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Klimapolitik: Rettet das 365-Euro-Ticket Deutschlands Innenstädte?
DPA

Noch im September will die Bundesregierung beschließen, mit welchen Mitteln sie die CO2-Emissionen in Deutschland eindämmen will. Das 365-Euro-Ticket könnte dazugehören. Es ist allerdings umstritten.

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ohjeee 08.09.2019, 17:43
360.

Das Problem sind nicht die Städter, sondern die Leute von außerhalb, die nicht vernünftig in die City kommen. Wenn nur alle 1-2 Stunden die Öffentlichen fahren, und ein Ticket für 10km knapp 4 Euro kostet, ist es selbstredend, dass man den PKW nimmt.
Am Wochenende kann meine bessere Hälfte auf ihr Monatsticket weitere Personen für umme mitnehmen. Dann nutzen wir das gerne. Aber sonst können die Öffentlichen das Auto kaum schlagen. Dauert länger, ist unkomfortabler, kostet mehr. Den Städtern braucht man keine attraktiven Angebote machen, für die lohnen sich auch so schon Monats-/Jahrestickets. Das liese sich leicht in den Griff bekommen. Aber das Umland muss abgeholt werden.

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KaraBenFasel 08.09.2019, 17:53
361.

Zitat von Sibylle1969
Die Monatskarte ist nur dann billiger als das Auto, wenn man kein Auto hat. Wer sowieso ein Auto hat, vergleicht meist die reinen Spritkosten mit dem Preis für den ÖPNV. Milchmädchenrechnung, klar, aber viele rechnen so.
Aber genau darum geht es doch. Privat sollte man es nur haben, wenn man es wirklich häufig braucht (braucht! nicht nur nutzt). Viele könnten für kurze Autostrecken auch das Fahrrad nutzen. Wenn ich schon höre, die Kinder müssten durch die Gegend gekarrt werden...
Unsere Tochter ist von kleinauf mit dem Fahrrad gefahren wurden, seit knapp 4 fuhr sie (natürlich in Begleitung) auf ihrem eigenen. Ja, auch im Regen. Es gibt dafür passende Kleidung. Ausnahmsweise (z.B. bei Neuschnee) findet man ziemlich sicher ein brauchbarer Ausweg (Taxi, ...).

Für manche ist das Privatauto nur Bequemlichkeit und Komfort. Kann ich verstehen. Aber unter diesen Umständen ist es unredlich, beim Vergleich Farhrtkosten Privatauto vs ÖPNV die Fixkosten des Autos zu unterschlagen.

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alfredoz 08.09.2019, 18:17
362. endlich mal eine gute,...

kreative idee, die ja offensichtlich auch schon in der ein oder anderen stadt funktioniert hat, und dennoch gibt es meckerheinis, die es schlecht finden, geld zu sparen und gleichzeitig etwas gutes für die umwelt zu tun? eigentlich lustig, wenn´s nicht so traurig wäre – liebe spd/ grüne in hh! der nah und auch fernverkehr ist viel zu teuer in deutschland – optimal wäre ein verpflichtendes 365 ticket, mit dem alle öffentlichen verkehrsmittel benutzt werden können....

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gankuhr 08.09.2019, 18:51
363.

Zitat von
Dann sind Sie sicher dafür, die Entfernungspauschale auf 10 bis 12 Cent pro km abzusenken, oder?
Ist doch schon fast. Die entfernungspauschale beträgt 30 Cent für die EINFACHE Strecke. Sprich 15 Cent je gefahrenen Kilometer zur Arbeit, da man in Wirklichkeit ja auch noch zurück muss.

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intercooler61 08.09.2019, 19:14
364. "Viele können ..." - und viele auch nicht

Zitat von KaraBenFasel
Aber genau darum geht es doch. Privat sollte man es nur haben, wenn man es wirklich häufig braucht (braucht! nicht nur nutzt). Viele könnten für kurze Autostrecken auch das Fahrrad nutzen. Wenn ich schon höre, die Kinder müssten durch die Gegend gekarrt werden... Unsere Tochter ist von kleinauf mit dem Fahrrad gefahren wurden, [...] Für manche ist das Privatauto nur Bequemlichkeit und Komfort. Kann ich verstehen. Aber unter diesen Umständen ist es unredlich, beim Vergleich Farhrtkosten Privatauto vs ÖPNV die Fixkosten des Autos zu unterschlagen.
Ich wäre da vorsichtig. Bei mir decken allein die 5 Wochenstunden gesparter Wegezeit die Vollkosten eines Mittelklasse-Pkw. Und ich wohne mitten in der Stadt, Bus um die Ecke.

Andere haben vielleicht nur den halben Stundenlohn, wohnen dafür aber weiter draußen - und nicht unbedingt zufällig in Bahnhofsnähe. Da steht der Familien-Skoda dann schnell mal für 10 oder 15 Wochenstunden Differenz zum ÖPNV.

Es fängt ja schon damit an, dass die Kita vielleicht in 10-15 Minuten per pedes oder Fahrrad erreichbar ist, die Arbeitsstätte aber weiter entfernt. Folglich nimmt man den Nachwuchs gleich im Auto mit, was total schxxxe ist, aber rein zeitlich ohne Alternative.

Ich habe mehrere Kollegen, die täglich 80 km einfache Strecke nach Hamburg pendeln. Umzug hilft nur, wenn beide Partner in die gleiche Richtung müssen.

Home Office kann die Not lindern, ist aber in vielen Jobs (zB im Handwerk oder im Einzelhandel) keine Option. Und selbst wenn: Die räumlichen Voraussetzungen muss man auch erstmal haben; da geht es um mehr als nur schnelles Internet, und die nötige Fläche gibt es auch nicht für lau.

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shardan 08.09.2019, 19:14
365. Wie immer....

Wie immer, wenn Grüne und SPD anfangen... Verbote und "Sonderangebote", letzteres möglichst als Zwang für alle.. Wie sieht es denn aus liebe Leute? Dürfen dann die, die nicht in der Großstadt wohnen und daher in Deutschland praktisch vom ÖPNV abgehängt sind und ohne Auto keinen Fernzug erreichen können. das wieder mal für die Großstädter mitfinanzieren? Dürfen die dann auch ein Zwangsticket erwerben, dass sie mangels Angebot gar nicht nutzen können? Gerechtigkeit sieht anders aus, Verkehrsplanung auch. Am Rande: Selbst in so mancher Großstadt ist der ÖPNV in beklagenswertem Zustand. Ich brauche zu Fuß zur Arbeit etwa 1:15 Stunden. Mit dem ÖPNV allergünstigstenfalls 1:50 h. Ich möchte auch keine Getränkekiste plus Monatseinkauf zur nächsten Haltestelle schleifen und mit dem Bus oder S-Bahn nach Hause zerren. So ein Ticket müsste eine Anzahl Taxi-Freifarten beinhalten, dass solche Einkaufsfahrten oder z.B. bei älteren und/oder kranken Menschen auch eine Fahrt zum Arzt damit möglich ist. Dann wäre das ggf. attraktiv, auch in der Fläche.

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masterrobin93 08.09.2019, 20:54
366.

in oberhausen fahren selbst an Wochentagen alle Busse alle 20 Minuten. Das heißt im Umkehrschluss: Von Sterkrade richtung Essen pünktlich anzukommen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Somit bin ich gezwungen, angenommen mein Arbeitsort ist Essen, früher loszufahren und selbst dann kann es sein, dass ich zu spät da bin. Die Abfahrtszeiten allgemein im ÖPNV sind nicht gut durchdacht. Da wundert man sich schon warum z.B. in Kirchhellen oder Ratingen nur 1-mal die Stunde ein Bus fährt und mir andauernd die SUVs vor der Nase vorbeirauschen. Und die Politik schaut nur entspannt zu

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Stäffelesrutscher 08.09.2019, 21:43
367.

Zitat von neurobi
Ich musste lange überlegen wo die HHA zu Stoßzeiten eine 20Minuten Takt fahren könnte, bis ich auf die beiden östlichen Enden der U1 gekommen bin, obwohl ich da auch eher 10 Minuten vermuten würde. In Hamburg werden alle Hauptlinien in den Stoßzeiten im 5 Minuten Takt bedient, außer der U4. Aber selbst das reicht nicht immer um den Bedarf zu decken, vor allem auf der S3. Die Stadt investiert zwar kräftig in den Ausbau aber manchmal erinnert das an Schilda. Da wird ein neuer Fernbahnhof und schließt ihn nicht ausreichend an das S-Bahnnetz an, man plant eine neue U-Bahn und lässt den wichigsten Umsteigepunkt zur S-Bahn weg. Eine weiter U-Bahn endet unvermittelt an der Elbe, obwohl man sie auf der anderen Seite dringend benötigt.
Es ist nicht nur der Teil »jenseits von Volksdorf«. Schauen Sie sich mal an, wie spät die U1 nördlich von Ohlsdorf, die U2 nördlich von Niendorf Markt und die S-Bahnen mo-fr »stadtauswärts« vom 20-Minuten-Takt auf den 10-Minuten-Takt umschalten. Wer um 6 oder 6:30 in der Firma sein muss, hat auf zahlreichen Verbindungen nur einen 20-Minuten-Takt.

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Stäffelesrutscher 08.09.2019, 21:49
368.

Zitat von gankuhr
Ist doch schon fast. Die entfernungspauschale beträgt 30 Cent für die EINFACHE Strecke. Sprich 15 Cent je gefahrenen Kilometer zur Arbeit, da man in Wirklichkeit ja auch noch zurück muss.
Meine »10 bis 12« Cent pro km beziehen sich selbstverständlich auch auf die einfache Strecke. Schließlich gibt es hier Autos, die mit 4,5 bis 5 Litern auf 100 km und 1,20 Euro pro Liter nur 5 bis 6 Cent pro km Spritkosten haben, das wären dann die 10 bis 12 Cent bei Ansatz der einfachen Entfernung.

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dr.jazz 08.09.2019, 22:45
369.

Die Bahn- und ÖPNV Preise sind verglichen mit den Auto- und Flugpreisen schon seit vielen Jahren ein Umweltverbrechen. Dortmund-Köln und zurück für 3 Personen trotz aller möglichen Vergünstigungen für einen guten dreistelligen Betrag und reichlich Chaos gratis. Im Autoland wird man buchstäblich auf die Straße genötigt. Drastisch günstigere ÖPNV-Preise halte ich schon lange für eine sinnvolle und wegweisende Strategie, und zwar staatlich subventioniert. Natürlich muss vor- und nachjustiert werden, aber die Richtung wäre die richtige. Selbst der Autoverfechter käme konkret ins Grübeln, darum geht’s.

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