Forum: Auto
Kuriose Infrastruktur: Radwege zum Verzweifeln
Carsten Vitt

Viele Städte bauen Fahrradwege, die kaum zu befahren sind: zu schmal, mit scharfen Kurven oder Hindernissen darauf. SPIEGEL ONLINE hat mithilfe von Lesern besonders ungewöhnliche Beispiele gesammelt.

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siebenachtneun 19.11.2018, 12:57
100.

Zitat von kmotion
Warum bin ich in der Rolle des Autofahrers ein extrem entspannter Verkehrsteilnehmer, beim dem sogar die eher vorsichtige Freundin gerne mitfährt, während mir in der Rolle des Radfahrers regelmäßig der Kamm schwillt? Als Radfahrer fühle ich mich nicht als vollwertiger Verkehrsteilnehmer akzeptiert, während mir als Autofahrer eine vernünftige Infrastruktur und - aufgrund der Größe des Fahrzeugs - Respekt entgegengebracht wird. Beispiel: Wenn mir als Autofahrer ein umhergeisternder Fußgänger vor das Fahrzeug stolpert, wird allgemein akzeptiert, dass ich zur Warnung hupe. Klingele ich auf dem Radweg, um die unaufmerksamen Fußgänger zu warnen (ich kann mittlerweile die Bewegungen gut antizipieren und erkennen, wohin die Menschen gehen werden) erntet man meist einen dummen Kommentar („Ist ja gut, reg dich nicht auf“ o.Ä.). Ein kurzes „Sorry“ ist eher selten. Irgendwann bin ich die ewig gleichen Reaktionen leid und fahre möglichst knapp an den Trantüten vorbei. Dann bekomme ich zwar ähnlich doofen Kommentar, als hätte ich geklingelt, aber ich habe wenigstens noch meinen Spaß durch Erschrecken gehabt. Wie ein kleines, trotziges Kind. Klingt assi? Ist es auch. Ich würde es gerne anders haben. Mich anders fühlen. Wie als Autofahrer. Mit vollwertigen Verkehrswegen. Dann würde diese Trotzmentalität bei mir deutlich nachlassen. Das wird aber im Autoland Deutschland nix.
Ich klingel auch gerne Leute auf Radwegen weg oder fahre ganz nah an ihnen vorbei. Hier gibt es eine Straße, wo die Fußgänger einfach nicht auf dem Gehweg (direkt daneben) laufen wollen. Der Radweg ist beschildert, rote Farbe und Piktogramme alle paar Meter und trotzdem laufen die Leute darauf. Die müssten nur einen Meter nach rechts gehen.

Von Radfahrern wird immer gegenseitige Rücksichtnahme und vorrausschauendes Fahren verlangt aber bei Autofahrern ud Fußgänger sagt niemand was.

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darthmax 19.11.2018, 12:59
101. Linksabbieger

offensichtlich haben Planer nur mit Radfahrern zu tun, die Nerven aus Stahl haben.
So sind immer wieder Radspuren für Linksabbieger auf neuen Strassenbelegen eingezeichnet, die nun wirklich abenteuerlich sind. Vor allem, da häufig die Weiterfahrt an an einem Bürgersteig ein abruptes Endse findet, da keine Auffahrt auf den Radweg geplant ist..
Andererseits , unseren Radfahrern sind morgens keine Regeln bekannt und es wird sowohl auf dem Fahrradstreifen als auch auf der Strasse gefahren, manchmal im Parallelbetrieb und unbeleuchtet.
Insbesondere in Eimsbüttel / Hamburg. Nennt sich Brutaloradler.

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kmotion 19.11.2018, 12:59
102. Doppelt daneben

Zitat von freigeistiger
Wenn ein Fußgänger, oder ein Radfahrer, auf der Fahrbahn ist und Sie hupen diese an, dann ist dass Nötigung. Sie wollen diese von der Fahrbahn vertreiben. Das ist strafbar. Oder fahren Sie immer hupend durch die Gegend um andere Autofahrer vor Ihnen zu warnen? Deshalb klopfen Fußgänger und Radfahrer an Autos, um die Fahrer zu warnen. ich danke für Ihr Verständnis, und die ihrer Kollegen und Kolleginnen.
Hmm, einmal falsch und einmal daneben

Erstens: Ist Ihre Antwort ist ein Scherz? Vermutlich. Falls nicht: Erläuterungen zu § 64a StVZO"Um einen Zusammenstoß zu verhindern, der am Ende für beider Verkehrsteilnehmer schwere Schäden bedeuten würde, soll die Fahrradglocke betätigt werden. "
Ein unachtsamer Verkehrsteilnehmer wird von einem aufmerksamen gewarnt.
Oder ist die Fahrradklingel nur als Musikinstrument zu betrachten?

Zum zweiten: Grundaussage meines Kommentars war die beispielhafte psychologische Erläuterung, warum ich als Fahrradfahrer ganz anders handele als als Autofahrer, obwohl ich das eigentlich gar nicht will. Diese Wandlung der Handlungsweise, bedingt durch die ungleichen Umstände.

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benmartin70 19.11.2018, 13:00
103.

Zitat von madameping
Genau diese Realitätsverschiebungen, diese Wahrheitsverzerrungen, die Sie hier anführen und bestimmt auch noch stolz drauf sind, einen solchen Unsinn zu verbreiten, führen zu diesen Ärgernissen. Daraus leiten Sie also Ihre selbst zusammengezimmerte Legitimation ab, Füßgänger, die nicht mit einem beherzten Sprung zur Seite springen, über den Haufen zu fahren. Erklären Sie das mal einer Mutter, deren kleines Kind gerade auf den Fahrradweg läuft oder einem behinderten (alten) Menschen... Ihnen geht es keineswegs um den Vorrang, Mitmenschen zu schützen oder gerne Fahrrad zu fahren. Wer solche Behauptungen ausspricht wie Sie, sieht nichts anderes als den eigenen Brachialegoismus und unterstellt ihn deswegen auch anderen.
Aha, stimmt die Kerben an meinem Fahrradrahmen sprechen natürlich Bände, zack wieder einen umgefahren......
Dass ich mich dabei selbst verletzen würde und so einen Schwachsinn nicht tun würde käme Ihnen nicht in den Sinn?
Ich fahre seit gut 40 Jahren unfallfrei (bis auf zwei Autotüren die sich mir in den Weg gestellt haben und ich (!) einmal von einer Fussgängerin auf dem Radweg umgerannt wurde).
Also lassen Sie Ihre Mutmassungen besser- Einfach schauen wenn man auf den Radweg läuft dann ist alles gut - die Mutter hat auf Ihr Kind auf der Straße aufzupassen (ja Geh und Radweg sind auch Strasse) und nein ich warte nicht darauf jemanden über den Haufen zu fahren - siehe oben.

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Pickle__Rick 19.11.2018, 13:03
104.

Zitat von freigeistiger
Es ist gesetzliche Aufgabe der Polizei. Das Innenministerium wird Ihnen das bestätigen. Polizisten behaupten Ihre Auffassung, sie werden aber nachweislich falsch ausgebildet. Und wer hat die Telefonnummern der jeweiligen Ordnungsämter, auch außerhalb der Bürozeiten, alle greifbar? Wenn die Fahrbahn zugeparkt ist, wer ist dann zuständig? Die Ursache ist auch ruhender Verkehr. Die Polizei ruft dann das Ordnungsamt an. Der Bürger ruft bei einem Tier auf der Fahrbahn das Veterinäramt an, bei Grünschnitt oder Obst das Landwirtschaftsministerium. Bei Überschwemmungen das Wetteramt. Polizisten kennen nicht einmal den Unterschied von Fahrbahn und Straße, und von Autoverkehr und Straßenverkehr.
Sie klingen noch immer überzeugt und gehen sogar so weit die Sachkenntnis der Staatsorgane anzuzweifeln. Na gut, dann ist es ja ein leichtes die entsprechende Gesetzesgrundlage für Ihre steilen Thesen zu liefern. Die Telefonnummern kann man sich heute in Sekunden über das mobile Internet oder die Auskunft besorgen. Die Polizei hilft auch dann gerne weiter wenn man sie z. B. wegen einer Behinderung anspricht und sie dafür nicht zuständig ist. Dafür kommt es natürlich auf das Auftreten an und wer gegenüber den Beamten patzig und fordernd auftritt, der kommt natürlich nicht all zu weit. So wie hier einige Beiträge formuliert sind, ist natürlich klar wie da einige Mitbürger auftreten.

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MJR 19.11.2018, 13:05
105. Quatsch! Radfahrer sind üble Raudis!

Jedenfalls, wenn man manch Berichterstattung verfolgt. So wurde jüngst in der Braunschweiger Zeitung bemängelt, wie viele Radler die falsche Straßenseite benutzen und dass kaum ein Rad verkehrssicher zu sein scheint. Darüber hinaus wird die Polizei nicht müde das Tragen von Kopfhörern zu ahnden, was auf keiner rechtlichen Grundlage fußt, denn nur wenn die Lautstärke zu groß ist, gäbe es einen Anlass.
Fahrradfahren im Winter? Da bist Du schon "Teilschuld", wenn Du das Rad aus dem Schuppen holst... Winterreifen hin oder her: Während Autos mit den miesesten "Ganzjahresreifen" durch die Kreisverkehre schlitternd Omas mitsamt sommerbereiften Rollator ganz legal gefährden, "Weiß man doch, dass..." man bei Glatteis kein Rad fährt. Auch nicht mit Spikebereifung, die ja nur für Kraftfahrzeuge tabu ist? Unzulässige Einwände!
Also: Es ist in Deutschland schlichtweg nicht gewünscht, dass die Menschen Fahrrad fahren:
(1) Gesetze sind Fahrradfeindlich ausgeführt.
(2) Selbst die Polizei legt die ohnehin ungünstigen Gesetze ihrerseits teils "bemerkenswert" überschärft aus. (Um es vorsichtig zu formulieren: Einfach ist deren Job ja nun wirklich nicht!)
(3) Die anderen Verkehrsteilnehmer haben längst das Kriegsbeil ausgegraben! Okay: Manche scheinen bereits zwei...drei "Friedenspfeiffen" durchgezogen zu haben! Wie dem auch sei: Die Jagdsaison ist eröffnet! Die "Strecke" dieser Jagd, also ihre Opfer, beläuft sich je "nur" auf 61 getötete und 4000 schwer Verletzte. Okay: Das dies nur der "Teilbereich" der Kinder unter 15 Jahren ist (!!!), mag den einen oder anderen zu Denken geben. Die meisten aber sind der Auffassung: "Selber Schuld! Müssen eben aufpassen!" und berufen sich auf das Recht des Stärkeren. Sind ja alles nur "Unfälle"? "Keiner hat die Absicht hier eine Mauer... " Ach nein: "Keiner hat die Absicht hier Absicht zu unterstellen..." -> Absicht nicht, aber es nehmen die meisten den Tod anderer einfach so in Kauf: Hauptsache pünktlich im Büro. Diese Idioten von Radwegplaner setzen dem nur die Krone auf.

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burkheh 19.11.2018, 13:06
106. dringend!

gerade mit den durch E-Bikes zunehmenden mittleren Geschwindigkeiten auf Radwegen (und das ist gut so, weil Grundlage für die Konkurrenzfähigkeit des Rads) sind die allermeisten Radwege gefährliche Unfallfallen - unabhängig von den investierten Budgets. Sollen zunehmende Opferzahlen nicht den möglichen Beitrag des Radverkehrs zur nötigen Verkehrswende bremsen, sollten Planer, Entscheidungsträger und Verfasser von Normen DRINGEND angehalten werden, SELBST und gerne mit E-Bikes Radwege zu benutzen, und zwar AUCH bei Schlechtwetter und Dunkelheit!!!

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heb78 19.11.2018, 13:21
107.

Zitat von darthmax
Andererseits , unseren Radfahrern sind morgens keine Regeln bekannt und es wird sowohl auf dem Fahrradstreifen als auch auf der Strasse gefahren, manchmal im Parallelbetrieb und unbeleuchtet. Insbesondere in Eimsbüttel / Hamburg. Nennt sich Brutaloradler.
Hm, wer ist denn jetzt der "Brutaloradler"?
Der, der den Radweg benützt? oder der, der die FAHRBAHN benützt? Ist denn der Radweg benutzungspflichtig? Wer verhält sich denn nun falsch oder richtig?
Fragen über Fragen, die ihr Kommentar da aufwirft... Oder was wollen sie uns damit sagen?

Bei mir hier in Braunschweig werden die Radwege übrigens überwiegend genutzt, ein (sehr) kleiner Teil fährt leider auch immer mal wieder auf dem Fußweg. Gefährlich finde ich die Fahrradstreifen, die auf der Straße aufgepinselt werden! Da denken viele Autofahrer, sie müssten und könnten mit dem rechten Rad auf der Linie die Radler überholen. Dieselben Autofahrer - habe ich schon selbst oft gesehen - halten aber einen vernünftigen Sicherheitsabstand, wenn der Radstreifen nicht markiert ist.

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suplesse 19.11.2018, 13:22
108. Sorry

Zitat von mwroer
Das ist bei uns in den Niederlanden zum Beispiel gang und gäbe - macht auch Sinn weil das in Wohngebieten ist wo es keine Radwege gibt (und man auch keine bauen kann) und sowieso höchstens um die 20 km/h gefahren wird. Einbahnstraßen sind von Radfahrern eigentlich immer entgegen der Autofahrrichtung befahrbar. Wenn Sie damit, ernsthaft, überfordert sind - dann sollten Sie darüber nachdenken den Führerschein abzugeben. Nicht hämisch oder böse gemeint sondern ganz ehrlich besorgt.
aber das haben Sie missverstanden. Ich fahre bei uns in Frankfurt so gut wie nie Auto. Ich bin hier meistens Radfahrer oder Fussgänger. Aber die Situation die hier künstlich geschaffen wurde ist für alle Verkehrsteilnehmer zuviel.

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madameping 19.11.2018, 13:26
109.

Zitat von benmartin70
Aha, stimmt die Kerben an meinem Fahrradrahmen sprechen natürlich Bände, zack wieder einen umgefahren...... Dass ich mich dabei selbst verletzen würde und so einen Schwachsinn nicht tun würde käme Ihnen nicht in den Sinn? Ich fahre seit gut 40 Jahren unfallfrei (bis auf zwei Autotüren die sich mir in den Weg gestellt haben und ich (!) einmal von einer Fussgängerin auf dem Radweg umgerannt wurde). Also lassen Sie Ihre Mutmassungen besser- Einfach schauen wenn man auf den Radweg läuft dann ist alles gut - die Mutter hat auf Ihr Kind auf der Straße aufzupassen (ja Geh und Radweg sind auch Strasse) und nein ich warte nicht darauf jemanden über den Haufen zu fahren - siehe oben.
Aus Ihren Worten klingt eine einzige Kernaussage: Ich als Radfahrer habe immer Recht. Ich habe dieses Recht jederzeit und zu jeder Gelegenheit alleine für mich gepachtet, weil ich mich für moralisch höherstehend halte - sogar kleinen Kindern oder Behinderten gegenüber. Schuld haben immer nur die anderen.

Vielleicht eines zum Schluss: Völlig zu Recht beklagen sich Radfahrer darüber, wenn ihnen Autos die Wege zuparken. Es gibt auch noch andere Situationen, in denen Radfahrer schlichtweg Vorrang haben. Keine Frage. Die Straßenverkehrsordnung sieht aber in ihrem rechtlichen Hintergrund einen reibungslosen Verkehrsfluss vor. Das ist nicht immer möglich, also sollte man Rücksicht auf andere nehmen. Diese Rücksicht basiert auf den Vorschriften, an die sich einfach alle zu halten haben. Auch Radfahrer. Sie haben keineswegs die moralisch höheren Rechte, weil sie ohne Nummernschild fahren. Wenn Sie das annehmen, befinden Sie sich im Irrtum.

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