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Liegeräder im Test: Fahren im Halbschlaf
HP Velotechnik

Liegend durch die Welt fahren - diese Vorstellung begleitet unseren Autor seit Kindheitstagen. Jetzt, da der Rücken anfängt zu zwicken, hat er es erstmals gewagt und zwei Liegeräder getestet.

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green-grey 03.06.2018, 12:24
20.

Einen Nachteil hat der Autor vergessen zu erwähnen:
Ohne nassgeschwitzten Rücken anzukommen ist auf einem Liegerad ziemlich schwierig.
Abgesehen davon macht mir mein altes Radius Hornet jede Menge Spaß und die Art, wie der Kurzlieger auf Lenkimpulse reagiert, ist einmalig.

Ja, die Übersicht in der Stadt ist grütze, Bordsteine hochzufahren kann man genauso vergessen wie das Freihändigfahren. Und?

Aus meiner Erfahrung harmoniert Liegradfahren sehr gut mit Laufsport, weil teils die gleichen Muskeln gefordert sind.
Wie schon in einem anderen Kommentar geschrieben, sollte man Klickpedale verwenden, damit die Füße dort bleiben, wo sie hingehören. Seit ich Liegerad fahre, möchte ich die Dinger auch an aufrechten Rädern nicht mehr missen.

Warum sich Liegeräder unbedingt "durchsetzen" sollten, erschließt sich mir nicht. Es sind teure Spezialräder, die tierisch Spaß machen können und entdeckt werden wollen.

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kain1 03.06.2018, 12:51
21. Es geht auch asthetisch

...da möge man sich mal die Räder von unseren Nachbarn anschauen, z.B. die Firma Challenge.
Die deutschen Räder sind gut, aber halt primär praktisch - Stil fehlt da komplett.

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Kurzlieger 03.06.2018, 12:55
22. kleine Ergänzung

Hoffentlich haben auch alle Lamborghinis, Ferraris und Porshces Fähnchen. Die sind nämlich - mit Ausnahme der SUV Fraktion- niedriger als mein Liegefahrrad.
Wenn die übersehen werden wird's richtig teuer, bei Radfahrern ist das ja nicht ganz so relevant. Das war jetzt Sarkasmus.

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karlnapf10 03.06.2018, 13:52
23. Würde gerne mal einen Scorpion von HPVelotechnik längere Zeit....

probefahren. Wäre zum Pendeln (tgl. 48km) sicher bequemer. Ist aber als ebike schlichtweg nicht zu bezahlen (> 8 k€). Solange Hintern und Kreuz noch mitmachen, wirds wohl beim normalen Trekking-ebike bleiben. Schade.

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Rahlstedter 03.06.2018, 14:47
24.

Liebe Liegefahrradfahrer, macht Euch doch bitte eine Fahne oder was auch immer an Euer Fahrrad. Ihr seid für PKW praktisch unsichtbar und somit permanent in Gefahr. Es geht nicht um Schuld oder Unschuld sondern einfacH um Euer Leben.

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radnomade 03.06.2018, 15:22
25. kleine Korrektur

von Hase gibt es kein Kettwiesel Spezial sondern nur das Kettwiesel, Kettwiesel EVO oder das Kettwiesel Kross (was fast identisch mit dem EVO ist aber mehr für den offroad Einsatz konzipiert wurde). Das Hase Kettwiesel selbst wiegt ca. 19.5 kg und das EVO, welches ein Kettwiesel Vollfederung ist, wiegt ca. 24.5 kg. Beide also weitab von 30 kg entfernt.

Was das Reisen mit einem Liegerad anbetrifft und was der Unterschied zum Reisen mit einem „normalen“ Rad ist, so habe ich glaube einiges an Erfahrung sammel können (www.bicimundo.de). Denn zuerst bin ich einmal mit einem normalen Reiserad ein wenig um die Welt gefahren und danach auf einer kleineren Strecke, von Dänemark bis zum Nordkap und zurück dann mit einen Tadpole Liegerad. Tadpole ist ein Liegedreirad mit zwei Rädern vorne und einem hinten. Das Kettwiesel dagegen ist ein Delta Trike mit einem Rad vorne und zwei hinten. Auf mehreren Zweirad Liegerädern bin ich zwar nur auf der Spezi (größte Liegeradmesse der Welt) Probe gefahren, doch zum Beispiel bin ich einem Deutschen, welche glaube ich auf einer Streetmachine von HP dort unterwegs war, kurz unterwegs begegnet.

Generell kann ich soweit sagen, dass der Kraftaufwand, egal ob es sich um ein normales Reiserad oder ein Liegerad handelt, so ziemlich gleich ist. Und was man auf dem normalen Rad mit dem Wiegetritt an Leistung erreichen kann, erreicht man beim Liegerad durch die Abstützung des Rücken im Sitz. An einem Liegezweirad kann etwa genau soviel Gepäck mitnehmen wie an einem normalen Reiserad, an einem Tadpole oder Delta Trike ist die Gepäckmitnahme meistens etwas eingeschränkter, so dass es sich anbietet hier einen Lastenanhänger mitzuführen.

Falls von euch jemand mehr Informationen benötigt kann er/sie sich gerne an mich wenden. Kontaktseite bzw. Emailadresse ist auf der o.a. Webseite vorhanden.

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Steve B 03.06.2018, 15:31
26. Sind da wieder die "Hab ich auch mal gesehen"-Experten unterwegs?

@susie.soho, @Affenhauptmann: Wo haben Sie das mit dem Nacken her - angeguckt und ausgedacht, oder selber festgestellt? Meinem Nacken geht es nämlich ausgesprochen gut, nur die Bauch- und Rückenmuskeln sind grenzwertig schwach. Man braucht nur einen passenden Sitz, der an den wichtigen Stellen direkt unterhalb des Nackens die nötige Unterstützung bietet, dann sind auch 200km kein Problem.
@Affenhauptmann: Haben Sie bisher nur Tieflieger gesehen? Bei denen ist der Kopf ungefähr so hoch wie bei Sportwagen. Die meisten Räder sind ein Stück höher, auf meiner ersten Liege waren die Augen z.B. ungefähr auf Dachhöhe eines Golf Plus. Die Höhenunterschiede zu normalen Rädern sind heute eh nicht mehr so relevant, denn über SUVs und Vans kann man mit denen auch nicht drübergucken. Durch die Autos durch- und über Motorhauben drübergucken geht mit beidem. Dass man nicht so früh wie mit'm Rennrad in Einfahrten reingucken kann, ist beim Liegerad ungefähr so gefährlich wie bei PKWs - mit keiner der beiden Fahrzeuggattungen ist das eine praktisch relevante Unfallursache. Man muss eben weiter runterbremsen als mit einem normalen Fahrrad.
Und einen 10%-Anstieg zeigen Sie mir einfach mal, dann fahr ich da gern hoch. Bitte vorab Bescheid geben, ob das Asphalt oder Kies/Schotter ist.

Der Grund für die Vorliebe für's Liegerad liegt bei mir übrigens nicht in Wehwehchen auf dem Sattel, im Nacken oder in den Handgelenken auf Trekking- oder Rennrädern. Ehrlich gesagt kenne ich den Grund bis heute nicht. Ich habe einfach ein paar Liegeräder ausprobiert, mir eins ausgesucht und dann nicht gleich nach der ersten Woche aufgegeben. Bis vor drei Jahren standen Trekkingrad und Liegerad direkt nebeneinander, aber außer bei Eis- und Schneeglätte habe ich fast immer die Liege genommen. Keine Ahnung, warum - ist wahrscheinlich angenehmer zu fahren.

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Kurzlieger 03.06.2018, 16:39
27. Noch ein paar Anmerkungen

Also zu meiner Person
Ich bin jetzt 65 Jahre alt und fahre so im Jahr etwa 5000 km, meistens in Köln und Umgebung..
Ich bin auch schon mal in der Eifel oder im Bergischen Land unterwegs. Straße, Feldwege, Waldwege, in Frankreich Route forrestiere, in Spanien bin ich über den Camino real in Teilen gefahren - auch mit Gepäck.
Ich fahre eine Streetmachine von HP Velotechnik.
Meine Halswirbelsäule ist das Entzücken für den Orthopäden und den Radiologen. Protursionen C4 C5 C7 heißt Cervikobrachialgie Syndrom, Parästhesien im Handbereich, Dermatome.
Seit ich mit dem Liegerad unterwegs bin, haben sich die Beschwerden erheblich verringert,
Und jetzt erzähle mir noch mal jemand was über beanspruchte Nackenmuskulatur. Das entbehrt jeder Grundlage.

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lotrecht 03.06.2018, 17:12
28. Liegerad im Alltag, meine Erfahrung

Der Vorwurf "vergleichsweise teuer" stimmt für die Mittelklasse der Lieger leider, das sind die Stückzahlen relativ zu Enticklungs- und anderen Fixkosten. Im schnellen leichten Bereich sieht es besser aus, das in Osteuropa gefertigte Schlitter Encore ist preislich voll okay im Vergleich zu Carbonrennrädern. // Weil der Artikel sich auf Alltagsgebrauch konzentriert, will ich das aus eigener Sicht beleuchten. Ich fahre einen etwas niedrigeren Lieger (keinen Tieflieger) als 3-Jahreszeiten-Rad, im Winter dagegen aufrecht mit Spikes. Habe ca. 10 Jahre Erfahrung mit dem Liegerad. Vorteile: Klarerweise die Bequemlichkeit, Bremsvermögen(man bekommt mehr m/s² auf die Straße bevor das Hinterrad lupft, in der Hinsicht sind Aufrechträder grenzwertig), besseres Fahrverhalten mit viel Ladung die nur hinten ist (Einkauf mit 2 Taschen), bessere Verkehrsübersicht nach vorne - Spiegel und ggf. Navi liegen schön auf der normalen Blickachse nach vorn und nicht 90° zu ihr. Ich bekomme mehr Platz gelassen und seltener die Vorfahrt genommen. Nachteile gibt es auch: Klickies nötig, schlechtere Verkehrsübersicht nach vorne durch Verdeckung, kein normaler Rucksack möglich (Speziallösungen z.B. von Ortlieb außen vor), an rampenartigen kurzen Steigungen kann man nicht so spritzig hochsprinten sondern muss eher Anlauf nehmen oder einen Gang mehr runterschalten. Lange Steigungen etwa gleich. // Beinaheunfälle habe ich in all der Zeit nur ein paar wenige gehabt, vielleicht mache ich was richtig vom Fahrstil her. Spurwahl so dass gute Sichtbeziehungen herrschen (nach Möglichkeit Fahrbahn), umsichtiges Einordnen mit Spiegel+Schulterblick wie laut Fahrschule, beim Überqueren einer Kreuzung vermeide ich verdeckt zu werden, was im übrigen für alle Fahrer schmaler Fahrzeuge sinnvoll ist (-> linksbündig zum Vordermann fahren). Für gute Sichtbarkeit Tagfahrlicht mit Dynamo und helle Kopfbedeckung, wenn ich eine trage. // Richtig genial sind Lieger als Reiseräder oder auch für schnelle Tagestouren, da spielen sie voll aus dass sie ergonomisch im Grunde überlegen sind. Die getestete Streetmachine mit ihrer Kutschen-Silhouette verschenkt leider das aerodynamische Potential von Liegerädern, da würde ich vom selben Hersteller eher die Speedmachine nehmen um sie als Reiserad zu benutzen, die kann das genauso und ist dabei schneller v. A. mit der richtigen Gepäcklösung.

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Ritter-Rost 03.06.2018, 17:17
29.

Sichtbarkeit im Straßenverkehr ist mit nem Liegetrike, HP Velotechnik Scorpion fs20, kein Problem. Vom motorisierten Verkehr wird man sogar ernster genommen und bei weitem nicht so oft übersehen wie mit einem Standardrad. Dafür sind mit einem Tadpole Ausweichbewegungen möglich die man mit einem Einspurer nicht unfallfrei hinbekommt. Gerne benötigt auf Radwegen in der Türaufschlagzone. Spiegel und Schulterblick vor dem Tür öffnen ist etwas aus der Mode gekommen.
Hauptvorteil sämtlicher Lieger ist neben der bequemen, schonenden Haltung der Luftwiederstand. Wer, um alles in der Welt, ist auf die großartige Idee gekommen daß nur die maximale Stirnfläche das Optimum darstellt.
Der Hauptgrund für die meißten Liegeradler ist aber eher nicht vernünftiger Natur, es macht einfach Spaß um Kurven zu räubern und Strecke zu machen.

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