Forum: Auto
Kultur der Reparatur: "Ich genieße es, unter einem Auto zu liegen"
Fiat

Wolfgang Heckl plädiert für eine neue Kultur der Reparatur. Hier erklärt der leidenschaftliche Auto-Schrauber, wieso Bewahren hip ist - und warum selbst Mechatroniker einen Vergaser zerlegen sollten.

Seite 1 von 12
mjuuzhhhzz 24.02.2016, 06:55
1. Selbsthilfewerkstatt

Gibts für Autos. Da sind auch fachkundige kfz Mechaniker vor Ort

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neutron76 24.02.2016, 07:14
2. Nachhaltigkeit

Es ist schon frustrirend, wenn man Leuten versucht zu erklären, dass sie sich ihren fast tugendhaften Verzicht auf Plastiktüten sparen können, wenn sie ihr altes Auto ein Stück länger fahren würden. Selber Schrauben ist ohnehin absurd, wenn schon keiner mehr Lust seine Sommerreifem im Keller zu lagern, wenn es für "nur 35€" jemand anderes macht. Uns geht es einfach zu gut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ferdi111 24.02.2016, 08:09
3. Schöner Artikel..

Bei mir zu Hause mache ich deshalb auch alles selber. selbstgebaute Dusche, Solaranlage selbst gebaut etc. Das tolle ist, ich kann alles so einrichten, dass ich alles selber reparieren kann. Es ist nämlich kein Unterschied, ob das Wasser von einem 100 Liter high-dreck Gerät oder von einem 1000 Watt Tauchsieder mit automatischer Sicherung in einer alten Ikeaspüle erwärmt worden ist. Und mein Auto ist 23 Jahre alt. Vor kurzem habe ich den Auto-Schlüssel eingesperrt: Der Mann beim Schutzbrief-Telefon..." also ich sags gleich, wenn Sie ein neues Auto haben, dann hilft nur noch Scheibe einschlagen..."! Da war ich wieder mal froh, eine alte Schüssel zu fahren, die nicht nur gut zu reparieren ist, sondern auch noch mit 5,5 Liter so manche high-dreck Kutsche in den Schatten stellt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
transparenz_&_Anti-Korrup 24.02.2016, 08:21
4. nette Idee, aber auch sinnvoll?

Ich fände es besser, Technik, also Autos aber auch Geräte im Haushalt so zu konstruieren, dass sie sich gut recyceln lassen. Denn nicht jeder hat zeit und oder Geschick zum reparieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mazzmazz 24.02.2016, 08:33
5. Ergänzend hätte der Autor noch...

...Informationen liefern können dazu, wie lange ein neues Auto fahren muss, um über die (ohnehin nur vermeintliche) Spriteinsparung und seine geringeren Emissionen seine Herstellkosten zu amortisieren. Im Vergleich zur Weiternutzung des alten Fahrzeuges.

Man wird igrendwo bei 50.000 - 200.000 Km landen, je nach Modell und Spritsparpotenzial.

Wie lange benötigt der deutsche Normalfahrer für einen realistischen Mittelwert von 80.000 Km? 15.000 Km p.a. vorausgesetzt, ist er mit seinem alten Wagen noch besser gut 5 Jahre untwerwegs und wechselt dann erst. Spricht er "überspringt" besser einen Neuwagenkauf und pflegt sein altes Auto. Auch an modernen Autos kann man übrigens noch einiges selbst erledigen. Reifenwechsel, Fahrwerk, Bremsen, Zündkerzen, Sicherungen, Wischwasserpumpen, H7-Lampen (müssen lt. EU-Gesetzgebung selbst gewechselt werden können, zur Not klagen!), Luftfilter u.ä. können versierte Schrauber auch heute noch in Angriff nehmen.

Natürlich gibt es immer mehr Wegwerfautos. Aber eben nicht ausschließlich.
Wenn dann aber bei einem 2016er Mercedes E im Jahr 2040 keine Software bzw. Steuergeräte seitens MB mehr verfügbar sein wird, wird es Drittanbieter geben. Dieses Problem haben Fahrer der S-Klassen W126 und W140 schon seit Jahren und es gibt mittlerweile mehrere Servicebetriebe, die solche Steuergeräte instand setzen. Für einen Bruchteil des Preises eines Neuteiles, welches es bei MB sogar für 30 Jahre alte W126 noch gibt.

Die Frage ist eher, wer sich in 30 Jahren noch für alte Autos interessieren wird.
Ich vermute, kaum jemand. Schon heute nimmt die Zahl der Oldie-Fans jährlich ab.
Das macht dann auch nichts, schließlich sammelt heute auch kaum noch jemand Briefmarken.

Es ist schlicht eine Frage des Geschmacks und des Geldbeutels. Wer geschickt ist, nicht übermässig viel fährt und wenig Geld hat, ist mit einem Mercedes W124 für 3.000 Eur besser bedient, als mit einem neuen Dacia Sandero für 7.000 Eur. Denn mit den 4.000 Eur Kaufpreisdifferenz fährt man den Benz noch 7 Jahre. Danach ist er noch 1.000 Eur wert. Wie der Dacia, wobei letzterer während dieser Zeit auch Reparaturkosten verursacht.

Für die Konjunktur benötigen wir jedoch Abwrackprämien, blaue Umweltplaketten und Wegwerfautos. Wenn alle nur noch Alt-Benze fahren wollten, wäre der Bestand zu gering und zehntausende Arbeitsplätze dahin.

Was man aber machen kann ist, ein vernünftiges Fahrzeug mit möglichst einfacher Technik zu kaufen und es gut zu pflegen. Dann hält auch ein neues Auto 15 Jahre wirtschaftlich durch.
Wenn heute ein BMW 320i nach 10 Jahren ein wirtschaftlicher Totalschaden ist, liegt es meist an hartem Leasingeinsatz und danach zwei oder drei Sparfüchsen als Eigner. Der Wagen selbst wäre bei guter Pflege für 15 oder 20 Jahre und 300.000 Km gut. Auch heute noch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lorhinger 24.02.2016, 08:55
6. jeder definiert Genuss anders...

Im Gegensatz zum hier vorgestellten ?Schrauber? empfinde ich es als Genuss, wenn mein Auto außer den Wartungsarbeiten nicht in die Werkstatt muss und ich nicht ewig unter dem Auto liegen muss.

Aber bitte, jeder hat ein anderes Hobby und möge seiner Leidenschaft frönen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jasper366 24.02.2016, 09:05
7.

Zitat von neutron76
Selber Schrauben ist ohnehin absurd, wenn schon keiner mehr Lust seine Sommerreifem im Keller zu lagern, wenn es für "nur 35€" jemand anderes macht. Uns geht es einfach zu gut.
Es hat auch nicht jeder die Möglichkeit das bequem zu Hause zu erledigen.
Wenn ich bei meinem die Reifen selbst wechseln wollte, ginge das nicht ohne umständliches rangieren in der Garage. Der Platz rechts und links reicht einfach nicht dafür. Hofeinfahrt ist, ebenso wie die Straße, abschüssig. Muß also auch nicht sein.
Dazu kommt das ich mich viermal zum Handkoffer kurbele, bis der Wagen dank der großen Verschränkung überhaupt einmal aus den 'Federn kommt', vom Gewicht des Autos (2,5t) und auch den Reifen (255/65 R17) mal ganz abgesehen. Einen Smart hätte ich mit Wagenheberhöhe schon längst umgekippt.

So liegen die Reifen bei meinem Autohändler, wenn ich neue brauchen sollte, ruft der an und zum Termin stehen dann die neuen Reifen fix und fertig in der Werkstatt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Überfünfzig 24.02.2016, 09:10
8. Mich guckt man(n)...

...auch immer mit großen Augen an, wenn ich meinen Ich-bringe-mein-Auto-immer-in-die-Werkstatt-Kollegen erzähle, was ich schon alles an meiner 3000 Euro-Karre und Motorräder an billigen als auch an teuren Arbeiten erledigen kann.
Einzig wenn teures Diagnosegerät erforderlich ist, geht es in die Werkstatt. Aber selbst das lassen sich jetzt mittlerweile die Werkstätten vergolden. Beispiel: Auslesen des Fehlerspeicher bei MB, rund 60 Euro für 20 min Arbeit. Wird Zeit das die Autohersteller gezwungen werden, dass man auch mit einen heimischen Laptop die Daten auslesen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
doggiedog 24.02.2016, 09:10
9. Der Mann hat ja so recht

nur - die Technik der letzten 20 Jahre macht es immer schwieriger selbst Hand anzulegen. Einmal auf den Geschmack gekommen, macht das übrigens auch Enkeln Spaß. Gilt auch für alle anderen technischen Geräte. Auf dem Balkan ist es übrigens auch heute noch eine Selbstverständlichkeit, Dinge zu reparieren und zu nutzen bis wirklich nichts mehr geht. Das Neues immer umweltverträglicher ist, ist auch eine Mär.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 12