wenn Sie sich in den letzten 40 Jahren (ich sage mal seit "der Ast auf dem wir sitzen" von 1978, das war allgemeinverständlich) ein Auto mit der Begründung hatten, daß das Kind zum Training und Sie zum Einkaufen müssen, sind Sie echt nicht in der Position hier Belehrungen in dieser unangenehmen Form zu verfassen. Wer in Berlin fährt, hat zu 75% (ein paar Spinner gibt es immer) keine vernünftige andere Option.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kangootom 07.09.2019, 13:44
269. Alles für die Stadt

Alle Themen zur Reduzierung des Autoverkehrs drehen sich um die Städte. Die Städter bekommen eine top Infrastruktur und den ÖPNV am besten auch noch geschenkt. Auf dem Land ist man oft froh wenn mehr als der Schulbus vorbeikommt.

Das sieht mir nicht nach gleichmäßiger Verteilung von Steuergeldern aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 27 von 41