Forum: Auto
Leben ohne Pkw: "Unser Mobilitätsverhalten muss sich radikal ändern"
Urban Arrow / urbanarrow.com

Atemwegsbeschwerden, Klimawandel, Tausende Tote jährlich - das Auto verursacht viel Leid. Dennoch lieben die Deutschen ihren Pkw. Ohne ihn würde es sich aber viel besser leben, erklärt hier ein Politikwissenschaftler.

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Pascal Meister 17.05.2018, 10:54
200. Zu Ende gedacht?

Die Politik ist jetzt schon dabei, das Autofahren und insbesondere das Pendeln unattraktiver zu machen. Weil die Bürger das verstanden haben, explodieren die Immobilienpreise in den grösseren Städten, wo sich viele Arbeitsplätze befinden, während die Baulandpreise in anderen Regionen gegen null sinken. Wenn alle nur noch in Grossstädten leben, kann das ohne Auto funktionieren. Allerdings mit so gigantischen Konsequenzen für die notwendige Infrastruktur, dass das nur noch als Utopie bezeichnet werden kann.

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darthmax 17.05.2018, 10:54
201. Reisen

wer als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundestages aus Steuergeldern finanziert wird, tja, der weiss eben nicht, warum die Menschen Auto fahren müssen oder kennt keinen 20 kg schweren Koffer. Weltfremdheit die uns leider garnicht bei der Bewältigung von Problemen hilft.

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veritas31 17.05.2018, 10:54
202. Realitätsfern

Es gibt Menschen, die BRAUCHEN ein Auto. Hier nur ein paar persönliche Gründe: Ich pendle 60km pro Tag zur Arbeit. Da hilft mir auch kein E-Bike (welches ich tatsächlich besitze) Selbst wenn ich mit dem Rad fahren würde, käme ich entweder nass oder verschwitzt oder zerzaust im Büro an (dort gibt es weder Dusche noch einen adäquaten Umkleideraum).
Ich habe auch unregelmäßige Arbeitszeiten, so dass ich auch mal erst um 23 Uhr aus dem Büro komme und dann will ich nicht "zur Entspannung" noch 1 Stunde heim radeln.
ÖPNV ist bei uns ein schlechter Scherz (ja von 9-16 Uhr könnte es klappen, ist aber auch nicht sicher)
Was ist auch mit den Einkäufen? Für eine 4 köpfige Familie transportiere ich den Wocheneinkauf nicht mit dem Rad oder schlepp das Zeug in den Bus...ganz zu schweigen von wirklich schweren Geräten, die man halt auch mal transportieren muss.
Fahrgemeinschaften? Eine Utopie! Bürgerbus? Klappt nicht, zumindest nicht bei einer Idiotengemeinde wie unserer.
Lange Rede, kurzer Sinn...klar, das Auto ist häufig unnötig (z.B. bei Sonntagsfahrten) aber (zu) viele Menschen BRAUCHEN ES EINFACH!
Ich bin aber auch dafür, schwere Luxuskarren zu verbannen. Kein Mensch braucht einen 100Tsd € Vorstadtpanzer.

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Maria--Galeria 17.05.2018, 10:54
203. Für junge gesunde Erwachsene gut machbar

Aber, wie all bekannt, leben wir in einer überalterten Gesellschaft, Durchschnitt über zweiundvierzig Jahre. Viele der Älteren und Alten haben schon körperliche Einbußen und sind froh selbstbestimmt mit ihrem fahrbaren Untersatz ihre für sie notwendigen Mengen an Ware selbst kaufen zu können und zwar unabhängig vom Wohnort. Besonders problematisch wird dann sogar das Leben ohne Auto auf dem Land. Dazu kommt dass sehr viele Alte als Single leben ohne große familiären Kontakte, da ja Schritt für Schritt der Familienzusammenhalt in unserer Gesellschaft flöten ging. Ein Mensch der schlecht zu Fuß ist wird sich genauso wenig gerne zum Bus oder Bahnhof schleppen um irgendeinen Ausflug zu machen, wenn möglich, so zu sagen wenn es finanziell machbar ist, wird er am Auto festhalten, das ihm in der Tat das Leben erleichtert mit seinen kleinen Freuden. In diesem Sinn ist Auto kein Luxus sondern eine Notwendigkeit. Ohne meinen mobilen Untersatz wäre es mir nicht möglich mich um meine schwerbehinderte einsame Freundin zu kümmern, die an einem anderen Ort lebt der fünfzehn Kilometer entfernt von meinem Standort liegt, dies kommt auch noch dazu. Es haben sich einfach auch Freundschaften aufgebaut die nicht nur auf den Wohnort beschränkt sind, die eine Betreuung ohne Auto fast unmöglich machen würden. Also es gibt vielfältige Gründe nicht vom Auto abzulassen. Nichts desto trotz kann man den Gebrauch natürlich auf das Notwendige beschränken. Wir als Menschen sind auf persönliche vertrauensvolle Beziehungen angewiesen die Organisationen wie sie Sozial- und Pflegedienste nicht unbedingt bieten können und die Personen des Vertrauens leben einfach öfter mal etwas weiter entfernt. Bringt nichts wenn mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schon mal ein zeitlicher Anfahrtsweg von eineinhalb Stunden zur Pflege anberaumt werden muss und mit dem Auto grade mal zwanzig bis dreißig Minuten, ein Freundschaftsdienst ohne Auto unmöglich. Fazit, ganz ohne Auto geht es leider nicht mehr.

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karl-felix 17.05.2018, 10:55
204. Na,ja

Zitat von Harald Schmitt
Gerade in Deutschland leben viele von der Automobilindustrie, Wo soll die Reise higehen alle arbeitslos, Salatfresser und das Glück den ganzen Tag zu Hause rum zu sitzen?
von 40 Millionen Beschäftigten in Deutschland sind 0,8 in der Autoindustrie.

Dafür zahlen 50 Millionen Deutsche jeden Monat soviel für ihr Auto ( das gut 22 Stunden am Tag nur rumsteht) wie für ihre Wohnung. Wohnen ist ein Existenzbedürfnis, das eigene Auto ein reines Luxusbedürfnis.
Eine schwache Apologie, bei 400.000 Verletzten , Tausenden Toten , Platz-,Ressourcen, Geld und Zeitverschwendung. Finden Sie nicht ?
Mit dem Arbeitsplatz Argument können Sie wortgleich den Mafiosi und seine Lupara verteidigen .

Ich habe vor 20 Jahren meine Autos, das Motorrad und das Motorboot abgeschafft und meine Lebensqualität hat sich deutlich erhöht mit der steigenden Nutzung von Bahn, Fahrrad, Kajak und Carsharing .
Ganz abgesehen von der finanziellen Entlastung . Ein einziges Auto kostete mich 750 DM .im Monat . Vom netto ! Das läppert sich.

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rstevens 17.05.2018, 10:55
205.

Zitat von misterknowitall2
Ein Beispiel, ihr Beispiel Anzug und Fahrrad. Nein, die Hose scheuert nicht schneller durch Kinder können alleine zur Kita
Sie sind offenbar noch nie regelmäßig mit Anzug Fahrrad gefahren. Mehr als 1-2 Monate macht eine Anzughose das tägliche Pendeln nicht mit.

3 Jährige sollen allein zur Kita? Genau, sonst noch einen Wunsch?

Wer so "argumentiert", ist einfach nicht ernstzunehmen. Da kann ich nur den Kopf schütteln, obwohl ich seit Jahren so viel die Bahn wähle, das sich die BC100 lohnt und recht viel den ÖPNV nutze, sei es in Zürich, Wien, Berlin, Frankfurt, München. Zu Hause steht aber trotzdem das Auto, weil es ganz ohne schlicht nicht geht.

Ich weiß aber genau, wo diese Wetverbesserer-Meinungen herkommen. Wenn ich einen Projekteinsatz habe, dann suche ich mir ein Hotel so aus, das sich gut mit dem ÖPNV zum Büro komme. Ich könnte mich dann auch hinstellen und in die Welt posaunen, der ÖPNV ist eine Alternative. Die Fahrzeit ist optimal, mit dem Auto bräuchte man länger etc. In Berlin hatte ich mal eine Projektwohnung, auch die war perfekt gelegen. Ein Auto hätte ich nicht gebraucht. Aber zu Hause, am Rande einer Großstadt, ist der ÖPNV keine Alternative. Alleine ist es auch nicht das Problem, sich entsprechend einzurichten. Mit Familie sieht das aber schon mal anders aus. Da zieht man nicht mal eben um und reißt die Kinder aus ihrer Umgebung mit der Konsequenz wieder nur mit viel Glück einen Kita- oder Schulplatz zu bekommen. Aber derartige Komplexitäten sind den meisten Weltverbesserern ja fremd. Es ist nicht verwunderlich, dass es sich dabei in den allermeisten Fällen um junge ungebundene Menschen handelt.

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shechinah 17.05.2018, 10:57
206. Ohjeh...

"Atemwegsbeschwerden, Klimawandel, Tausende Tote jährlich - das Auto verursacht viel" schon der erste Satz ist falsch, es gibt keine raubusten Daten, die solche Behauptungen belegen können. "Der Straßenverkehr ist der zweitgrößte Verursacher klimaschädlicher Gase" der zweite ist natürlich auch falsch, Wasserdampf hat zigmal mehr Einfluss als CO2 - alter Hut. Da die Prämisse falsch ist, ist auch alles was daraus folgt falsch. Aber was erwartet man von einem, der in seiner Selbstherrlichkeit meint, weil er kein Auto braucht, dürfen andere auch keines haben.

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rstevens 17.05.2018, 11:01
207.

Zitat von rwachsmu
Was soll diese Antwort auf den Foristen berno_h? Der Mensch hat doch Recht. Von A-Z. Hier gehts um Mobilität und nicht ums Rauchen oder Übergewicht. Wenn Sie Übergewichtige aus dem Auto auf das Fahrrad zwingen wollen, dann sagen Sie es doch in einem Gesundheitsforum.
Sie haben meinen Beitrag anders verstanden, als ich ihn gemeint habe.

Es war mal wieder die Rede von vielen Verkehrstoten. Im Artikel ist sogar die Rede von Blutzoll. Der Straßenverkehr fordert aber nicht viele Tote. Nicht, wenn man die Zahl der Verkehrstoten in Relation zu den wirklichen Killern in der Gesellschaft setzt, nicht wenn man die Zahl in Relation zu den gefahrenen Kilometern setzt, nicht wenn man die Zahl in Relation zu dem setzt, was die Mobilität den Menschen ermöglicht.

Zudem sinkt die Zahl der Verkehrstoten trotz deutlich steigendem Verkehrsaufkommen. Also nochmal, wir haben nicht viele Verkehrstote, wir haben wenige Verkehrstote.

Sollte man deshalb die Versuche beenden, die Zahl weiter zu senken? Natürlich nicht. Aber man kann durchaus mal die Kirche im Dorf lassen.

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Olli Ökonom 17.05.2018, 11:03
208.

Zitat von ToniSchlager
Der Artikel trifft den Punkt. Bin 35, wohne (leider) nicht in der Stadt in der ich arbeite und fahre alle Strecken bis 50km mit dem Rad, sonst Zug. Jup, sogar meine Generation lacht über die Trips mit dem Cayenne zum einkaufen im Nachbarort. Schade, dass hier Leute so einfältig kommentieren „es geht nicht“. „Versicherung erlaubt kein leihen“. Keine Bahn kommt“. Der Beitrag sagt doch sogar dass vor allem in Grossstädten einfach wäre. Das wäre schon der Grossteil .. Lest ihr egtl den Artikel bevor ihr kommentiert? Checkt ihr egtl dass wir keine Alternativen haben? Dass unsere Kinder aufgrund von Klimawandel nichts mehr so gross werden wie wir es konnten? Versucht es einfach mal, es geht, locker.
Warum wollen Sie allen Ihre Art zu leben vorschreiben? Man könnte IHnen auch sagen Kaufen Sie ein Auto und benutzen sie dieses nur, alles andere ist ab nun verboten. Das würde Ihnen auch nicht schmecken.
Zweitens der Klimawandel kommt so oder so, den haben Menschen nicht verursacht und können in auch nicht beeinflussen. Der Mensch fördert mit seinem Verhalten den Klimawandel, leider. Aberich lasse mir von Ökofuzzis nicht vorschreiben wie ich mein kurzes Leben zu leben habe. Ökologisch gesehen wird sowieso immer an dem falschen Objekt herumgedocktert, dem Individualverkehr. Dabei gibt es viele Bereich, die einen höheren Effekt auf den Umweltschutz haben - mit deutlich weniger Aufwand.

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Markus Landgraf 17.05.2018, 11:03
209. Jo - total daneben

aha, das kommt also raus, wenn Politik"Wissenschaftler" über Engineering nachdenken - interessant. Autos, Schiffe, Flugzeuge und Raumfahrzeuge werden nicht nur nicht abgeschafft werden, sondern mehr und mehr Nutzen finden. Das wird umweltfreundlich geschehen. Die Technologien sind schon da: CO2 und Emissionsfreie Energieproduktion und E-Mobilität. Vielleicht sollten Politik"Wissenschaftler" ihre Aufmerksamkeit auf ihren Fachbereich lenken - da gibt es mehr als genug zu tun.

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