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Kuriose Infrastruktur: Radwege zum Verzweifeln
Carsten Vitt

Viele Städte bauen Fahrradwege, die kaum zu befahren sind: zu schmal, mit scharfen Kurven oder Hindernissen darauf. SPIEGEL ONLINE hat mithilfe von Lesern besonders ungewöhnliche Beispiele gesammelt.

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HH1960 19.11.2018, 06:17
1. Zum Lachen, wenn...

es nicht so bitter ernst wäre. Als Alltagsradler kennt man solche Wege zuhauf. Da ist der Radverkehr bei sehr vielen Verantwortlichen noch lange nicht in den Köpfen angekommen. Das diese Fakeradwege dann noch gern als Parkplätze okkupiert werden und sich die Polizei nicht wirklich kümmert, setzt dem Ganzen dann die Krone auf.

Ich stelle mir gerade ein Dixiklo auf der rechten Fahrspur der Bramfelder Chaussee vor....

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Papazaca 19.11.2018, 06:23
2. Zugeparkte Radwege, gefährliche Autotüren ....

Wenn wir ehrlich sind, hat sich in den letzten Jahren bezogen auf Radwege einiges getan. Aber es kann auch saugefährlich werden: Wer wegen zugeparkter Radwege auf die Straße muß, sollte besser anhalten, um zu sehen, ob die Straße auch frei ist. Und wenn neben dem Radweg Autos parken, muß man darauf gefasst sein, das eine Autotür plötzlich aufgeht und man reinfährt.

Das sind nur zwei banale Situationen, die zeigen, wie inkonsequent die jetzige Situation ist. Entweder richtig oder garnicht. Wie kommt es, das man in einem übelreguliertem Land diese Gefahren übersieht.
Und ich rede garnicht von den anderen Gefahren wie die Radfahrer, die wegen des toten Winkels von Rechtsabbiegern übersehen werden. Banale Wahrheiten, oft tödlich!

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vetris_molaud 19.11.2018, 06:29
3.

Was viele Radfahrer überhaupt nicht wissen: es ist durchaus möglich, auch mal abzusteigen und das Rad an Fußgängern vorbeizuschieben, anstatt sie umzunieten oder per Klingel vom Gehweg zu scheuchen.

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hermann_huber 19.11.2018, 06:50
4. Karlsruhe

Na dann kommt erstmal nach Karlsruhe.
Hier wird nur noch Farbe auf die Strasse gepinselt und so an den irrsten stellen eine tödliche Radspur gestrichelt. Ableger im Gegenverkehr geht hier sogar zwischen zwei Fahrzeugspuren.

Absolut irre in der Sache, aber durch besondere statistische Massnahmen werden durch die Trennstreifen mit einem make so viele neue "Radwege" gemalt, dass Karlsruhe auf dem Papier so gastfreundlich wie Freiburg oder Münster ist. (Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast :-))

Meine Kinder lasse ich dort nicht Radfahren sondern bringe sie heil mit dem Auto an ,-?

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fht 19.11.2018, 06:56
5. und dann gibg es immer noch Polizisten,

die erklären, dass ein zugeparkter Radweg unter "ruhenden Verkehr" und damit nicht in ihre Zuständigkeit fällt.

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heb78 19.11.2018, 07:23
6.

Manchmal - wie bei dem Bild aus Braunschweig - kann ich ja zumindest noch die Beweggründe verstehen... Aber leider werden immer wieder Radwege geplant und leider auch gebaut, wo man nur mit dem Kopf schütteln kann!
Bei mir um die Ecke hat die Stadt die Ampelanlagen umgebaut. Nun gibt es auf der Hauptstraße eine kombinierte Radfahrer-/Fußgängerampel mit Radweg und die Querstraße bekam eine Fahrradampel. Nur steht die am Fußgängerüberweg und der endet eben halt am Fußweg. Außerdem ist die Querstraße eine Fahrradstraße! Somit fahren viele bei Rot zu der Fahrradampel, um dann doch wieder auf die Fahrbahn zu wechseln...


Übrigens bin ich mal gespannt, wann der erste Forist sein Leid klagt, dass Radfahrer generell ohne Licht und auf dem Fussweg fahren und per se sich für die besseren Menschen halten...

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Ervin Peters 19.11.2018, 07:30
7. Kein Radweg ist besser als ein schlechter

Solange Radwege und Radfahrstreifen schlechter als die Fahrbahn nebenan sind, schmaler als eine schmale Fahrspur (2,75m), verwinkelter, mit mehr Höhenmetern, mit mehr Steigungen und gängelnden Verkehrsregelungen, die auf den Vorrang von KFZ ausgelegt sind fährt man mit dem Rad auf der Fahrbahn _sicherer_, _schneller_, und _bequemer_. Mit genau einer Ausnahme: Wenn Radverkehrsanlagen das Vorbeifahren an Staus ermöglichen. Nur in dem Fall sind sie sinnvoll zu benutzen.
Ansonsten sind sie Geld und Raumverschwendung, unnötige Flächenversiegelung oder Wegnahme von Fußgängerbereichen und sie fördern asoziales Verhalten im Verkehr durch die Spezifikation von Territorien, wo Menschen meinen, sie stünden Ihnen, frei von anderen, zu (vgl. "Teile und Herrsche").
Verschiedene Netze ohne Knotenpunkte gibt es aber in einer Ebene nicht. Und an den Knoten lauert dann die Gefahr, denn die in Ihren einfachen Subverkehrswelten versunkenen, die anderen Ausblendenden Verkehrsteilnehmer 'übersehen' dann die Anderen. "Ja der Verkehr ist so gefährlich!"
Sehen und Wahrnehmen ist aber die Basis von Verkehrssicherheit, insbesondere für die, die mit den großen, schweren potenziellen Tötungswerkzeugen unterwegs sind. Die haben es besonders schwer mit fahrbahnbegleitenden Radverkehrsanlagen. Mit den modernen Spiegelkabinietten, richtig eingestellt geht es, aber um immer hinreichend zu überwachen bräuchten sie einen Beifahrer.
Es ist nicht das summierende Abstraktum "Verkehr" gefährlich, es sind die "Verkehrsteilnehmer" vornehmlich "Kraftfahrer" die mit Ihrem Verhalten, ihren Entscheidungen, ihrer Wahrnehmungsüberforderung und Ignoranz die Gefahren im öffentlichen Raum schaffen. Das man ihnen aufgrund der Drohung mit dem Schäden und dem Töten, in der indirekten Form "Der Verkehr ist so gefährlich", Privilegien einräumt, ist grundfalsche, den es belohnt antisoziales Verhalten.
Wenn man Radwege will, dann ist es das beste, den KFZ Verkehr komplett auszusperren, den darum geht es den Fahrbahnphobikern auf dem Rad. Oder? Die andere These lautet, das es so viele Rufer nach Radwegen gibt, weil die Rufer im Auto auf Fahrbahnen nicht mit Radfahrern interagieren wollen. Und da sieht man dann, das die ganze Radwegdiskussion ein soziales Privilegierungsproblem ist und kein Problem der Förderung objektiver Verkehrssicherheit. Die Sicherheit wird für Radfahrer auf Radwegen weniger, es gibt mehr gefährliche Situationen und mehr Unfälle, insbesondere natürlich an Knoten.
Aber Werbung und ADFC sagen ja es ist wichtiger sich sicher zu fühlen als sicher Rad zu fahren, weshalb ich mein Engagement dort eingestellt habe.
Ervin Peters
eh. ADFC Thüringen, ADFC FA Radverkehr
erv@ervnet.de

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xcver 19.11.2018, 07:34
8. Fahrradwege auf dem Land

da gibt es auch tolle Beispiele, wo man sich wünscht, dass der Planer den Weg auch Mal fahren muss. so wird gerne Mal in eine hügelige Landschaft die Straße reingefräßt oder aufgeschüttet um möglichst flach zu bleiben. Der Fahrradweg daneben bleibt eine schöne Hügelstrecke. oder noch besser wenn der Fahrradweg vollkommen unmotiviert über die höchste Erhebung auf möglichst direktem weg überfahren werden soll.

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ayee 19.11.2018, 07:43
9. CO2 Reduktion

Der Ausbau der Radinfrastruktur in Städten ist wirklich i.d.R. ein Trauerspiel. Und das, obwohl es der beste Weg ist, CO2 und Stickoxidbelastung zu reduzieren, also Themen, die absolut aktuell sind. Und ganz nebenbei, man sollte die Radwege nicht nur etwas ausbauen, sondern richtig, denn Elektromobilität findet nicht nur auf der Straße statt, sondern auch auf Radwegen und eröffnet dort völlig neue Möglichkeiten.

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